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| Bahia-Blick Nachrichten | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Hier finden Sie die Nachrichten aus
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Unwetterwarnung für Katalonien Endlich soll es so weit sein: un día pasado por agua: ein verregneter Samstag. Auch Sonntag soll es noch kräftig schütten und die kommende Woche von wechselhaftem Wetter geprägt sein. Endlich Regen für die trockenen Stauseen und versandeten Flüsse! Für die Provinz Gerona wurde Alarmstufe gelb geschaltet. Das bedeutet heftige Niederschläge zugleich mit starkem Wind aus der Levante, also dem Osten. Aber gleichgültig, wie viel von dem angekündigten Naß denn wirklich herunterkommt, die Arbeiten für die spätere Umleitung von Ebrowasser bis hinein in die Provinz Barcelona werden davon nicht beeinflußt.
Erste Zisternentanker nach Barcelona Am Dienstag, den 13. Mai erreicht der erste Zisternentanker mit Wasser für den Großraum Barcelona den Zielhafen. Er bringt 20.000 Kubikmeter Trinkwasser aus der Provinz Tarragona mit; das entspricht dem Tagesverbrauch von 180.000 Personen. Das Schiff hat eine Länge von 144 Metern und fährt unter der Flagge von Panama. Das gebunkerte Wasser wurde vor der Verladung in Tarragona aufbereitet und wird vor der Verteilung durch die Wasserbehörde Agbar nur noch mit Chlor versetzt. Obwohl martes trece in Spanien das ist, was wir Deutschen als Freitag, den 13. kennen, steht der Transport sicherlich nicht unter einem schlechten Stern. Und falls doch: schon am Donnerstag den 15. und Samstag den 17. Mai kommen die nächsten Transportschiffe in Barcelona an. Insgesamt sollen so pro Monat 2,6 Hektokubikmeter Wasser Katalonien erreichen.
31 Ortspolizisten verhaftet Die kleine Ortschaft Coslada im Großraum Madrid hat es in sich. Bei nur 86.000 Einwohnern verfügt die Stadt über genügend Amüsierbars , um 31 Ortspolizisten Gelegenheit zu bieten, Bestechungsgelder für das Wegsehen bei den Nachtbetrieben zu kassieren. Jetzt flog der Schwindel auf. Im Zusammenhang mit der Fahndung nach einer rumänischen Mafiagruppe, die sich der Prostitution widmete, erkannten die Ermittler Querverbindungen zu den Ordnungshütern von Coslada. Der Ermittlungsrichter hatte die Abhörung von Telefonen gebilligt, was letztendlich zur Aufdeckung der unheiligen Allianz zwischen Polizei und Straftätern führte. Der Bürgermeister von Coslada, Angel Viveros, gab zu, verschiedene Klagen von Barbesitzern gehört zu haben. Er sei aber nicht eingeschritten, weil es keine formelle Anzeige gegeben habe. Der Anführer der korrupten Polizei war ausgerechnet schon mehrfach Präsident der Föderation der Ortspolizeivereine Spaniens gewesen.
Korruption in der Stiftung Carreras Gemurmelt wurde es schon lange: in der Stiftung des Tenors Josep Carreras für den Kampf gegen Leukämie gebe es Unregelmäßigkeiten. Jetzt gab eine frühere Verwaltungsangestellte zu, zwischen 2002 und 2005 den stolzen Betrag von 435.000 Euro Spendengeld unterschlagen zu haben. In Barcelona erging nun das Gerichtsurteil: zwei Jahre Gefängnis und 1.080 Euro Bussgeld. Die Angeklagte hatte bereits im letzten Jahr die Hälfte ihrer Wohnung und die Hälfte eines Autostellplatzes an die Stiftung überschrieben, um den Schaden wieder gutzumachen.
Sant Cugat gegen Ostblockstädte Der beschauliche Ort Sant Cugat del Vallés unweit von Barcelona will Sitz des zukünftigen Europainstituts für Innovation und Technologie (EIT) werden, mit dem die EU Wissenschaft und Forschung weiter vorantreiben will. Das Institut soll allerhöchstes Niveau erhalten und somit gleichsam das Gegenstück zum amerikanischen MIT (Massachusetts Institute of Technology) werden. Die neu ins Amt gekommene Ministerin für Wissenschaft und Innovation, Cristina Garmendia, will „mit Klauen und Zähnen“ dafür kämpfen, dass Sant Cugat den Zuschlag erhält. Dies ist aber nicht sicher, weil einige andere Städte des Ostens ebenfalls ihre Kandidatur angemeldet haben, so Budapest, Breslau, Wien und Bratislava. Die EU wird in das Projekt 308 Millionen Euro investieren. Für den CiU-Bürgermeister von Sant Cugat, Lluis Recoder, ist seine Stadt am allerbesten geeignet, dieses ehrgeizige Objekt in seinen Mauern zu beherbergen. Der sozialistische Ministerpräsident Rodríguez Zapatero unterstützte Recoder in diesen Bemühungen, was politische Beobachter für ein Augenzwinkern hin Richtung der Partei CiU interpretierten. Da Zapatero keine absolute Mehrheit im Parlament erlangte, könnte er in dieser Legislatur auf Unterstützung durch die von Artur Mas geführte rechtsbürgerliche Partei angewiesen sein. AE
09.05.2008 Neubauten versteigert Die Immobilien-Consultantfirma Richard Ellis hat im Internet eine Grossaktion zur Versteigerung von Neubauwohnungen und Häusern veranstaltet. Es ist die erste dieser Art in Spanien. 220 Einheiten im Wert von insgesamt 60 Millionen Euro können noch bis zum 5. Juni ersteigert werden. Sie liegen in Madrid, Barcelona, Malaga, Valencia, Murcia, Cordoba, Valladolid, Sevilla, Alicante, Logroño und Burgos. Die Preise liegen zwanzig Prozent unter dem Marktwert.
Show der Superyachten Im Hafen von Tarragona liegen noch bis zum Samstag 40 Luxusyachten der Superklasse. Die kleinste kostet drei Millionen Euro, die meisten um die 20 Millionen. 40 Aussteller aus aller Welt haben unter riesigen Transportkosten diese Schmuckstücke der Weltmeere nach Tarragona gebracht, wo andererseits Multimillionäre aus den USA, China, Rußland, Brasilien und Südafrika als potentielle Käufer erwartet werden. Die Veranstaltung nennt sich World Royal Superyacht and Luxury Show und findet in der Marina Port Tarraco statt, also nicht dem allgemeinen Hafen dieser alten Römergründung, sondern in einem eigens dafür angelegten Gelände. Es gibt auf der Welt nur etwa einhundert Häfen, die Yachten bis zu 130 Metern Länge und entsprechendem Tiefgang aufnehmen können. Dieser Markt für Superreiche gewinnt von Jahr zu Jahr an Kunden. Rund um die Welt werden jährlich etwa eintausend solcher Luxusliner gebaut, die Steigerungsrate liegt bei 20 Prozent. Von den geschätzten 6.000 Superyachten, die es weltweit gibt, verkehren rund die Hälfte auf dem Mittelmeer. Dies erklärt sich nicht nur aus den günstigen Wetterverhältnissen, sondern auch aus dem international als gut geltenden Hotelangebot. Die Besucher dieser einmaligen Luxusmesse geben im Schnitt pro Tag und Person über eintausend Euro aus.
Junger Thunfisch geschützt Die Europäische Kommission hat Weisung erteilt, den Fang von Thunfisch unter 30 Kilo Gewicht im Mittelmeer zu verbieten. Dies sei notwendig, um den Bestand zu erhalten und die Biodiversität im Meer zu gewährleisten. Ausgewachsene Thunfische sind Räuber, die mit ihrer Jagd auf Beute zu einem Gleichgewicht der Arten innerhalb des Mittelmeeres beitragen. Obwohl das Fangverbot für die jungen Fische schon im Jahr 2007 von Brüssel aus erfolgte, genehmigte das zuständige spanische Ministerium doch einigen Spezialbooten das Fischen im Mittelmeer. Inzwischen wurde Besserung gelobt. Madrid will sich ab jetzt an die Fangquoten beziehungsweise das partielle Fangverbot halten. Ausser Spanien unterhalten auch Frankreich, Italien und Griechenland spezielle Fischereiflotten für Thunfisch.
Blumenausstellung in Girona Am Samstag, den 10. Mai wird auf den Stufen der Kathedrale um 11.00 Uhr die große alljährliche Blumenschau eröffnet. Aus diesem Anlaß werden alle Kirchenglocken zu läuten beginnen. 62 Gärten, Hinterhöfe und Blumenrabatten in der Stadt werden bis zum 18. Mai festlich mit Blumensträussen, Girlanden, Gestecken, Gebinden und Beeten voller Blumen aller Art geschmückt sein. Wichtige Punkte sind dabei das Rathaus von Gerona in der Altstadt, das Casino, das Kloster Sant Josep, die Fontana d’Or, das alte Judenviertel „Call“ – kurz gesagt die gesamte Altstadt. „Temps de Flors“ (Zeit der Blumen) ist eine inzwischen historisch gewordene Fraueninitiative von Gerona. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, der Ehrgeiz, der eigene Garten oder Hinterhof möge der schönste sein, beflügelt die Damen der Geronaer Gesellschaft seit Jahren immer wieder. Es gibt auch ein kulturelles Rahmenprogramm. In vielen anderen Ortschaften des Hohen Ampurdan finden anläßlich des „Wonnemonats“ Mai ebenfalls kulturelle Veranstaltungen, vor allem Konzerte statt.
Schlechte Noten für den Hafen von Barcelon Die „Nationale Vereinigung von Auto- und LKW-Herstellern“ (ANFAC) hat dem Hafen von Barcelona ein schlechtes Urteil ausgestellt. Als Verschiffungshafen für die Produkte sei er der schlechteste in ganz Spanien, und zwar wegen mangelnder Flexibilität und überhöhter Gebühren. Die spanische Autoindustrie produzierte im vergangenen Jahr etwas über drei Millionen Fahrzeuge, von denen sie über 82% per Bahn oder Schiff in andere Länder Europas und Übersee transportierte. Da der Transport rund fünf Prozent der Produktionskosten ausmacht, müssen die Hersteller in diesem Punkt besonders genau rechnen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen. Die Hafengebühren, so bemängelt die V ereinigung, seien in den letzten fünf Jahren um 65 Prozent gestiegen – ein unhaltbarer Zustand. In Bezug auf die Infrastruktur wurde die unzureichende Strassenverbindung zum Hafen beklagt sowie das Fehlen einer direkten Bahnlinie bis nach Frankreich. Schlecht weg kam auch die berufliche Qualifikation der Hafenarbeiter im Umgang „mit einem so sensiblen Produkt“ wie den Autos. In der Gesamtbeurteilung bekam nicht nur der Hafen von Barcelona schlechte Noten, sondern auch die von Valencia, Malaga und Bilbao. Relativ gut schnitten Tarragona, Santander und Vigo ab.
Neue Kaffeefabrik in Girona Das multinationale Unternehmen NESTLÉ wird in Gerona 49 Millionen Euro in den Bau einer neuen Fabrik investieren, die 500 Millionen Kapseln für die Kaffeesorte Dolce Gusto erzeugen soll. Die Belegschaft der bisher schon bestehenden Kaffeefabrik wird um 100 Personen erweitert, sodass dort dann 500 Arbeitsplätze besetzt sind. Der Bau der neuen Fabrik soll spätestens im Juni beginnen. Die Kapseln dolce gusto sind Einportionseinheiten ähnlich dem Typ Nespresso, der ebenfalls von Nestlé produziert wird. Sie können nur in speziellen Kaffeemaschinen der Firma Krups verwendet werden. Wie der Direktor von Nestlé für Spanien stolz verkündete, wurden seit Beginn der Kampagne vor Weihnachten 2007 bereits über 120.000 Stück verkauft. Nestlé ist seit vielen Jahrzehnten in Spanien präsent. Das Unternehmen besitzt hier 13 Fabriken, deren Produktion zu 40 Prozent exportiert wird.
Teurer Poker Beim Pokern kann man viel Geld verdienen, aber man kann auch viel verlieren. Am letzten Freitag flog ein illegales Spielkasino in einer Privatwohnung im Zentrum von Barcelona auf. Dort hatten sich über 300 Spieler eingefunden, um an einem illegalen Pokerturnier teilzunehmen. Allein die Teilnahme kostete jeweils zwischen 100 und 400 Euro. Eine Spezialeinheit der Polizei hatte Wind von der Veranstaltung bekommen, brach in die Wohnung ein und nahm 15 Spieler im Alter zwischen 20 und über 50 Jahren fest. Es ergingen Strafen von jeweils 6.000 Euro, der Veranstalter könnte bis zu 600.000 Euro Strafe zahlen müssen. Die Räume wurden versiegelt. Sie war vor einem Jahr als „Lokal für einen Schachclub“ angemeldet worden.
08.05.2008 Wasser sparen Sie werden es schon bemerkt haben: an den Autowaschanlagen der Tankstellen blockieren seit einigen Tagen Barrikaden die Zufahrt und an den Kärchergeräten baumelt ein Schild „no funciona“, außer Betrieb. Katalonien macht Ernst mit dem Wassersparen. Sogar im Orangenhof des katalanischen Regierungsgebäudes in Barcelona wurde der Springbrunnen des Sant Jordi abgestellt. Der achteckige Brunnen mit dem breiten Becken wurde mit Rosmarin und Thymian bepflanzt, zwei Pflanzenarten, die wenig Wasser brauchen, aber einen betörenden Duft entwickeln. Auf die beruhigende Wirkung des tröpfelnden Wassers aus diesem Wahrzeichen des katalanischen Regierungssitzes müssen die Politiker und ihre Besucher bis auf Weiteres verzichten; dafür können sie mediterranes Ambiente erschnuppern.
Motorradmesse Am 7. Mai begann in Barcelona die diesjährige Messe der Hersteller von Motorrädern, Motorrollern und Krafträdern. Von den 15 Herstellerfirmen, die es in Spanien gibt, liegen 13 in Katalonien, das infolgedessen auch über 70 % dieser Produkte erzeugt. Die Zulieferfirmen für diesen Markt liegen im Vallès Oriental und Occidental, aber auch im Großraum Barcelona und im Baix Llobregat. Die Branche beschäftigt in Katalonien 2.500 Arbeiter und setzt 900 Millionen Euro pro Jahr um. An der Spitze der Verkäufe stand im letzten Jahr Honda mit über 56.000 Einheiten, gefolgt von Yamaha mit 43.000 Zulassungen und Suzuki mit 38.000. Aber auch die Gruppe Piaggio-Vespa konnte über 22.500 Einheiten verkaufen. Für die Messe, die bis zum 11. Mai dauert, lauteten die Prognosen dennoch nicht günstig: die Branche rechnet in allen Sparten mit Einbrüchen der Verkaufszahlen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres gingen die Verkäufe bei den leichten Maschinen um 22 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Gründe dafür waren die gleichen wie bei allen anderen Überlegungen der Verbraucher: Sorge um den Arbeitsplatz, Kaufkraftverlust durch Inflation und stärkere Belastung durch Hypotheken und Personalkredite. Noch wahrt Spanien den dritten Platz nach Italien und Frankreich in Bezug auf die Beliebtheit von Motorrädern, aber die Regierung neigte in der Vergangenheit zu strengeren Bestimmungen in Bezug auf das Mindestalter von Jugendlichen, um vom Kinderroller auf das erste Zweirad umzusteigen.
Was die Spanier denken Das Meinungsforschungsinstitut Elcano hat den Spaniern auf den Zahn gefühlt. So wurde die Nation auf ihre Meinung zu internationalen Fragen getestet. Dabei ergab sich, dass 40 % der Befragten die einseitige Unabhängigkeitserklärung des Kosovo für schädlich für Spanien hielten, da dies zu einem Nachahmungseffekt hierzulande führen könnte. Entsprechende Bewegungen des Baskenlandes und Kataloniens sind ja auch nicht zu übersehen. Die befragten Menschen äußerten sich daher zustimmend zu der Entscheidung von Ministerpräsident Rodríguez Zapatero, das Kosovo nicht als Staat anzuerkennen. Ausserdem wünschten sich die Spanier mehr Engagement ihrer Regierung in der Außenpolitik, sie wünschten einen Wahlsieg Barak Obamas und lehnten mehrheitlich Tony Blair als möglichen Präsidenten der EU ab. Sie stimmten dem Vertrag von Lissabon zu und fänden es gut, wenn China in Zukunft Tibet mehr Autonomierechte einräumen würde. Die Olympischen Spiele von Peking würden sie deswegen aber nicht boykottieren wollten.
Plastiktüten sollen besteuert werden Der Kampf um die Abschaffung der Millionen Plastiktüten, die Woche für Woche in spanischen Supermärkten ausgegeben werden, geht weiter. Wissenschaftler, Umweltschützer und Gemeindeämter verlangen eine Besteuerung von 20 Cents pro Einheit, um die Bürger dazu zu erziehen, mit eigenen Taschen oder Körben in den Supermarkt zu gehen. Der Einstandspreis pro Tüte liegt bei unter einem Cent; die hohe Besteuerung würde große Beträge einbringen, die wiederum für die Entsorgung anderer Müllsorten verwendet werden könnten.
Kongreß der Schönheitschirurgen Über 300 Spezialisten in plastischer Chirurgie halten derzeit in Barcelona eine Fachtagung ab, bei der die neuesten Tendenzen debattiert werden. In Katalonien liegt die Neigung zum Messer im Interesse der Körperverschönerung zu 75 % bei den Frauen, nur zu 25 % bei den Männern. Jede dritte Frau will dabei entweder den Busen vergrößert oder auch verkleinert bekommen. Es folgen Fettabsaugung, Korrekturen der Nase und Gesichtslifting. Unerfindlicherweise steigt überproportional der Wunsch bei den Frauen, einen dickeren, runderen und somit ihrer Meinung nach attraktiveren Hintern zu bekommen. In den letzten Jahren sind in der Spezialklinik Planas fünf Mal so viele Operationen durchgeführt worden wie früher. Dafür müssen von anderen Körperteilen bis zu 500 Kubikzentimeter Fett abgesaugt und in das Hinterteil eingespritzt werden. Wer nicht genug eigenes Fett besitzt, dem können Silikonkissen eingesetzt werden wie sonst an der Brust. Angeblich können die Patienten danach wieder völlig normal leben und sogar Sport treiben. Allerdings können sie an dieser Stelle keine Spritzen vom Arzt gesetzt bekommen.
Schon eine Million AVE-Passagiere Innerhalb der ersten 77 Tage nach seiner Indienststellung hat der Hochgeschwindigkeitszug AVE Barcelona – Madrid die Million-Marke an Passagieren erreicht. Da allerdings die Fahrscheine nicht personenbezogen ausgegeben werden, konnte die Bahn nicht feststellen, welcher Mann oder welche Frau nun gerade der Fahrgast Nummer 1.000.000 waren. Entsprechend gab es auch – im Gegensatz zur Fluglinie Iberia, die ihre Fahrgäste bei runden Zahlen feiert – keinerlei Geschenk oder Aufmerksamkeit von dem Bahnunternehmen RENFE.
Sturzbesoffen am Steuer Diesmal war es eine Frau aus L’Espluga de Francolí, die einen Rekord an Alkohlmissbrauch am Steuer erreichte. Der Polizei fiel ein Fahrzeug auf, das in unsicheren S-Linien fuhr. Um es zu stoppen, mußten die Mossos ihren Patrouillenwagen auf der Landstrasse querstellen. Der Alkohltest bei der 41jährigen Frau ergab 1,55 Milligramm Alkohol pro Liter Luft – das sechsfache der erlaubten Obergrenze. Es stellte sich heraus, dass die Frau schon fünfmal wegen Alkohol am Steuer vorbestraft war.
Keine Beschränkung des Handgepäcks Die EU hat darauf verzichtet, das Handgepäck von Flugpassagieren auf das Format 56 x 45 x 25 cm zu beschränken. Der Aufwand für die Kontrolle sei zu groß, die Belästigung für die Fahrgäste zu stark und der Nutzen zu gering. Es bleibt also dabei, dass die einzelnen Fluggesellschaften Mini-und Maxigrössen für Handgepäck festlegen dürfen.
270.000 Strafurteile nicht vollzogen In Spanien haben sich im letzten Jahr runde 270.000 Strafurteile angesammelt, die nicht vollstreckt wurden, obwohl es Endurteile waren. Rund 20 % davon fielen im Autonomiegebiet Katalonien an. Das waren 56.500 Urteile, die damit Katalonien eine sicherlich nicht erstrebte Spitzenstellung bescherten.
7.05.2008
Chinaorchester hat abgesagt Das für Donnerstag, den 8. Mai im Palau 100 in Barcelona vorgesehen Konzert des Philharmonischen Orchesters von China wurde kurzfristig abgesagt. Die gesamte Tournee der chinesischen Musiker wurde gestrichen. Zum gleichen Tag und selben Zeit findet ein Konzert des Royal Philharmonic Orchestra mit dem Pianisten Freddy Kempf statt. Er spielt Werke von Sibelius, Dvorzak und Rachmaninow. Die bereits gelösten Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Für weitere Auskünfte:Telefon 902 442 882
Festival von Cap Roig international besetzt Wenn vom 11. Juli bis zum 24. August das Festival der Gärten von Cap Roig stattfindet, kann sich das Publikum auf internationale Gesangs-und Tanzstars freuen. An einem der schönsten Abschnitte der Costa Brava bei Calella de Palafrugell gelegen, treten seit einigen Jahren hochbezahlte Künstler auf. So wird Julio Iglesias hier sein 40. Bühnenjubiläum feiern. Ein dream team des Jazz mit Chick Corea, Stanley Clarke, Al Di Meola und Lenny White eröffnen das Festival. Kool & the Gang, ein ebenfalls schon historisches Ensemble, wird das Publikum wiederum in seinen Bann ziehen. Am 12. Juli tritt Raimon als Einzelsänger auf, am 18. Juli folgt Franco Battiato. Am 25. Juli ist dann der inzwischen fast vergreiste Georges Moustaki an der Reihe, aber auch junge Künstler haben ihren Auftritt: zum Beispiel am 8. und 9. August die Tänzerin Ramara Rojo und ihr Royal Ballet. Wir werden kurz vor dem Festival noch einmal ausführlich berichten.
„El Juego del Angel“ auf Katalanisch Nach seinem atemberaubenden Verkaufserfolg des neuen Werkes El Juego del Angel (Das Spiel des Engels) von Carlos Ruiz Zafón soll am 29. Mai die katalanische Übersetzung folgen. Der Verlag Planeta druckt zunächst 100.000 Exemplare, während die spanische Ausgabe mit einer Million auf den Markt kam und reißenden Absatz fand. Auf längere Sicht, so der Verlag, könnte es auch die katalanische Version auf eine Gesamtauflage von 180.000 Stück bringen.
Königspaar nicht nach Peking Jetzt ist es offiziell: Don Juan Carlos und Doña Sofía werden nicht zu den Olympischen Spielen nach Peking reisen. Spanien wird dort durch die Erziehungsministerin vertreten sein. Falls sich die spanischen Sportler in China ganz besonders auszeichnen sollten, so hieß es aus dem Zarzuela-Palast, könnte möglicherweise ein einzelnes Mitglied der Königsfamilie doch noch nach Peking fahren, um die Glückwünsche der Nation zu überbringen. Keinesfalls jedoch würde das spanische Königshaus an der Eröffnungsfeier teilnehmen. Allerdings ist der Schwiegersohn Iñaki Urdangarín Vizepräsident des Spanischen Olympischen Komitees und muß deshalb von Anfang an dort sein; es wird damit gerechnet, dass seine Ehefrau Infanta Cristina ihn begleitet. Während Don Juan Carlos in der Vergangenheit schon mehrfach nicht zu Olympischen Spielen fuhr, weil er anderweitige Terminverpflichtungen hatte, war Königin Sofía seit 25 Jahren ausnahmslos bei allen Spielen anwesend gewesen; Peking wird also eine große und sicherlich international beachtete Ausnahme sein. Obwohl die Pressestelle des Zarzuela-Palastes jegliche politische Absicht hinter der Absage an Peking bestritt, gingen die Spekulationen der spanischen Presse doch in diese Richtung. Das Argument, die Spiele fänden im August statt und damit in der Zeit des traditionellen Sommerurlaubs der Königsfamilie auf Mallorca, gelten nicht als schwerwiegend genug, um die Entscheidung der Monarchen beeinflußt zu haben.
Nur knapp vier Prozent weniger Autos Wenn in allen Medien derzeit nur noch von Krise die Rede ist, lohnt es sich, den Zahlen etwas tiefer auf den Grund zu gehen. Obwohl mehrere Autohersteller über die Osterwoche die Produktion ruhen ließen, ging das Gesamtvolumen der Neuwagen in den ersten drei Monaten dieses Jahres nur um 3,89 Prozent zurück. Die Seatfabrik in Martorell konnte sogar um 8,8 Prozent zulegen. Die Föderation der Autohersteller Spaniens bezeichnete die relativ schwachen Märzzahlen als „konjunkturell bedingt“ und rechnete damit, dass das Jahr 2008 mit einem Zuwachs um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr abschließt. Dass die großen Geländewagen wegen der hohen Spritpreise weniger gekauft werden und daher auch die Produktion dieser gigantischen Spritfresser stagniert, beweist, dass der Verbraucher eben doch mit dem Kopf denkt und nicht nur aus dem Bauch heraus entscheidet.
Historische Bilder in La Escala Das Kulturhaus von Gerona hat eine Wanderausstellung historischer Fotografien auf den Weg gebracht. Diese ist noch bis zum 28. Mai in La Escala im Salz-und Sardellenmuseum zu sehen. Der Fotograf Josep Maria Oliveras hatte weit über ein Jahr alte Fotoarchive gesichtet und sich aus über 10.000 Negativen für 200 Bilder mit besonderem historischen Wert entschieden. Besonders sehenswert dürften diejenigen Aufnahmen sein, die sich mit der katalanischen Küste, ihren Fischern und vor allem der Herstellung von in Salz eingelegten Sardellen befassen. Museu de l’Anxova i de la Sl, La Escala. Jeweils von dienstags bis freitags von 10.00 bis 13.30 und von 15.00 bis 18.00 Uhr.
70jähriger wegen Drogenhandel festgenommen Von Beruf war er eigentlich Schreiner und hatte sein Leben lang eine inzwischen ziemlich heruntergekommene Schreinerwerkstatt im Stadtteil Sant Andreu in Barcelona betrieben. Nun wollte er das Geldverdienen offenbar etwas leichter gestalten, jedenfalls fand die Polizei in verschiedenen Schublanden seiner Werkbank ein halbes Kilo Haschisch und 400 Gramm Kokain. Es war den Ordnungshütern aufgefallen, dass auffällig viele Jugendliche in dieser Werkstatt ein und ausgingen, besonders an den Wochenenden. Einige der Drogenkäufer probierten die Ware gleich an Ort und Stelle aus. So überraschte die Polizei einen jungen Mann, der sich dort eine Linie Kokain hineinzog. Der 70jährige Mann wurde unter Anklage gestellt.
06.05.2008 Lange Wartezeiten bei Operationen Wer das spanische Gesundheitswesen in Anspruch nehmen will, muß viel Geduld aufbringen. Bei Operationen beispielsweise liegt die Wartezeit im Landesdurchschnitt bei über 66 Tagen, also mehr als zwei Monaten. Das Autonomiegebiet Kantabrien liegt mit einer durchschnittlichen Wartezeit von 152 Tagen an trauriger Spitze, gefolgt von Katalonien mit 118 Tagen, Galizien mit 84 Tagen, Aragonien mit 77 und Extremadura mit 67 Tagen. Die Regionalregierung der kanarischen Inseln weigerte sich schlichtweg, überhaupt Auskunft über Wartezeiten zu geben. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Studien wurde bekannt, dass die Leiter des Hospitals „Joan XXIII“ in Tarragona aus Protest gegen ausbleibende Geldmittel für dringend benötigte Modernisierungsarbeiten gekündigt haben. In den letzten 10 Jahren hätten zwischen 200 und 270 Millionen Euro in das Krankenhaus investiert werden müssen, was aber aus Geldknappheit beim Autonomiegebiet nicht erfolgte. In diesem Krankenhaus sind über zweitausend Menschen beschäftigt.
Streit um die Finanzen Katalonien macht wieder einmal den Vorreiter in Forderungen an die Zentralregierung . Nach dem Willen der regierenden Sozialisten (PSC = Partido Socialista Catalán) in Barcelona soll die Finanzierung der einzelnen Autonomiegebiete Spaniens nicht mehr solidarisch erfolgen, sondern nach vorheriger Veröffentlichung der Abgaben jeder einzelnen Region an Madrid neu festgelegt werden: wer mehr einzahlt, soll auch mehr wieder herausbekommen, so die Logik des katalanischen Präsidenten José Montilla. Ausserdem will Barcelona verlangen, dass das Solidaritätsprinzip ausschliesslich auf die Bereiche Gesundheit, Erziehung und Sozialdienste angewandt wird. Mit anderen Worten: Katalonien will nur zwangsweise und in engen Grenzen solidarisch mit dem restlichen Spanien sein. Dagegen revoltierten die ebenfalls sozialistischen Ministerpräsidenten von Andalusien, von Castilla la Mancha und Extremadura. Ihrer Meinung nach muß jedes Autonomiegebiet sich streng an die spanische Verfassung halten und außerdem sozialistisch denken und handeln. Streit ist also programmiert.Vizepräsident und Wirtschaftsminister Pedro Solbes dürfte den Forderungen der Katalanen gegenüber hart bleiben. „Der Staat wird nicht viel mehr Geld in das System pumpen“, hieß es bereits.
Schlauchboot kentert: 36 Tote An der Küste von Alhucemas in Marokko kenterte, wie erst jetzt bekannt wurde, vor einigen Tagen eines der Schlepperboote, mit denen verzweifelte Menschen versuchten, nach Spanien überzusetzen. 36 von ihnen ertranken, darunter auch zwei Frauen und vier Kinder. Sie alle waren aus Kamerun, Nigeria und Liberia. Augenzeugen berichteten, dem Schlauchboot mit Kurs auf Spanien habe sich ein Patrouillenboot der marokkanischen Polizei genähert, ehe es kenterte und die Passagiere in die Fluten stürzten. Da die meisten Afrikaner nicht schwimmen können, sind die Opferzahlen in solchen Fällen immer erschreckend hoch.
Spanischer Geheimdienst zahlte Lösegeld Nein, das Geld stamme nicht von der spanischen Regierung. Diese habe nur Schützenhilfe bei der Übergabe des Lösegeldes geleistet, das somalische Piraten gefordert hatten, nachdem sie das baskische Thunfischfangboot „Playa de Bakio“ am 20. April in ihre Gewalt gebracht und seine 26köpfige Besatzung eine Woche lang festgehalten hatten. Die Lösegeldsumme in Höhe von 1,2 Millionen US-Dollar (766.000 Euro) sei ausschliesslich von dem Reeder aufgebracht worden, in diesem Fall der Firma PEVASA. Tatsache ist, dass schon am 23. April, also drei Tage nach dem Piratenakt, eine Boeing 707 der Gruppe 45 von dem spanischen Militärstützpunkt Torrejón de Ardoz abflog. Die Passagiere waren Angehörige des spanischen Geheimdienstes, die in Afrika Kontakt mit ihren französischen Kollegen aufnahmen, die bei einem ähnlichen Piratenüberfall Anfang April das Lösegeld für die gekaperte „Ponant“ an die Kriminellen übergeben hatten. Die spanische Regierung hatte eine militärische Lösung der Kaperung von vorneherein ausgeschlossen, ganz im Gegensatz zu Frankreich, das anschließend an die Bezahlung der Geldforderung im Falle „Ponant“ die Täter mit bewaffneten Hubschraubern verfolgt, drei von ihnen getötet und einen erheblichen Teil der Beute zurückgeholt hatten. Es steht zu vermuten, dass die spanischen Investigationsjournalisten nicht ruhen werden, ehe sie herausfinden, ob im Fall des baskischen Schiffes wirklich Gelder aus dem Fischereiunternehmen flossen oder vielleicht doch aus irgend einem geheimen „Reptilienfonds“ in Madrid. AE
Die Beziehungen zu China und Indien stärken Bei der 47. Konferenz der Asiatischen Entwicklungsbank, die in diesen Tagen in Madrid stattfindet, empfing Wirtschaftsminister Pedro Solbes seine Amtskollegen aus China und Indien. Wie das Wirtschaftsministerium in einem Kommuniqué mitteilte, gehe es darum, die Beziehungen Spaniens zu diesen aufstrebenden Großmächten zu stärken. So wurde ein Ab kommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung abgeschlossen. Der chinesische Wirtschaftsminister Xie Xuren forderte Spanien auf, sich in den großen Wirtschaftszweigen Infrastruktur, Technologie, Transport, Energie und Telekommunikation zu engagieren.
In Katalonien fallen die Immobilienpreise Eine Spezialstudie hat 71 Städte und Ortschaften Kataloniens unter die Lupe genommen, um die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt zu verfolgen. Dabei ergab sich, dass trotz der Tatsache, dass von den 10 teuersten Städten Spaniens sieben in Katalonien liegen, die Preise hier kontinuierlich fallen. Bei der Überheizung der Preisentwicklung in den letzten zwei Jahren war dieses Ergebnis seit langem vorhersehbar, ebenso wie die abrupt fallende Nachfrage nach Neubauwohnungen aufgrund eines skandalösen Überangebotes. In den 71 beobachteten Ortschaften Kataloniens gingen die Preise zwischen 0,4 und über 18 Prozent zurück. In der Stadt Barcelona fielen sie um durchschnittlich knapp zehn Prozent. Die Immobilienfirma Habitat meldete für 160 ihrer 285 Mitarbeiter eine Genehmigung zur Entlassung an.
Schwache Beteiligung an Feria de Sevilla Runde 20 Prozent weniger Umsatz machten die Kioskbesitzer der Feria de Sevilla auf dem Gelände des Forum in Barcelona in diesem Jahr. Die größte Darbietung andalusischer Kunst und Lebensweise in Katalonien wurde von der Bevölkerung nur zögernd angenommen. So zögernd, dass die Veranstalter ernsthaft ins Auge faßten, in Zukunft mit Reisebüros und Reiseveranstaltern zusammenzuarbeiten, damit diese ihre Kunden zu dieser Großveranstaltung schicken. Inoffiziell verlautete sogar, dass die Umsätze in diesem Frühsommer trotz des langen Wochenendes vom 1. bis 4. Mai um 50 Prozent gegenüber 2007 gefallen seien.
05.05.2008 Ex-Präsident Calvo-Sotelo gestorben Er ist der erste der bisher fünf spanischen Ministerpräsidenten nach Wiederherstellung der Demokratie in Spanien nach Francos Tod 1975, der das Zeitliche segnete. Im Alter von 82 Jahren starb Leopoldo Calvo-Sotelo in Madrid an einem plötzlichen Herzversagen. Die überraschende Nachricht traf die politische Klasse tief. Eine Welle von Nachrufen von Politikern und Kameraden, Freunden und Schicksalsgenossen verschiedendster politischer Couleur füllten die spanischen Sonntagszeitungen. Die Amtszeit von Calvo-Sotelo als zweiter Ministerpräsident der wiedergewonnenen Demokratie war nur kurz, aber sie wurde beherrscht von einem Ereignis, das in die spanischen Geschichtsbücher eingegangen ist als „23-F“, also jenen 23. Februar 1981, an dem im Parlament in Madrid die zweite Abstimmung über den Kandidaten zum Amt des Ministerpräsidenten stattfand, da Calvo –Sotelo im ersten Wahlgang nicht die erforderliche absolute Mehrheit erreicht hatte. Mitten in die namentliche Abstimmung platzte Oberst Tejero mit rund 200 Männern der Guardia Civil, es fielen Schüsse in die Decke des Saales und die 350 Abgeordneten verblieben 18 Stunden in der Gewalt der Putschisten, ehe dieser versuchte Staatsstreich dann doch unblutig zu Ende ging. Dem aus einem stramm rechten, monarchistischen und katholischen Elternhaus stammenden Leopoldo, der zuvor wichtige Stellungen in der Industrie innegehabt hatte, sagte man nach dem traumatischen Beginn seiner Amtszeit keine lange Karriere in der Politik voraus. Er war für die UCD angetreten, jenes Sammelsurium von politischen Kräften unter Adolfo Suárez, die den Übergang von der Diktatur zur Demokratie erst möglich machten, die aber nach dem Abgang von Suárez in die Bedeutungslosigkeit herabgesunken war. In der Tat regierte Calvo Sotelo nur von Februar 1981 bis Dezember 1982, also 21 Monate lang, aber er traf gewichtige Entscheidungen, deren Folgen für Spanien noch heute deutlich spürbar sind. Das war einmal der Beitritt Spaniens zur NATO, andererseits das revolutionäre Scheidungsgesetz und zum dritten die Behandlung der Putschisten vom 21. Februar. Hier bestimmte Calvo Sotelo, dass nur die Rädelsführer zur Verantwortung gezogen werden sollten, nicht die Masse der jungen Gardisten, die bei dem Überfall auf das Parlamentsgebäude in Madrid den Befehlen der höheren Chargen gehorcht hatten. Leopoldo Calvo-Sotelo war der Neffe des rechtskonservativen königstreuen José Calvo-Sotelo, der 1936 in den ersten Wochen der beginnenden Unruhen vor dem Franco-Putsch von linken Agitatoren verschleppt und erschossen worden war. Seine Nichte wiederum ist die derzeitige Ministerin für das Erziehungswesen, Mercedes Cabrera. Am Sonntag wurde die Leiche des toten Politikers im Parlamentsgebäude von Madrid aufgebahrt. Seine Witwe und die acht Kinder – sieben Männer und eine Frau – nahmen die Beileidsbezeigungen des Königspaares, des Kronprinzenpaares sowie der Politiker aller politischen Parteien und ideologischen Richtungen entgegen.
Waldbrandgefahr Der fehlende Regen und frühsommerliche Temperaturen haben in 18 der insgesamt 41 katalanischen Landkreise Waldbrandalarm ausgelöst. Am stärksten gefährdet war am Wochenende die Provinz Tarragona mit den Landstrichen Terra Alta, Ribera d’Ebre, Priorat, Alt Camp und Conca de Barberà. Aber auch in den Provinzen Lerida und Barcelona war die Feuerwehr erhöht einsatzbereit.
Vier Direktflüge nach New York Vom 4. Mai bis zum 5. Oktober dieses Jahres gibt es ab Flughafen El Prat in Barcelona jetzt täglich vier Direktflüge nach New York: zwei von Continental Airlines, einen mit Delta Airlines und einen mit American Airlines. Im letzten Jahr flogen ab Barcelona bereits 390.000 Menschen über den großen Teich und die Fluggesellschaften rechnen damit, dass sich die Nachfrage weiter positiv entwickelt. Der Flughafen hat gegenüber dem Terminal B einen erweiterten Raum für Gepäckaufbewahrung eingerichtet. Auf knapp 200 Quadratmetern Fläche gibt es dort jetzt 308 Schliessfächer. Die Gepäckstücke werden zur Sicherheit einem Scanner unterzogen. Die Schließfächer sind in drei Größen eingeteilt und kosten pro Tag 3,70 Euro für die kleinen, 4,20 Euro für mittlere und 4,80 Euro für große Stücke. Es ist daran gedacht, noch größere Einheiten zu schaffen, um auch Skier und Windsurfbretter in Aufbewahrung geben zu können.
Kampf den Plastiktüten Die Umweltbehörde in Barcelona denkt darüber nach, wie man dem Unwesen der Verpackung in Plastiktüten in den Supermärkten Einhalt gebieten kann. Fernziel ist die Reduzierung dieser Tüten um 50 Prozent innerhalb der nächsten vier Jahre. Diese Plastiktüten werden auf der Basis von Erdöl hergestellt. In Irland wurde mit der Einführung von 22 Cent pro Tüte innerhalb von sechs Jahren erreicht, dass nur noch zehn Prozent der Käufer sich ihre Einkäufe in Plastiktüten aushändigen lassen, während 90 Prozent eigene Beutel, Leinentaschen oder Körbe mitbringen. Nach Schätzungen werden allein in Katalonien p r o W o c h e zehn Millionen Plastiktüten verbraucht. Sie belasten die Umwelt schwer: einmal bei ihrer Herstellung und später bei ihrer Entsorgung. Wenn sie nicht verbrannt werden, brauchen solche Produkte 300 Jahre, um sich aufzulösen.
Manöver in Sant Climent Sescebes Wieder wurde das Rekrutenlager in den Weinbergen von Sant Climent Sescebes Schauplatz einer NATO-Übung. 700 Militärs aus 16 Staaten wurden hier darauf gedrillt, innerhalb von maximal fünf Tagen einsatzbereit zu sein, ganz gleich auf welchem Kontinent. Es ging um Kommunikationstraining am Boden, auf dem Meer und in der Luft. Diese Nato-Streitkräfte können bis zu 10.000 Mann ausmachen und sollen spätestens ab dem 1. Juli dieses Jahre voll einsatzbereit sein. Spanien trug 90 Militärs zu der Übung bei, von denen 20 Frauen waren. Das Rekrutierlager General Älvarez de Castro beherbergte während der Übungstage rund 500 der insgesamt 700 Teilnehmer in den eigenen Anlagen, die anderen wurden in verschiedenen Hotels der Umgebung untergebracht.
Kooperative von Garriguella ausgebaut Die Landwirtschaftliche Kooperative von Garriguella wird derzeit groß ausgebaut. Das Erdgeschoß wurde vergrößert, sodass mehr Verkaufsfläche entstand. Im ersten Geschoß kamen ein Konferenzsaal und einige Büros hinzu. Ausserdem entstanden ein Hangar für Wein und ein Keller für den Ausbau von Wein in Fässern. Der Kooperative gehören etwa 80 Winzer an, die den Grossteil der Kosten für diese Neuerungen übernahmen. AE
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