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Aber es gibt auch äußere Auffälligkeiten, die signalisieren, dass der Alterungsprozess bei unserem Hund in ein fortgeschrittenes Stadium übergeht. Aufgrund ihres – uns zum Vergleich – kurzen Lebens, scheinen viele Veränderungen, denen ein Hund ein Leben lang unterliegt, erst plötzlich im Alter aufzutreten. Der Entwicklungsprozess vom Junghund zum erwachsenen Tier erscheint uns Menschen schnelllebig, genau wie sein Alterungsprozess. Tatsächlich erfolgt dieser dennoch nach und nach, dann kommt es zu plötzlichen Schüben, wobei die Entwicklung in den einzelnen Organsystemen unterschiedlich verläuft. Darum ist eine regelmäßige und genaue Beobachtung ab dem achten Lebensjahr des Hundes besonders wichtig. Das erste, sichtbarste Merkmal ist die Veränderung des Fells. Selbst junge Tiere bekommen manchmal schon im Alter von 4 bis 5 Jahren, also noch lange vom eigentlichen „Alter“ entfernt, die typische, graue Schnauze. Trotz der jungen Jahre ist das ein untrügerisches Signal dass sich bereits ein erster Alterungsprozess einschleicht. Die Haarfollikel verändern sich. Mit der Zeit verdickt sich die Haut und sie wird dunkler. Das Fell verliert an Leuchtkraft und wird dünner. An exponierten Hautststellen können sich Druckstellen und Schwielen entwickeln. Das Sehvermögen – ähnlich wie beim Menschen – verändert sich. Bei vielen Hunden bilden sich Linsentrübungen, was man in den ersten Anfängen nur dann erkennen kann, wenn das Licht in einem bestimmten Winkel in das Auge fällt. Die Lichtempfindlichkeit der Retina (Augenrückwand) wird beeinträchtigt, das Sehvermögen des Hundes lässt nach. Deutliche Anzeichen, dass dieser Prozess bereits im fortgeschrittenen Gange ist, ist das verwirrte Umschauen des Hundes, wenn seinem Herrn sucht. oder dass er in der Dämmerung gegen Hindernisse läuft, anstatt diesen – wie bislang gewohnt – auszuweichen. Ältere Hunde haben oft ein Hörproblem. Auch hier verläuft die Entwicklung nicht nach einem gradlinigen Schema, sondern unterschiedlich. Man geht davon aus, dass für verschiedene Tonfrequenzen nach und nach sich verlieren. So hört der Hund vielleicht das helle Klappern des Schlüsselbundes und den blechernen Klang der Futterschüssel, aber nicht mehr die Stimme seines Herrn. Muskeln und Gelenke werden schwächer. Hier ist es, wie bereits ausführlich in dem vorherigen Artikel „Wer rastet, der rostet“ beschrieben, besonders wichtig, den Hund aktiv zu halten, um diesen Prozess nicht zusätzlich zu beschleunigen. Erste Anzeichen sind beim morgendlichen Aufstehen zu beobachten, wenn der Hund nicht mehr so agil von seiner Schlafstädte springt, sonder steifbeinig einige Sekunden braucht, wieder in die rechte Gangart zu finden. Mit zunehmendem Alter werden die Bewegungen langsamer und schwer, der Hund beginnt auf einem oder mehreren Gliedern zu lahmen. Bei manchem Senior lässt der Appetit nach, er braucht länger seine Schüssel zu leeren, als zu früheren, gierigeren Zeiten. Das Verdauungssystem wird empfindlicher, Verstopfungen, Durchfall und auch Erbrechen können nun häufiger vorkommen. Achtung, ältere Hunde trinken mehr, deswegen immer auf einen ausreichenden Vorrat an frischem (!) Trinkwasser achten und mit einberechnen, dass durch die erhöhte Flüssigkeitsaufnahme der Hund öfter raus muss. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Hund – abhängig von Rasse und Lebensgewohnheiten – seinem Herrn immer sichtbare Signale des Älterwerdens sendet. Diese sollten wir gut beobachten und immer früh genug darauf reagieren, um unserem treuen Gefährten das letzte Drittel seines Lebens so leicht und schön wie möglich zu gestalten. Aber es sind nicht nur körperliche Symptome, die uns Signale senden, auch das Verhalten ändert sich. Wenn ein Hund altert, leiden seine geistige Gesundheit ebenso wie seine körperliche. Der Alterungsprozess führt zu einem Verlust von Nervenzellen, eine Entwicklung, die nicht umkehrbar ist. Andere Verhaltensmerkmale sind die folgenden Alterungsprozesses im übrigen Körpersystem. Wichtig ist die Erkenntnis, dass man eine große Anzahl dieser Probleme durch die Behebung körperlicher Probleme mindern können. Abermals steht die genaue Beobachtung im Vordergrund. Alte Hunde schlafen tiefer, länger und fester. Oft kommt der Hörverlust hinzu, der ihn – trotz Rufens – weiter schlafen lässt. Man sollte ihn vorsichtig und sanft wecken, damit er nicht erschrickt und – wie oft der Fall - aus diesem Grund schnappt. Zwar sollte man den alten Hund möglichst schlafen lassen, was allerdings nicht heißt, sich nicht mehr um ihn zu kümmern. Er sollte nicht in eine Lethargie fallen. Oft sind es nämlich nicht geistiger Verfall oder körperliche Erkrankungen, die den Hund lustlos wirken lassen, es ist die fehlende Ansprache, ein gern gemachter Fehler vieler Hundebesitzer. Motivation auf einen kürzeren Zeitraum und aufmunternde Ansprache zu Aktivitäten sind wichtig. Manche Alterskrankheit, die den Hund lethargisch werden lässt, wie zum Beispiel Arthritis, Herzschwäche oder Leberschäden, können mit Hilfe Ihres Veterinärs gut behandelt werden und geben ihrem Hund wieder verloren geglaubte Lebensfreude zurück. Wie in dem vorangegangenen Artikel „Wer rastet, der rostet“ bereits geschrieben, wirkt die Anschaffung eines neuen, jungen Hundes oft wahre Wunder.
Auch ein Hund kann frustriert sein. Unwohlsein, fehlende Behaglichkeit oder mangelnde Ansprache lassen sein Stimmungsbarometer sinken. Wenn das Seh – oder Hörvermögen nachlässt, bedeutet das für den Hund Einschränkungen, die ihn unsicher werden lassen. Das wird dann oft als Bösartigkeit ausgelegt, ist aber nichts weiter als das verschreckte Reagieren auf zu spät erkannte Veränderungen. Auch das Knurren ältere Hunde hat nichts mit einer plötzlich auftretenden Bösartigkeit zu tun. Oft signalisiert er damit, dass er sich unwohl fühlt, oder er ist unsicher, bedingt durch das Nachlassen seiner Sinneswahrnehmung. Das Vergessen von Erlernten oder der Stubenreinheit ist ein deutliches Zeichen für eine Alterssenilität des Hundes. Gut zu beobachten, wenn er keinerlei Schuldgefühle zeigt, wenn er sein Geschäft im Haus, anstatt außerhalb, erledigt hat. Auch hier muss man fair bleiben und erkennen, dass der Hund keinerlei böswillige Absichten zeigt. In diesem Stadium verfügt der Hund nur noch über beschränkte Fähigkeiten, sich der alltäglichen Routine anzupassen. Hier sind Sie gefordert, sich auf ihren Hund einzustellen. Ein ruheloses Auf- und Abwandern, oder pausenloses, grundloses Bellen ist ebenfalls ein Zeichen, dass der Hund mit sich nicht mehr im Reinen ist. Liebevolle Fürsorge ist hier die einzig angebrachte Reaktion. Kein Bestrafen, sondern ein Ablenken, lassen den Dauerkläffer verstummen. Motivation und geistige Anregung helfen – etwa in Form von kleinen Lernspielen – den geistigen Verfall des Hundes etwas zu bremsen. Abermals ist die Anschaffung eines jungen Hundes, am besten eines Welpen, von Vorteil. Natürlich sollte man darauf achten, dass dieser nicht ein Vertreter einer wesentlich größeren und kräftigeren Rasse ist. Ich selbst konnte immer wieder beobachten, dass die richtige Auswahl eines Welpen, für den alten Hund ein wahrer Jungbrunnen ist. Und umgekehrt profitiert der kleine Neuankömmling in einem hohen Masse von seinem reifen und weisen Gefährten. Eine gewinnbringende Allianz für zwei entscheidende Lebensabschnitte: Den ersten des lernwilligen und neugierigen Junghundes, und den letzten Lebensabschnitt des alten Freundes, unserem treuen Begleiter über viele Jahre hin.
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