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Im allgemeinen geht man davon aus, dass der Hund ab etwa 8 Jahren alt zu werden beginnt. Ab dem machen sich in den Organen die Folgen des Alterungsprozesses bemerkbar. Auch hier gilt, jedes Tier unterliegt unterschiedlichen Alterungsraten. Einige Hunde sind genetisch besser ausgestattet, als andere. So entwickelt zum Beispiel ein Hund, der eine genetisch bedingte Hüftgelenksdysplasie hat, an diesen Gelenken in der Regel früher Arthritis, als Hunde mit gesunden Hüften. Auch Umwelteinflüsse und die Ernährung haben ersichtlich Einflüsse auf die abgeschwächten Körperfunktionen. Ein gut betreuter und richtig gefütterter Hund, gewappnet gegen Erkrankungen, ist in der Regel gesünder und kräftiger. Die Chancen auf eine hohe Lebenserwartung steigen parallel. Aber ab dem achten Lebensjahr sollten wir erkennen, dass der Alterungsprozess unseres Hundes einzusetzen beginnt, und unseren vierbeinigen Gefährten gut beobachten, um erste Anzeichen so früh wie möglich zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen. Ein Fehler, der gerne gemacht wird ist, den älter werdenden Hund mit weniger Aufmerksamkeit zu bedenken. Will heißen, ihn weniger aktiv mit in den Tag einzubinden. Zunächst fällt es auch gar nicht auf, dass unser Gefährte ruhiger wird, wir empfinden es vielleicht sogar als ganz angenehm, dass das Raubein aus früherer Zeit nun langsam ein gemäßigtes Tempo vorlegt. Automatisch reduziert sich auch die Zeit, die wir uns mit dem Hund beschäftigen, da von ihm die Auforderungen zum gemeinsamen Spiel oder Spaziergang immer öfter ausbleiben. Die einst langen Spaziergänge werden kleiner, im guten Glauben, dem treuen Begleiter nicht mehr soviel zumuten zu wollen. Schließlich sieht man selbst, dass die Gangart nicht mehr so geschmeidig ist, die Ausdauer nachlässt und auch das Interesse am vierbeinigen Kumpel nicht mehr im wilden Spiel ausartet. Ohne es zu merken stellt man selbst sich um, und geht mit dem ruhigen Hund auch ruhiger um. Ungewollt trägt man mit diesem vermeintlichen Gleichklang allerdings dazu bei, den Ruhestoffwechsel des Hundes herabzuschrauben, und das hat Folgen! Nicht nur im Verhalten des Tieres, bedingt durch wachsende Trägheit und Lethargie, auch im Organismus macht sich der schrittweise Abbau der alltäglichen Aktivitäten ungut bemerkbar. Muskelschwund, Knochenabbau und Fettsucht sind nur drei der genannten Folgen, die unweigerlich ihren Lauf nehmen. Natürlich hält der alte Hund nicht mehr mit dem Jungspund Schritt, aber deswegen seine Tagesaktivitäten erheblich zu reduzieren ist grundlegend falsch.
Gezielte Motivation weckt die Lebensgeister und die Lebensfreude. Die Neugier kehrt zurück, die Augen blicken wach und lebhaft, die Muskulatur bekommt wieder Kraft. Stellt man ihm einen jungen Gefährten an die Seite, die Erfahrung habe ich immer wieder gemacht, so spornt das alle Lebensgeister in dem alten Hund an. Er wird aktiv und es scheint, als ob sich der Kräfteüberschuss des jungen Gefährten auf ihn überträgt. Die oft gehörte Befürchtung, dass das Temperament des jungen Hundes dem älteren zu viel wird, ist unbegründet, das regelt der Ältere in seiner Rolle als jetziger „Rudelführer“ von selbst, ohne dass man mit schlimmen Folgen rechnen muss. Im wechselseitigen Nutzen profitieren beide Generationen von einander. Ich selbst beobachte jeden Tag mit Freude bei meinem Dreiergespann, wie gut sich alt und jung ergänzt. Filou ist mit seinen, jetzt gerade erreichten, 11 Jahren der Chef im Ring. Er ist voller Tatendrang, bei den Spaziergängen immer vorneweg. Kein Stock ist ihm zu schwer, kein Wasser zu tief und keine Machtrangelei um ein Spielzeug mit dem sechs Jahre jüngeren Gefährten Gaspard zu rau. Er ist nicht mehr so schnell wie zu früheren Zeiten und auch die Ausdauer ist nicht mehr so extrem, dennoch bremst das nicht seinen Lebenseifer. Das Spiel mit seinen beiden jüngern Kollegen hält ihn fit, sein Posten als Rudelführer gibt ihm Stolz, die Spaziergänge in Kataloniens schöner Natur hält die Neugier wach, eine gute Ernährung stärkt den Organismus und seiner vollen Aufmerksamkeit ist er sich gewiss. Wie Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten, den dritten Lebensabschnitt ihres Weggefährten weiterhin bunt und lebhaft zu gestalten. Machen Sie darum nie den Fehler und geben auf, wenn Sie die vermeintlichen ersten Alterszeichen entdecken. Zuviel Schonung und Rücksichtnahme erreicht oft das Gegenteil von Gewünschten. Das Leben wird durch dieses Verhalten keineswegs verlängert, und schon gar nicht verbessert, sondern der Hund altert schneller, als nötig. Und noch eines ist gewiss, Ihr Hund spürt die Zuwendung gerade im Alter ganz besonders und sein tiefer Dank ist Ihnen sicher.
Hundejahre = Menschenjahre? 1 Hundejahr = 7 Menschenjahre, diese Faustregel ist falsch. Was sich gegenüberstehen muss, ist der körperliche Zustand der verschiedenen Lebensphasen von Mensch und Tier. Zudem haben die Riesenrassen eine andere (schnellere) Lebensuhr als die „normalen“ Rassen.
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