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Ein trockener, keimfreier Mullverband verhindert ein Lecken des Hundes und somit die Gefahr einer weiteren Infizierung durch Keime. Tragen Sie keinesfalls eine Salbe auf! Dieser Fehler wird immer wieder gerne gemacht. Die Salbe versiegelt die Wunde, so dass sich dort anaerobe Keime* vermehren können. Grundsätzlich gilt es, die Abwehrkraft des Gewebes zu erhalten. Daher auch nicht auswaschen oder zusätzlich desinfizieren. Das schädigt das Gewebe. Wenn nötig, scheren Sie drum herum die Haare ab, achten aber darauf, dass sie nicht in die Wunde fallen. Reinigen Sie die Wundumgebung. Nicht die Wunde selber! Hört die Blutung nicht auf, machen Sie einen Druckverband, bevor Sie Ihren Tierarzt aufsuchen. Bei kleinen Verletzungen, Kratzern oder Schürfwunden, empfiehlt es sich immer, ein Kamillenkonzentrat im Haus zu haben. Sinn macht auch Hansamed-Spray. Es ist schmerzfrei, da es kein Jod enthält. Ein einmaliges aufsprühen reicht völlig aus. Zusätzliche Vitamin- A–Gaben unterstützen einen schnellen Heilungsverlauf. Ein junger, gesunder Hund ist schnell wieder fitt. Probleme gibt es bei alten oder übergewichtigen Hunden. Ebenso verzögert sich der Heilungsprozess bei Tieren, die einen Nährstoffmangel, oder eine Infektion im Körper haben. Arnika ist ein ausgezeichnetes Wundheilmittel auf pflanzlicher Basis. Sie finden Näheres hierzu in der Naturheilpraxis von A – Z in unserem Inhaltsverzeichnis. Honig hatte ich schon in dem ersten Teil zu diesem Thema erwähnt. Hamamelis ist vielen ein Begriff. Die Blätter und Rinden dieser nordamerikanischen Pflanze enthalten Gerbstoffe, die als eine der besten adstringierenden Drogen gelten. Hamamalissalbe enthält zusätzlich auch noch Kamille, Calendula und Echinacea. Damit wirkt sie entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und anregend auf die Hautfunktionen. Hamamelissalbe hat mich durch meine ganze Kindheit, mit all den aufgeschlagenen Knien und aufgeschürften Ellbogen, immer bestens begleitet. Mirfulan sei noch erwähnt. Eine geschmeidige Salbe, die leicht und schmerzlos einzieht und die Wundheilung beschleunigt. Zum Schluss sei aber noch einmal besonders betont, Bissverletzungen und auch Risswunden, auch wenn sie nicht besorgniserregend ausschauen, unbedingt ernst zu nehmen. Nach den oben genannten Erste –Hilfe –Maßnahmen sollten Sie daher Ihren Tierarzt aufsuchen! (*anaerobe Keime = Keime, die keinen Sauerstoff benötigen)
Wunden und Wundheilung In den folgenden Tagen wollen wir uns mit einem Thema beschäftigen, dem sicher schon jeder Tierbesitzer einmal ausgesetzt war. Sein Vierbeiner hat sich, entweder selbstverschuldet, sei es durch eine angezettelte Beißerei, oder durch ein Missgeschick, verletzt. Aber auch Hautkrankheiten und Infektionen führen zu Verletzungen. Es handelt sich hierbei entweder um durch Kratzen und Beißen des Tieres selbst zugeführte Verletzungen, oder um Keime. Zu unterscheiden sind Keime, die zum Überleben Sauerstoff brauchen und solche, die sich unter der Haut weiter entwickeln. Grundsätzlich ist zu sagen, dass ein Kratzer oder eine Schramme nicht als „schlimm“ einzustufen ist und keiner ärztlichen Behandlung bedarf. Ist die Wunde tiefer gehend oder gar infiziert, ist ein Besuch bei dem Tierarzt dringend erforderlich. In dem ersten Teil unseres Kapitels Wundheilung, gehen wir auf die kleinen Schrammen und Kratzer ein, die man zuhause selbst „in den Griff“ bekommt. Im Anschluss werfen wir einen Blick darauf, was als erste Hilfe Maßnahme sinnvoll ist, hat sich der Vierbeiner ernsthaft verletzte. Bei jeder Wunde sind die Hauptprobleme die Blutung und Infektion. Bei den Hautabschürfungen ist in den Randgebieten nur die Epidermis betroffen. Die Wunde füllt sich mit Blut, woraus durch Austrocknen ein Wundschorf entsteht. Die Wunde selbst berühren Sie nicht. Wenn nötig, entfernen Sie umliegende Haare und reinigen nur die Wundumgebung mit Wundbenzin. Die Schorfbildung darf unter keinen Umständen gestört werden, da sie die Wunde optimal vor einem Verkeimen schützt. Schorf ist nichts anderes, als der natürliche Schutz vor eindringende Bakterien, sowie weiterem Blutverlust. An dieser Stelle möchte ich mit einem alten Glauben aufräumen, der besagt, dass das Lecken der Wunde den Heilungsprozess verstärkt. Die keimtötende Wirkung des Speichels ist nur gering. Im Gegenteil, das ständige Lecken reizt die Wunde und provoziert ein Eindringen neuer Keime. Wenn möglich, versuchen Sie ihren Hund oder ihre Katze, daran zu hindern. Ein hervorragendes Heilmittel bei Wunden hat beinahe jeder im Haus: Honig! Honig ist nicht nur ein ideales Heilmittel, sondern auch in der Ernährung ausgesprochen wertvoll. Auf Letzteres gehe ich zu einem späteren Zeitpunkt näher ein. Neben seiner hervorragenden desinfizierenden Wirkung, hat der Honig auch keinerlei Nebenwirkungen, wie Puder, Jod oder Salben. Eiternde und nässende Ekzeme werden mit Honig bestrichen, oder man legt einen Honigverband auf. Auch eine Wunde, die sich nur schwer schließt, kann mit Honig bestrichen werden. Honig hat eine wasseranziehende Wirkung, was zur Folge hat, dass die Wunde schnell austrocknet. Sie ist keimfrei und kann unter der festen Honigschicht gut abheilen. Verbrühungen, Verbrennungen Abschürfungen heilen narbenlos ab. Natürlich beschränkt sich die Wirkungsweise des Honigs nicht nur auf die Welt der Vierbeiner. Auch wir Zweibeiner können davon profitieren. Es lohnt sich also immer, ein Glas guten Honig im Haus zu haben. Verletzungen und Bisswunden Naturgemäß versucht der Körper sich nach einer Verletzung oder einer Bisswunde, selbst zu helfen. Die Wunde wird gereinigt und fängt an, von außen nach innen von selbst wieder zuzuwachsen. Dabei entsteht gefässreinigendes Gewebe (Granulationsgewebe), das sich mit der Zeit umbildet. Einfache Schnittwunden reinigen sich durch austretendes Blut selbst. Anders sieht die Sache bei Risswunden aus. Meist ist die Wunde größer, als man es zunächst vermutete. Oft sind sie stark verschmutzt. Solange keine tiefer liegenden Organe betroffen sind, ist auch diese Sache noch nicht allzu schlimm. Bisswunden wirken häufig harmlos, solange es keine allzu ernsthafte Rangelei war. Aber Vorsicht! Die eindringenden Zähne können eine Heerschar von Bakterien in die Wunde bringen, die sich dann bestens in der Wunde weiter entwickeln. Diese verklebt schnell oberflächig. Unter dem Sauerstoffabschluss können sich die Keime hervorragend weiter entwickeln. Zudem kommt es bei Bisswunden durch das typische Schütteln und Reißen häufig zu kleinen Ausbuchtungen unter der Haut, so genannten Taschen, die eine optimale Bruthöhle für schädliche Keime und Bakterien bilden. Aus diesem Grund nehmen Sie unbedingt auch kleine, vermeidlich harmlose, Bisswunden ernst! Suchen Sie unmittelbar einen Tierarzt auf! In diesem Fall gilt immer: Besser einmal zu früh, als einmal zu spät!
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