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12.04.2008

 

Viele Baufirmen mussten schließen

Mehr als ein Drittel der 120 Konkurse, die während  der ersten drei Monate dieses Jahres angemeldet wurden, fielen in Spanien auf die Baubranche im weitesten Sinn.  Besonders stark traf es solche Unternehmen, die etwas über 10 Millionen Euro pro Jahr Umsatz machten. Auch viele Immobilienbüros, die aufgrund des Verkaufsbooms in den Jahren 2004 bis 2006 wie Pilze aus dem Boden geschossen waren, machten inzwischen dicht. Darunter auch NIUBO mit vielen gerade erst eröffneten Büros. Die meisten Insolvenzen wurden aus den Autonomiegebieten Madrid, Katalonien, Valencia und Andalusien gemeldet.

 

 

Wirtschaftswachstum wird langsamer

„Das Leben läuft in Wellen ab“ ist eine alte Volksweisheit, die  sich nicht nur auf das Auf und Ab des menschlichen Lebens bezieht, sondern auch auf Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Spanien hat seit dem Ende der Francodiktatur einen solchen unglaublichen Aufschwung genommen, dass das Land heute international weit an der Spitze steht.  Wenn nun der Internationale Währungsfonds mit Sitz in Washington der Welt insgesamt eine nachlassende Konjunktur bescheinigt, wie am Mittwoch geschehen, dann  heißt es genau hinzuschauen. Da ist nämlich nicht von „Krise“ die Rede, sondern von einem  Konjunkturrückgang, einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Das nämlich bedeutet das Fachwort „desaceléración“. Die Wirtschaft wächst weiterhin, nur eben schwächer als in der Vergangenheit. So sagt der Währungsfonds für Spanien im kommenden Jahr noch immer eine Wachstumsrate von 1,8% voraus, für 2009 dann 1,7%.  Zwar liegen beide Werte weit unter den 3,1% beziehungsweise 3,0%, die die spanische Regierung sich ausgerechnet hatte, aber was beweist das schon? Regierungen sind keine Wirtschaftsforschungsinstitute und keine internationalen Behörden  wie beispielsweise der Internationale Währungsfonds oder die Weltbank.  Und wenn Spanien zum Jahresende mit 9,5% Arbeitslosen auskommt, dann sind immer noch 90% der erwerbsfähigen Menschen in Lohn und Brot – wann hatte es das in Spanien zuletzt gegeben? Wir alle erinnern uns noch an die Arbeitslosenquoten von 20 und mehr Prozent, die zu Francos Zeiten und gleich danach  herrschten. Wie viele tausend ungelernte Kellner an der Mittelmeerküste gingen den Winter über wieder ins heimatliche Andalusien, um sich mit der Olivenernte ein paar jämmerliche Peseten zu verdienen…

Pedro Solbes, der auch im neuen Kabinett Zapatero wieder das Wirtschaftsministerium führen wird, hielt die Vorhersagen aus Washington für „übertrieben pessimistisch“. Spanien liege im europäischen Vergleich noch immer an sehr guter Stelle. Ausserdem sei das spanische  Bankwesen nicht so stark von den internationalen Finanzstürmen gebeutelt wie die USA und die Regierung sei sehr wohl imstande, die steuerlichen Maßnahmen zu ergreifen, die dazu beitragen würden, eine allzu starke Abschwächung der Wirtschaft zu  verhindern.

AE

 

 

USA-Flüge an Platz 10 am Flughafen Barcelona

Wenn die American Airlines am 25. April die tägliche Flugverbindung von Barcelona nach dem New Yorker Flughafen JFK eröffnet, werden die USA damit zu einem der stärksten Anflugländer von El Prat aus. Nach Schätzungen der Flughafenbehörde AENA dürfte die American Airlines pro Jahr 40.000 Passagiere befördern und damit eine Auslastung von 80% der Maschinen erreichen. Damit verwandeln sich die USA in das am stärksten gefragte interkontinentale Ziel.

 

 

Die Baronin macht Dampf

 Tita Cervera, die  Witwe des deutsch-ungarischen  Kunstsammlers  Heinrich von Thyssen-Bornemisza  macht nicht nur in der Herzenspresse von sich reden. Gegen Millionenbeträge  von „Hola“ wütete sie  kürzlich gegen ihre Schwiegertochter, die ihr den einzigen Sohn, Borja, weggeschnappt hatte. Gegen ebenso hohe Beträge ließ sich  die Baronin Carmen Thyssen nach der Geburt des Enkelsöhnchens dann in versöhnlicher Pose auf den Familienfotos der jungen Eltern mit dem Neugeborenen  ablichten. Aber das dürfte die schwerreiche  Tita, die in den fünfziger Jahren einmal Miss España war, auf die Dauer doch eher langweilen. Die Kollektion Thyssen, die  „Heini“ auf ihr Betreiben hin nach zähen Verhandlungen mit der spanischen Regierung nach Madrid verlegte, gab der in die Jahre gekommenen Blondine jetzt Anlaß zu Streit.  27 Werke katalanischer Maler des 19. und 20. Jahrhunderts, die dem katalanischen Kunstkunstmuseum (MNAC) in Barcelona zur Verfügung gestellt worden waren, sollen nach Titas Worten an sie zurückgegeben werden, „wenn man sie hier nicht zu schätzen weiß oder sie aus Platzgründen nicht zeigt“. So verlautet anläßlich eines Aufenthaltes von Tita Cervera in der katalanischen Metropole. Aus der Zeit, als sie noch mit einem der Tarzandarsteller des amerikanischen Kinos verheiratet war, besitzt die Baronin nämlich noch ein Landhaus in San Feliu de Guixols an der Costa Brava. Dorthin würde sie diese Kunstwerke  gerne verbringen.  Die Bilder können sich sehen lassen, sie stammen von so international berühmten  Künstlern wie  Joaquim Mir, Ramon Casas, Santiago Rusiñol, Tàpies und Cuixart.

An Selbstbewußtsein hatte es Tita Cervera noch nie gefehlt. So behauptete sie anläßlich des Barcelona-Aufenthaltes kühn: „ die einzigen für Katalonien wichtigen Werke aus dieser Zeit sind meine“. Die Baronin kann sich allerdings noch etwas Zeit zum Nachdenken lassen: die Leihfrist für die dem katalanischen Museum überlassenen Gemälde  wie auch die des Museums Thyssen in Madrid läuft erst im Jahr 2011 aus.

AE

 

 

Kein französisches Wasser für Katalonien

Der gerade wiedergewählte spanische Regierungschef Rodríguez Zapatero  zeigt  Stärke: es werde nicht einmal eine Studie darüber in Auftrag gegeben, ob man in Zukunft Rhônewasser bis nach Katalonien führen könne, um der Wasserknappheit in Nordspanien abzuhelfen.  Zapatero setzte in seiner Rede vor dem Parlament ausschliesslich auf die im Bau befindlichen Entsalzungsanlagen, die in spätestens zwei Jahren in Spanien funktionstüchtig sein sollen.

Das Außenministerium sekundierte dem frisch ins Amt eingeführten  Ministerpräsidenten: es habe keine Konsultationen mit Paris in dieser Frage gegeben und werde auch keine geben. Punktum. Die spanische Presse kommentierte die wilde Entschlossenheit und den relativ brüsken Ton, mit dem Zapatero  das Lieblingsprojekt der katalanischen CIU, nämlich die Einfuhr von Rhônewasser nach  Katalonien – abtat mit den Worten „Zapatero: von Bambi zum Tiger“. In der Tat hatten viele Bürger den fast immer lächelnden Mann mit den großen Rehaugen zunächst für einen Weichling gehalten, aber die letzten vier Jahre hatten ihm offenbar das  Rückgrat gestärkt, nicht zuletzt durch die scharfe Oppositionshaltung der konservativen PP unter Mariano Rajoy und die dreisten Forderungen der „peripheren Kräfte“, wie sie diplomatisch genannt werden, wenn von Basken und Katalanen die Rede ist.

AE

 

 


11.04.2008

 

Notlösung gegen die Wasserknappheit

Um die gefürchtete Rationierung von Trinkwasser ab dem Sommer zu verhindern, wenn es weiterhin so wenig regnet, hat das Umweltministerium der katalanischen Regierung eine Lösung ins Auge gefaßt, die für Spanien eine Pioniertat wäre, in anderen Ländern aber bereits erfolgreich praktiziert wird.  Sie  besteht darin, Abwasser  aus der Kläranlage Llobregat so aufzubereiten, dass das neue Naß auch für den menschlichen Verzehr geeignet ist. Die gigantische Anlage von el Prat del Llobregat verfügt über die drei notwendigen in sich geschlossenen Kreise zur Wiederaufbereitung, sodass sie die Vorgabe von 65 Kriterien erfüllt, die gegeben sein müssen, damit die Behörden das Wasser als für den Menschen geeignet freigeben.  Derzeit wird das aufbereitete Wasser nur für Industriezwecke und für die Berieselung von Feldern genutzt,  nicht als Trinkwasser.  Fachleute schätzen, dass bei dem geplanten Vorgehen pro Monat 5,2 Kubikhektometer  mehr Wasser zur Verfügung stünden, mehr als bei einer Umlenkung des Flusswassers des Segre.  Das System wird in den USA bereits in mehreren besonders trockenen Gegenden mit Erfolg angewendet.

 

Wird es endlich regnen?

Am Donnerstag war die spanische Presse voll von guten Wünschen und der Hoffnung auf einen ausgiebigen Regen, wie sie die meteorologischen Institute vorhergesagt hatten. Aber schon eine frühere Meldung von Starkregen und Unwettern für ganz Spanien hatte sich nicht erfüllt nur die Andalusier bekamen zeitweise nasse Füße.  Für den heutigen Freitag werden bedeutsame Niederschläge in den Pyrenäen erwartet. Und wenn alles nichts nützt, müssen die Stauseen eben auf die Schneeschmelze warten, um sich wieder von ihrem Niedrigstand zu erholen. Unterdessen ließ sich ein Hotelier in Lloret de Mar einfallen, man solle in dieser Hochburg des Massentourismus  die Schwimmbäder der unendlich vielen Hotels mit Meerwasser füllen. Dies brächte nur die Transportkosten im Zisternenwagen mit sich, sei aber für die Umwelt äußerst schonend.

 

 

Mit Cannabis gegen Schmerzen

Eine klinische Untersuchung in Katalonien hat ergeben, dass ein Spray mit beigemischtem Cannabis bei Patienten, die unter den Folgen einer Chemotherapie leiden, Linderung bei den Schmerzen eintritt, wie sie andere Medikamente oft nicht erreichen. Zwar ist der Verkauf dieses neuen Sprays in Spanien noch nicht erlaubt, doch tanzt Katalonien wieder einmal  aus der Reihe.  Die Gesundheitsabteilung der katalanischen Regierung  will das Mittel den Patienten zugänglich machen, die wie die Hälfte aller der bisher 207 getesteten Personen positiv auf das Spray ansprach.  In Kanada wird das Erzeugnis unter dem Markennamen Sativex bereits verkauft.

 

Richterin muß Schadenersatz zahlen

Nach dem spanienweiten Justizskandal im Zusammenhang mit dem Tod der fünfjährigen Mari Luz, die einem Kinderschänder zum Opfer fiel, während der eigentlich aufgrund eines rechtskräftigen Urteils im Gefängnis hätte sein müssen, als er wieder zuschlug, erschüttert jetzt ein anderer Fall das Vertrauen in die spanische Justiz. Eine Richterin im andalusischen Motril muß  103.000 Euro Schadenersatz an einen  Mann zahlen, den sie 455 Tage in Haft hielt, obwohl er von dem Tatvorwurf freigesprochen worden war.  Der Oberste Gerichtshof von Andalusien kritisierte in scharfen Worten das Vorgehen der Richterin, -also eigentlich einer Berufskollegin – wegen  Nachlässigkeit. In der Tat hatte diese, als es nach monatelanger Untersuchungshaft des José Campoy zum Prozeß kam, den zur Verhandlung anstehenden Tatvorwurf mit einem anderen gegen den gleichen Mann verwechselt. Der Angeklagte ist ein Drogensüchtiger, der die ihm zugesprochenen über einhunderttausend Euro Schmerzensgeld so anlegen möchte: „die Zähne machen lassen, ein Motorrad kaufen und meinen Eltern helfen, die durch meine Schuld in Geldnot geraten sind“.

 

 

Täglich 50 Anzeigen wegen häuslicher Gewalt

Im letzten Jahr wurden allein in Katalonien rund 18.500 Anzeigen von Frauen wegen häuslicher Gewalt registriert.  Katalonien blieb mit diesen alarmierenden Zahlen dennoch hinter anderen Autonomiegebieten zurück: an erster Stelle lagen die Kanarischen Inseln, die Balearen, Murcia, Valencia und Madrid.  Durchschnittlich nehmen dann aber acht Prozent der angegriffenen Personen – in der überwältigenden Mehrheit Frauen – die Anzeige zurück und verfolgen den Angreifer nicht weiter.  Es steht zu vermuten, dass sie sich mit dem aggressiven Partner wieder versöhnen  oder zumindest weiter von ihm unterhalten werden wollen.  In der Provinz Gerona werden mit 11,7% die meisten Anzeigen zurückgezogen.  Die Anträge auf Polizeischutz wurden  in Katalonien zu 62% erfüllt, während es in ganz Spanien fast 74 % waren. Vier von je zehn Frauen waren Ausländerinnen.

 

Urteil gegen Tierpark Sobrestany

Das Gemeindeamt von Torroella de Montgri hatte dem Grafen Alfons de Robert ein Ultimatum gestellt, um seinen Tierpark in Sobrestany aufzulösen. Die Frist verstrich  am Mittwoch, ohne dass die über 200 Tiere ein anderes Lebensgebiet zugewiesen bekommen hätten.  De Robert vertrat die Auffassung, die Anordnung des Gemeindeamtes sei illegal und er werde das Gericht darüber entscheiden lassen.  Die Gemeindeverwaltung hatte als Grund angegeb en, die Tiere seien nicht artgerecht gehalten und versorgt.  Unterdessen fand die Guardia Civil in einem französischen Zirkus, der derzeit in Riudellots de la Selva auftritt, 13 Tiere, darunter Panther, Krokodile und Schlangen aus exotischen Ländern vor, die nicht über die notwendigen Papiere verfügten.

 

Kinder sollen gratis Busfahren

Der Schulweg soll nicht schon ein Kostenfaktor für die Eltern von Kindern sein. Die Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren dürfen seit Oktober letzten Jahres in Gerona  mit einer Personalkarte die Busse kostenlos benutzen, um zur Schule und nach Hause zu kommen.  Dasselbe soll ab Mai dieses Jahres auch für Tarragona zutreffen. Ein Pilotprojekt wird im Mai mit 2.800 Schülern der Grundschulen gestartet. Ist es erfolgreich, soll es im Schuljahr 2009/10 auf alle 16.300 Schüler der Grundschulen  der Provinz Tarragona ausgeweitet werden.

 

 

Symbole des Frankismus sollen verschwinden

Noch immer gibt es in Barcelona an 4.400 Häusern  aus der Zeit der Francodiktatur Hinweisschilder auf den sozialen Wohnungsbau durch dieses Regime. Besonders stechen dabei die gebündelten Pfeile hervor: das Symbol des Faschismus. Obwohl schon vor mehreren Jahren angekündigt, können jetzt die Bewohner dieser Häuser einen Antrag an die Stadtverwaltung stellen, diese Schilder abmontieren zu dürfen.  Bis zum Jahresende 2008 haben die Eigentümergemeinschaften Zeit, einen solchen  Antrag zu formulieren.

Aus dem Stadtbild sollen ebenfalls einige Monumente aus der Francozeit entfernt werden.

 

Schwuler Polizist vor Gericht

Ein Mitglied der Nationalpolizei hatte vier Sicherheitskräfte des Kaufhauskomplexes El Triangulo in der Plaza Cataluña in Barcelona angemacht. Dafür stand er jetzt vor Gericht. Der Mann stritt die Vorwürfe ab, obwohl er gleichzeitig zugab, in dem Komplex verkehrt zu haben, weil die  dortigen Toiletten ein Schwulentreff  gewesen sei.  Vier Sicherheitsleute hatten vor Gericht angegeben, der Nationalpolizist habe sie genötig, bedrängt und verfolgt. Seien sie nicht willig gewesen, habe er seine Polizeimarke vorgezeigt, um sie einzuschüchtern.

 

 

Wie Pau Casals für die Demokratie kämpfte

Im katalanischen Nationalarchiv in Sant Cugat del Vallès wurde am Donnerstag eine Ausstellung eröffnet, die zeigt, wie einer der begnadetsten Cellisten und Komponisten des 20. Jahrhunderts sich auch politisch betätigte. Unter dem Titel „Pau Casala i l’exili“ (Pablo Casals und das Exil) werden noch bis zum 30. Juni die Kämpfe nachgezeichnet, die Casals gegen die Francodiktatur führte.  Im vergangenen Jahr hatte die Witwe von Casals dem Nationalarchiv über 100 Dokumente aus dessem Nachlaß zur Verfügung gestellt. Darin nimmt die Korrespondenz mit den Menschen einen breiten Raum ein, die wie er von 1939 bis 1973 im Exil leben mußten.  1962 war Pau Casals von Präsident Kennedy mit der amerikanischen Freiheitsmedaille ausgezeichnet worden. Er starb 1973 im Exil, weil er nicht bereit war, vor der Wiederherstellung demokratischer Verhältnisse nach Spanien zurückzukehren. Seine sterblichen Überreste wurden erst 1979 zurückgeführt. Die Ausstellung ist in Sant Cugat, in der Strasse Jaume Primero 33-61 und ist geöffnet von montags bis freitags von 9.00 bis 20.30 Uhr. Samstags von 9.00 bis 13.30 Uhr. Sant Cugat ist ein hübscher Ort kurz vor Barcelona, der es wert ist, einmal erkundet zu werden.

AE

 


10.04.2008

Frischer Wind im Parlament

Anlässlich der bevorstehenden Amtseinführung des wiedergewählten Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero gab dieser am Dienstag im Parlament in Madrid die großen Linien seiner Politik für die nächsten vier Jahre bekannt.  Gleichzeitig forderte er den Oppositionschef Mariano Rajoy zu einer weniger angespannten Haltung gegenüber seiner sozialistischen Partei auf und bot Zusammenarbeit bei den großen fünf Themen der spanischen Staatspolitik an: die seit langem anstehende Justizreform einschließlich der Besetzung der Ämter im Generalrat der Justiz und im Verfassungsgericht, die Antiterrorpolitik, die Finanzierung der Autonomiegebiete und die spanische Präsidentschaft der EU, die im Jahr 2010 ansteht. Rajoy wiederum ging auf den versöhnlichen Ton des Angebots von Zapatero ein, blieb überkorrekt höflich, aber kritisierte doch die Wirtschaftspolitik der vergangenen vier Jahre.  Mariano Rajoy will im Juni auf dem Nationalkongreß der PP noch einmal als Kandidat für die nächsten Wahlen im Jahre 2012 auftreten, doch herrscht in seiner Partei schon ein lebhafter interner Streit um seine Nachfolge.

 

 

Spanische Sportler gegen Olympiaboykott

Keiner von ihnen will Sport mit  Politik vermischt sehen. Die spanischen Olympiakämpfer für  Peking  sprachen sich in einer Umfrage einstimmig dafür aus, politische Themen wie die Tibetfrage oder die Menschenrechte nicht mit ihrer Teilnahme in Zusammenhang zu bringen. Ein Boykott der Spiele, die vom 8. bis 24. August stattfinden, sei für sie völlig undenkbar und nicht zu akzeptieren. Schliesslich trainiere man nicht vier Jahre lang täglich bis zur Erschöpfung, um dann doch nicht antreten zu dürfen.  Viele der Sportlerinnen und Sportler vertraten die Meinung, dass dem Land China mehr damit gedient sei, wenn seine Einwohner westlichen Einfluß zu sehen, zu hören und zu spüren bekämen.

 

 

Katalonien nimmt Einfluß in Marokko

Im Hafen von Tanger soll auf 100 Hektar Fläche eine katalanische Industrieansiedlung entstehen. Die Firmen Nissan und Renault werden sich dort ansiedeln und damit eine bedeutende Zuliefererindstrie schaffen. Nach mehrjährigen Verhandlungen ohne positives Ergebnis wurde dies am Dienstag in Casablanca bekanntgegeben.  Der katalanische Präsident José Montilla und Vizepräsident Josep Lluis Carod-Rovira unterzeichneten entsprechendeVerträge. Die Generalitat hat vor, katalanische Firmen zu subventionieren, die bereit sind, sich dort ebenfalls niederzulassen. Mit einer Fertigstellung des Industriegeländes wird für 2015 gerechnet.

 

 

Vidal-Quadras Ritter der  Ehrenlegion

Der spanische PP-Politiker Alejo Vidal-Quadras, Vizepräsident des Europaparlamentes, wurde in Brüssel mit der Medaille des Ritters der Ehrenlegion ausgezeichnet. Die französische Regierung würdigte damit  das Engagement des gelernten Atomphysikers für die Europäische Union. Vidal-Quadras war vor Jahren  Chef der PP in Katalonien  gewesen und hatte sich mit seinem Eintreten für die Rechte der spanischsprechenden Menschen in diesem Autonomiegebiet bei vielen „Nationalisten“ unbeliebt gemacht. Er war es auch, der beim Europaparlament in Straßburg durchsetzte, dass die kooffiziellen Amtssprachen Katalanisch, Galizisch und Baskisch nicht  bei den Reden berücksichtigt werden, wie es die spanische Regierung beantragt hatte.

 

 

 

Die Regenwoche war trocken

Sämtliche meteorologischen Institute hatten für ganz Spanien eine Woche ununterbrochener Regenfälle vorhergesagt, aber nur  Cadiz, Cordoba und die Pyrenäen bekamen ein paar Tropfen ab. Die gesamte Mittelmeerküste blieb trocken unter einem Wechsel von Sonne und Wolken.  Die April-Feria in Sevilla wurde durch mäßigen Niederschlag etwas beeinträchtigt, was aber mehr die bunten Flamencokleider der Frauen und Mädchen betraf als die Landschaft und die Strassenverhältnisse. Am stärksten regnete es in Cadiz, wo immerhin 84 Liter pro Quadratmeter fielen. Für Donnerstag und Freitag  wurden Wolken und leichte Niederschläge vorhergesagt, aber schon am Wochenende dürfte wieder die Sonne durchkommen. Schlechte Aussichten für die Wassersituation in Katalonien und Umgebung.

 

 

Russisches Prostitutionsnetz aufgeflogen

Seit 2006 waren die spanischen Polizeibehörden damit beschäftigt, einen Ring von Zuhältern aus Rußland zu beschatten, die insgesamt 400 Frauen und Mädchen auf die Strasse schickten. Das Netz spannte sich von Almeria über Granada, Lerida und Gerona. Inzwischen wurden 76 Mitglieder der Bande verhaftet. Die meisten  waren Russen mit spanischen Ehefrauen, die Absteigebars unterhielten. Nach ersten Schätzungen hatten diese Betreiber über zwei Millionen Euro nach Rußland transferiert, wo sie das Geld durch Immobilienkäufe reinwuschen.

 

 

Priorat und Cardona Kandidaten für Welterbe

Das Weinbaugebiet Priorat in der Provinz Tarragona und das Salzabbaugebiet von Cardona in der Gemarkung Bages kandidieren bei der UNESCO für die Anerkennung als Welterbe. Dafür haben sich die jeweiligen Einwohner zu mehreren Vereinen zusammengeschlossen und in Cardona hat das Gemeindeamt eine Gruppe von Geologen und anderen Fachleuten zusammengeführt, die den Antrag vorbereiten sollen.

 Sollten diese Kandidaturen von der UNESCO angenommen werden, versprechen sich die Menschen  einen hohen Wertzuwachs als Touristenattraktion. Cardona glaubt gute Chancen  zu haben, da sich die Geschichte dieser Gegend bis auf 4.000 Jahre vor Christus zurückverfolgen läßt.

 

 

 

Alle Touristenwohnungen anmeldepflichtig

Wer in Barcelona seine Wohnung für Tage oder Wochen vermietet, muß in Zukunft zuvor eine Genehmigung dafür bei der Stadtverwaltung einholen. Ein neues Gesetz, das am heutigen Donnerstag in Kraft tritt, berechtigt die Gemeinden dazu, solche Anträge anzunehmen oder abzulehnen.  Die Stadt ist es leid, dass Tausende solcher Wohnungen für einige Tage oder einige Wochen vermietet werden, ohne dass die Mieteinkünfte versteuert werden oder sonstige Abgaben an die Stadt erfolgen.  Die Gebäude, in denen solche Wohnungen in Zukunft als für Touristenzwecke zur Verfügung stehend gemeldet sind, verlieren nach der neuen Verordnung den Charakter von Privatwohnungen. Das heißt, die Stadt erwirbt damit das Recht Inspektionen vornehmen.

 

 

Abwärtstrend reißt Haushaltsbranche mit

Der Einbruch in der Baubranche hat für viele Wirtschaftszweige weitreichende Folgen. So sank der Absatz von Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Küchen und Kühlschränken in Spanien  im ersten Trimester dieses Jahres um über 18%. Im März wurden sogar Umsatzrückgänge bis zu 30% verzeichnet. Dennoch verbuchten die 14 grossen Hersteller, die in einem Verband zusammengeschlossen sind, noch immer knapp 300.000 Verkäufe an Haushaltsmaschinen.

Besonders fühlbar war der Rückgang bei der Erstausstattung vonNeubauten.

 

 

Madrid Hauptstadt der Informatikpiraterie

Immer neue Weltrekorde: im vergangenen Jahr erreichte der Anteil an Müll-mails einen neuen Rekord: 71%  der verschickten Botschaften wurde als spam, also nutzlos, eingestuft.  80% dieser Botschaften waren auf englisch abgefaßt und 42% davon kamen aus den USA.

Madrid galt nach einer internationalen Studie als diejenige Stadt der Welt, in der am meisten Computer mit sogenannten bots ausgestattet waren. Diese bots erlauben den Einbruch in fremde Computer auch aus der Ferne.  

 

 

Zweite Abstimmung notwendig

Bei der Abstimmung über die Investitur von José Luis Rodríguez Zapatero kam es am Mittwoch wie erwartet zu keinem überzeugenden Ergebnis. Von den 169 Stimmen der Sozialisten stimmten 168 für den wieder gewählten Ministerpräsidenten, eine Abgeordnete der Kanarischen Inseln konnte per Flugzeug Madrid nicht rechtzeitig erreichen. Als absolute Mehrheit, wie sie bei der Erstabstimmung vorgeschrieben ist, hätte Jazpatera 177 Ja-Stimmen erreichen müssen.  Zapatero will nun die zweite Abstimmung am Freitag vormittag abwarten, wo nurmehr die einfache Mehrheit erforderlich ist.  Die PP, ERC und die Kommunisten hatten gegen Zapatero gestimmt, 23 weitere Abgeordnete sich der Stimme enthalten.

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09.04.2008

 

Bahnhofsvorplatz wird renoviert

Der Bahnhofsvorplatz von Figueras erlebt derzeit Sanierungsarbeiten. Der Bodenbelag wird entfernt, der Bürgersteig verbreitert und die alten Bänke durch neues Mobiliar ersetzt.

Die Arbeiten begannen am 1. April, nachdem zuvor die Carrer Nou in Richtung Rambla neu gepflastert worden war.

 

 

Die Immigranten eingliedern

Castelló d’Empúries, La Jonquera, La Escala und Cadaqués sind die vier Ortschaften des Hohen Ampurdan, die einen Plan zur besseren Eingliederung der Neubürger, sprich der Immigranten entwickelt haben.  Das Dokument beruht auf zwei Achsen: zunächst einmal der Analyse der derzeitigen Lage dieser Neubürger und der bisher schon bestehenden Eingliederungsmöglichkeiten, zum anderen Vorschläge, wie diese Initiativen so ausgebaut werden können, dass die Immigranten Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen erhalten.

Auch die Ortschaften San Pedro Pescador und Rosas wollen sich solchen Plänen anschließen.

Die guten Absichten werden allerdings, wie immer in der Politik, unter dem Finanzierungsvorbehalt entwickelt. In diesem Fall wird die Generalitat der direkte Geldgeber für  die Ausführung des Planes sein und deren Zusage steht noch aus.

 

 

Sakozy wettert gegen die ETA

Am Montag  wurde  dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy  der Preis  Manuel Broseta für Zusammenleben verliehen. Die gleichnamige Stiftung, die zu Ehren des 1992 von der ETA ermordeten Mitgliedes des spanischen Staatsrates gegründet wurde, zeichnete damit die vorbildliche Zusammenarbeit aus, die jetzt zwischen Frankreich und Spanien bei der Bekämpfung der baskischen Terrororganisation herrscht.  Den Preis übergab Francisco Camps, der Präsident des Autonomiegebietes Valencia. In seiner Dankesrede stellte Sarkozy fest, sein Land sei nicht länger das sichere Rückzugsgebiet der Terroristen. Sie seinen „in Frankreich nicht willkommen“. Bei der im Elyseepalast stattfindenden Zeremonie  hob der französische Staatschef hervor, diese Zusammenarbeit sei langfristig angelegt, gleichgültig, ob in Paris und Madrid gerade die Konservativen oder die  Sozialisten regierten.  Derzeit sind in Frankreich 175 ETA-Aktivisten in Haft, davon 150 Spanier.  Das Ehepaar  Nicolas Sarkozy und  Carla Bruni wird im Herbst zu einem Staatsbesuch in Spanien erwartet.

 

 

Rinderwahnsinn fordert zwei Todesopfer

Acht Jahre nach dem Ausbrechen der Krankheit hat der Rinderwahnsinn in Spanien zwei Todesopfer gefordert. Die für den Menschen lebensgefährliche Variante der  Creutzfeldt-Jakob-Krankheit wurde in der Provinz Leon einer 40jährigen Frau und einem 51jährigen Mann zum Verhängnis. Die Frau hatte in den Jahren, als die Seuche in England ausbrach, dort gelebt und der Mann hatte trotz eines offiziellen Verkaufsverbotes immer wieder  Rinderhirn  gegessen. Gesundheitsminister Bernat Soria beruhigte die Spanier: es sei keine Epidemie zu erwarten, wenn auch immer wieder einzelne Fälle dieser oftmals tödlichen Krankheit  bekannt werden könnten.

 

 

Gefährlicher Straftäter ausgebrochen

Das gibt es immer noch: einem Gewalttäter gelingt der Ausbruch aus dem Kerker.

So geschehen am Montag  in dem Zellengefängnis des Gerichtes von Reus. Der Mann von kräftiger Statur und 1,80 m Größe war dorthin transportiert worden, um als Beschuldigter eines Tötungsdeliktes auszusagen. Der Mann hatte es geschafft, die Metalltür der Zelle aufzubrechen und zu fliehen.  Die  Guardia Civil begnügte sich nicht damit, verstärkt nach dem Flüchtling zu suchen, sondern eröffnete auch eine interne Ermittlung, weshalb man den als gefährlich geltenden Mann nicht besser bewacht hatte.

 

 

Justizstreik beendet

Nach über zwei Monaten Streik des Justizpersonals haben in sieben Autonomiegebieten die Beamten ihre Arbeit wiederaufgenommen.  Der Ausstand hatte die Tätigkeit des Obersten Gerichtshofes und des Zentralregisters in Madrid völlig gelähmt und zu einer Anhäufung von unbearbeiteten Fällen geführt. Deren Aufarbeitung dürfte Monate, wenn nicht Jahre dauern. Der Justizminister, Mariano Fernández Bermejo, unterzeichnete eine Vereinbarung mit den Gewerkschaften CCOO und UGT über die zusätzlich Zahlung von 190 Euro pro Beamten in mehreren Etappen. Ganz besonders schwer betroffen waren die Abteilungen der Standesämter, die für die Eintragung von Geburten und Todesfällen zuständig sind.  Der wochenlange Streik hatte auch einige Schwierigkeiten bei der Beachtung von Fristen für Untersuchungshäftlinge mit sich gebracht. Ein noch längerer Streik hätte bedeuten können, dass man Angeklagte auch schwerer Verbrechen hätte auf freien Fuß setzen müssen, weil die Frist bis zur Anklageerhebung verstrichen gewesen wäre.

 

50 Schildkröten bekamen Paten

Seit Jahren kämpfen sie für die Erhaltung gewisser Schildkrötenarten des Mittelmeeres.

Und das kostet nicht nur guten Willen und Sachkunde, sondern vor allem auch Geld.

Wie einer der Leiter der Schildkrötenzuchtstation in den Alberabergen, Joan Budó, jetzt mitteilte, haben inzwischen 50 Exemplare der Art Testudo Hermanni Hermanni  einen Paten oder eine Patin gefunden. Die Patenschaft besteht darin, einen jährlichen finanziellen Beitrag zu leisten, um die Station am Leben zu erhalten. Die meisten Paten sind übrigens nicht aus dem Hohen Ampurdan, sondern Menschen aus den Provinzen Lerida und Tarragona. Für 20 Euro Beitrag pro Jahr erhalten diese Gönner freien Eintritt in der Station, ein Diplom und einen Mitgliedsausweis, der mit einer vierstelligen Zahl genau die Schildkröte ausweist, die sich der-oder diejenige ausgesucht hat.  Derzeit beherbergt die Station 140 ausgewachsene Tiere, die normalerweise jährlich zwischen 300 und 350 Junge erzeugen. Diese Brut wird zwei Mal pro Jahr, nämlich im Frühjahr und im Herbst, in die freie Wildbahn entlassen.

Viele von ihnen erreichen dabei allerdings nicht das Erwachsenenalter: sie werden von Menschen aufgesammelt und in Wohnungen gebracht, sie sterben bei Waldbränden oder fallen fleischfressenden Tieren zum Opfer.

 

Woody Allens Film nicht auf Spanisch

Der Film „Vicky Cristina Barcelona“, den der Amerikaner Woody Allen im letzten Sommer zum Teil in Barcelona, zum Teil in Asturien drehte, kommt am 19. September in die spanischen Kinos. In Katalonien wird man ihn jedoch nicht auf Spanisch, sondern nur auf Katalanisch oder in der Originalform US-amerikanisch mit Untertiteln sehen können. Das teilte Jaume Roures mit, der Aktien der Firma Mediapro hält, die entscheidend an  der Herstellung des Films beteiligt war.

Das romantische  Werk mit den Darstellern Penélope Cruz, Scarlett Joahnsson und Javier Bardem „könnte möglicherweise“ sogar das Filmfestival von Cannes am 14. Mai eröffnen, sagte Roures.  Mediapro bestätigte den Abschluß eines Vertrages für die Herstellung von drei weiteren Filmen mit Woody Allen. Auf die Frage, ob die auch in Katalonien spielen werden, antwortete Roures ausweichend: der Meister werde drehen, wo er es für richtig halte. Er selbst jedoch fühle sich „keineswegs stimuliert, noch einmal hier zu drehen“.

 

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08.04.2008

 

Frankreich und Belgien sollen ETA-Konten sperren

In seinem unermüdlichen Bestreben, die baskische ETA finanziell auszutrocknen, hat Untersuchungsrichter Baltasar Garzón  die zuständigen Stellen in Frankreich und Belgien gebeten, neun Konten zu sperren, die  auf die Namen von hochrangigen Mitgliedern der Partei Batasuna lauten. Batasuna ist der politische Arm der Terrororganisation und seit mehreren Jahren in Spanien illegal. Der Richter verfolgt mit dieser Initiative die Spur von 208.000 Euro, die die Partei vermutlich von der Kommunistischen Partei des Baskenlandes (PCTV) erhielt und unter sich aufteilte.

 

Der Braunbär hat Vorfahrt

Einmal behielten die  Umweltschützer  recht: die Tierwelt geht vor. Im Gebirge San Glorio zwischen den Provinzen León und Palencia können die wenigen Exemplare von Braunbären, die noch auf freier Wildbahn leben, auch in Zukunft genüßlich und in Frieden ihre Brombeeren fressen. Der Gerichtshof von Castilla y León hat sich gegen ein Projekt entschieden, das den Bau einer Skistation in diesem Bergen vorsah.  Mit einem Aufwand von 100 Millionen Euro sollte dort oben neben den Wintersportanlagen auch ein großer Freizeitpark errichtet werden.  Die Autonomieregierung will gegen das Urteil Einspruch beim Höchsten Gerichtshof einlegen, da das ehrgeizige Projekt seinerzeit von der PP, den Sozialisten und der Mehrheit der dortigen Bürger gebilligt worden war.

 

 

FESTIMATGE in Calella

Vom 5. bis zum 27. April  findet in Calella (Maresme) ein Film-und Foto-Festival statt. Es nennt sich FESTIMATGE und kann im Internet unter www.fotofilmcalella.org aufgerufen werden.  Das Ereignis feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag.  Die Veranstaltung teilt sich auf in ein internationales Kinotreffen, den 14. Preis für einen Kurzfilm und den 32. Preis für Fotos.  Calella will aus diesem Anlaß die Imagehauptstadt Europas  sein. Der Mehrzwecksaal des alten Rathauses am Platz der Constitución beherbergt mehre Fotoausstellungen. Viele Geschäfte der Ortschaft, die als eine der ersten den deutschen Massentourismus erlebte, stellen anläßlich der FESTIMATGE  Fotos aus, die sie selbst zur Prämiierung eingereicht hatten.

 

 

Zäher Rückreiseverkehr

Das schöne Wetter des Wochenendes, gepaart mit der Ankündigung einer Regenwoche ab Montag, führte dazu, dass viel mehr Menschen als sonst  Ausflüge in die Umgebung, besonders ans Meer machten. Entsprechend zäh war der Rückreiseverkehr am Sonntag in Richtung Barcelona und Gerona. An der Mautstelle von Maçanet kam es zu einer fünfzehn Kilometer langen Autoschlange und vor Gerona  stauten sich immerhin noch zwei Kilometer weit die Fahrzeuge.

 

 

Überfall auf einen alten Mann

Die Polizei suchte am Wochenende fieberhaft nach drei Einbrechern, die einen 84jährigen Mann in seiner Wohnung in Figueras überfallen und ihm 25.000 Euro in bar beziehungsweise in Wertobjekten geraubt hatten.  Zu den Tätern gehörte eine Frau, die zusammen mit Quim Punset den Lift betrat, der den alten Mann zu seiner Wohnung bringen sollte. Dort erwarteten ihn zwei vermummte Männer, die ihn in die Wohnung stießen und ihn in einem Zimmer einschlossen, während sie die Räume nach Wertsachen durchsuchten.  Die Frau hatte Punset im Aufzug auf Spanisch angesprochen, die anderen Täter gaben keinen Ton von sich, sodass dem alten Herrn eine Identifizierung schwer fallen dürfte.  Vor der Presse gab Punset an, er habe sich trotz des brutalen Überfalls nicht gefürchtet: während des Bürgerkrieges habe er schlimmere Situationen durchgestanden.

 

 

Rumänen fesselten Prostituierte

Ein rumänisches Paar  wurde am Samstag von der Polizei gefaßt, als ihr Auto auf der Landstrasse nach Boadella im Hohen Ampurdan einen Unfall verursachte und dabei offenkundig wurde, dass sie auf dem Rücksitz ein an Händen und Füssen gefesseltes junges Mädchen liegen hatten. Es handelte sich um eine rumänische Prostituierte, die ihrem Beruf in einer Bar nachging. Die Polizei ging zunächst von einer  Entführung aus, doch fehlte eine Lösegeldforderung, sodass die Anklage an das rumänische Paar auf illegale Festnahme lauten dürfte. Die junge Frau wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus von Figueras eingeliefert, konnte jedoch am selben Tag wieder entlassen werden.

 

 

Segen für die Pferde

Im Frühjahr findet in Katalonien traditionell die Segnung der Tiere statt. Aus diesem Anlaß gab es in mehreren Ortschaften Umzüge mit Pferden und Reitern, die zum Teil in historischen Gewändern und Uniformen unterwegs waren. In Santa Cristina de Aro schlossen sich mehrere alte Kutschen an. Vor dem alten Rathaus segnete dann ein Priester die Tiere. In Vilafant hinter Figueras gab es den 12. Gastronomietag  für Kaninchen mit einer Anzahl lebender  Tiere, für die sich besonders die Kinder interessierten. Begleitet wurde das Ereignis von einem Markt für hausgemachte Produkte und eine Ausstellung alter Landwirtschaftsgeräte.  Dazu gab es Sardanamusik.

 

 

Schlag gegen Kinderpornographie

In elf der siebzehn spanischen Autonomiegebiete schlug die  Nationalpolizei gegen Kinderschänder zu.  41 Personen wurden festgenommen, weil sie im Internet nach solchen Seiten gesucht und diese untereinander ausgetauscht hatten.  Über 100 Ermittlungsbeamte hatten monatelang recherchiert und für Anzeigen aus der Bevölkerung eine Internetadresse  bereitgestellt. Denuncias.pornografia.infantil@policia.es   Wie bei früheren Razzien fand die Polizei  auch in diesem Fall ein breit gefächertes soziales Umfeld der Päderasten vor: von einfachen Arbeitern, Studenten bis hin zu Informatikspezialisten,  Architekten, Ingenieuren oder  Fluglotsen.

Zu den beschlagnahmten Datenträgern gehörten 46 Festplatten, 10 tragbare PCs und  über 200 dvds.

 

 

Vorsicht Hai!

Ein sieben Meter langer Hai wurde in der letzten Woche  am Strand von Barcelona gesichtet, später vor der Ortschaft Vilanova y la Geltrú.  Das Tier dürfte verletzt sein. Unter www.lavanguardia.es kann ein Video eingesehen werden. Das Zentrum für Tierrettung versuchte den Hai einzufangen, um ihn zu behandeln, sofern er, wie das Video andeutet, verletzt sein sollte.

 

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07.04.2008

AVE Barcelona-Valencia erst 2015

Die Bahnverbindung zwischen der katalanischen Hauptstadt und Valencia, der Hauptstadt des gleichnamigen Autonomiegebietes, sieht frühestens für 2015 eine Hochgeschwindigkeitsverbindung vom Typ AVE vor. Bisher regiert auf dieser Strecke der EUROMED, der nach Ansicht von Fachleuten zufriedenstellend funktioniert. Derzeit braucht der Euromed genau drei Stunden  für die 330 Kilometer Entfernung. Wenn wie geplant eine Schnellstrecke zwischen Castellón und Valencia parallel zur bisherigen Schiene verlegt wird, verkürzt sich die Reisezeit auf genau zwei Stunden.  Katalonien  fordert – kaum dass der AVE zwischen Madrid und Barcelona in Dienst gestellt wurde, - nun eine schleunige Bearbeitung dieses Großprojektes durch das Madrider Ministerium für Öffentliche Arbeiten. Barcelona unterstreicht, dass 47% der spanischen Bevölkerung innerhalb des „Mittelmeerkorridors“ lebe und einen ähnlich großen Anteil am Bruttoinlandsprodukt erwirtschafte, weshalb diese Gegend vorrangig mit Schnellverbindungen ausgestattet werden müsse. Wenn man heute die knapp 600 Kilometer zwischen Barcelona und Madrid in  zweieinhalb Stunden bewältige, sei es nicht einzusehen, dass man für die 330 Kilometer zwischen Barcelona und Valencia noch immer volle drei Stunden Reisezeit rechnen müsse.

 

 

Zapateros Augenbrauen als Gaumenfreude

Aus der Keksstadt Aguilar de Campo in der Provinz Palencia kam jetzt ein neues Gebäck  auf den Markt, das eigentlich als Scherz im Wahlkampf gedacht war, aber inzwischen ein echter Renner auf dem Süssgebäckmarkt  geworden ist. Der Konditor Rafael Alonso, el Zamorano, überzeugter Sozialist, gebürtig aus Zamora, ließ sich ein Blätterteigteil in Hakenform einfallen, außen verziert mit schwarzer Schokolade und das ganze mit  einer Glasur aus Zucker und Eiweiß überzogen.  Nach den Worten des Erfinders dieser „Wahlkampfhilfe“ soll der süße Zuckerguß die guten Zeiten der Regierung Zapatero symbolisieren, die schwarze Schokolade die Bitterkeit , die er durch das Verhalten  der ETA zu ertragen hatte.  Eingepackt sind diese originellen Gebäckstucke in einen Pappkarton mit einer Karikatur von Zapatero mit seinen ungewöhnlich schwarzen und gezackten  Augenbrauen. Die Beschriftung sagt: un placer con talante = ein Vergnügen mit Stil. Die spanische Öffentlichkeit, vor allem aber auch die Presse hatte in den letzten vier Jahren den Stil des Regierungschefs immer wieder lobend erwähnt.

Alonso, seine Frau und der Sohn greifen inzwischen kräftig mit zu, um pro Tag 1.300 solcher „Augenbrauen“ herzustellen und zu verpacken und schon sind sie wieder verkauft.  Pro Karton werden 300 Gramm Gebäck verpackt. Die Schachtel kostet 4,25 Euro. Der Konditor ist sicher, dass er bei größerer Produktion noch mehr davon verkaufen könnte, aber die Arbeitskraft der drei gutgelaunten Bäckersleute ist inzwischen erschöpft.

AE

 

 

Wieder Fahnenstreit

Einige Städte Spaniens müssen per Gerichtsurteil daran erinnert werden, dass auch für sie die spanische Fahne gilt. So soll  in San Sebastián im Baskenland „bald“ die gelbrote Flagge am Rathaus aufgezogen werden, wie es die Rechtsordnung vorschreibt. Bisher wehte dort nur die baskische ikurriña. Der Katalane Carod- Rovira mußte sich vor einigen Tagen bei der Einweihung einer sogenannten katalanischen Botschaft in der deutschen Hauptstadt Berlin fragen lassen, warum auf dem Gebäude nur die senyera, also die katalanische Fahne, zu sehen sei, nicht aber die spanische. Carod gab grob zurück, das neue katalanische Autonomiestatut erlaube es, nur die katalanischen Farben zu zeigen, die spanischen habe man nicht eingepackt. Ein spanischer Journalist, der die Frage gestellt hatte, gab mit feiner Ironie zurück: „ich dachte, sie sei gerade in der Reinigung“.

 

 

Betrunken zu einem Gerichtstermin

Er sollte bei einem Gericht in La Pobla de Segur in der Provinz Lerida als Zeuge bei einem frühreren  Verkehrsunfall aussagen, bei dem Alkohol im Spiel gewesen war. Doch die Fahrt endete in einem Patrouillenwagen der Mossos. Der junge Mann war ohne Führerschein und offensichtlich angetrunken unterwegs. Ausserdem war das Fahrzeug nicht versichert. Die Polizisten waren wegen eines gefährlichen Überholmanövers auf ihn aufmerksam geworden und unterzogen ihn  einem Alkoholtest. Bei Gericht durfte er dennoch auftreten, verließ das Gerichtsgebäude, das er als Zeuge betreten hatte, als Beschuldigter.

 

 

Der Park von Poblenou eingeweiht

Was der französische Architekt Jean Nouvel als „städtischen Urwald“ für den Bezirk Poblenou in Barcelona gestalten wollte, stellte sich bei der Einweihung am Wochenende durch Bürgermeister Jordi Hereu als  eine Embryon dieser Idee dar. Mindestens sechs Jahre würden vergehen, darin waren sich Nouvel und Hereu einig, ehe aus dem 5,5 Hektor großen Gelände eine „grüne Lunge“ für die Stadt geworden sei. Zunächst sahen die Besucher vor allem einen riesigen Zirkel  geometrisch angeordneter Büsche rund um einen nüchternen Betonbrunnen. Das Landschaftsgestaltungsprojekt kostete bisher 20 Millionen Euro und dürfte angesichts des Wassermangels in Katalonien  viele Kritiker auf den Plan rufen, da die Berieselung einer solch großen, intensiv bepflanzten Fläche  Probleme aufwirft.

 

 

Zwei neue Fähren nach Italien

Die Beliebtheit von Seereisen nimmt bei den Bürgern zu. Italien verstärkt daher seine Schiffsverbindungen mit Spanien durch die Indienststellung von  zwei neuen Fährschiffen allerneuester Ausstattung, die sowohl Passagiere wie auch Fracht transportieren sollen.  Eines der Fährschiffe, die Tenacia der Reederei Grani Navi Veloci befährt die Linie Barcelona –Genua. Auf dieser Strecke verkehren bereits die Schwesterschiffe Coraggio und Audacia . Die neue Fähre kann 900 Passagiere befördern und bietet den Luxus eines Hotels mit 1.400 Quadratmetern Salons, Bar, Restaurant, 104 Kojen und Schlafsesseln. Die meisten der zukünftigen Passagiere haben auf der Fähre auch ihre eigenen Autos dabei. Die Reederei Grimaldo  stellt am 15. April in Barcelona ihr Flaggschiff Cruise Roma mit 225 Metern Länge, 55.000 Bruttoregistertonnen und einem Passagiervolumen von 2.300 Personen vor.  In Zukunft soll dieses stolze Schiff Barcelona mit dem Hafen Civitavecchia /Rom verbinden.Drei mal pro Woche fährt es dann von Barcelona ab, und zwar dienstags, donnerstags und samstags und Rückkehr jeweils montags, mittwochs und freitags. Die Fahrzeit beträgt rund 19 Stunden.

 

 

April, April!

Er ist der vierte Monat des Jahres und der zweite des Frühjahrs.  Das typische Aprilwetter bedeutet, der Monat wechselt zwischen Lachen und Weinen ab. Auf das kalte Meerwasser in unseren Breiten folgen steigende Lufttemperaturen, aber ab  und zu hinterläßt uns der abziehende Winter noch die eine oder  andere Kältewelle. Darum regnet es im April und allerhand Bauernweisheiten ranken sich um das Wetterphänomen.  „Abril, para ser abril, ha de tener aguas mil“ (wenn ein April ein echter April sein will, muß es tausend mal regnen). Andere wiederum behaupten: „en abril todas las aguas caben en un barril“ (im April hat der ganze Regen in einem Faß Platz). Überschlaue Katalanenbauern sichern sich allerdings mit einem Nebensatz ab : „les aigües d’abril totes caben dins d’un barril; pero si el barril no té fons, no caben en tot el món“ (Das ganze Aprilwasser paßt in ein Faß, aber wenn das Faß keinen Boden hat, paßt es nicht einmal in die ganze Welt).

Gelobt wird der Aprilregen deshalb, weil die Saat längst ausgebracht ist und dringend jeden Tropfen Wasser braucht. „Agua de abril, cada gota vale mil“ (Bei Aprilregen ist jeder Tropfen tausend wert). „Abril mojado de pan viene cargado“ sagt aus, dass ein feuchter April kräftiges  Brot  erzeugt.

 

 

Letizia wurde Tante

Telma Ortíz, die Schwester von Doña Letizia, wurde Mutter einer Tochter. Sie soll Amanda heißen und macht die Ehefrau von Kronprinz Felipe damit zur Tante.  Das Ereignis wurde in der bürgerlichen wie der  Königsfamilie mit  Freude aufgenommen. Die 34jährige Telma und ihr  Lebensgefährte Enrique Martin-Llop arbeiten in Asien als  Entwicklungshelfer. Das Kind sollte aber im heimatlichen Spanien zur Welt kommen.  Die hochschwangere Frau und ihr Mann waren am 28. März in ein Krankenhaus in Madrid  gegangen, ohne besonderen Polizeischutz, wie die Presse erstaunt vermeldete. Mutter und Kind befanden sich  nach der natürlichen Geburt in bester Verfassung. Die Töchter von Don Felipe und Doña Letizia , Leonor (2 ½ Jahre alt) und Sofía (11 Monate) erwarten schon gespannt den Moment, wo sie ihre neugeborene Cousine kennenlernen dürfen.

Die dritte Tochter des geschiedenen Ehepaares Juan Ortíz und  Paloma Rocasolano , Erika Ortíz, selbst Mutter einer Tochter, hatte sich im Januar 2007 im Zustand einer schweren Depression das Leben genommen.

 

 







 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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