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Der artgerechte Futterplan

Der Urvater aller Hunde, nach dessen Grundmuster der Organismus unserer Hunde heute noch gebaut ist, fraß – im eigentlichen Sinne – kein Fleisch, sondern Tiere. Das bedeutet, dass mit dieser spezifischen Form der Nahrungsaufnahme alle Teile der unterschiedlichen Beutetiere, also Muskelfleisch, Innereien, Haut, Knorpel, Fell Sehnen, Eingeweide mit verschlungen wurden. So wurde eine sehr sinnvolle und vielseitige Kost aufgenommen, in der dann tatsächlich auch alles, einschließlich der für die Verdauung benötigten Ballaststoffe, enthalten war. Denn das Beutetier liefert ja nicht nur Eiweiss und Fett, sondern auch andere nützliche Stoffe: z.B. Kalzium (aus den Knochen), Natrium (aus dem Blut), fettlösliche Vitamine (aus Leber und Niere), wasserlösliche Vitamine (Darm- und Mageninhalt), essentielle Fettsäuren (Körperfett), unverdauliche Komponenten (faserig-pflanzliches Material aus dem Darminhalt). Interessant ist das Ergebnis der Wolfsforscher, dass Wölfe, wenn sie große Paarhufer reißen, diese mit Haut und Haar verschlingen, den Magen jedoch, samt Inhalt verschmähen. Damit ist widerlegt, dass man seinem Hund Gutes tut, indem man ihn mit frischen Kuhmägen füttert. Eine Erkenntnis, die auch der menschlichen Nase nur recht sein kann. Denn was stinkt mehr, als frische, grüne Kuhmägen? (Außer einem Hund, der sich im toten Fisch gewälzt hat…)  Dass Urvater Wolf auch Beeren und Pflanzen und Gras nicht abgeneigt war, haben wir in den vorangegangenen Artikeln bereits festgestellt. Somit sind wir also mit ausreichendem Wissen bestückt, das Futter für unseren Vierbeiner selbst zusammen zustellen. In einer ersten Übersicht werden Sie feststellen, wie einfach das Umdenken ist. In Folgeartikeln werde ich mich immer wieder mit spezifischen Nahrungsmitteln auseinandersetzten. Ihre Inhaltsstoffe und Wirkungsweise kurz erläutern und begründen, warum eine etwaige Zugabe besonders wichtig ist, oder eben nicht.

Gerade bei hautempfindlichen Hunden hat sich die Umstellung auf artgerechte Kost immer bestens bewährt. Insbesondere die Umstellung auf frisch Bestandteile: Frisches Fleisch, Früchte, Quark, naturbelassene Fette (Öle), Honig, Früchte (fein püriert), frisches Gemüse (fein püriert), mit der Beigabe von Honig, Apfelessig, aber auch Kräutern und ab und zu einem Ei samt Schale (ebenfalls mit in den Püriere werfen).
Da alle Hunde verschieden sind, müssen sie ihren Hund gut beobachten. Sie stellen schnell die einzelnen Vorlieben fest. Genauso zeigt Ihnen der Hund, was er in seinem Futternapf eher weniger vorfinden mag. Es gibt durchaus Hunde, die skeptisch dreinschauen, serviert man ihnen plötzlich rohes Fleisch. Das konnte ich mehrfach beobachten. Auch mein ältester Hund guckte reichlich verdutzt, als ich ihm vor Jahren seinen ersten, rohen Hühnerflügel präsentierte. Da er diesen aber auch seinen anderen Kollegen, die begeistert zupackten nicht gönnte, versteckte er ihn zunächst und verlegte sich aufs Beobachten. Erst als seine Gefährten sich anschickten, ihm seine, mit Misstrauen bedachte, Beute streitig machen zu wollen, überlegte er es sich anders. Es dauerte keine zwei Tage, und seine Gefährten hatten nicht die geringste Chance, sich seiner Fleischmahlzeit zu bemächtigen. 

Manche Hunde mögen – wie bereits im vorhergehenden Artikel „ Roh – oder doch besser gekocht“ beschrieben, kein rohes Fleisch. In diesem Fall bleibt der Rat, dieses kurz abzukochen, und mit dem Kochwasser zu verfüttern. Fleisch sollte in möglichst großen Stücken gefüttert werden, besser noch am Knochen. Das Kauen ist wichtig für die Zahnpflege. Wenn Sie Getreide füttern, wählen sie Getreideflocken. Beachten Sie, dass Fleisch und Getreide nicht zusammen gefüttert werden sollen, denn dadurch können Blähungen verursacht werden. Das heißt also, dass der Hund in diesem Fall, zwei Mal täglich gefüttert werden muss.

Einmal in der Woche füttern Sie ausschließlich Flocken oder Gemüse. Dem folgt ein Fastentag. Wenn Ihnen das zu grausam erscheint, machen sie den Fastentag einfach mit! Regelmäßige Fastentage sind – medizinisch bestätigt – eine lebensverlängernde Maßnahme. Sie werden erstaunt sein, wie fitt Sie sich schon nach kurzer Zeit fühlen. Kreisen die Gedanken ums Essen, trinken Sie ein großes Glas Wasser, nehmen sich Ihren Hund und lenken sich mit einem schönen Spaziergang davon ab. Alles im Leben ist eine reine Gewohnheitssache. Und diese ist sogar eine, die Ihnen beiden gut tut! Sind Sie aber der Überzeugung, dass der Fastentag Ihrem Hund (und Ihnen) nicht gut tut, ignorieren sie meine muntere Aufforderung. Halten sie aber unbedingt den wöchentlichen, fleischlosen Tag ein. Mag Ihr Hund kein Gemüse, tricksen Sie, indem Sie etwas Thunfisch unterpürieren. Öl oder etwas Sahne wirkt oft auch Wunder.

Die nächsten 5 Tage füttern Sie Fleisch. Gehen wir davon aus, dass Sie Ihren Hund zweimal am Tag füttern, so kommen wir – bei Einhaltung des Fastentages – auf 12 Mahlzeiten in der Woche. Davon sind im Idealfall vier Mahlzeiten reine Fleisch- und Knochen-Mahlzeiten. Vier  Mahlzeiten bestehen aus Fleisch, Knochen und Gemüse, weitere vier aus Getreide und Milchprodukten. Wenn Sie Getreidefrei füttern, so wie ich es tue, achten sie darauf, dass der Gemüseanteil bei 10-25% liegt und der Fleisch-Innereienanteil bei 75-90%. Die Knochenration der Woche liegt ideal bei 10%, kann durchaus auch höher sein, die 30% aber nicht übersteigen.

Wenn Sie Getreide füttern möchten, stellen sie die Mahlzeit aus Flocken, etwas Joghurt, oder Quark, wahlweise auch Hüttenkäse, Buttermilch oder Karottensaft zusammen. Ab und zu geben Sie ein Ei hinzu. Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es nicht notwendig ist, Getreide zu füttern! Ich selbst, wie schon erwähnt, lasse es komplett weg. Allergischen, arthritischen oder krebskranken Hunden sollte man ohnehin kein Getreide füttern.

Die oft besprochene Fleischkost setzt sich aus Fleisch und Knochen zusammen. Wertvolle Öle und Kräuter ergänzen sie perfekt.
Der „grüne Tag“ sieht folgendermaßen aus: Sie nehmen frisches Gemüse und/oder frisches Obst der Saison, pürieren es gut. Wer will kann es auch leicht(!) dünsten. Um es geschmacklich zu verfeinern stehen Joghurt, Öle, etwas Thunfisch, etwas Leber (wird mitpüriert) zur Auswahl. Je nach Geschmack.

Bleibt noch die Frage, welches Fleisch, welche Flocken, welches Gemüse oder Obst? Bei den Getreideflocken können Sie Hafer, Roggen, Weizenkleie, Hirse, Maisflocken nehmen. Kokosflocken bieten eine Abwechslung.  

Bei dem Gemüse bleiben Sie bei dem saisonalen Angebot und schließen rohe Kartoffel, Avocados, Kohl und rohe Tomaten aus. Dass rohe Zwiebeln nicht ins Futter gehören, kann sich jeder gut vorstellen. Knoblauch* hingegen schon. Salate, Kräuter, Löwenzahn Zucchini, Karotten bieten sich an.

Ebenso gehen Sie beim Obst vor. Sicher werden Sie ihrem Hund keine Zitrone füttern, aber Orangen mag er gerne, ebenso natürlich Äpfel*, Bananen, Trauben, Melone, Kiwi, Feigen, Ananas, im Winter natürlich auch frische Nüsse. In beiden Fällen, Obst und Gemüse immer pürieren, da die Zellstruktur des Hundes nur dann die wertvollen Inhaltsstoffe optimal verwerten kann.

Schauen wir in die Kräuterecke. Petersilie, Borretsch, Alfalfa und Kresse (kann man sich prima selbst ziehen). Dill oder auch Seealgenmehl.
Öle lieben die Hunde. Sie sind voller Vitamine. In unserer Rubrik „Gesundheit“ können Sie unter „Fit mit Pflanzenölen“ sich einen guten Überblick verschaffen. Olivenöl, Weizenkeimöl, Nussöl und auch Fischöl stehen auf meinem Speiseplan. Sie können noch ergänzen, Distelöl oder Nachtkerzenöl. Lebertran als Vitamin A und D- Powerpack sollte im Winter nicht fehlen, ansonsten reicht eine ein, bis zweimalige Gabe pro Woche. Ebenso geben Sie zweimal wöchentlich etwas Meersalz über das Futter. Honig* ist ein weiteres Stichwort.

Was das Fleisch anbelangt, so denken Sie daran, dass Schweinefleisch nicht roh verfüttert werden darf. Wie ich in meinem vorherigen Artikel  „Rohfütterung – oder doch lieber Selbstgekochtes“, bereits geschrieben habe, kann über rohes Schweinefleisch die Aujeszkysche Krankheit übertragen werden, die einem tödlichen Verlauf nehmen kann. Ich selbst habe Schweinefleisch gar nicht auf dem Speiseplan stehen. Sie können vom Rind so ziemlich alles nehmen: alle Knochen, Niere, Pansen, Blättermagen, Leber, Herz, Muskelfleisch, Pansen...  die Markknochen allerdings sind recht hart, es ist besser, diesen weichere Knochen vorzuziehen. Bei Krebspatienten heißt es, das rote Fleisch zu meiden. Je heller, desto besser. Geflügel kommt hier in Betracht.

Das Huhn steht bei uns ganz oben auf der Liste, alles ist zu verfüttern, von den Füssen bis zum Kopf und bitte immer roh. Das hat seinen Grund, gekochte Knochen splittern, rohe nicht.
Alles vom Lamm kann verfüttert werden, bis auf den Pansen.
Fisch ist gesund und kann roh gefüttert werden. Hier streikt allerdings so mancher Hund. Gaspard, einer meiner Cocker, Sie haben ihn im letzten Artikel kennen gelernt, frisst fröhlich und ohne zu zögern, frische Sardinen. Die beiden anderen schauen da eher angewidert drein. Thunfisch hingegen mögen alle gerne! Frisch oder aus der Dose, in Lake oder Olivenöl eingelegt, ist er ein besonders Highlight, mit dem es mir problemlos gelingt, aus der sonst eher weniger favorisierten Gemüsespeise eine Delikatesse zu zaubern. Eine kleine Menge reicht schon aus.
 
Sie sehen, ein solch großes Geheimnis birgt die artgerechte Fütterung nicht. Es dauert ein paar Tage, bis man sich „eingespielt“ hat, die ein oder andere Frage taucht auf, der ich gerne Rede und Antwort stehe – also nicht zögern, sondern schreiben! Die Vorteile der artgerechten Ernährung sind klar zu erkennen. Sie machen einen vitalen, gesunden Hund aus, mit blitzweißen Zähnen, glänzendem Fell, klaren Augen, einer gesunden Haut. Ein starkes Immunsystem steht Infektionen, Allergien und Parasitenbefall wirkungsvoll entgegen. Der Besuch beim Tierarzt wird zum seltenen Ereignis. Nur Mut also, es lohnt sich bestimmt – der Dank ihres Vierbeiners ist Ihnen gewiss!
S.H.

 

Der „Drei-Cocker-Speiseplan“

Nach einem ausgiebigen Spaziergang, gibt es „als Frühstück“ für jeden Hund einen Hühnerflügel, oder zwei Lammrippen, wahlweise ein Hähnchenunterschenkel, oder zwei geputzte Hühnerfüße.

Die zweite Mahlzeit, Variante eins: Sie besteht, wie oben aufgeführt, aus Fleisch mit einem nicht zu hohen Knochenanteil. Geflügel und Lamm sind die beiden Favoriten. Ab und zu bringt Kaninchen eine Abwechslung in das Programm. Dazu gibt es einen Esslöffel Öl* für jeden. Ich wechsele zwischen Nussöl, Olivenöl, Weizenkeimöl, ab und zu auch Lachsöl. Frische Kräuter machen die Mahlzeit komplett.

Variante zwei: Sie besteht aus einem Gemüse-Obst-Mix mit einem geringen Anteil Fleisch, in diesem Fall Leber, heiß geliebt zwar, aber mehr als einmal in der Woche sollte sie nicht verabreicht werden. Der „Grünanteil“ besteht z.B. aus Karotten*, Zucchini, Salat, etwas Broccoli, Apfel und Ei mit Schale. Alles zusammen wird fein püriert. Ein Löffel guter Honig* folgt zum Abschluss. 

Variante drei: Eine fleischlose Mahlzeit, die mein ältester Cocker Filou, über alles liebt: Hüttenkäse, wahlweise auch Quark, mit Honig, püriertem Obst (Äpfel*, Bananen, Feigen, Beeren, was gerade da ist – Ananas liebt er auch…), ein Löffel Nussöl, fertig!

Variante vier: Innereien pur: Rinderniere, Rinderherz, Pansen, Lammherzen, oder auch Geflügelmägen, Sie haben reichlich Auswahl. Klein geschnitten wird nichts, das verlängert das Fressvergnügen!

Sie sehen, die Fütterung ist nicht nur artgerecht, sie ist abwechslungsreich und flexibel in der Herstellung. Die mit einem *versehenen Zutaten sind besonders wertvoll und haben noch so manchen, interessanten Zusatzaspekt, auf den ich in den folgenden Artikeln eingehen werde.
S.H.

 

 

 

 

 




























 

 

 


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Giftige Pflanzen und neugierige Katzen

Wenn unser Hund alt wird Teil 1

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Tierische Zahnpflege - Sinn oder Unsinn ?

FeLV, das feline Leukämievirus

„Pfoten weg“ vom Teebaumöl

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Die Alternative zum Fertigfutter

Ein paar kritische Anmerkungen zum Fertigfutter

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Schokolade – des Menschen Genuss, des Hundes Tod

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Achtung giftig - die Raupe des Prozessionsspinners,la processionària

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