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21.03.2008 Wer will ein menschenleeres Barcelona? Meinungsumfragen das große Geschäft unserer modernen Welt. Jetzt wurden die Bürger von Barcelona befragt, ob sie es schöner fänden, wenn die Stadt über Ostern weitgehend menschenleer sei. Fast 70 % sagten JA. Vor allem die Frauen gaben an, weniger Rummel und Trubel gebe bessere Gelegenheiten zum Einkaufen und zum Schaufensterbummel. Bei den restlichen 30%, die lieber Hektik, Verkehr und volle Strassen haben, waren mehrheitlich Männer. Den meisten Befragten schien entgangen zu sein, dass während der Osterfeiertage ihre Großstadt durchaus nicht menschenleerer oder fast ausgestorben sein wird, sondern im Gegenteil überschwemmt von Touristen aus aller Welt. Das Hotelgewerbe jedenfalls gab bereits eine Belegungsquote von mindestens 80 % bekannt.
Taubenplage in Barcelona In den letzten 15 Jahren hat sich die Taubenpopulation in der katalanischen Hauptstadt um rund 75.000 Tiere auf geschätzte 256.000 erhöht. Kein Wunder, dass die Strassen, Plätze und Balkons unter den Folgen zu leiden haben und selbst tierliebende Menschen gerne etwas weniger Vögel dieser Gattung sehen würden. Anfangs waren es vor allem die Ciutat Vella, el Eixample und Sants, wo die Tauben genug Altbauten mit Löchern und Vorsprüngen fanden, in denen sie nisten konnten. Ausserdem lebten dort die meisten alten Leute, die sich als fleißige Fütterer betätigten. Inzwischen bleibt kein Bezirk mehr von den Vögeln verschont. Die Stadtverwaltung wird daher in Zukunft verstärkt Fänger aussenden, um die Taubenplage einzudämmen. Ob es gelingt?
Guggenheim entdeckt den Surrealismus Das berühmte Guggenheim-Museum in Bilbao stellt noch bis zum 6.September dieses Jahres 250 Schöpfungen verschiedenster Künstler aus den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts aus, also der Zeit des Surrealismus, dessen inzwischen berühmtester Vertreter Salvador Dalí aus Figueras ist. Seine Werke sind denn auch in Bilbao allgegenwärtig. Carlos de Beistegui, Peggy Guggenheim und Edward James waren die wichtigsten Mäzene für diese sehenswerte Ausstellung. Wer also mehrere Monate des Jahres hier lebt oder sogar ganzjährig ansässig ist, dem ist eine Reise ins Baskenland empfohlen. Einzelheiten über das Internet.
Darmtransplantation in Barcelona Das berühmte Krankenhaus Vall d’Hebron in Barcelona wagte eine riskante Operation. Sie nahm eine Darmtransplantation aus Spenderorganen an einem 38 jährigen Mann vor, der seit einiger Zeit nur noch durch Sonden ernährt werden konnte. Diese Art von Transplantation wurde bisher weitweit nur 2.300 mal ausgeführt. Im vorliegenden Fall wurden der gesamte Dünndarm und ein Teil des Dickdarms entfernt und durch das Spenderorgan ersetzt.. Bei dieser delikaten Operation besteht ein besonders hohes Risiko der Gewebeabstoßung. Trotzdem sind die Chancen zum Überleben mit 75% im ersten Jahr und mit immerhin 70% innerhalb der ersten fünf Jahre noch vertrauenerweckend für Patienten, für die diese Lösung die einzige ist, wenn sie nicht früh sterben wollen.
FBI und Mossos gegen Kunstfälschung Die katalanische Regionalpolizei Mossos d’Esquadra hatte ihre große Stunde: sie wurde in die Ermittlungen gegen einen international operierenden Fälscherring einbezogen. Die Täter hatten Werke von Picasso, Miró, Chagall, Tapies und Dalí gefälscht. Die Ermittlungen des amerikanischen FBI hatten dabei Spuren aufgedeckt, die bis in eine Fälscherwerkstatt in Barcelona und eine andere in Mailand führten. Die entsprechenden Verhaftungen waren bereits im November letzten Jahres erfolgt, doch erst jetzt wurden die Ergebnisse der Fahnung in Illinois bekanntgegeben. Dabei wurde Kommissar Antoni Permanyer von den Mossos lobend erwähnt. In Katalonien wurden im Zusammenhang mit diesen Straftaten acht Menschen verhaftet, die meisten davon bekannte Galeristen. Sie hatten die Fälscherprodukte unter ihre sonstigen Werke gemischt.
Frauen im Krieg In Bagur wurde am Donnerstag eine Ausstellung mit dem Titel „Frauen angesichts des Krieges“ eröffnet. Diese Wanderausstellung zeigt Bilder von Frauen aus verschiedenen Ländern, die sich in Kriegszeiten befanden und mit den Folgen von Kriegen konfrontiert waren. Die Ausstellung ist zu sehen im Centre Cultural Escoles Velles, in der Strasse Buenaventura Carreras 11.
Viel Rummel auf den Skihängen Die guten Schneeverhältnisse und die Aussicht auf noch mehr weiße Niederschläge sorgen dafür, dass die Skiorte in den Pyrenäen bewegte, abwechslungsreiche Ostertage erleben werden. In La Molina finden Samstag und Sonntag die Katalanischen Meisterschaften im Snowboard /boarder cross statt. Anschliessend werden die Wettbewerbe für Behinderte auf alpinen Skipisten ausgetragen. Die Teilnehmer sind zum Teil körperlich behindert, zum Teil haben sie schwere Sehschäden. In Núria setzt man mehr auf Familienvergnügen. So wird am Samstag der Zauberer Albert Llorens erwartet, wo er ab 22.00 Uhr im Saló del Estatut auftritt. Für die Kleinen gibt es am Sonntag ab 16.00 Uhr im Auditorium eine Kindervorstellung.
Andorra will das Bankgeheimnis wahren Der Regierungschef des Zwergstaates Andorra an der Grenze zu Frankreich ist überzeugt: Andorra hat sein schlechtes Image als Steuerparadies längst verloren. In einem Zeitungsinterview sagte Albert Pintat, es gebe heute von den ehemals 40 Steuerparadiesen nur noch drei, die sich weigerten, die Liste der OECD zu unterzeichnen, in der eine Aufhebung des Bankgeheimnisses gefordert wird. Ein solches Bankgeheimnis werde aber auch noch von anderen Territorien gewahrt und er werde mit Klauen und Zähnen dafür kämpfen, dass dies auch weiterhin für Andorra gelte. Allerdings räumte er ein: „wenn wir unterzeichnen müssen, werden wir es tun“.
Sie kommen aufeinander zu Nach der teilweise künstlichen Spannung, die während des Wahlkampfes in Spanien zwischen den beiden großen Parteien PSOE und PP herrschte, gab der eindeutige Wahlausgang den Weg frei, um zu einer von der Vernunft geleiteten Politik zurückzufinden. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde jetzt erzielt: beide Parteien bemühten sich um eine einvernehmliche Lösung bei der Besetzung der hohen Ämter des Generalrats der Justiz, einem Organ, das das Verhalten der Richter in diesem Land kontrolliert und bei Verstößen gegen die Rechtsordnung sanktioniert. Von jetzt an soll jede der beiden großen Parteien neun Vertreter bestimmen, die zwei restlichen der insgesamt 20 vorgesehenen Posten sollen von den kleinen Parteien entsendet werden, die im Parlament noch als Fraktion vertreten sind. Das sind nach dem Ausscheiden von ERC und IU noch die Gruppen CIU und die baskische Partei PNV. Weniger einfach wird die Neubesetzung des Tribunal Constitucional sein, also des Verfassungsgerichtshofes. Die konservative PP verlangt nämlich, dass dieses Gericht in der derzeitigen Besetzung das Urteil über das neue katalanische Autonomiestatut fällt, gegen das die PP geklagt hat. Da dieses Urteil für den Sommer erwartet wird, könnte die Neubesetzung des Verfassungsgerichtshofes im Herbst erfolgen. Die katalanischen „Nationalisten“ sehen diesem Urteilsspruch mit Bangen entgegen, denn sollten die obersten Verfassungshüter der Meinung sein, mehrere Bestimmungen verletzten die spanischen Hoheitsrechte – die ebenfalls verfassungsmässig garantiert sind -, dann könnte das neue Statut noch kippen und mit ihm viele weitgehende Forderungen der katalanischen politischen Klasse. AE 20.03.2008 Kälte für Ostern Die Obstbäume blühen prächtig, die Wiesenblumen genießen die warmen Sonnenstrahlen, in vielen Gärten hängen schon die Ostereier als Schmuck in den in zartem Grün austreibenden Büschen – und nun zieht eine Kältewelle heran. Am Karfreitag bedeckt sich der Himmel und es beginnt in den Pyrenäen bis hinab auf 500 Meter Höhe zu schneien. Auch an der Küste bleibt es stark bewölkt. Am Ostersamstag soll dann nach der Wettervorhersage eine richtige Kältewelle kommen, begleitet in Gerona, Barcelona und im Norden der Provinz Tarragona von schweren Stürmen. Na dann viel Spaß bei Ostereiersuchen!
Rosas bekommt 1000 neue Häuser Rosas ist nach Gerona und Figueras diejenige Ortschaft dieser Gegend, die in den nächsten Jahren die meisten Neubauten verzeichnen wird. 1126 sind in Planung, davon 563 als Sozialbauten auf einem Gelände von 22 Hektar. Ein weiteres Dutzend Orte in der Gemarkung Gerona wollen die Vorteile des neuen Gesetzes in Anspruch nehmen, das die Generalitat im Oktober letzten Jahres verabschiedete und das Bauland für die Errichtung von Wohnungen zu erschwinglichen Preisen zum Inhalt hat.
Ein Steinbruch in der Albera? Ausgerechnet in der unberührten Natur der Alberahügelkette rund um die Grenzstadt La Jonquera soll nun auch noch ein Steinbruch entstehen, um Granitgestein abzubauen. Der Unternehmer gehört der Privatwirtschaft an. Er hat sich damit den Protest eines großen Teils der umliegenden Ortschaften und ihrer Bürger eingehandelt, die nach den Grossbauten der AP-7, der Nationalstrasse II, dem Hochgeschwindigkeitszug und voraussichtlich der Hochspannungsleitung hinüber nach Frankreich genug haben von der Landschaftsschändung. Eine grundsätzlich positive Entscheidung über die Schaffung eines solchen Steinbruchs soll bereits gefallen sein, doch laufen eine Anzahl Umweltschutzvereine, Sportvereine und Wandergruppen Sturm gegen den Plan und brachten ihre Einwände beim zuständigen Gemeindeamt vor. Die letzte Entscheidung steht also noch aus.
Brautgeld für die Dorfschule Man kann aus allem Geld machen, wenn man die nötige Findigkeit besitzt. Der Bürgermeister des kleinen Ortes hinter Figueras, Avinyonet de Puigventós will den Betrag, den Brautleute bezahlen müssen, wenn sie von ihm getraut werden wollen, von 100 auf 150 Euro erhöhen. Für diesen Sommer sind bereits rund 30 Eheschliessungen angemeldet, sodass der Bürgermeister mit etwa 4.500 Euro Einnahmen rechnet. Diese Summe will er allerdings in vollem Umfang der Dorfschule zugute kommen lassen. Damit sollen Basketballkörbe und verschiedene Sport-und Spielgeräte angeschafft werden. Des Rätsels Lösung für diese ungewöhnliche Initiative: wer in Avinyonet de Puigventós heiratet, gestaltet das Essen und die Feier normalerweise in dem hochrangigen und entsprechend teuren Restaurant Mas Pau. Aus dem Ort selbst stammt kaum ein Brautpaar, es sind fast alle junge Leute aus finanzstarken Familien aus Barcelona und Umgebung.
Erdbeerregen An dem Kreisel von Vila-sacra ging ein Regen von Erdbeeren nieder, als ein LKW, der mit riesigen Mengen dieser Früchte unterwegs war, ins Schleudern geriet und umkippte. Es dauerte Stunden, bis diese teuren Früchte wieder eingesammelt und auf einen anderen LKW umgeladen waren. Der Unglücksfahrer blieb wie ein Wunder unverletzt. Der Verkehr mußte stundenlang umgeleitet werden.
35.000 neue Bäume Am 30. März werden in Katalonien rund 35.000 Bäume neu gepflanzt. An der Inititative beteiligen sich acht Naturschutzgebiete der Provinz Gerona, davon drei im Ampurdan: in San Pedro Pescador, in la Garriga d’Avinyonet und die Gegend um die Schildkrötenzuchtstation in den Alberabergen. Das Großunternehmen geht auf die UNO und ihr Umweltschutzprojekt zurück. Demnach sollen innerhalb von 10 Jahren eine Milliarde Bäume neu gepflanzt werden, um den Verlust von 140 Milliarden Bäumen auszugleichen, die in der Zeit von 1990 bis 2000 verlorengingen.
Haftstrafen für Fahren ohne Führerschein Ab dem 1. Mai soll es soweit sein: wer ohne Führerschein erwischt wird, weil er ihn a) niemals gemacht hat, b)weil er ihm durch richterlichen Beschluß entzogen wurde oder 3) weil alle Punkte darauf flöten gingen, der soll möglicherweise im Gefängnis landen. Die Haftstrafen dafür wurden schon im Dezember letzten Jahres festgelegt, doch hatte sich die Regierung entschlossen, einige Monate Schonfrist einzulegen, um den Betroffenen die Möglichkeit zu geben, ihre Situation zu legalisieren. Das Thema hat weitreichende Folgen für die Autoversicherungen.
Opfer der Brandkatastrophe Der Brand in einem Wohnhaus in Barcelona, den eine von einer Räumungsklage bedrohte Frau legte und der drei Menschen in den Tod riß, hinterließ solche Schäden, dass die anderen Bewohner voraussichtlich erst in einigen Wochen in ihre Wohnungen zurückkehren können. Licht, Gas und Wasser sind in dem gesamten Gebäude gestört und werden wohl erst in einigen Wochen ganz wiederhergestellt sein. Die Polizei ließ deshalb einige der Betroffenen in ihre beschädigten Wohnungen zurückkehren, um sich persönliche Sachen daraus zu holen.
Vier mal Gold für Spanien Die spanischen Damen haben bei den Europameisterschaften im holländischen Eindhoven vier Goldmedaillen im Wasserballett gewonnen. Die Katalanin Gemma Mengual, die die Gruppe anführte, zeigte diese Medaillen voller Stolz vor, als sie am Mittwoch in Barcelona Prat landete. Jetzt erst recht, meinte die Meisterschwimmerin: bei den olympischen Sommerspielen in Peking müsse es ebenfalls zu Gold kommen. „Olympiagold ist der Traum jedes Sportlers“, meinte Mengual, die in Athen nicht bis aufs Treppchen kam. 19.03.2008 Castelló vermißt die Deutschen! Am Anfang waren sie hoch angesehen aufgrund ihrer wirtschaftlichen Stärke und dem Mut und Gottvertrauen, mit dem sie sich hier ankauften. Sie wurden auch bestens behandelt, die vielen Deutschen, die sich in den Gründerjahren der Urbanisation Ampuriabrava hier niederliessen, Häuser bauten, Geschäfte eröffneten und Handwerkerdienste anboten. Aber wie das immer so ist: wo Wohlstand einzieht, geht Wärme verloren. Lange Jahre war dieses Wassersportzentrum international: nicht nur viele Deutsche kamen, sondern auch sehr viele Holländer, Belgier, viele Franzosen, obwohl sie in der Anfangszeit nicht so viel Geld aufbringen konnten wie andere Europäer. Mit den Jahren wuchs und gedieh die großzügig angelegte Urbanisation der drei spanischen Initiatoren gewaltig und im Rathaus wurden die Katalanen stark. Es kamen sonderbare Gesetze aus Barcelona, die beispielsweise die Schilder an Geschäften nicht mehr mehrsprachig dulden wollten, sondern nur noch auf Katalanisch (gerade jetzt wurde in einem Ort weiter südlich ein Immobilienhändler mit einer Geldstrafe belegt, weil er es gewagt hatte, seine Agentur auf Spanisch anzuzeigen). Das Interesse der Gemeinde an weltoffenen, international besetzten Veranstaltungen nahm ab, die mehrsprachige Website ließ man einschlafen und vieles andere mehr Dazu kam die jüngste, etwas undurchsichtige Initiative, die Liegeplätze mit Grundsteuern zu belegen, kurz: es gab Gründe genug für die Deutschen, sich nach anderen Gegenden umzuschauen, um ihr Geld auszugeben. Nun bemerkt man im Gemeindeamt, dass die Deutschen mit ihren dicken Mercedesautos doch wohl ihr Gutes hatten und ihr Ausbleiben bedauerlich ist. So wurde Jesus del Val, ein Urgestein aus Ampuriabrava, nach Berlin geschickt, um Gespräche mit deutschen Institutionen aufzunehmen. Man will die Deutschen wiederhaben! Del Val sprach mit dem spanischen Botschafter in Berlin, Gabriel Busquets Aparicio und mit dem Präsidenten des Bundestages, Norbert Lammert, der seit Jahren Feriengast in Castelló und Ampuriabrava ist. Auch mit dem Vizepräsidenten des ADAS, Ulrich Klaus Becker, führte der Tourismusbeauftragte aus Castelló Gespräche. Der ADAC hatte erst kürzlich den Campingplatz La Laguna in diesem Gemeindegebiet als „Superplatz“ ausgezeichnet. Del Val äußerte in einem Zeitungsinterview, es müsse einen neuen Anstoß geben, um „den deutschen Markt wieder anzulocken“. Als einen der Gründe, weshalb die Deutschen mehrheitlich unserer Gegend den Rücken kehrten, seien die hohen Preise. „Bei uns kostet ein Häuschen 400.000 Euro – in Deutschland bekommt man dafür einen Palast“, sagte del Val. Nach seinen Worten „fahren die Mercedes weg, dafür kommen die Peugeots“, in Anspielung darauf, dass inzwischen viele Franzosen die Nachfolge der finanzstarken Deutschen angetreten haben, nur eben auf bescheidenerem Niveau. Fazit: man soll die Hühner nicht schlachten, die goldene Eier legen. A. Eisenführ
Mehr Geld für für kleine Unternehmer Die für Arbeit zuständige katalanische Regionalministerin hat einen Plan veröffentlicht, mit dem jungen Unternehmern unter die Arme gegriffen werden soll. Dieses Jahr will das Ministerium 21,5 Millionen Euro darauf verwenden, etwa achttausend neue kleine selbständige Firmen zu gründen. Dafür kommen rund 310.000 Menschen in Katalonien in Betracht.
Mehr Geld für soziale Projekte Die zehn katalanischen Sparkassen werden in diesem Jahr zusammen über 45 Millionen Euro für soziale Projekte der Generalitat bereitstellen. Das ist ein Viertel mehr als noch im vorigen Jahr. Eine entsprechende Vereinbarung wurde jetzt unterzeichnet.
Eisbahn auf der Rambla brachte Defizit Die künstlich angelegte Eislaufbahn auf der Rambla von Figueras über Weihnachten und Neujahr war finanziell kein Erfolg. Das Unternehmen kostete die Stadtverwaltung etwas über 100.000 Euro, von denen nur 37.500 durch Spenden der Anliegergeschäfte aufgebracht wurden, während der Eintritt 36.000 Euro in die Kasse fließen ließ. Demnach blieb ein Defizit von etwa 27.000 Euro.
Funkantenne wieder abbauen Ausgerechnet die höchste Antenne von Rosas für den Handyverkehr muß auf richterlichen Beschluß abmontiert werden. Das Gericht gab damit der Klage der Stadtverwaltung statt. Der Grund: die enorme Höhe der Antenne der Telefonica. Der Aufbau liegt zwischen der Riera Ginjolers und der carrer d’en Mairó. Die Anlieger zeigten sich in der Mehrzahl zufrieden mit dem Gerichtsurteil. In um Rosas sind derzeit 17 solcher Antennen im Einsatz, doch mit geringeren Höhen als das umstrittene Grossgerät.
ETA-Aktivisten nach Spanien unterwegs? Ein gestohlener Wohnwagen mit ETA-Aktivisten besetzt soll nach Spanien unterwegs sein. Die französische Gendarmerie verständigte darüber die spanischen Sicherheitskräfte. Der Wagen war vor einigen Tagen nördlich von Bordeau gestohlen worden. Zwei Männer hatten nachts an die Tür des Wohnmobils geklopft und sich als Polizisten ausgegeben, die eine Kontrolle durchführen wollten. Das Ehepaar, das im Inneren schlief, wurde überrumpelt, sodass die Täter, denen offenbar ein dritter Mann in einem kleineren PKW folgte, ungehindert wegfahren konnten. Die Guardia Civil berichtete, dass die ETA schon mehrfach so vorgegangen war, um größere Mengen Sprengstoff über die Grenze nach Spanien zu transportieren.
18.03.2008 Bombe aus dem 19. Jahrhundert gefunden Wahrscheinlich stammt sie aus einem der vielen Kriege gegen Frankreich, eine Bombe, die ein Bürger von Rosas vor einigen Tagen fand. Spezialeinheiten der katalanischen Polizei übernahmen das runde Ungetüm von etwa 100 Kilo Gewicht. Bei dem Versuch, die Bombe zu entschärfen, stellten sie fest, dass kein Sprengstoff im Inneren enthalten war. Die Gemeindeverwaltung von Rosas hat darum gebeten, dieses Relikt aus dem 19. Jahrhundert übernehmen zu dürfen. Es soll im Museum der Zitadelle ausgestellt werden.
Jeder Fünfte bei schlechter Gesundheit Die mentale Gesundheit der Spanier war das Thema einer landesweiten Umfrage . Die Ergebnisse waren erschreckend: 27% der Frauen zeigten Symptome für eine Geisteskrankheit oder seelische Störungen auf, die sie bei der Wahrnehmung ihrer täglichen Aufgaben behinderten. Bei den Männern waren es unter 16%. In Katalonien gaben knapp 14% der Betragten an, sie hätten im letzten Jahr eine Depression oder Angstzustände gehabt. Bei den Kindern und Jugendlichen waren die Zahlen noch beängstigender. Zwischen 4 und 15 Jahren waren bei 22% geistig-seelische Störungen anzutreffen wie Hyperaktivität, fehlende Konzentration und Verhaltensstörungen. Die Zahl derjenigen Betroffenen , die sich mit ihren Beschwerden in die Notaufnahme von Krankenhäusern begaben, hat sich in den letzten zwanzig Jahren mehr als verdoppelt. Wie die Befragung von 38.600 Personen ergab, lag die Zahl bei 30%, während sie zwanzig Jahre früher bei 12% gelegen hatte.
Nicht noch mehr einarmige Banditen Die Generalitat hat letzte Woche beschlossen, die Spielhöllen und Spielsalons in Katalonien nicht noch weiter ausufern zu lassen. Derzeit gibt es davon bereits die beträchtliche Zahl von 125 und es soll keine weitere Lizenz vergeben werden. Allenfalls dürfe ein anderes Lokal dieser Art aufmachen, nachdem zuvor eines der bestehenden die Pforten für immer geschlossen habe. Die Entscheidung kam für die Vergnügungs- und Glücksspielbranche nicht überraschend: im Jahr 2005 war ein dreijähriges Moratorium für die Vergabe weiterer Lizenzen ausgesprochen worden. Die Stadt Barcelona hat 42 solcher Lokale und somit 33% aller Lizenzen, gefolgt von Lloret de Mar mit 8. In Bezug auf die Bevölkerungszahl der einzelnen Ortschaften schlägt Lloret damit den Rekod: auf ziemlich genau jeweils 4.000 Bürger kommt eine solche Spielhölle, wo man sein Geld leichter loswird als Gewinne einspielt. Am unteren Ende der Rangliste liegt L’Hospitalet (heute nahezu eine Vorstadt von Barcelona), wo für 250.000 Einwohner nur eine einzige solche „Vergnügungs“möglichkeit besteht.
Molen für Riesenkreuzer ausgebaut Barcelona macht mit dem Kreuzfahrtgeschäft riesige und jedes Jahr steigende Gewinne. Im letzten Jahr stieg der Hochseetourismus auf Luxusdampfern wiederum um 26% und ein Ende ist nicht abzusehen. Daher wird derzeit in Barcelona die sogenannte Mole „Adossat“ ausgebaut. Ein weiteres Terminal für Grosskreuzer soll mit einem Steg das bereits bestehende Terminal so verbinden, dass innerhalb von nur zwei Stunden 6.000 Menschen von Bord gehen und 16.000 Koffer transportiert werden können. Das sogenannte Terminal A, das im April eingeweiht wird, ersetzt das bestehende gleichen Namens und wurde mit einem Budget von 15 Millionen Euro errichtet. In den letzten Jahren hatten zeitweise 30.000 Kreuzfahrttouristen proTag Barcelona besucht. Der Hafen steht noch unbestritten an erster Stelle dieses relativ neuen Massentourismus, doch die Stadt befürchtet, die Spitzenposition einbüssen zu können, wenn sie nicht weiter kräftig auf Ausbau setzt. In Zukunft sollen die größten Dampfer der Welt in Barcelona anlegen können. Am 5. Juni wird die „Independence of the Seas“ erwartet, die 4.370 Passagiere aufnehmen kann. Gegen Weihnachten dürfte die „Fantasía“ mit knapp 4.000 Fahrgästen (das Personal nicht mitgerechnet) eintreffen.
Arbeitskosten gestiegen Das spanische Statistikamt gab die neuesten Zahlen über Arbeitskosten heraus. Demnach mußten die Unternehmen im letzten Quartal des vergangenen Jahres durchschnittlich 4,4% mehr pro Arbeitsstunde ausgeben als im Vergleichszeitraum des Jahres 2006. Mit 6,1% war die Kostenbelastung im Baugewerbe am stärksten, gefolgt von Tätigkeiten im Gesundheitswesen und bei den Tierärzten.
Transsexuelle veränderten ihren Personalausweis Seit einem Jahr kann man in Spanien legal das Geschlecht und seinen Namen ändern, ohne dafür eine richterliche Genehmigung einzuholen oder sich operieren zu lassen. Von dieser neuen Regelung machten bisher etwas über eintausend Männer und Frauen Gebrauch. Die einzigen Voraussetzungen, die noch erfüllt werden mußten, war Volljährigkeit und spanische Staatsangehörigkeit.
Vorhistorische Steingravuren entdeckt Die jetzt in der Provinz Leon gefundenen Steingravuren sind authentisch und dürften über 4.000 Jahre alt sein. Ein einfacher Bürger aus Astorga, der sich für Archäologie interessiert, fand diese Steinzeichnungen nahe des Berges Teleno im Südwesten der Provinz. Im Juni soll der sensationelle Fund von Fachleuten der Universität von Leon bei einem Archäologenkongress in Lugo öffentlich vorgestellt werden.
Es war am 17. März Das gestrige Datum hatte in Frankreich große Bedeutung. Im Jahre 1848 hatten sich am 17. März eine Anzahl Vereinigungen für Frauenrechte dafür eingesetzt, endlich am öffentlichen Leben aktiv teilzunehmen: in Zeitungen, bei Anträgen, politischen Veranstaltungen und Forderungen nach Gleichheit. Dieser Initiative schloß sich als eine der bekanntesten Frauen George Sand an, die Geliebte von Franz Liszt und Freundin so berümter Männer wie Berlioz, Balzac und Mérimée.
Neue e-mail-Adresse für unsere Redakteurin Angesichts der Probleme mit der Telefonica-Tochter Terra , hat sich unsere Redakteurin Angelika Eisenführ zu einer Veränderung ihrer e-mail-Adresse entschlossen. Sie lautet ab sofort :
Soviel wie in 50 Flugzeuge passen Der AVE zwischen Madrid und Barcelona übertrifft an Fahrgastaufkommen die höchsten Erwartungen. Abelardo Carrillo, der Generaldirektor für diese neue Hochgeschwindigkeitsstrecke, ist begeistert: um die Osterzeit wird der AVE rund 180.000 Reisende befördern und damit zu 90% ausgelastet sein. Schon in der letzten Woche erreichten die Züge mit 8.000 Passagieren den Umfang von 50 Flugzeugen der Luftbrücke Barcelona – Madrid. Carrillo sah in einem Zeitungsinterview für die Zukunft der innerstaatlichen Flüge auch schwarz: es sei weder wirtschaftlich noch umweltfreundlich, eine Maschine für 20 Minuten auf Höchstleistung durch Höchstverbrauch an Kerosin zu treiben, um nach weiteren 20 Minuten wieder in den Sinkflug zu verfallen und dabei riesige Mengen an Schadstoffen auszustoßen.
Leben ohne Fleisch Am Donnerstag findet zum 21. Mal der „Welttag ohne Fleisch“ statt. Schon jetzt demonstrierten für eine vegetarische Ernährung junge Mädchen auf der Rambla von Barcelona. Dank der günstigen Witterung konnten sie halb entblößt und nur mit großen Blättern verschiedener Gemüse bekleidet für eine gesunde Nahrung demonstrieren. Auf den mitgeführten Schildern war zu lesen: „Grünzeug ist Leben, Fleisch ist Tod“. Der Sprecher der Vereinigung Animanaturalis, die das event inszeniert hatte, sagte, aus wirtschaftlichen, gesundheitlichen und Umweltgründen, aber auch aus Solidarität mit den Tieren“ sei es besser, sich von vegetarischen Produkten wie Grünzeug, Obst und Getreide zu ernähren. Ein besonders freches Schild, von einem besonders hübschen Mädchen hochgehalten, forderte auf: „Denk bevor du ißt“.
17.03.2008 Betrunken,ohne Führerschein und Sicherheitsgurt Jordi C.B. hat mit seinen dreißig Jahren schon einige Verkehrsdelikte auf seinem jungen Rücken. Wegen Vergehens gegen die Verkehrssicherheit wurde ihm vor einiger Zeit aufgrund einer richterlichen Verfügung der Führerschein entzogen. Jetzt wurde er bei Hostalric de la Selva von einer Patrouille der Mossos d’Esquadra dabei ertappt, wie er sich in die C-35 einfädeln wollte, ohne die Vorfahrt der anderen Fahrzeuge zu achten und ohne die Geschwindigkeit zu drosseln. Als die Polizei die Verfolgung aufnahm, flüchtete der Fahrer in eine Industrieansiedlung, wo er gestellt werden konnte. Dabei ergab die Alkoholprobe weit höhere als die zulässige Promillezahl. Ausserdem hatte Jordi C.B. den Sicherheitsgurt nicht angelegt und seinen Führerschein konnte er ebenfalls nicht vorweisen, da dieser, wie gesagt, vom Richter eingezogen worden war.
Spanierin tödlich in Frankreich verunglückt Auf der Fahrt von Barcelona nach Avignon in Frankreich stieß in den frühen Morgenstunden des Samstag ein Bus der Firma Eurolines frontal mit einem Kleinlaster zusammen. Von den 29 Insassen des Busses wurden 12 verletzt und unverzüglich in die Krankenhäuser rund um die Stadt Saze in Südfrankreich gebracht. Eine Spanierin wurde durch die Heftigkeit des Zusammenpralls aus dem Bus geschleudert und starb, ebenso ein französischer Fahrgast. Die unverletzten Touristen konnte ihre Fahrt nach Avignon in einem anderen Bus fortsetzen.
Giftattacke gegen schwarze Mücke In der Provinz Lerida ist jetzt drei Monate früher als sonst die Bekämpfung der schwarzen Mücken durch Versprühen von Gift aus der Luft angelaufen. Der überaus milde Winter und die niedrigen Wasserstände der Flüsse Segre und Cinca begünstigten in diesem Jahr die Entwicklung der Larven dieser Mückenart, deren Stiche für den Menschen sehr schmerzhaft ist und bei Allergikern zu Komplikationen führen kann. Die Generalitat, die für die Giftaktion verantwortlich zeichnet, hofft damit 90% der Larven vernichten zu können.
Protest gegen die Abspaltung des Kosovo Am Samstag fand vor dem Gebäude der katalanischen Regierung an der Plaza Sant Jaume in Barcelona eine Kundgebung gegen die kürzlich erfolgte einseitige Abspaltung des Kosovo von Serbien statt. Die Teilnehmer waren mehrheitlich Serben, die in Barcelona ansässig sind. Die Versammlung war für 12.44 Uhr einberufen worden in Anspielung auf die Resolution 1244 der UNO von 1999, in der das Kosovo als Teil des Staates Serbien beschrieben wurde. Auf den mitgeführten Transparenten und Plakaten konnte man lesen: „Wollt ihr ein unabhängiges Ampurdan oder Montserrat?“
Fest lateinamerikanischer Folklore Auf dem Messegelände La Farga in Hospitalet de Llobregat fand am Wochenende das dritte Festival „Vive Latinoamérica“ statt. Es soll den Neubürgern aus den Staaten Lateinamerikas Gelegenheit geben, ihr kulturelles Erbe, Gebräuche und Folklore zu präsentieren. Es gibt allein in Katalonien schon über 400.000 Südamerikaner. Auf der Veranstaltung stellten 80 Firmen aus verschiedenen Branchen aus, die sich speziell an das lateinamerikanische Publikum wenden. Auch das spanische Verteidigungsministerium war in La Farga vertreten: es gibt schon über 4.000 Lateinamerikaner bei den spanischen Streitkräften. Sie kommen aus Ecuador, Kolumbien, Bolivien, Peru, Venezuela, der Dominikanischen Republik und Argentinien. Ein der Gastronomie gewidmeter Teil des Geländes stellte den Besuchern landestypische Gerichte aus den Überseeländern vor.
Regierungsbildung in vollem Gange Noch wird alles ganz geheimnisvoll beraten. Und doch dringen täglich Nachrichten darüber an die Öffentlichkeit, wie die neue Regierung Zapatero voraussichtlich aussehen wird. Wirklich sicher scheint Vizepräsidentin Maria Teresa Fernández de la Vega ihr Amt zu haben, wenn auch noch nicht entschieden ist, ob sie wie bisher auch die Regierungssprecherin sein wird. Pedro Solbes, der große und vorsichtige Wirtschaftsfachmann, kann ebenfalls weitermachen. In Zeiten eines Konjunkturabschwunges, wie er sich derzeit auch in Spanien bemerkbar macht, setzt Zapatero auf bewährte Leute. Weniger günstig scheint es für drei Minister auszusehen, die er erst im vorigen Jahr ins Kabinett berief: Elena Salgado für Öffentliche Verwaltung, den Kulturminister César Antonio Molina und den Gesundheitsminister Bernat Soria. Als sicher gilt das Ausscheiden von Joan Clos, dem ehemaligen Bürgermeister von Barcelona, den Madrid mit dem Industrieministerium näher an die Zentralregierung binden wollte, wo er sich aber offensichtlich keine Verdienste erarbeiten konnte. Und Magdalena Alvarez, die aus Andalusien stammende Ministerin für Öffentliche Arbeiten – das war abzusehen – muß ihren Ministersessel ebenfalls räumen. Zu viel Unmut hatte sich in Katalonien gegen die hochfahrende Dame angestaut, als sich im letzten Sommer die Pannen durch den Streckenbau des AVE häuften und vielen Bürgern den täglichen Weg zur Arbeit unerträglich erschwerten. Der wiedergewählte Regierungschef Zapatero will in jedem Fall der PP unter Mariano Rajoy Zusammenarbeit bei den drei großen nationalen Themen anbieten: der Terrorbekämpfung, der Reform der spanischen Verfassung und der Besetzung der hohen Justizposten. AE
Proteste gegen den Irakkrieg Pünktlich zum fünften Jahrestag der Invasion der USA im Irak in Einklang mit Großbritannien und Spanien, gab es am Wochenende in acht spanischen Städten Proteste. In Madrid kamen rund 3.000 Teilnehmer zusammen, um den Rückzug der spanischen Truppen aus Afghanistan und dem Libanon zu fordern. Zum ersten Mal beteiligten sich weder die sozialistische Partei PSOE noch die großen Gewerkschaften an der Kundgebung. In Barcelona, Zaragoza, Pamplona, Bilbao, Alicante und Sevilla stand das Motto im Vordergrund : „Wie vor fünf Jahren: Nein zum Krieg“.
Gibraltar auf der schwarzen Liste Spanien will die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auffordern, Gibraltar den Status eines Landes, das bei der Bekämpfung von Steuersünden und Geldwäsche „kooperativ ist“, wieder zu entziehen und den Affenfelsen erneut auf die schwarze Liste eben dieser Sünder zu setzen. Als „nicht kooperativ“ bei der Bekämpfung dieser Geißel des 20. und 21. Jahrhunderts gelten heute nur noch Andorra, Liechtenstein, Monako, die Marschallinseln und das afrikanische Liberia. In Gibralter mit seinen knapp sieben Quadratkilometern Fläche sind nicht weniger als 28.000 (Briefkasten)firmen angemeldet. Über 300 Kanzleien bieten Fachberatung in finanziellen Dingen an und in 28 Anwaltskanzleien arbeiten 115 Rechtsanwälte an der Bewältigung des gigantischen Aufkommens von Schwarzgeld und seiner legalen Anlage beziehungsweise seiner Versenkung in Kanäle, die sich der Finanzaufsicht entziehen. Die Regierung in Madrid will in diesem Zusammenhang auch den Berufsstand der Notare strenger einbinden. Bei der Geldwäsche sollen sie der Justiz als aktive Mitarbeiter zur Seite stehen. So müssen die Notariate in Zukunft alle ihre Kunden einwandfrei und bis in die Tiefe hinein identifizieren und sechs Jahre lang sämtliche Urkunden und sonstige Dokumente über Kauf und Verkauf von Immobilien und die Gründung von Gesellschaften in ihren Datenbanken speichern, wo sie staatlichen Ermittlungsbehörden dann zur Einsichtnahme zur Verfügung stehen. Das Gesetz, mit dem die spanischen Notar stärker in die Verantwortung genommen werden sollten, war die schnelle Folge des Auffliegens eines riesigen Korruptionsskandals an der Costa del Sol vor zwei Jahren, aber die neuen Bestimmungen sollen sehr viel weiter greifen. Im Jahr 2006 hatten die Notare aufgrund des Gesetzes 3.100 verdächtige Operationen angezeigt, im Jahr 2007 waren es bereits 6.800. Davon entfielen knapp 40% auf Immobiliengeschäfte, 18% auf Firmengründungen, 13% auf den Kauf von Aktien und 12% auf Darlehen.
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