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Hier finden Sie die Nachrichten aus
unserem Archiv

Wochen 2008
12 14
         
         
 
   
   
       


 

 

15.03.2008

Iberdrola setzt auf erneuerbare Energie

Mit dem Windkraftwerk Klondike III in dem amerikanischen Bundesstaat Oregon positioniert sich die spanische Iberdrola auf  einem der ersten Plätze bei den erneuerbaren Energien. Ihre jetzt fertiggestellte Anlage produziert 223 Megawatt (MW). Das entspricht dem jährlichen Verbrauch von 110.000 Wohneinheiten.

 

 

4,4 Prozent Inflation

Seit 1995 war die Inflation in Spanien nicht mehr so hoch: 4,4 Prozent im letzten Jahr.  Die Faktoren dafür machten sich in nahezu allen Staaten Europas bemerkbar, sodass die Inflation der Eurozone insgesamt 3,2 Prozent erreichte.

 Die die meisten in Spanien hergestellten Güter innerhalb der EU vermarktet werden, ergibt sich für dieses Land noch kein Wettbewerbsnachteil.  Die starken Preiserhöhungen gingen vor allem auf die steigenden Preise bei Kraftstoff zurück. Der Barrel Brent kostete 107,57 Dollar, eine nie zuvor erreichte Summe.  Daraus ergab sich eine weitere Schwächung des US-Dollars

gegenüber dem Euro: 1,55 Euro für einen Dollar.

 

 

Erbe der Menschheit

Die römischen Stadtmauern von Lugo, der Pilgerweg von Santiago de Compostela, die Kathedrale von Burgos, die historischen Altstadtzentren von Cordoba, Salamanca und Oporto in Portugal sowie der Palmenhain von Elche sind einige der wundervollen Schöpfungen,  die die Zeitschrift National Geographic im Zuge der Verleihung des Titels „Erbe der Menschheit“ für Spanien, Portugal und Andorra vorstellt.  Am heutigen Samstag und dem morgigen Sonntag können Leser der Zeitung La Vanguardia  diese Ausgabe der Kollektion „Erbe der Menschheit“ für 9,95 Euro zusammen mit der Tageszeitung erwerben. Seit 1972 wacht die UNESCO über diese Schätze der Menschheit. In diesem Jahr wurden bereits 851 neue Gegenden oder Gebäude in die Liste  aufgenommen.  Die Kollektion veröffentlicht insgesamt 5.300 Fotos und 135 Landkarten.

 

 

Äskulap-Statue kehrt nach San Martin zurück

Am 25. Oktober 1909 wurde er bei Ausgrabungen in der griechisch-römischen Siedlung Emporion – heute San Martin  de Ampurias – gefunden: der Torso  eines halbnackten Mannes aus Marmor.  Eine Woche später fand man den Rest: den Unterleib in einer Tunica und die Füße mit Sandalen bekleidet. Das legte den Schluß nahe, es handele sich um die Figur des Äskulap, des Gottes der Medizin in der klassischen Mythologie.

 Die Statue wurde zur Restaurierung nach Barcelona gebracht. Sie soll über 2.200 Jahre alt sein und galt als die beste noch erhaltene Statue des gesamten westlichen Mittelmeeres. 1932 wurde sie dem Archäologischen Museum Kataloniens einverleibt, sodass in San Martin nur eine Kopie zu bewundern blieb. Der von den Griechen Asklepius genannte und von den Römern als Äskulap bezeichnete Gott wurde jetzt in voller Pracht wiederhergestellt, Die verlorenen Arme wurden  ebenso ersetzt wie verschiedene Kleinteile der Figur, die abgesprungen waren. Ab dem heutigen Samstag kann die Originalstatue wieder bewundert werden.  In den nächsten anderthalb Jahren soll es 30 Festveranstaltungen geben, um die Rückkehr des antiken Monumentes nach San Martin zu feiern.

AE

 

 

Eine Moschee auf dem Expogelände

Wo im Jahre 1992  die glänzende Weltausstellung von Sevilla stattfand, dürfen jetzt die 7.000 Muslime der Stadt beten. Auf einer Parzelle von 6.000 Quadratmetern soll eine Moschee entstehen, damit der Gebetsdienst nicht mehr in verschiedenen kleinen  Lokalen abgehalten werden muß.  Die Bauzeit soll zwei Jahre dauern.

 

„Die Strasse tötet“

Für eine groß angelegte Studie über Obdachlose in Barcelona durchkämmten vor einigen Tagen viele Freiwillige nächtens die Altstadtviertel der katalanischen Hauptstadt. Das Ergebnis: zwischen 2.000 und 5.000 Männer und Frauen jeden Alters verbringen die Nacht auf einem Stück Karton über einem U-Bahn-Schacht oder unter einem Geldautomaten, auf Treppen, in Hauseingängen oder auf Parkplätzen. Die 700 Betten, die die Stadtverwaltung täglich den aus der Bahn geworfenen Menschen zur Verfügung stellt, sind nur ein Tropfen auf einen heißen Stein und jeden Tag ausgebucht. Bei der nächtlichen Erhebung waren nur wenige Betroffene bereit, Auskunft über Namen und Herkunft, den früheren Beruf und die Gründe für ihre Obdachlosigkeit zu erteilen. Fest steht aus früheren Studien, dass das Leben auf der Strasse die Lebenserwartung dieser asozial gewordenen Menschen um bis zu 30 Jahre verkürzt.

 

Osterreisewelle rollt an

Allein für die Woche von  Donnerstag bis Ostermontag  rechnet der Flughafen Barcelona-Prat mit einer halben Million Fluggästen. Auf den Zufahrtsstrassen zu den Wintersportorten der Pyrenäen werden um die 200.000 PKWs mehr als sonst erwartet und auch die Bahngesellschaft RENFE rechnet mit zusätzlichem Andrang von reiselustigen  Menschen. Sie stellt 25.000 Plätze mehr auf den neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken zur Verfügung. Die guten Schneebedingungen im Valle de Aran, Andorra und la Cerdaña ziehen die Leute aus den großen Städten magisch an: reine Luft, Ruhe und Bewegung in der freien Natur, das ist heiß ersehntes Ziel für diese Feiertage.  Die  Mossos d’Esquadra werden allerdings verstärkt Geschwindigkeits-und Alkoholkontrollen durchführen.Flugziele sind meist die Kanarischen Inseln, Mallorca oder Städte wie Rom, Dubrovnik und Marrakesch. Für den Rückreiseverkehr hat El Prat  allein am Ostermontag 958 Flüge vorgesehen.

 


14.03.2008

Der Kampf um die Nachfolge hat begonnen

„Politik ist ein schmutziges Geschäft“ und „Politik verdirbt den Charakter“ – diese alten Volksweisheiten kommen einem ins Gedächtnis, besieht man sich den Scherbenhaufen, den die letzten Parlamentswahlen in Spanien hinterlassen haben. Nahezu alle Parteien, seien Sie auf der Siegerseite oder unter den (zahlreichen) Verlierern, sind wenige Tage nach dem Urnengang heillos zerstritten.  Überall geht es um die Nachfolge. Bei der PP tobt ein

kaum verhohlener Kampf um  den Posten des Parlamentssprechers, den bisher  der Aznar nahestehende Eduardo Zaplana  innehatte und bei dem Amt des Generalsekretärs der Konservativen  geht es für Angel Acebes um Kopf und Kragen. Er war es nämlich, der nach den Anschlägen vom März 2004 steif und fest an der Täterschaft der ETA des Massakers  festhielt, nachdem bereits erwiesen war, dass Islamisten dafür verantwortlich waren. Damals verlor die PP die Wahl, dieses Mal verlor sie ebenfalls. Daher ist auch die Nachfolge von Spitzenkandidat Mariano Rajoy mehr als ungewiß. Er will zwar bis zu einem in den Juni vorgezogenen Parteikongreß noch die Stellung halten, doch intern  raufen sich bereits Esperanza Aguirre, die Präsidentin des Autonomiegebietes Madrid und der Bürgermeister der Hauptstadt, Alberto Ruiz-Gallardon, um den Vorrang bei dessen Nachfolge.  Bei der PP in Katalonien sieht es nicht besser aus: dort hatte man den toleranten, weltoffenen Josep Piqué im letzten Sommer geschaßt und durch den hard liner Daniel Sirera ersetzt, der ein enttäuschendes Wahlergebnis einfuhr, weshalb seine politische Zukunft mehr als ungewiß ist. Bei den Linkskatalanisten von ERC sind die Messer gewetzt:  Josep Lluis Carod Rovira in der Dreiparteienkoalition und  Joan Puigcercós mit Ansprüchen auf die Präsidentschaft der Partei tauschen bereits öffentlich ihre Meinungsverschiedenheiten aus.  Es verspricht ein interessanter Sommer zu werden.

AE

 

Gäste aus Brasilien unerwünscht

Die scharfen Kontrollen, mit denen Spanien die Einreise von Fremden überwacht, hat erste negative Konsequenzen für Spanier gebracht, die ins Ausland reisen wollten. So wurden seit Januar 2007 mehr als 4.000 Brasilianer an der Einreise nach Spanien gehindert.   Der Präsident von Brasilien, Lula, reagierte mit den gleichen Mitteln: so konnten bisher 21 Spanier nicht nach Brasilien einreisen, sondern wurden auf vier verschiedenen Flughäfen in Rückflüge versetzt, weil sie keine bestätigte Hotelreservierung, kein Rückflugticket und nicht die vorgeschriebene Menge Bargeld für ihren Aufenthalt in Südamerika vorweisen konnten.

 

Abt von Montserrat gestorben

Im Alter von  81 Jahren verstarb der Abt des  berühmten Benediktinerklosters Montserrat, Cassià Maria Just. Der Mönch hatte das Kloster von  1966 bis 1989 geleitet, also zunächst in der Francozeit bis hinein in die wiedergewonnene Demokratie Spaniens. Er galt als getreuer Vertreter der modernen Kirche nach dem 2. Vatikanischen Konzil und setzte sich für Menschenrechte und sozialen Fortschritt ein. Ein toleranter, weltoffener Geist, der Just überall beliebt machte, weshalb sein Tod auch einhellig bedauert wurde.  In den frühen siebziger Jahren hatte er sich mit dem Zivilgouverneur von Barcelona angelegt, weil er einer Protestversammlung von Intellektuellen und Künstlern Raum im Kloster gegeben hatte, um gegen den Prozeß von Burgos zu protestieren. Damals sollten sechs ETA-Aktivisten zum Tode verurteilt und hingerichtet werden. Nur einem internationalen Protest und Bittgesuchen aus aller Welt war es zu verdanken, dass der damals schon greise Franco in diesem Fall nachgab und die jungen Männer am Leben ließ. Das Kloster Montserrat verlor seit dem Amtsantritt von Cassià Maria Just die Hälfte der damals noch 152 Mönche. Der Abt habe sich den Wünschen mancher Mönche, das Kloster wieder zu verlassen, anstandslos gefügt. Er war sehr kritisch gegenüber der COPE, dem spanischen Sender der Katholischen Kirche, der nach seiner Meinung „Hass, Verleumdung und Verachtung für Katalonien“ predigte. Der weltoffene Mönch hatte noch wenige Tage vor seinem Tod im Kloster mit einem Orgelkonzert geglänzt.

 

Frauen angeklagt

Die Richterin Elisabet Castelló hat in Barcelona mehr als 20 Frauen zur Aussage wegen Schwangerschaftsabbruch geladen. Sie gehören zu den rund 100 Frauen, denen illegaler Abort in einer der privaten Spezialkliniken vorgeworfen wurden Die Guardia Civil hatte bis zum 25. Februar dieses Jahres 140 klinische Fälle studiert und herausgefunden, dass nur 17 Abbrüche innerhalb der Legalität erfolgt waren. Die betroffenen Frauen redeten sich mehrheitlich darauf hinaus, sie hätten in gutem Glauben gehandelt, da sie ja bewußt eine Klinik aufgesucht hätten, in denen Schwangerschaften legal unterbrochen werden durften.

 

Tiertrophäen gefunden

Die Guardia Civil hat in einer groß angelegten Razzia über 500 Trophäen von Tieren gefunden, deren Art unter Schutz steht und die deshalb nicht abgeschossen werden durften. Dazu gehörten eine besondere Ziegenart, Rehe, Wildschweine, Trappen, Eulen und andere. In Madrid, Toledo und Salamanca wurden in der Razzia, die unter dem Tarnnamen „Bambi“ lief, elf Personen festgenommen. Zwar winkt den meisten Beschuldigten nur eine Geldstrafe, doch könnten auch Haftstrafen verhängt werden, sollte sich herausstellen, dass die Täter gemeinschaftlich in einer Art Bande gehandelt hatten.

 

Justizbeamte streiken

Seit dem 4. Februar streiken in Madrid mehrere hundert Justizbeamte, um höhere Gehälter zu erzwingen. Am Mittwoch brachten sie den Verkehr in der Innenstadt in Bedrängnis, indem sie vor dem Justizministerium eine Protestaktion durchführten.  Rund 150 Beamte schlossen sich in einer Abteilung des Ministeriums ein, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Die Gewerkschaften dieser Berufsgruppe forderten eine Angleichung der Löhne an die anderer Autonomiegebiete, die bis zu 300 Euro pro Monat höher liegen.

 

Prinzessin Leonor bald eingeschult

Wenn sie im Oktober drei Jahre alt wird, soll die Tochter von Kronprinz Felipe und Doña Letizia nicht länger in den Kindergarten gehen, den auch die Kinder der Palastangestellten und Polizeikräfte rund um die Zarzuela besuchen, sondern sie wird Santa Maria del Camino besuchen. Das ist ein hoch angesehenes Kolleg, das auch ihre Tanten Elena und Cristina, die Töchter des spanischen Königspaares absolvierten. Es ist eine berühmte katholische Privatschule für Jungen und Mädchen. Die Infanta Elena hatte dort nach ihrem Studium für Grundschullehrer ein Praktikum absolviert. Die blondlockige Leonor kann sich also an renommierten Vorgängerinnen der Königsfamilie ein Beispiel nehmen.

 


13.03.2008

Am Dienstag jährte sich zum vierten Mal das Attentat von Madrid, bei dem durch vier Sprengstoffexplosionen in Vorortzügen insgesamt 192 Menschen starben und über 1.800 verletzt wurden. Von ihnen sind noch immer über 300 in ständiger medizinischer oder psychologischer Betreuung. Bei einer kurzen Feier legten König Don Juan Carlos und Doña Sofía einen Kranz am Bahnhof Atocha nieder. Ein Chor intonierte „da pace domine“ unter Leitung des Dirigenten Jordi Savall. Die Kantate  war zwei Tage nach der Tragödie von dem slawischen Komponisten Arvo Part geschaffen worden. Das spanische Königspaar zeigte sich angenehm überrascht davon, dass in dem Chor auch die Ehefrau des gerade wiedergewählten Regierungschefs mitsang: Sonsoles Espinosa. (In Spanien behalten die Frauen auch nach der Ehe ihren Mädchennamen bei). So wie an jenem schicksalhaften 11. März 2004 Parlamentswahlen vor der Tür standen, so waren im Jahr 2008 diese Wahlen gerade vorüber und brachten den erneuten Wahlsieg des Sozialisten Rodríguez Zapatero. Die PP, die seinerzeit vergeblich versucht hatte, das Attentat der ETA in die Schuhe zu schieben, lange nachdem die Täterschaft der Islamisten feststand, hatte darauf hin die Wahlen verloren. Auch dieses Mal unterlag die PP. Die Feier vom Dienstag war gezeichnet von den turbulenten vorhergegangenen Tagen. So vermied es der Verlierer Mariano Rajoy, dem Königspaar ins Gesicht zu sehen, als diese den Platz von Atocha betraten und auch  die zwei ranghohen PP-Politiker Esperanza Aguirre und Alberto Ruiz-Gallardón würdigten Rajoy kaum eines Blickes. Beide spielen mit dem Gedanken, den Verlierer an der Parteispitze zu beerben, spätestens wohl im Juni dieses Jahres, wenn ein vorzeitiger  Kongreß der Partei einberufen wird.

 

Nicht alle Mittel erlaubt

Die Generaldirektion der Polizei hat jetzt festgelegt, welche Waffen die katalanischen Mossos d’Esquadra bei der Dienstausübung benutzen dürfen und welche nicht.  So darf zum Beispiel der Stahlstichel , im Jargon „kubotán“ genannt, nicht verwendet werden und auch nicht die elektrischen Pistolen vom Typ Taser. Nur die speziell ausgebildeten Sondereinheiten dürfen im Notfall auf das Verteidigungsspray und elektrische Schlagstöcke zurückgreifen. Im Normalfall dürfen die Polizeibeamten nur Pistole, Schlagstock und Handschellen zum Einsatz bringen. Sollten die Polizeikräfte dabei ertappt werden, dass sie nicht genehmigte Gegenstände bei der Verfolgung von Tätern einsetzten, kann ein Dienstaufsichtsverfahren eingeleitet werden.

 

Schwere Sturmschäden in Nordspanien

Unwetter mit Wellen in Rekordhöhe verwüsteten an der kantabrischen Küste mehrere Häfen und ließ eine unbekannte Zahl von Booten in den Fluten versinken. Keller wurden überschwemmt und zahlreiche Autos von den Strassen gefegt und dabei zertrümmert.  In La Coruña wurde eine der höchsten Wellen gemessen, die der Ort je gesehen hatte: 20 Meter. Auch in San Sebastián  brachten orkanartige Stürme über 50 Schiffe zum Sinken. Auch die Altstadt dieser früheren eleganten Sommerfrische der spanischen Könige erlitt schwere Schäden durch Wassereinbrüche. Ein vom Sturm weggefegtes Auto brach in die Halle eines Hotels  im Bezirk El Sardinero ein.  In dem Fischerort Luarka in Asturias  wurde ein Stahlmonument von der Mole weggerissen und auch Galizien erlitt bedeutende Materialschäden durch die Frühjahrsstürme. Die Meteorologen sagten für die kommenden Tage einen  erneuten Wintereinbruch in weiten Teilen Europas voraus.

 

Wieder Pannen im Nahverkehr

Wann soll es eigentlich einmal aufhören? Der AVE braust inzwischen 17 mal pro Tag von und nach Madrid, sodass Störungen des katalanischen Nahverkehrs durch den Streckenbau nicht mehr als Argument verwendet werden können.  Und doch kam es auch am Dienstag wieder zu Problemen:  Ein mechanischer Defekt an einem Zug brachte den ganzen Vormittag vier Linien zu Verspätungen. In einem anderen Fall war die Infrastruktur schuld und Reisende mußten ihren Weg in bereitgestellten Autobussen fortsetzen, um den Flughafen Prat zu erreichen.

 

Polizist fuhr Kind tot

In Terrassa kam es am Montag nachmittag zu einem folgenschweren Unfall: ein Auto der Mossos d’Esquadra überfuhr einen siebenjährigen Jungen, als dieser auf dem Weg zu seiner Schule über eine Strasse lief, ohne sich dabei an den Zebrastreifen zu halten.  Augenzeugen bestätigten, dass der Junge außerhalb dieses Zebrastreifens gegangen war. Die offizielle Version der Mossos war aber  die,der Kleine sei ganz plötzlich zwischen zwei  haltenden Autos hervorgeschossen, als die Ampel auf Grün schaltete und diebisher stehenden Autos wieder anfuhren. Es handelte sich bei dem PKW der Mossos um ein ziviles Fahrzeug ohne Martinshorn und  Warnlichter. Der Fahrer hatte keinen Alkohol getrunken und seine Fahrgeschwindigkeit sei „vorsichtig“ gewesen. Weitere Ermittlungen waren am Mittwoch noch im Gang.

 

Entschädigung für Flugopfer von Konstanz

Da der Zielflughafen der Unglücksmaschine, die im Jahr 2002 über dem Bodensee mit einer Frachtmaschine  vom Typ Boeing 757 kollidierte, Barcelona war, hat ein Richter der katalanischen Hauptstadt  jetzt ein Urteil gefällt. Die über  30 Familien, die ihre Kinder verloren, als diese von Moskau nach Barcelona starteten, um an der Costa Brava einen zweiwöchigen Urlaub zu verbringen, werden mit insgesamt 600.000 Euro entschädigt.  Die russische Tupolewmaschine wurde nicht für schuld an dem Zusammenstoß befunden, sodass nur die Vorschriften über allgemeine Entschädigungen im Luftverkehr angewendet wurden. Der Tragödie fielen damals 43 Kinder und sieben Erwachsene zum Opfer, doch nur etwa dreißig Familien klagten auf Schadenersatz.

 

10.000 neue Ampeln für Barcelona

In den kommenden drei Jahren sollen an den 1.640 Kreuzungen, die mit Ampeln geregelt sind, 10.000 neue Ampeln eingesetzt werden, um den Verkehr in Barcelona sicherer zu machen. Dabei sollen die neuen Geräte ehrgeizigen Vorgaben entsprechen: sie sollen dem Strassenbild der katalanischen Hauptstadt als einer Stadt der Tradition und Moderne gleichzeitig Rechnung tragen, sie sollen aus  umweltschützendem Material bestehen und ihre Lichter sollen geringen Stromverbrauch aufweisen. Einen entsprechenden Ideenwettbewerb wird die Stadtverwaltung in Kürze ausschreiben. An diesem können sich Fachleute verschiedenster Branchen beteiligen. Sie dürfen auch bereits bestehende Modelle mit geringfügigen Veränderungen vorschlagen. Der Gewinner erhält 10.000 Euro, Platz zwei und drei sind mit jeweils 3.000 Euro Preisgeld ausgestattet.

 

Der König kam mit dem Zug

Am Dienstag traf König Juan Carlos mit dem AVE von Madrid kommend in Barcelona ein. Wie jedes Jahr läßt sich der Monarch in zwei Kliniken seines Vertrauens von immer denselben Ärzten gründlich  untersuchen und nimmt inzwischen auch  eine Behandlung zur Verjüngung wahr.  Am Vormittag hatte er noch an der Trauerfeier in Atocha für die Opfer des Attentates vom 11. März 2004 teilgenommen. Um 15.00 Uhr stiegen er und seine Begleiter in den AVE, der „mit britischer Pünktlichkeit“, wie die spanische Presse stolz vermeldete, um 17.38 Uhr in Barcelona Sants eintraf. Die Behandlung des Königs in der Clínica Planas war für den frühen Abend vorgesehen. Die Nacht dürfte er im Hause seiner Tochter Cristina verbracht haben, die nur wenige Schritte von dieser Prominentenklinik entfernt wohnt, auch wenn die Tochter an diesem Abend in Salamanca sein mußte, wo sie einen Preis zu überreichen hatte, der ihren Namen trägt.


12.03.2008

 

Der Bahnhof soll im Zentrum bleiben

In der  Stadt Figueras wurde eine Unterschriftensammlung veranstaltet, um den Standort des Bahnhofs am bisherigen Platz zu belassen, ihn aber gleichzeitig unterirdisch zu verlegen.

An einem einzigen Tag wurden dabei 3.600 Unterschriften gewonnen. An 12 Tischen waren die Listen ausgelegt, in die die Menschen sich eintragen konnten. Die Plattform dieser Initiative hatte den Beginn absichtlich auf den Sonntag, also den Wahltag in Spanien gelegt, weil sie sich sicher waren, dass auf diese Weise viele Menschen unterwegs sein würden.

Eine Mindestzahl von 5.200  Unterschriften war erforderlich, um in der Stadtverordnetenversammlung die Abhaltung einer Volksbefragung zu beantragen. Die Veranstalter wollen noch den ganzen März über Stimmen für das Projekt sammeln.

 

 

Neuer Eingang für die Notaufnahme

Die Erweiterungsbauten des städtischen Krankenhauses von Figueras machten es notwendig, den Eingang zu der Notaufnahme zu verlegen. Sie erfolgt jetzt durch den Haupteingang des großen Hospitals. Der gesamte Baumbestand vor dem Krankenhaus wurde abgeholzt, um Platz für die Erweiterung zu schaffen. Die Bauarbeiten sollen im Jahre 2011 beendet sein. Das Budget beträgt18,5 Millionen Euro.

 

 

Videoüberwachung in der Nachtzone?

Der Urbanismusbeauftragte der Gemeindeverwaltung von Castelló, Pere Iglesias, will in der Nachtzone der Urbanisation Ampuriabrava Videokameras installieren lassen. Damit soll die Polizeipräsenz in der sogenannten Zona Nit reduziert werden, die schon manchem Nachtschwärmer das Vergnügen verleidet hat. Gleichzeitig soll die Sicherheit der Bürger gewährleistet werden. Denn nachts sind nicht nur alle Katzen grau, sondern es tummeln sich in der Dunkelheit auch finstere Gestalten, die Böses im Schilde führen oder zumindest manchen illegalen coup landen wollen. Die Initiative muß noch von der Generalitat genehmigt werden, denn bei einer solchen Überwachung sind einander widersprechende Interessen zu wahren: das Recht  des Bürgers auf Privatheit  und das Recht der Öffentlichkeit auf Sicherheit. Bisher hat man im Maremagnum und im Olympiahafen von Barcelona gute Erfahrungen mit Videoüberwachung gemacht; die Anzahl der nächtlichen Delikte ging dort stark zurück.

 

 

Kampf gegen die Tauben

Nicht nur Barcelona und Olot haben in letzter Zeit kräftig gegen die Plage der Tauben in ihren Städten durchgegriffen. Auch Castelló d’Empúries ist nun dagegen angetreten: im  November wurden 172 Tauben gefangen, im Dezember 230 und im Januar bereits 317. Die Käfige zum Einfangen werden in die Bäume gesetzt, in denen viele Vögel ihre Nester bauen. Die Tötung erfolgt schonend unter tierärztlicher Aufsicht. Tauben brüten drei bis sogar vier Mal im Jahr Eier aus, sodass man sich ausrechnen kann, wie schnell eine solche Population wächst.

 

 

Fahrräder leihen in San Pedro Pescador

Ab der Osterwoche gibt es an der Touristeninfo von San Pedro Pescador Fahrräder zu leihen, um damit Fahrten in die umgebende Naturschutzzone Aiguamolls de l’Empordà zu unternehmen.  Die Touristseninfo liegt gleich hinter der Fluviabrücke linker Hand am Kreisel. Eine Absprache mit der Firma Easybike ist bereits unter Dach und Fach und die Zeit für das Pilotprojekt läuft vom 15. bis 24. März.  Die bürokratischen Schritte erledigt das Personal des Touristenbüros und gibt auch Ratschläge über landschaftlich besonders sehenswerte Routen. Zunächst werden zehn Räder zur Verfügung gestellt und je nach Nachfrage können es mehr werden.

 

 

Jugendherberge in Llança eingeweiht

Am gestrigen 11. März wurde in Llança eine neue Jugendherberge für rund 50 Gäste eingeweiht.  Das Haus befindet sich in der calle Setcases 9, gleich neben der Bahnstrecke, weshalb die Herberge auch den Beinamen L’Estació (Bahnhof) erhielt. Sie verfügt über 10 Schlafsäle und einen geräumigen Aussenpatio von rund 1.000 Quadratmetern Fläche. Aus Anlaß der Einweihung gibt es während der Monate März, April und Mai noch das Sonderangebot von Übernachtung und Mittagessen für den Pauschalpreis von 15 Euro pro Person.

 

 

Gebrauchtbootmesse in Ampuriabrava

Vom 15. bis 23. März findet zum 20. Mal eine Gebrauchtbootmesse in Ampuriabrava statt. Die Vorbereitungen haben bereits begonnen: rund um den Club Nautico sind die Strassen enger geworden, weil Kräne die ersten Boote bereits auf das abgezirkelte Areal setzen. Im Inneren des Nautikclubs ist während der Messetage eine Ausstellung der verschiedenen Plakate zu sehen, die während der letzten 20 Jahre die Bootsschau ankündigten. Die Branche setzt in jeder Osterperiode nach eigenen Angaben rund ein Drittel des Umsatzes an Gebrauchtbooten um.

Seit Neuestem gibt es auch eine feste Website im Internet:  www.firavaixell.com mit vielen Informationen aus der Welt der Nautik.

 

 

Fernando Casado Restaurantchef in Rosas

In dem Prestige Hotel „Mar y Sol“ hat jetzt ein neuer Restaurantchef das Sagen, der die traditionellen katalanischen Meeresgerichte mit der modernen Mittelmeerküche verbinden will.  Auf der Karte werden daher vor allem Meeresfrüchte, Fisch, Reisgerichte und das Suquet de peix stehen.  Viele kennen den zurückhaltend eleganten jungen Mann aus seiner Zeit als Restaurantchef des Restaurants Noray im Hotel Salins in Ampuriabrava. Casado gilt als exzellenter Weinkenner und ist mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden.

 

 

Die ersten Köpfe rollen

Kaum war der Jubel über den Wahlsieg der Sozialisten unter Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero verklungen, da kamen die häßlichen Seiten des zurückliegenden Wahlkampfes ans Licht. Nicht nur die konservative Partido Popular (PP) ist heillos zerstritten, weil sich deren fúhrende Köpfe Esperanza Aguirre als Chefin des Autonomiegebietes Madrid und Alberto Ruiz-Gallardón als Bürgermeister der spanischen Hauptstadt für die Nachfolge von Mariano Rajoy positionieren wollten, falls dieser die Wahl verlöre, was ja auch eintrat.

Bei den Linkskatalanisten sieht es kaum besser aus:  Der Generalsekretär der ERC, Joan Puigcercós, gab seinen Posten innerhalb der Dreierkoalition der derzeitigen katalanischen Regierung auf, um sich „ganz der Partei“ zu widmen, was auf Hochdeutsch bedeutet: um  gegen seinen Rivalen Josep Lluis Carod-Rovira zu kämpfen, der  in der katalanischen Regierung verbleibt, gleichzeitig aber auch den höchsten Rang in der ERC bekleidenmöchte. Puigcercós mochte denken: besser eine Spitzenposition in der Partei als einen Schleudersitz in der Regierung von Barcelona. Denn das verheerende Abschneiden der ERC, die von acht auf drei Abgeordnete in Madrid zurückfiel, bringt auch die Dreierkoalition in Katalonien ins Schwanken. Zwar konnte sich der sozialistische Autonomiepräsident José Montilla rühmen, zum Sieg der Schwesterpartei in Madrid maßgeblich beigetragen zu haben,  doch läßt die nicht erlangte absolute Mehrheit für  Rodríguez Zapatero möglicherweise doch einen Flirt mit der katalanischen CiU zu,– einer Partei, die in Katalonien selbst auf der Oppositionsbank sitzt.

Eine Entscheidung über die politische Zukunft von Mariano Rajoy, der trotz eines glänzend geführten Wahlkampfes  die Wahlen verlor, wird für die nächsten Tage erwartet. A.Eisenführ

 

 

Manifestation für das jüngste ETA-Opfer

Am Montag fand in Mondragón (Provinz Guipuzcoa) eine Manifestation zu Ehren von Isaías Carrasco statt, der am letzten Freitag von unbekannten Tätern in seinem Auto erschossen wurde. Obwohl es keine Augenzeugen der Bluttat gab, wiesen doch einige Spuren auf die Täterschaft der Terrororganisation hin: die Mordwaffe war das übliche Modell Parabellum 9 mm und der Überfall auf ein wehrloses Opfer die typische Vorgehensweise der ETA-Mörder.  Die Witwe und die Töchter von Carrasco führten den Marsch durch die Stadt, die gepflastert war mit dem Bild des Toten, in erstaunlich gefaßter Haltung an.  Mondragón gilt als Hochburg der izquierda aberzale (baskisch-nationalistischen Linken), also nahen Freunden der ETA, weshalb sich auch kaum Einheimische dem Marsch anschlossen, sondern vor allem Bürger aus den umliegenden Ortschaften, die ihren Zorn auf die Mordtat kaum verhehlen konnten.  Der gesamte Stadtrat von Mondragón dagegen hatte sich solidarisch erklärt und stand mit dem dazu notwendigen Mut zu der Entscheidung, öffentlich gegen die ETA zu protestieren.

Auch in anderen spanischen  Städten fanden Versammlungen vor den Rathäusern statt, um in Schweigeminuten des jüngsten ETA-Opfers zu gedenken und dem Zorn über den feigen Mord Ausdruck zu verleihen.

 

 


11.03.2008

 

Alimentaria – ein Grossereignis

Es ist eine Fachmesse für Fachpublikum. Und doch ist die seit 30 Jahren in Barcelona abgehaltene Lebensmittelschau Alimentaria heute ein Grossereignis mit gigantischen Zahlen.Von Montag bis zum Donnerstag, den  13. März  stellen 15 Salons auf zwei verschiedenen Geländen sämtliche Neuheiten in Bezug auf Fleischprodukte, Wein, Öl, Obst, Gemüse, Milchprodukte, Getränke aller Art, Meeresfrüchte, Honig, Süss- und Gefrierprodukte aus. Im Salon INNOVAL auf dem Montjuic werden mit Spannung rund 400 völlig neuartige Produkte erwartet. Immer mehr an Gewicht gewinnen die sogenannten Fertigprodukte, vorgekochte oder pasteurisierte Teller für die schnelle Mittagsmahlzeit berufstätiger Menschen.  Neuheiten gibt es auch auf dem Eismarkt, auf dem noch immer Italien führend ist.  Congelexpo führt die neuen Kreationen vor: Eis, das mit Protein angereichert, gleichzeitig aber niedrig an Kalorien ist, also geeignet für Sportler.  In dem Salon INTERCARN stechen die leichteren Produkte aus Geflügelfleisch vor, vor allem Truthahn. Ausserdem gibt es einen Wettbewerb  zur Herstellung von Pizza und verschiedene andere Veranstaltungen zum Vergnügen der Fachmessebesucher.

 

 

Psychopath brachte den Vater um

Am Sonntag am frühen Morgen  stach ein 27jähriger Spanier in Argentona nach einem Streit  auf seinen Vater ein, bis er tot war und verletzte auch seine Mutter mit einer Stichwaffe schwer. Der junge Mann litt schon seit längerer Zeit  an einer Geisteskrankheit, vermutlich Schizophrenie. Die Nachbarn des Wohnblocks, wo die Familie wohnte, hatten zuvor einen heftigen Streit mit Geschrei gehört und die Polizei gerufen. Der junge Mann konnte kurz nach der Tat verhaftet werden. Er wurde in eine psychiatrische Klinik in Mataró gebracht. Er war nicht vorbestraft und den Nachbarn waren zuvor auch keine Streitereien zwischen Eltern und Sohn bekannt geworden.

 

 

Eine Stute vergewaltigt

Vor dem Gericht in Mataró steht in Kürze ein Mann, dem vorgeworfen wird, sich sexuell mit einer Stute vergnügt und diese dabei erheblich verletzt zu haben. Ein Landwirt auf einem Bauernhof in der Maresme hatte schon mehrfach einen Mann auf seinem Gelände bemerkt, der sich bei seinen Tieren herumtrieb, darunter drei Hengsten und einer Stute. Der Mann war in der Nachbarschaft bekannt, weil er unweit des Bauernhofes in einer Baracke hauste.  Vor genau einem Jahr hatten die Bauern die Stute am frühen Morgen im Stall mit allen vier Füssen gefesselt aufgefunden. Sie war an vielen Körperstellen verletzt, darunter auch am After, in den offensichtlich ein Gegenstand eingeführt worden war.  Die Stute hatte  vor Schmerzen laut gewiehert. Der  herbeigerufene Tierarzt  stellte Streß und Herzrasen bei dem Tier fest.

Der mutmassliche Täter stritt alles ab, wird aber jetzt wegen Tieresmisshandlung vor Gericht gestellt. Das spanische Gesetz kennt keine speziellen Paragraphen für  Sexualdelikte mit Tieren, sondern nur den Tatbestand der Tieresmisshandlung. Diese Anklage lastet auf dem Mann, der derzeit wegen sexuellen Mißbrauchs, diesmal allerdings an einer Menschenfrau,  einsitzt.

 

 

Spanische Töne in Frankfurt

Auf der Frankfurter Musikmesse, die vom 12. bis 15. März stattfindet, werden spanische Klänge zu hören sein. 1.600 Aussteller aus 50 Ländern treffen sich in der Mainmetropole, darunter auch die wichtigsten  spanischen  Musikverlage für Symphoniewerke.

 

 

Rekordpreise für Gold

 Obwohl sich der Goldpreis in Spanien seit dem Jahr 2000 von  damals 300 Dollar auf  jetzt 980 Dollar hochgeschraubt hat, investieren doch nur wenige Menschen in dieses wertvolle Metall.

Dabei gibt es außer Goldbarren und Goldmünzen auch andere Investitionsmöglichkeiten, zum Beispiel  Zertifikate, sogenannte warrants oder Investitionsfonds, die in Firmen investieren, die mit  Gold im weitesten Sinn zu tun haben wie Goldminen oder die goldverarbeitende Industrie. Dennoch, so teilte ein Sprecher der Banco de Sabadell mit leichtem Bedauern fest, ist die Investition in Gold in Spanien nur eine Randerscheinung.

 

 

Neuer Konzessionär für Nissan

Die Gruppe Romauto, der verschiedene Konzessionen für Nissan-Fahrzeuge gehören, hat in Barcelona ein neues Haus eröffnet. Auf 1.450 Quadratmetern Ausstellungsfläche in einem dreistöckigen Gebäude und einer Werkstatt von 1.700 Quadratmetern im Keller können Sie  nun die neuesten Modelle bewundern. Das Gebäude liegt neben dem Einkaufszentrum La Maquinista.

 

 

Wahlanalysen für jeden Geschmack

Wahlen sind immer eine Sache von Verstand und Gefühl gleichzeitig: man schaut auf die Sachthemen, die die Parteien anbieten, aber der normale Stimmbürger lässt sich auch von anderen Faktoren leiten, nicht zuletzt von Aussehen und Auftreten der Spitzenkandidaten, ihr Charisma oder eben die Abwesenheit desselben.

Ähnlich bunt gemischt waren am Tag nach den Parlamentswahlen auch die Kommentare der verschiedenen spanischen Zeitungen und selbst innerhalb einer einzigen Publikation, in diesem Fall der VANGUARDIA, kamen höchst unterschiedliche Einschätzungen zu Wort.

Die 43,7 Prozent Stimmen für die Sozialisten nannte ein Kommentator „einen schalen Sieg“. Man fragt sich, mit wieviel Prozentpunkten mehr Zapatero hätte siegen müssen, damit dem mißgelaunten Alfred Rexach der Sieg als glatt oder sogar strahlend erschienen wäre? Die Niederlage mit 40,1% der PP wiederum wurde von einer toleranteren Kommentatorin als „Wahrung des Gesichtes der PP“ bezeichnet, denn schließlich gewannen die Konservativen einige Sitze gegenüber dem Jahr 2004 hinzu. Dass die PP im Senat sogar die Mehrheit bekam, das schrieben manche Beobachter klein: „Es wird ihnen nichts nützen, da die zweite Kammer keine echten Entscheidungsmöglichkeiten kennt“.  Die ehemaligen Kommunisten, heute Izquierda Unida (Vereinte Linke) „warfen das Handtuch“, denn ihr Vorsitzender Gaspar Llamazares kündigte bereits  seinen Rücktritt an.

Und die CiU, die als einzige der Regionalparteien ihren Besitzbestand von 10 Abgeordneten halten konnte, wurde von den meisten Journalisten als „das Entscheidungszentrum“ hochgelobt. In der Tat hat Zapatero die erhoffte absolute Mehrheit mit 176 Sitzen leicht verfehlt und braucht zur Verstärkung seiner 169 eigenen Leute einen Koalitionspartner. Das bringt Zapatero möglicherweise in Schwierigkeiten, denn verbandelt er sich mit einer Partei, die in Barcelona auf der Oppositionsbank sitzt (eben die CiU), könnte sich der sozialistische Präsident von Katalonien, José Montilla, gekränkt fühlen.

Der PP wiederum schrieb die Vanguardia ins Stammbuch: wenn die Konservativen jemals Hoffnung schöpften, in Madrid wieder an die Regierung zu gelangen, müßten sie auf Freunde in Katalonien rechnen können. Deshalb sei es ein großer Fehler gewesen, im letzten Sommer den toleranten, gemäßigten PP-Politiker Josep Piqué durch den hard liner Daniel Sirera zu ersetzen.  Die größten Verlierer der Wahl, die linkskatalanistische  ERC mit Joan Ridao und Josep Lluis Carod-Rovira brachten die  gewagteste These für ihr abgrundtiefes Durchfallen am Sonntag vor: Die starke Bipolarität von PSOE und PP habe „eine Kraft wie die ERC aus der politischen Mitte geworfen“. ERC und politische Mitte? Da lachen ja die Hühner.

Aber die schreiben  wenigstens keine politischen Analysen.

Angelika Eisenführ

 


10.03.2008

Glatter Wahlsieg für Zapatero

Mit 43,7 Prozent der abgegebenen Stimmen konnten die Sozialisten unter Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero die Parlamentswahlen eindeutig für sich entscheiden. Die konservative PP erreichte nur 40,1 Prozent. Damit entsendet die PSOE in das nächste Parlament 169 Abgeordnete, fünf mehr als bei den Wahlen von 2004; die PP allerdings legte gegenüber den letzten Wahlen um sechs Abgeordnete zu und wird mit 154 Leuten ins Abgeordnetenhaus einziehen. Die meisten der kleineren Parteien mußten Einbussen hinnehmen, so die IU unter Gaspar Llamazares, die ihre Gruppenpräsenz im Kongreß verlor. Am spektakulärsten verlor die linkskatalanistische ERC in Katalonien: sie sank von acht auf drei Abgeordnete .Offenbar kam das Geschwätz von der Independencia (Unabhängigkeit) und einem entsprechenden Referendum spätestens im Jahre 2014 bei den Wählern nicht an.

Auch die baskische PNV verlor, wenn auch nur  einen Sitz und bringt nun  sechs Vertreter ein. Die rechtsbürgerliche CiU in Katalonien konnte bei den bisherigen 10 Sitzen bleiben und nur die Coalición Canaria (CC) legte von zwei auf drei Abgeordnete zu.

Der wiedergewählte Präsident Rodriguez Zapatero gab bekannt, er werde in der neuen Legislatur „mit ausgestreckter Hand“ regieren. Dabei verriet er allerdings nicht, wem er diese Hand reichen werde. Es bleibt abzuwarten.

 

 

 

Oleander  wird gestutzt

In ganz Ampuriabrava stutzen die städtischen Gärtner in diesen Tagen die 1Oleanderbüsche. Das schien Zeit zu sein, denn die Pflanzen hatten sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet und unter sich allerhand Schmutz, Sand und Laub angesammelt, der von den Strassenreinigungsmaschinen nicht erfaßt wurde.

Vielleicht sollten die fleißigen Arbeiter bei dieser Gelegenheit auch einmal die Weihnachtsbeleuchtung abnehmen, die noch immer in einigen Strassen hängt? Schliesslich haben wir in zwei Wochen Ostern!

 

 

Schlechtwetterfront  angekommen

Am Sonntag bewies sich wieder einmal, dass die meteorologischen Vorhersagen in Spanien inzwischen  weitgehend zuverlässig sind. Alle Zeitungen und das Fernsehen hatten eine Schlechtwetterfront vom Atlantik her angekündigt und in der Tat bezog sich der Himmel am Sonntag fast auf die Stunde genau wie vorhergesagt und es begann zu regnen.  Von der kantabrischen Küste bis hinter nach Avila und Cuenca  goß es zur Freude der Bevölkerung, denn in ganz Spanien herrscht inzwischen Wasserknappheit.

 

 

Alles ist relativ

Kaum hatte uns die Pressenachricht aufgeschreckt, dass im letzten Jahr 40% der Baufirmen von Katalonien schließen mußten, da wurden weiter statistische Daten bekannt: demnach machten gleichzeitig 3.811 Baufirmen im Jahr 2007 neu auf, was zwar etwas weniger waren als noch im Jahr 2006, wo nicht weniger als 4.000 neue Bauunternehmen die Tätigkeit aufnahmen. Zieht man also von den 3.811 Neufirmen die 234 ab, die den Laden dichtmachten, so kommt man noch immer auf eine Zunahme dieser Branche um 5,7% für das Jahr 2007. Auf ganz Spanien bezogen machten 2.036 Baufirmen zu, dafür aber wurden landesweit 20.730 neue Unternehmen dieses Sektors neu angemeldet. Das waren zwar 510 weniger als noch ein Jahr zuvor, aber über 40.000 neue Baufirmen innerhalb von zwei Jahren für Spanien, war das nicht auch wirklich zu heftig?

 

 

Eine couragierte Tochter

Einen Tag nach dem tödlichen Anschlag auf den früheren Stadtverordneten von Mondragón im Baskenland wurde der 43jährige Isaías Carrasco auf den Schultern seiner sozialistischen Freunde zu Grabe getragen. Die älteste Tochter Sandra verlas mit fester Stimme und ohne Tränen ein Manifest zu Ehren des ermordeten Vaters. Es war kurz aber aufrüttelnd:

„Meinen Vater hat man ermordet, weil er Freiheit, Demokratie und die Ideen des Sozialismus vertreten hat. Die ihn umgebracht haben, sind feige. Aber ich bitte Sie um etwas: die Ermordung meines Vaters sollte von niemandem manipuliert werden. Wer sich mit meinem Vater und unserem Kummer  solidarisch erklären will, der möge am Sonntag massiv zur Wahl gehen und den Mördern damit sagen, dass wir keinen Schritt zurückweichen“. Zu der Beerdigung waren hohe Politiker aus ganz Spanien angereist und einige der höchsten sozialistischen Repräsentanten des Baskenlandes trugen den Sarg auf ihren Schultern. Für diese Leute ein hohes Risiko, da die ETA, die für den Anschlag gemacht wurde, obwohl keine Augenzeugen die fünf Schüsse bemerkten, mit denen Carrasco im Inneren seines Autos erschossen wurde, diese Spitzenpolitiker  nun erst recht ins Visier nehmen werden. Allerdings geniessen diese noch Personenschutz, während Carrasco, im Zivilleben ein bescheidener Kassenwart in einem Mauthäuschen der Autobahn, seit seiner Abwahl als Stadtverordneter freiwillig auf weiteren Personenschutz verzichtet hatte. Überraschenderweise wollte die Witwe Carrascos nicht, dass sich Mariano Rajoy dem Sarg näherte, ausgerechnet jener PP-Politiker, der sich während seiner vier Jahren auf der Oppositionsbank ständig dagegen ausgesprochen hatte, dass die sozialistische Regierung unter Zapatero in Verhandlungen mit der ETA eingetreten war, eine Organisation, die Rajoy stets als „Bande von Mördern“ bezeichnet hatte – wie man jetzt sah, nicht zu Unrecht.

AE

 

Parlamentswahlen: eine gigantische Vorarbeit

Als am Sonntag rund 35 Millionen Spanier aufgerufen waren, ihr nächstes Parlament und damit einen neuen Regierungschef zu wählen, mussten zuvor gigantische Vorarbeiten geleistet werden.  Die Wahllokale waren von  9.00 Uhr vormittags bis 20.00 Uhr abends geöffnet.

Die 23.106 Wahllokale, die landesweit für diese Abstimmung hergerichtet wurden, mußten mit jeweils zwei Polizisten besetzt werden, um jede Störung oder gar einen Anschlag zu verhindern. Das waren über 46.000 Polizisten.  Eine Stunde vor Öffnung der Lokale mußten von den 178.000 Menschen, die sich an den Wahltischen zur Verfügung hielten, die Wahlzettel, die Urnen und die Listen der gemeldeten Wahlberechtigten überprüft werden. Die Parteien entsandten sogenannte „interventores“, also Aufsichtspersonen, und zwar bis zu zwei für je einen Kandidaten. Mehr als 87.000 Beamte von Polizei- und Sicherheitskräften wurden für den Sonntag mobilisiert. 2500 Militärs waren bereits die ganze Woche vor der Wahl mit Schutzfunktionen betraut worden, um landesweit die Terrorgefahr zu mindern  und im besten Fall auszuschalten. Als  die Wahllokale um 20.00 Uhr schlossen, begann mit der Auszählung der abgegebenen Stimmen der heikelste Teil des langen Arbeitstages: Die Anzahl der in die Urnen geworfenen Wahlzettel mußte genau mit der Zahl der Menschen übereinstimmen, die sich unter Vorlage ihres Personalausweises an die Urne begeben hatten.

 

Mari Luz: Tod  nach dem Verschwinden

Das fünfjährige Mädchen Mari Luz Cortés, das am 13. Januar dieses Jahres verschwunden war, starb ziemlich sicher wenig später. Ein Sexualverbrechen schlossen die Ermittler aus, nachdem die Leiche des Kindes durch ADN-Proben eindeutig identifiziert worden war.  Die Tote wurde am vergangenen Freitag in der Ausfahrt des Hafens  von Huelva angeschwemmt, 13 Kilometer vom Ort ihres Verschwindens entfernt.  Obwohl der Kopf des kleinen Mädchens einen schweren Schlag erhalten hatte, gingen die Kripo und andere mit der Suche beauftragten Einheiten davon aus, dass das Kind wahrscheinlich durch einen Unfall ertrunken war. Das spanische Fernsehen hatte tagelang ein Video gezeigt, in dem die Kleine, ein besonders hübsches, aufgewecktes und lebhaftes Mädchen, gekonnt Sevillana-Tänze aufführte. Die Eltern der Toten erhielten Beileidsbotschaften des englischen Ehepaares McCann, deren Töchterchen Madeleine seit Mai letzten Jahres verschwunden ist.

 

Im Rollstuhl Ballon fahren

Die katalanische Firma Vol de Coloms (Taubenflug) präsentierte am Wochenende in Olot den ersten Fesselballon für Behinderte. In Zukunft sollen Menschen mit eingeschränkter Mobilität bis hin zu Rollstuhlfahrern  an solchen lautlosen Flügen über die Landschaft genauso  teilnehmen können wie gesunde Leute.  Der erste Flug mit dem neuen Ballonmodell startete am Samstag mit zwei behinderten Menschen und führte über die Vulkanlandschaft Garrotxa.

 

Ausstellung der Fotografin Lee Miller in Barcelona

Die Galerie  Manuel Barbié auf dem Paseo de Gracia 66 stellt noch bis zum 25. April  Werke der historisch gewordenen Fotografin Lee Miller aus. Derzeit bereitet das Victoria & Albert Museum von London eine Anthologie dieser begabten Frau vor, die über die USA bis hin zum Museum Jeu de Paume in Paris zu sehen sein soll.  Zwar starb Lee Miller bereits im Jahre 1977 im Alter von 70 Jahren, doch ihr Sohn Tony fand  eine Kiste mit nachgelassenen Negativen, die es zum großen Teil wert waren, der Nachwelt erhalten zu bleiben. So hatte Lee Miller in Katalonien noch Bilder von Miré und Tàpies aufgenommen. Ausser einigen hervorragenden Aufnahmen aus den dreißiger Jahren zeigt die Ausstellung in Barcelona auch eindrucksvolle, erschreckende Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg.

Bei einem Tag in Barcelona mit Bummel auf der Prachtstrasse Paseo de Gracia also die Hausnummer 66 nicht übersehen und in der Galerie Manuel Barbié einkehren!

 

Geländewagen auf dem Rückzug

Die neue Besteuerung von Kraftwagen je nach ihrem Ausstoss an Schadstoffen hat die Verkaufszahlen für Geländewagen stark nach unten gedrückt.  Im Januar 2008 fielen sie um knapp 35% gegenüber dem Vorjahresmonat, im Februar noch immer über 20% und Branchenkenner gingen davon aus, dass die Absätze weiter fallen. Der spanische Staat hat auch das Modell „Prever“ wieder abgeschafft, mit dem der Staat den Ankauf eines Neuwagens damit belohnte, dass er die Entsorgung des alten Autos finanziell unterstützte.

 Vor drei Jahren waren noch 120.000 Geländewagen verkauft worden, ein Jahr später sogar noch 135.000 und 2007 schloss mit 155.000 Verkäufen.

 

 

Das Ausland investiert weiter in Spanien

Die ausländischen Firmen sehen in Spanien nach wie vor einen guten Standort. Die meisten Investoren vertrauen darauf, hier ihre Investitionen bestens nutzen zu können und weitere Arbeitsplätze zu schaffen.  70% der multinationalen Unternehmen mit Niederlassungen in Spanien  gaben an, sie würden auch in diesem Jahr ihre Investitionen hier ausbauen.

Dabei gingen 21% in Industrieprojekte, gefolgt von Informatik, Energie und Transport.  Dabei kommen knapp die Hälfte der Investoren aus anderen Staaten der EU, aus Amerika  knapp 25%. Frankreich ist derzeit mit 49 Grossprojekten vertreten. Die britische Benzingesellschaft BP will in Ciudad Real rund 100 Millionen Euro  in die Errichtung einer fotovoltaischen Anlage investieren und dabei 500 neue Arbeitsplätze schaffen.  In Aragon soll eine hochmoderne Fabrik für Nuklearmedizin entstehen; in Madrid wird an einer Fabrik zu Herstellung und Vertrieb eines speziellen Armbandes gearbeitet, mit dem zum Beispiel Alzheimerkranke geortet werden können. In der Provinz Guadalajara ist man dabei, das Spanische Institut für Gastronomie zu entwickeln, das mit britischem Kapital finanziert wird.

 


08.03.2008

Preise runter!

Die beste Methode, der Krise auf dem Immobilienmarkt zu begegnen, ist eine Senkung der Preise. Wir alle wissen, dass die letzten beiden Jahre mit jeweils 15% Preissteigerung bei Neubauwohnungen und Rekordforderungen von Hauseigentümern  nicht immer so weitergehen konnten. Nun ist es Zeit, den Atem anzuhalten und wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen, wenn man ein Haus oder  eine Wohnung verkaufen will. Die Firma Metrovaseca, die in ganz Spanien Niederlassungen unterhält, machte es vor: anläßlich des Schaltjahres gab sie  am 29. Februar auf alle Preise einen Nachlaß von 20 % und siehe da: sie verkaufte 81 Einheiten an einem einzigen Tag.

Auch bei anderen Firmen funktionierte das Prinzip der Rabatte: so konnte eine Urbanisation in Getafe mit 100 neuen Einheiten in einem Monat 10 Häuser verkaufen, während die Agentur zuvor einige Monate lang mehr Absagen von Kaufzusagen erhielt als tatsächliche Verkäufe zu realisieren.Nach Einschätzung von Fachleuten wird es in den kommenden Monaten keiner Immobilienfirma erspart bleiben, mit den Preisen herunterzugehen, wenn sie weiterhin bestehen will. Dazu gehört allerdings auch, dass die Eigentümer von Wohnungs-und Hausbesitz von ihren gänzlich übertriebenen Vorstellungen ablassen, was zwanzig oder noch mehr Jahre nach der Errichtung ihre Immobilie noch wert sein müsse. Und immer wieder ist daran zu erinnern, dass noch vor wenigen Jahren wir alle zwei Deutsche Mark hergeben mußten, um einen einzigen Euro zu erhalten. Man kann also keinesfalls heute einen  Euro mit einer D-Mark vergleichen – schließlich hatten wir seit Einführung der Euro-Währung nicht 20 Prozent Inflation pro Jahr!

AE

 

 

 

Unternehmen des Ibex machen Geschäfte mit Steuerparadiesen

Der Liechtensteiner Skandal hat auch in Spanien eine Bombe ausgelöst.  51% der 35 grössten und mächtigsten Unternehmen, die im Börsenindex Ibex zusammengefaßt sind, mußten jetzt beichten, dass sie Tochterunternehmen in Steuerparadiesen haben.

 Das geht von den Grossbauunternehmen wie Acs, Acciona und Ferrovial über die Energieriesen Gas Natural, Endesa, Iberdrola und Repsol YPF bis hin zu den Banken Banesto , BBVA, Banco Popular, Banc Sabadell, Banco Santander und Mapfre. Auch die Telefónica ist dabei uns sogar der Zeitungsriese PRISA. Auch Industrieunternehmen wie Acerinox, Altadis und Inditex sind Steuersünder in großem Maßstab. Das Arbeitsministerium in Madrid fördert eine Überwachungsorganisation, die sich periodisch mit diesen Mißständen befasst. Aus deren jüngster Studie ging hervor, dass die genannten Unternehmen keine öffentliche Rechnung über die von ihnen gezahlten Steuern legen und auch nicht darüber aufklären, wie sie selbst gegen Korruption und Bestechung in ihren Unternehmen vorgehen. Nur neun Firmen äußerten sich dazu, wie sie Geldwäsche verhindern.  Fast 70 Prozent dieser Großunternehmen geben auch keine Informationen über die Vergütung ihrer Führungskräfte bekannt.

 

Sechs Seiten Eigenwerbung

Bevor am Freitag Abend der Wahlkampf offiziell zu Ende ging und den sogenannten „Tag der Besinnung“ (día de reflexión) einläutete, starteten die Spitzenkandidaten von PSOE und PP noch einmal durch. Zapatero gab der  ihr freundlich gesinnten Zeitung El Pais ein fünfseitiges Interview plus einer Seite zusammen mit Wahlkampfhelfer Felipe González. Aber auch Mariano Rajoy gelang es, die gewaltige Stierkampfarena  von Valencia voll von jubelnden Anhängern zu bekommen. Katalonien ist für die Sozialisten ganz besonders wichtig, wählt doch der Industriegürtel rings um Barcelona traditionell mehrheitlich links.  Darum kamen Zapatero, Felipe González und die Nummer 1 der Liste für Barcelona, Carme Chacón im Palau Sant Jordi zusammen, um ihrer Fangemeinde zuzujubeln. Felipe, der älteste Fuchs in der Runde, bat geradeheraus um die Stimmen für die Sozialisten. Die Menschen sollten das sogenannte „nützliche Votum“ an die katalanistischen Parteien ERC oder IC vergessen und direkt Zapatero wählen. „Ich will kein unnützes Votum“, sagte er und dürfte sich damit Wut und Zorn der  kleinen Parteien eingehandelt haben, die in diesem bipolaren Wahlkampf so gar nicht zum Zuge kamen und  doch so sehr gehofft hatten, das Zünglein an der Waage in Madrid zu sein.

AE

 

 

 






 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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