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Babesiose, Borreliose, ein Unglück kommt selten allein…

b… doch in diesem Fall in einer einzigen Gestalt: Ixodes ricinus, der gemeine Holzbock, schlicht auch Zecke genannt. Diese ist derweil auf munterer Wanderschaft und beschäftigt Tiermediziner wie Humanmediziner gleichermaßen. Präventivmaßnahme Nummer 1 ist sicherlich das Absuchen seiner selbst, wie das seines Hundes, nach einem Streifzug durch Wald und Wiesen. Im Inhaltsverzeichnis finden Sie einen  ausführlichen Artikel  („Im Kampf gegen den gemeinen Holzbock“) über alle möglichen Mittel, die Sie gegen den lästigen Blutsauger in Stellung bringen können, mit dem jeweils entsprechenden Pro und Contra.

Die Borreliose ist eines der beiden Schlagwörter, die oft im Zusammenhang mit dem Spinnentier fallen, welches sich – bedingt durch seine Lebensweise – mit den unterschiedlichsten Krankheitserregern infiziert, ohne selbst daran zu erkranken. Ratten, Mäuse oder Vögel dienen der Zecke als Wirt genauso wie sich Hund, Katze oder auch wir Menschen auf ihrem Speiseplan tummeln. Insbesondere Nager sind wahre Brutstätten unterschiedlichster Bakterien, die über die Zecke weiter auf uns, oder unser Haustier, übertragen wird. Borrelia burgdorferi ist eine von ihnen und bei weitem keine unbekannte Nummer. Es handelt sich um ein weltweit verbreitetes Bakterium, welches schon im letzten Jahrhundert sein Unwesen trieb. Allerdings sind die Symptome der Krankheit so mannigfach und unterschiedlich, dass man damals nicht deren gemeinsamen Verursacher ausfindig machte. Man vermutete zwar richtig die Zecke als Übeltäter, aber der eigentlichen Erreger wurde erst in den achtziger Jahren von Willy Burgdorfer ausfindig gemacht.  

Man geht davon aus, dass etwa 5 – 35% aller Zecken mit Borrelien infiziert sind. Je nach Entwicklungsstadium kann die Durchseuchung unterschiedlich sein. Sogar Larven sind bereits Borrelienträger, allerdings nur zu einem Prozent. Ein Zeckenbiss ist allerdings nicht von Beginn an gefährlich. Die Übertragung möglicher Borrelien erfolgt ca. 12 bis 24 Stunden nach dem Einstich. Das Risiko der Übertragung ist nach 48 bis 72 Stunden am wahrscheinlichsten. Doch innerhalb dieser Zeit werden die meisten Zecken entdeckt und entfernt, so dass eine Infektion mit Borreliose unwahrscheinlich ist.

Eine der wenigen typischen Symptome der Borreliose ist die so genannte Wanderröte auf der Haut, beim Menschen leichter auszumachen als beim Tier. Katzen sind übrigens kaum anfällig für Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden und auch der Hund ist in der Regel immun, da er nach kurzer Zeit körpereigene Abwehrstoffe entwickelt. Das erklärt warum die – oft mit Zecken übersäten - Strassenhunde augenscheinlich keine Probleme mit der Borreliose haben. Man schätzt, dass nur ein Prozent der infizierten Hunde erkranken. Symptome der Krankheit sind Fieber, Müdigkeit, Lahmheit in den Gelenken und Gelenkschwellungen – auftretend ca. 2 bis 5 Monate nach einem Zeckenstich. Antibiotika helfen dann die Beschwerden wieder in den Griff zu bekommen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Borreliose beim Hund oder – noch seltener bei der Katze – keine Krankheitsform ist, die uns alljährlich in Panik versetzen sollte. Zumal wir ausreichende Präventivmassnahmen gegen die Zecke haben, und sei es nur ein akribisches Absuchen, oder das - im obig angedeuteten Artikel zur Vorbeuge gegen die Zecke - erwähnte Scaliborhalsband. Übertragungen von Borreliose durch Fliegen, Wespen, Bremsen, Flöhen oder Mücken übrigens sind selten, aber möglich. Eine stechende Fliegenart, die sich gerne in der Nähe von Viehweiden aufhält, wird von Wissenschaftlern zurzeit genauer unter die Lupe genommen, da sie ebenfalls als Borreliose-Überträgerin gilt.

Für den Hund viel gefährlicher sind die so genannten Babesien. Das sind Einzeller, die durch einen Zeckenbiss in die Blutbahn gelangen. Sie verursachen eine Infektionskrankheit, deren Überträger bis dato nur der braunen Zecke (Vektor) nachgesagt wurde. Seit Kurzem weiß man aber, dass auch andere Zecken Verursacher der Babesiose sein können. Man spricht auch von der Hundemalaria, so genannt deshalb, weil die Symptome der menschlichen Malaria ähneln.

Die Parasiten zerstören die roten Blutkörperchen, es kommt zu Fieber und der Urin des Hundes färbt sich braun. Wer nicht schnellstens den Weg zum Tierarzt findet, der unterschreibt das Todesurteil seines Hundes. Durch das Bluteinsaugen gedeihen die Babesien in drei bis vier Tagen. Nach spätestens 10 Tagen sind  erste Anzeichen zuerkennen, wie das Zerstören der roten Blutkörperchen, Fieber, Appetitlosigkeit Apathie, Ausscheiden von Gallensalzen, und zum Schluss dem dunkelbraun gefärbten Urin. Die Milz schwillt an und die Lymphknoten vergrößern sich Im fortgeschrittenen Stadium tritt dann Nierenversagen, mit anderen Komplikationen wie Lungenödem im fortgeschrittenen Stadium, auf. Unbehandelt sterben die Tiere etwa 10 Tage nach einem Zeckenstich.
Auch hier hilft präventiv tauglicher Zeckenschutz, also das schon oft erwähnte Absuchen und das Scaliborband, welches auch gleichzeitig das derzeit einzige Mittel gegen Leishmaniose* ist. In Frankreich gibt es einen Impfstoff Mérial oder Pirodog, der auch in Katalonien zu bekommen ist.

Bei all den lästigen Begleiterscheinung mit denen die Zecke uns und unseren Tieren das Leben schwer macht, stellt sich die Frage, auf wessen Speiseplan eigentlich sie selber steht. Immerhin legt so ein Zeckenweibchen ohne Probleme über 2000 Eier und selbst wenn sie nach der Eiablage stirbt, und das Männchen bereits nach der Paarung das Zeitliche segnet, wird einem bei dem Bewusstsein der unzähligen Nachkommenschaft doch schwindelig.

Mal abgesehen von extremer Kälte, die ihr den Garaus macht, die in diesem Winter aber leider ausblieb, gibt es einige Pilzarten die das Spinnentier hinwegraffen. Nematoden (Fadenwürmer) sind ihr klares Todesurteil. Es gibt Vögel, auf deren Speiseplan sie steht und ein Insekt, welches sich sonst auch nicht unbedingt unserer Sympathie erfreut, die Wespe, genauer gesagt die Erzwespe. Sie legt ihre Eier in die Zecke und deren ausschlüpfenden Larven fressen die Zecke im Anschluss von innen her auf. In manchen Regionen, in denen die Zeckenpopulation Überhand genommen hat, erwäget man, die Erzwespe gezielt anzusiedeln, um so Mutter Natur freies Spiel zu lassen. Klettern die Temperaturen über die 30 Grad-Marke, wird auch so eine Zecke träge. So ist, insbesondere im spanischen Hochsommer, die Gefahr eines Zeckenbisses unwahrscheinlich. Erst zum Herbst beendet sie ihre Siesta und geht dann, gut ausgeruht, weiterer auf Wanderschaft.
S.H.

 

* Alles Wissenswerte über Leishmaniose, und wie man der Krankheit vorbeugen kann, erfahren Sie in unserem Artikel „Im Kampf gegen die Sandmücke – Leishmaniose und ihre Folgen“, zu finden im obigen Inhaltsverzeichnis.

 

 

 

 

 




























 

 

 


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Unsere Artikel im Einzelnen:

Giftige Pflanzen und neugierige Katzen

Wenn unser Hund alt wird Teil 1

Wenn unser Hund alt wird Teil 2

Babesiose, Borreliosen

Tierische Zahnpflege - Sinn oder Unsinn ?

FeLV, das feline Leukämievirus

„Pfoten weg“ vom Teebaumöl

Futterplan

Die Alternative zum Fertigfutter

Ein paar kritische Anmerkungen zum Fertigfutter

Lebensnotwendigkeit Wasser

Schokolade – des Menschen Genuss, des Hundes Tod

Verletzungen und Bisswunden,Wunden und Wundheilung

IM KAMPF GEGEN DEN GEMEINEN HOLZBOCK – VORBEUGEN VOR ZECKEN

Im Kampf gegen die Sandmücke – Leishmaniose und ihre Folgen

Achtung giftig - die Raupe des Prozessionsspinners,la processionària

Erste Hilfe bei Insektenstichen

Von A bis Z  -  Naturheilpraxis für Hunde



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Big Boy, Schäferhundmix, ca 4 Jahre, Rüde, kastriert. Sein Besitzer hat ihn im Tierheim"vergessen"

Boy, 2 Jahre alt, Schäferhundmix, Rüde. Ein fröhlicher, verschmuster Zeitgenosse, der das Eingesperrtsein nicht verträgt.

 

Danko, bildschöner Settermix, ca. 4 Jahre, Rüde, kastriert. Temperamentvoll und verspielt. Schon viel zu lange bei uns

Finchen, ca 2 Jahre alt, Hündin, Cockermix, kastriert. Ausgesetzt, angefahren und vergessen. Unser trauriges, sanftes Finchen braucht dringend ein Zuhause!!!

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Unsere Rasselbande: Schäferhundmischlinge, Geschwister, vier Monate alt, einer schöner als der andere.

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Ruby, Rottweiler, 2 Jahre, Hündin. Bildschön, verspielt und gutmütig
Schoko, 8 Monate, temperamentvoller, fröhlicher Jagdhundmix, Rüde kastriert

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