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| Bahia-Blick Nachrichten | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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07.03.2008
34 Jahre lang Wasserverschwendung Seit dem Jahre 1974 ist es bekannt, dass die Röhren, die das Wasser des Flusses Ter zwischen Cardedeu und la Trinitat in Richtung Barcelona fließen lassen, ein großes Leck aufweisen, durch das täglich unglaubliche Wassermengen in die Landschaft sickern und dadurch der Nutzung verloren gehen Aber nichts geschah. Schon zu Francos Zeiten machte ein technischer Inspektor in dem damals üblichen Ton der Unterwürfigkeit seinen Vorgesetzten darauf aufmerksam, dass durch dieses Leck 1,7 Millionen Liter Wasser p r o T a g verlorengingen. Aber niemand reagierte. Auch als im Jahre 1989 die katalanische Regierung unter Jordi Pujol und seiner rechtsbürgerlichen Partei CiU ein weiteres Mal auf die Mißstände aufmerksam gemacht wurde, mußten erst noch weitere elf Jahre vergehen, ehe man im Jahr 2000 zu einer zögerlichen Reparatur schritt. Die ursprünglichen Leitungen waren in den Jahren 1962 und 1966 entstanden und ihre Erneuerung daher überfällig. Nachdem in der vergangenen Woche das Leck von Badalona mit dem Verlust von täglich 216.000 Litern Wasser bekannt geworden war, gab die katalanische Wasserbehörde AC zu, dass auch an vier anderen Orten Risse und Lecks in den Leitungen bestehen: in La Roca del Vallà, Vallromanes, Tiana und Santa Coloma de Gramenet. Wenn man die bisherige „Eile“ in Betracht zieht, mit der die Lecks von 1974 gestopft werden, dürften sich die neuen Wasserverlustströme noch bis ins Jahr 2042 hinziehen.
Stromkabel gekappt – Verkehrschaos An der Kreuzung zweier Strassen in der Ortschaft Montcada i Reixac traf ein Schaufelbagger bei Ausschachtungsarbeiten ein Stromkabel. Das führte zu einer sofortigen Unterbrechung der Stromversorgung für rund 500 Anwohner, zu einer elektrischen Überlastung und dem Zusammenbruch eines weiteren Netzes und schließlich zu schweren Folgen für drei Nahverkehrsstrecken. Diesmal war es also keine Panne, die man - wie bequemerweise den ganzen letzten Sommer lang - der Zentralregierung in Madrid wegen mangelnder Investitionen in die katalanischen Infrastrukturen zuschieben konnte, nein, es war ein rein einheimischer Pfusch. Das verletzte Stromkabel schwankte so bedenklich nahe über den Nahverkehrsschienen, dass die Bahnleitung die Strecken C-3, C-4 und C-7 vorübergehend stilllegte. Es mußten Busse als Ersatztransportmittel bereitgestellt werden. Auch die Autobahn C-33 musste für eine kurze Zeit gesperrt werden, während die Techniker das durchhängende Kabel wieder in Position brachten. Es dauerte viele Stunden, bis der Verkehr auf Schiene und Strasse wieder normal verlief.
Lerida fürchtet für die Ernte Der Einbruch sibirischer Kälte mit orkanartigen Stürmen hält die Landwirte der Provinz Lerida in Atem. Sie fürchten für ihre süßen Früchte, Getreide und Mandeln. Die Kirschen, Pfirsiche und Nektarinen hatten aufgrund des bisher milden Winters frühzeitig zu blühen begonnen und nun bedrohte die Kälte das Reifen der Früchte und somit eine Ernte, von der in Lerida ein großer Teil der Bevölkerung lebt. Der Kälteeinbruch, dem nach meteorologischen Vorhersagen nach dem kommenden Wochenende ein weiterer folgen soll, geben den Landwirten Anlaß zu großer Sorge. Dazu kommt die Wasserknappheit in ganz Katalonien. Auch diejenigen Obstbauern, die auf ihrem Gelände über eigene Sprenkleranlagen verfügen, dürfen diese nur „ein bis zweimal“ einsetzen. Dies ist dann angezeigt, wenn die Temperaturen auf minus 2 Grad fallen und die Gefahr besteht, dass die Erde friert. In Lerida besitzen aber 85% der Obstbauern keine solchen Berieselungsanlagen, sodass ihre Bäume im Ernstfall ungeschützt bleiben. Am Mittwoch fielen die Temperaturen in Gerona von 22º auf 10º, die Großstadt Barcelona verzeichnete knapp 2º plus.
Die Inquisition lebt Mit der Wahl des ultrakonservativen Erzbischofs von Valencia, Agustín García-Gasco, zum obersten Wächter der Orthodoxie scheint eine Modernisierung des katholischen Klerus in noch weitere Ferne gerückt. Diese Kommission zur Überwachung des Inhalts des christlichen Glaubens nach den Maßgaben der obersten Kirchenleute kommt dem Inhalt nach der mittelalterlichen Inquisition gleich. Und damit ist die Wahl eine Kampfansage an die toleranteren und moderneren Vertreter der katholischen Kirche, insbesondere die der lateinamerikanischen Priester der Befreiungstheologie. García-Gasco ist ein geschworener Feind der sozialistischen Regierung unter Rodríguez Zapatero und wird, falls dieser wiedergewählt wird, der neuen Regierung so manchen Knüppel zwischen die Beine zu werfen versuchen. Der Erzbischof von Valencia machte vor kurzem von sich reden, als er allen Ernstes vorschlug, in der Stadt ein Monument zur Erinnerung an die Toten zu errichten, die auf Seiten Francos gefallen waren.
Bald Wochenendfahrten nach Madrid Die Touroperators feilen schon fleißig an Packet-Angeboten für Wochenendfahrten von Barcelona nach Madrid. Die auf zweieinhalb Stunden reduzierte Fahrzeit dank des Hochgeschwindigkeitszuges AVE macht es für viele Katalanen attraktiv, einmal die spanische Hauptstadt zu besuchen. Die Bahnverwaltung hat eine ganze Palette von unterschiedlichen Preisen für die Fahrt zur Verfügung gestellt, doch sind diese für den einfachen Bürger nicht leicht zu durchschauen und noch schwieriger im Voraus zu reservieren. Eine umgekehrte Attraktion, so hieß es aus Tourismuskreisen, bestehe derzeit nicht: die Madrider hätten durch ihre Schnellverbindungen nach Sevilla, Malaga, Valladolid und Zaragoza ausreichend Gelegenheit, sich rasch Tapetenwechsel zu verschaffen, ohne dafür nach Katalonien fahren zu müssen. Allerdings dürfte auch wahr sein, dass die Hoteliers von Barcelona bei dem starken Andrang von internationalen Touristen ihre Häuser befriedigend auslasten können und daher wenig geneigt sind, den tour operators günstige Preise anzubieten in der Hoffnung auf stärkere Nachfrage in der Zukunft. Die Voraussagen über Reisen während der Osterwoche galten als gut, sie lägen auf dem gleichen Niveau wie im letzten Jahr. Ständig an Attraktion gewinnen die Mittelstreckenziele wie Estland und Kroatien, Marrakesch in Marokko und wieder New York wegen des günstigen Eurokurses verglichen mit dem US-Dollar.
Keine Entschädigung für Fluvianaútic Der Bürgermeister von San Pedro Pescador, Jordi Martí, hat öffentlich versichert, es habe keine Entschädigung für die vor drei Jahren erfolgte Sprengung des unfertigen Riesengebäudes Fluvianaútic im Herzen der Aiguamolls gegeben. Die zuständige Behörde der katalanischen Regierung in Barcelona hatte behauptet, es seien 450.000 Euro geflossen, um nach der Sprengung den Platz und vor allem die angefangenen Kanäle landschaftlich zu neutralisieren. Auf seiner Website versuchte Martí Klarheit in die verschiedenen Zuwendungen zu bringen, die der Ortschaft von Barcelona in den vergangenen drei Jahren gewährt wurden, doch blieb en die Erklärungen wirr und unverständlich.
Strassenbau zwischen Vilacolum und la Tallada mit Verzögerung Die C-31 zwischen Vilacolum und la Tallada d’Empordà soll nach dem Willen der Abteilung Öffentliche Arbeiten der Generalitat im Mai beginnen. Da dafür aber eine Anzahl von Enteignungen im öffentlichen Interesse notwendig sind, glauben die Beobachter der Szene, dass sich diese Ausbauarbeiten nicht vor September oder Oktober durchführen lassen werden. „Umso besser“, hieß es, dadurch würden die Felder geschont, bei denen die Aussaat schon erfolgt sei. Nach der Ernte im Herbst sei der Beginn der Arbeiten wesentlich leichter und mit weniger Verlust durchzuführen.
Nach dem Jubel neue Zweifel Das spanische Wahlrecht verbietet die Veröffentlichung von Meinungsumfragen ab dem fünften Tag vor dem Wahltermin. Damit sollte nach Wiedereinführung der Demokratie nach Francos Tod sichergestellt werden, dass die in der Ausübung von Freiheitsrechten noch ungeübten Bürger sich zu sehr von gerade herrschenden Stimmungen leiten ließen. Diese Vorsichtsmaßnahme hat auch heute durchaus ihre Berechtigung, wenn man sich die Verschiebung der Prozentzahlen für die beiden Spitzenkandidaten der Wahl vom 9. März ansieht: war es zunächst ein Vorsprung von 4 Prozent der Sozialisten gegenüber den Konservativen, schnellte der Sympathiewert für den sozialistischen Regierungschef Rodríguez Zapatero nach dem zweiten Fernsehduell auf 15 Punkte Vorsprung, also den sicheren Sieg. Trotzdem kritisierte die spanische Presse nahezu einhellig das Verbot der Veröffentlichung von Meinungsumfragen so kurz vor den Wahlen mit dem Argument, die spanische Gesellschaft habe längst den Zustand einer tief verwurzelten Demokratie erreicht und die Bürger ließen sich nicht so leicht beeinflussen. Ausserdem sei es widersinnig, nur die Veröffentlichung von Meinungsumfragen der letzten Minute zu verbieten, aber nicht deren Erstellung. In der Tat sind seit dem Fernsehduell vom Montag, dem 3. März unentwegt Umfragen in ganz Spanien durchgeführt worden und die beiden großen Parteien bemühen sich unter der Hand, deren Ergebnisse zu erfahren. Bei den Sozialisten geht inzwischen die Angst um, der allzu große Erfolg ihres Spitzenmannes Zapatero im Fernsehen könne einen negativen Effekt haben: massives Fernbleiben der Bürger von den Urnen, weil der Wahlsieg im Vorhinein bereits festzustehen schien. Deshalb bläut Zapatero inzwischen seinen Getreuen und Sympathisanten ein, Gegenspieler Mariano Rajoy bleibe „ein schwieriger Gegner“ und die Wahl sei „noch nicht gewonnen“. Andererseits stieg die Zahl der Anträge auf Briefwahl in den letzten Tagen beträchtlich, woraus politische Beobachter schließen, dass die Fernsehsendungen das Stimmvolk doch mehr mobilisierten als die jeweils anderthalbstündigen Sendungen, die über große Strecken langweilig verliefen, dies vermuten liessen. AE
06.03.2008
Null Toleranz Am Dienstag herrschte in Barcelona strengste Disziplin auf den Strassen. Im Blickpunkt der Ordnungshüter standen vor allem die Anhänger des Fussballclubs Celtic aus Glasgow. Die neuen Stadtverordnungen über anständiges Benehmen in der Öffentlichkeit in der Hand, sorgten die Mossos und die Lokalpolizei dafür, dass sich solche Ausschreitungen nicht wiederholten, wie sie die katalanische Hauptstadt anläßlich eines Spiels der Glasgow Rangers erlebt hatte. Diesmal durften die jungen Männer nicht einmal eine Dose Bier auf der Strasse trinken, von Urinieren am Rinnstein zu schweigen und auch Gebrüll von den belebten Terrassen wurde nur im Ansatz geduldet. Manch einer, der sich vorfabrizierte Pizza mitgebracht hatte, mußte diese mit café con leche zu sich nehmen. Alkohol war strikt verboten, auch wenn viele Schotten Gebinde mit 20 Dosen auf dem Rücken mitschleppten. Das Monument für den ehemaligen Präsidenten Kataloniens Frances Macià wurde mit einem Stahlzaun gesichert Die Aufstellung von ambulanten Toiletten wurde von den Fans des Celtic kaum in Anspruch genommen, da sie sich mehrheitlich auf dem Montjuich vergnügten . Umso dankbarer war manche ehrbare Bürger von Barcelona für diese neue Möglichkeit der Erleichterung. Im Herzen von Barcelona waren berittene Polizei und Beamte mit Polizeihunden unterwegs, um für die erwünschte Ordnung zu sorgen. Und siehe da: es klappte.
Später Wintereinbruch Die Skiorte dürfen sich freuen. Nach einem vergleichsweise milden Winter kommt jetzt noch einmal eine Kältewelle mit Neuschnee auf das nördliche Spanien zu. Die eisige Tramontana, die seit Dienstag fegt, ist der Vorläufer für einen Wettersturz, der im übrigen auch andere Länder Europas heimsucht. Nur zwei Wochen vor Ostern ist die Vorhersage bares Geld für den Wintersporttourismus. Schneefälle und böige Winde in Sturmstärke behinderten die Strassen der Pyrenäen am Dienstag etwas, doch überwog die Freude über das ersehnte Naß und die Vorfreude auf weiterhin gute Skiverhältnisse. Im berühmtesten Wintersportgelände, dem Valle de Aran, gingen bis zu 20 Zentimeter Neuschnee nieder. Tiefstwerte erlebte der Tunnel von Vielha: dort sank das Thermometer auf minus vier Grad. Auch für die kommenden Tage ist mit polarer Kälte zu rechnen.
Kampf den Tauben Der Bürgermeister von Tarragona ist es jetzt leid: bis zu 50.000 Tauben will er in der in den nächsten zwei Jahren aus der historischen Römergründung Tarraconense entfernen. Die Ausscheidungen der Vögel, die sich im Hafen vor allem von Korn ernähren, das aus den großen Frachtern gelöscht wird, sind inzwischen zu einer echten Stadtplage geworden. Jetzt sollen in der Stadtmitte zehn Käfige zum Einfangen der Vögel aufgestellt werden, die zwar das Symbol für den Frieden darstellen, in der ornithologischen Fachwelt jedoch als „die grössten Stänker im Tierreich“ gelten. Die Bürgerschaft von Tarragona wurde dazu aufgerufen, die von Vogelschiet verschmutzten Balkons und Geländer gründlich zu reinigen, da die Ausscheidungen Krankheitsüberträger sein können.
Felipe González wurde 66 Der frühere spanische Ministerpräsident Felipe González hat gut lachen. Zwar ist der Sozialist, der vor dem Konservativen José María Aznar vier Amtszeiten lang die Geschäfte des Landes führte, kein großer Fan seines Parteinachfolgers Rodríguez Zapatero, doch etwas von dessen strahlendem Auftritt am Montag abend im spanischen Fernsehen lenkte auch ein wenig Glanz auf Felipe. Ausserdem hatte er am Mittwoch Geburtstag, und zwar nicht irgend einen, sondern die Schnapszahl 66. Und wie heißt es doch bei Udo Jürgens:“ Mit sechsundsechzig Jahren, da fängt das Leben an….“ Nun wird auch das des ehemaligen Arbeiteranwaltes Felipe González nicht erst mit dieser Zahl anfangen, aber sicher ist, dass dessen hellwache Kommentare zur internationalen Politik und seine exzellenten Beziehungen speziell zu Lateinamerika Spanien noch lange gute Dienste leisten können.
Mehr Kontrolle über neue Drogen gefordert Sie soll ähnlich wirken wie Extasis, aber sie wird im Internet als „pflanzliches Produkt“ angeboten. Die Europäische Drogenagentur mit Sitz in Lissabon warnte jetzt die Mitgliedstatten der EU vor dieser neuen Droge, die schon in Belgien, Deutschland, Dänemark, Irland, Frankreich, den Niederlanden, in Griechenland und auf Malta, in Österreich, Portugal, Schweden, Finnland und Großbritannien, aber natürlich auch in Spanien aufgetaucht ist. Die Droge mit der Bezeichnung BZP hat eine ähnliche Struktur wie Amphetamine. Sie wird über das Internet mit dem Hinweis verkauft, es handele sich um eine legale Alternative zur Droge Extasis. Obwohl die Wirkung des neuen Produktes zehnmal schwächer ist als bei echten Amphetaminen, kann ihr Verzehr doch zu Erbrechen, Kopf-und Magenschmerzen, Schwindel, Angstgefühlen, Schlaflosigkeit und Herzrasen führen. Auch bei einzelnen merkwürdigen Todesfällen wurden Spuren dieser Droge in den Körpern gefunden, doch konnte nicht wissenschaftlich erwiesen werden, dass diese Droge die Todesursache waren. Wie bei den bisherigen Partydrogen sind auch jetzt die Konsumenten von BZP ihrem Profil nach junge Leute zwischen 15 und 24 Jahren, in Städten lebend und häufige Besucher von Diskotheken und Bars während der Wochenenden.
Keine Fälle von Meningitis in Figueras Nachdem ein einzelner Fall von Hirnhautentzündung bei einem Kleinkind in Figueras festgestellt worden war, wurde die Befürchtung laut, es könne sich um den Beginn einer Epidemie handeln. Umfangreiche Untersuchungen an anderen Kindern mit ähnlichen Symptomen ergaben jedoch, dass keines von ihnen an der gefürchteten Hirnhautentzündung erkrankt war. Das gaben die zuständigen Gesundheitsbehörden in der katalanischen Presse bekannt. Bei der Krankheit handelt es sich um eine Virusinfektion, die von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen übertragen werden kann, weshalb eine strenge Isolierung von Personen mit dieser Infektion notwendig ist.
Dino-Eis bis nach China Eine Delegation chinesischer Unternehmer besuchte dieser Tage Castelló d’Empúries und Ampuriabrava, um DINOs Fabrik für Speiseeis zu besichtigen. Es ist daran gedacht, das italienische Eis der Familie Walter Rosso bis nach Fernost zu bringen. Der Bürgermeister von Castelló, Salvi Guell und einer der Tourismusbeauftragten, Jesus del Val, begleiteten die asiatischen Gäste und zeigten ihnen die Schönheiten und Vorteile dieser Gegend. Angesichts der seit über 30 Jahren gleichbleibend hervorragenden Qualität des italienischen Eises wird man sich in China ganz sicher dafür entscheiden, auch Dinos Erzeugnisse auf den einheimischen Markt zu bringen.
Die Sozialisten jubeln Nach dem zweiten Fernsehduell zwischen Rodríguez Zapatero und Mariano Rajoy am Montag ist in den Reihen der Sozialisten Euphorie ausgebrochen. Die Partei setzt jetzt schon ungeniert auf einen satten Wahlsieg am Sonntag. Der Regierungschef warnt nicht mehr vor dem „bösen Wolf“ in Gestalt des bärtigen PP-Politikers Rajoy, sondern rechnet einfach damit, dass die so gut wie sichere Niederlage vom 9. März zu einem Wechsel innerhalb der PP-Führung wird. Dann dürfte Schluß sein mit der unnachgiebigen Haltung von Acebes, Zaplana und Rajoy. Aller Voraussicht nach wird in den Reihen der PP dann ein neuer Realitätssinn Einzug halten und damit jüngeren und flexibleren Charakteren eine Chance gegeben. Die strahlende Siegerlaune der Sozialisten konnte auch die am Dienstag erfolgte Wahl des Erzkonservativen Antonio María Rouco Varela, Kardinal und Erzbischof von Madrid, zum Chef der Spanischen Bischofskonferenz nicht trüben. Rouco Varela gilt als außerordentlich vatikangläubig, ist er doch ein enger Freund von Papst Benedikt dem 16. seit den sechziger Jahren, als beide zusammen in München Theologie studierten. Auf „meinen Freund Ratzinger“ bezieht sich Rouco Varela denn auch gerne in der Öffentlichkeit und betont, dass er mit dem Papst weiterhin auf Deutsch verkehrt, während das bei Rombesuchen normalerweise auf Lateinisch oder zumindest Italienisch stattfinden würde. Zu der erneuten Wahl zum Vorstand der Bischofskonferenz gratulierteder Papst, ehemals Josef Ratzinger denn auch per Videokonferenz. Er rief den Prälaten in Madrid dazu auf, eine „moralische Reconquista“ einzuleiten, denn nach Meinung des Vatikan befindet sich Spanien mit seinen modernen Ideen über erleichterte Scheidung, Abtreibung und Schwulenehe absolut auf dem Weg ins Verderben. Obwohl sich die spanische Vizepräsidentin María Teresa Fernández de la Vega vor einigen Wochen um eine Glättung der Wogen in Rom bemühte, dürfte die Wahl von Rouco die zukünftige Regierungsarbeit Zapateros doch belasten, denn die Katholische Kirche stellt in Spanien noch immer eine große politische Macht dar, ungeachtet der Tatsache, dass kaum noch ein Bürger zur Messe geht oder vor den Traualtar tritt. A.Eisenführ 05.03.2008
Weniger Verkehrsopfer In den letzten vier Jahren ist die Zahl der Todesopfer auf Spaniens Strassen spektakulär gesunken. Die Statistik spricht von 32% weniger Menschen, die ihr Leben auf der Strasse verloren. Die Einführung des Punkteführerscheins, mehr Radarkontrollen, die Verschärfung der Strafgesetzordnung und ständige Informationskampagnen trugen dazu bei. Trotzdem wird die Zahl von durchschnittlich 4.000 Toten und 21.000 mehr oder minder nachhaltig Verletzten noch immer als viel zu hoch angesehen. Einen weiteren wichtigen Schritt will die Regierung mit der neuen Beschilderung der Strassen unternehmen, da in diesem Land noch allzu häufig unklare Angaben über Vorfahrt zu Unfällen führen.
Telefonica will weiter expandieren Die spanische Telefonica will im eigenen Land sechs mal so viel eigene große Einkaufszenter, sogenannte tiendas Top, eröffnen wie sie bereits hat. Ausserdem will sie weitere tausend Verkaufsstellen eröffnen, sodass sie das Jahr 2008 mit 3.600 Verkaufsstellen für Handys, Festnetz oder Breitbandkabel beschließen kann. Dies gab der internationale Präsident von Telefonica, César Alierta anläßlich der Zweiten Konvention der leitenden Angestellten dieses Unternehmens bekannt. Fernziel soll es sein, Die Telefonica in Spanien zu einem zweiten Silicon Valley auszubauen. Der Präsident der Telefonica in Spanien, Guillermo Ansaldo wies darauf hin, dass seine Firma die für 2007 gesetzten Ziele mehr als erreicht habe, während Alierta die Latte viel weiter oben anlegte: aus jedem Telefonicakunden müsse man einen Fan machen, das Unternehmen müsse moderner werden und das Personal engagierter und motivierter. Die guten Worte in Gottes Ohr oder zumindest in das der wackeren Telefonica-Mitarbeiter. Bisher gelang es nicht, das Image des ehemaligen Monopolisten Telefonica zu verbessern: auch im 21. Jahrhundert ist jede technische Panne mit Wartezeiten von mehreren Tagen verbunden, bis sie behoben wird und einen Teilnehmer abzumelden, der kein Spanisch spricht und sich deshalb eines Fachdolmetschers bedient, wird noch immer als Affront angesehen und häufig verweigert.. Die Meinung zumal der ausländischen Menschen, die hier Häuser oder Appartements und daher einen Festnetzanschluss haben, ist durchgehend außerordentlich negativ für die alte Dame Telefonica.
Weniger Delikte in Rosas In der Zeit vom 1. Januar bis 15. Februar dieses Jahres wurden 41% weniger Delikte in und um Rosas verübt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Verkehrsvergehen nahmen sogar um 88 % ab. Auch bei Diebstählen und Einbrüchen war ein Abwärtstrend zu spüren: 21% weniger. Fachleute führten das auf die kürzlich erfolgte Umstrukturierung der lokalen Polizeikräfte zurück.
Viel weniger Umsatz Auf beiden Seiten der N-II in La Jonquera gingen in den letzten Monaten die Umsätze in den Geschäften und Restaurants drastisch zurück. Schuld daran waren unter anderem die Bauarbeiten, die viele Franzosen davon abhielten, auf der Höhe der ehemaligen Zollgebäude anzuhalten und einzukehren oder einzukaufen. Viele Fahrer wichen daher auf die Südspitze der Ortschaft aus, wo große Parkmöglichkeiten geboten werden. So will das historische Molí de Vent noch im Laufe des Monats März seine Tore für immer schließen. Auch das Verkaufsverbot für Tabakwaren an vielen Stellen entlang der französischen Grenze machte sich bemerkbar. Sowohl in La Jonquera wie in Le Perthus gingen auch hier die Verkäufe spürbar zurück.
Einsturz bei Neubau Ein noch im Bau befindliches Haus in der Strasse Doctor Arruga von Rosas stürzte am letzten Mittwoch ein und verletzte drei Bauarbeiter schwer. Alle drei wurden in das Krankenhaus von Figueras eingeliefert. Zwei von ihnen erlitten Verletzungen an den Beinen und am Rücken, den Dritten erwischte es noch schlimmer von der Gürtellinie an.
Vicente Vicente wurde 100 Jahre alt Der Bürgermeister von Cadaqués brachte die Medaille persönlich ins Haus. Vicente Vicente Ortíz wurde 100 Jahre alt. Der alte Mann stammte eigentlich aus Valencia, wurde aber im Alter von vier Jahren von seinen Eltern nach Argentinien mitgenommen und kam sechs Jahre später nach Spanien zurück. In den siebziger Jahren siedelte er sich mit seiner eigenen Familie in Cadaqués an, einem Ort, dem er bis zum heutigen Tag treu blieb.
Pessimismus zahlt sich nicht aus Nach dem zweiten Fernsehduell der Spitzenkandidaten von Sozialisten und Konservativen gewies sich die alte Volksweisheit, dass schlechte Nachrichten nicht gut ankommen. So konnte der Noch-Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero mit über 30 konstruktiven Vorschlägen für die kommenden vier Jahre punkten, während Oppositionsführer Mariano Rajoy mit seiner Katastrophenschau für Spanien zunehmend ins Abseits geriet. Das ständige Herumhacken auf den Themen „Dialog mit der ETA“ „schlechter werdende Wirtschaftslage“ und „verletzte Sprachrechte in Katalonien“ langweilte der gelernte Registrator des Liegenschaftsregisters sein Publikum so sehr, dass die Einschaltquote in der letzten halben Stunde merklich absackte. Offenbar gingen die Menschen lieber ins Bett, als sich diese Leier noch weiter anzuhören. Trotzdem beurteilte die spanische Presse den zweiten Fernsehabend mit den am 9. März zur Wahl stehenden Herren insgesamt positiver: er sei lockerer und etwas spannender gewesen als der erste. Dazu mochte die Tatsache beigetragen haben, dass das Duell von einer Dame geleitet wurde, der sympathischen Olga Viza, die den Kandidaten die Zügel etwas schießen ließ. Auf Empfehlung von Fachberatern hatte Zapatero, der mit seinem leicht elegisch-femininen touch schon immer bei den Frauen gut ankam, einen telegenen Anzug mit anderer Krawatte als beim letzten Mal gewählt, während der dröge Bartträger Rajoy sich nochmals eine schreiend rote Krawatte umgebunden hatte, was schon für sich allein ein Fehltritt war, heißt doch ein Spruch des Volksmundes „Rot ist die Liebe, rot ist die Tomate, rot ist der Schlips des Sozialdemokrate..“ Und die Konservativen sind traditionell schwarz!“
Kurz gefaßt: der Oppositionsführer dürfte, so sagten es am Dienstag morgen sämtliche Meinungsinstitute voraus, auch die nächsten vier Jahre auf der Oppositionsbank sitzen. Ob mit oder ohne roten Schlips… Zapatero, so ermittelten die eifrigen Zähler, konnte seinen Vorsprung auf fast 15 Punkte ausbauen.
04.03.2008 Miss Teneriffa wurde Miss España Der Ferienkomplex Marina d’Or in Oropesa del Mar feierte eine glänzende Gala. Patricia Yurena Rodríguez, bisher Miss Teneriffa, wurde zur Miss España 2008 gekürt. Das hatte die Welt noch nicht gesehen: ein 17jähriges Mädchen von fast 1,80 m Größe als Schönheitskönigin! Eine hochaufstrebende Krone aus einzelnen Stäben verstärkte noch den Eindruck von unglaublicher Länge dieses ungewöhnlich hübschen Mädchens. An zweiter und dritter Stelle des Wettbewerbs standen Miss Madrid und Miss Zaragoza. Die Gala wurde von den bekannten Showmastern Emma García und Christián Gálvez präsentiert und untermalt von Auftritten der in Spanien sehr bekannten Künstler Sergio Dalma, Soraya und Belinda sowie David Bustamante.
Junges Mädchen erstochen Wieder ein Verbrechen aus Leidenschaft. In Igualada wurde ein knapp über 20jähriges Mädchen auf einer Bank unweit des städtischen Krankenhauses aufgefunden. Sie hatte einen fast tödlichen Messerstich erhalten. Die Polizei nahm zwei junge Männer fest. Einer davon war der ehemalige Freund des Opfers. Obwohl das Mädchen noch lebte, als es von einem Krankenhausangestellten am frühen Morgen zufällig entdeckt wurde, konnten die Ärzte ihr Leben nicht mehr retten. Bei den beiden Verhafteten handelte es sich um junge Spanier aus Igualada. Die Ermittlungsrichter erklärten den Fall für geheim, da beide Verdächtige vorbestraft sind.
Wieder Kupferraub Sie hatten ihren Kleinlaster voll von wertvollen Kupferkabelrollen, als sie auf einem Rastplatz der A-7 standen und einer Patrouille der Mossos d’Esquadra auffielen. Die drei Männer im Wagen konnten keine Auskunft darüber geben, woher sie das Material hatten. In den letzten Monaten hatten immer wieder spektakuläre Diebstähle von Kabelrollen den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke für den AVE behindert. Die Festgenommenen wurden einem Richter vorgeführt, der sie nach der Einvernahme zwar auf freien Fuß setzte, doch eine Anklage aufrechterhielt.
Viele Busfahrer krankgeschrieben Noch vor dem am Montag begonnenen Busfahrerstreik haben sich in Barcelona ungewöhnlich viele Fahrer krankschreiben lassen. Über 700 der insgesamt 2.900 Fahrer brachten ärztliche Attests bei, die sie von der Ausübung ihres Berufes zeitweise entbanden. Das waren 22% der gesamten Belegschaft der Verkehrsbetriebe von Barcelona. Normalerweise liegt der Ausstand wegen Krankheit bei maximal neun Prozent.
Proteste gegen Abzweigung von Wasser Am Sonntag protestierten in Vergès und Torroella de Montgrí über 1.000 Menschen gegen die Abzweigung von Wasser des Flusses Ter in Richtung Barcelona, um die dortige Trinkwasserversorgung zu unterstützen. Die Landstrassen C-31 und C-252 wurden durch einen Aufmarsch von Traktoren zeitweise verstopft. Die Manifestanten befürchteten Schäden an ihrer Aussaat, wenn sie ihre Felder nicht mehr genügend berieseln dürften. Drei Vereinigungen von Bauern hatten zu dem Protest aufgerufen. Damit solle die katalanische Regierung „eine erste Warnung“ erhalten, hieß es.
Dialog mit der ETA erwünscht Obwohl der von Regierungschef Rodríguez Zapatero eingeleitete sogenannte „Friedensprozeß“ nach dem Anschlag der ETA am Flughafen von Madrid im Dezember 2006 kläglich scheiterte, ist doch eine Mehrheit der Spanier dafür, einen solchen Dialog erneut zu versuchen. 62% der Befragten waren der Meinung, „wenn die entsprechenden Umstände gegeben“ seien, sollten die Politiker sich wieder um einen Verhandlungsfrieden mit den baskischen Terroristen bemühen. 35% sprachen sich dagegen aus. Insgesamt wurde die Regierungstätigkeit des Sozialisten Zapatero von der Bevölkerung positiv beurteilt. So waren 82% mit dem Rückzug der spanischen Truppen aus dem Irak einverstanden, 91% fanden das Gesetz über die Gleichstellung von Mann und Frau gut und 84% begrüßten die neuen Scheidungsregelungen. Weniger geschätzt, aber immer noch mehrheitlich positiv beurteilt wurde die Schwulenehe mit 66% und immerhin noch 55% waren für das neue Gesetz über die Historische Erinnerung, das versucht, auch nach 70 Jahren etwas Licht in das Dunkel der Francodiktatur zu bringen.
Mit elf Jahren schon berühmt Die erst elfjährige Lidia Espinosa der Schule Andersen in Terrassa (Provinz Barcelona) hat zusammen mit 22 anderen Schülern einen Internationalen Kunstwettbewerb für Schüler des Weltunternehmens Unilever gewonnen. Ihre Statue „belleza y diferencia“ (Schönheit und Unterschied) wird in Kürze in der Tate Modern Gallery in London zu sehen sein. An dem Wettbewerb hatten 125.000 Schüler aus 45 Staaten teilgenommen. Es war das zweite Mal, dass Spanien mit über 2.000 Bewerbungen dabei war. Auch im letzten Jahr war eine Schülerin derselben Schule in Terrassa ausgezeichnet worden, Gisela Adalid, die bei der diesjährigen Veranstaltung als Beraterin von Lidia Espinosa auftrat. Die anderen preisgekrönten Teilnehmer kamen aus Australien, Mexiko, China, den USA, Vietnam und Rußland. Am 23. März werden sie alle nach London fliegen, um ihre Werke in der genannten Tate Gallery ausgestellt zu sehen. Die Ausstellung geht für die Öffentlichkeit vom 9. bis zum 27. April.
Andorra bald kein Steuerparadies mehr? Angela Merkels überdeutlich geäußerte Absicht, gegen Steuerparadiese anzukämpfen, hat in Andorra Unruhe ausgelöst. Was die Opposition in diesem Zwergstaat mit Grenze an Spanien schon lange fordert, soll nun Wirklichkeit werden: eine Abkehr von dem bisherig eisern gehüteten Bankgeheimnis, das dem Ansehen von Andorra schadet, wie viele meinen. Schon bis Ende dieses Jahres will die Regierung unter Albert Pintat dafür sorgen, dass Andorra aus der schwarzen Liste der Steuerparadiese gestrichen wird. Schon bald sollen Verhandlungen mit Vertretern der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa (OECD) geführt werden, um Andorra von dem Ruf eines schwarzen Schafes zu befreien. Davor liegen jedoch schwierige Verhandlungen über die Veränderung von Gesetzen über Ausländische Investitionen beziehungsweise Körperschaften. In Europa gelten nur noch Monaco und Liechtenstein außer Andorra als Steuerparadiese.
03.03.2008 100 Spanier mit Konten in Liechtenstein Der größte Finanzskandal Deutschlands hat inzwischen auf 15 Staaten weltweit übergegriffen. Die spanischen Behörden wurden verständigt, dass auf der DVD, die ein unloyaler Mitarbeiter des Steuerparadieses teuer verkaufte, auch eine große Zahl von Spaniern genannt sind, die enorme Geldmengen am spanischen Finanzamt vorbei geschleust haben sollen. Damit befindet sich Spanien etwa in gleicher Gesellschaft wie die USA, die ebenfalls 100 Verdächtige aufweisen. Frankreich ist mit 200 Tätern dabei, Italien mit 150. In Spanien spricht man dann von einem Steuerdelikt, wenn mehr als 120.000 Euro vorsätzlich dem Finanzamt vorenthalten wurden; handelt es sich um kleinere Summen, erfolgt nur eine Steuerprüfung, aber keine gerichtliche Verfolgung. Während es bisher relativ einfach war, über sogenannte Stiftungen Schwarzgeld in Liechtenstein anzulegen, war die Rückführung solcher unversteuerten Gelder weitaus komplizierter und mit mehr Risiko behaftet. Die Operation „Malaya“, die den größten Korruptionsskandal Spaniens in Marbella auffliegen ließ und auch die Operation „Ballena Blanca“ (Weißer Wal) zum Thema Geldwäsche waren erst möglich, als die Steuerhinterzieher ihr Geld zurückhaben wollten, um es in Immobiliengeschäften anzulegen. Die OECD, die die 30 wichtigsten Industrienationen umfaßt, schätzt das Volumen von Schwarzgeld auf 4,6 Billionen Euro, was zwischen drei und vier Mal dem Bruttoinlandsprodukt Spaniens gleichkommt. Schon im Jahre 2006 ging das spanische Finanzamt gerichtlich gegen Steuervergehen mit einem Gesamtvolumen zwischen 3.000 und 5.000 Millionen Euro vor.
Alle Zeichen stehen auf Sieg Es müßte schon ein so ungeheuerliches Ereignis wie die Madrider Anschläge im März 2004 eintreten, wenn Regierungschef Rodríguez Zapatero die Wahlen vom nächsten Sonntag noch verlieren sollte. Alle Anzeichen besagen, dass er seinen Vorsprung gegenüber dem Oppositionsführer Mariano Rajoy eher noch ausbauen kann. Die letzten Meinungsumfragen von Anfang März errechneten 4,1 Punkte Vorsprung der Sozialisten, wobei die Anzahl der Sitze im neuen Parlament trotzdem ziemlich gleich stark verteilt sein würden. Bei 42,9% Stimmen für die PSOE wären es 165 bis 169 Sitze gegenüber der PP mit 38,8% und 148 bis 154 Abgeordneten. Verlierer sind die kleineren Parteien, insbesondere die CiU und ERC in Katalonien. Eine Woche vor der Wahl gaben sechs von zehn Befragten an, sie hielten die Sozialisten für die Wahlgewinner, nur 16% meinten, die PP könne siegen. Der Vorwahlkampf und die derzeitige Wahlkampfphase wurden von den Bürgern insgesamt negativ beurteilt: 74% gaben an, die Aussagen der Parteien seien unnütz, gegenstandslos gewesen und hätten nicht dazu beigetragen, sich eine Meinung über deren zukünftige Pläne zu bilden. Gleichzeitig gaben die Befragten zu 36% an, die Kampagne von Zapatero sei besser gewesen als die von Rajoy, der nur zu 22% positiv beurteilt wurde. Am heutigen Montag strahlt das erste Programm des spanischen Fernsehens das zweite Fernsehduell zwischen den beiden Spitzenkandidaten aus.
Schlechte Noten für Fernsehdebatte Fünf kleinere Parteien Kataloniens wollten im Wahlkampf nicht zurückstehen und veranstalteten eine Fernsehdebatte, die parteiübergreifend von der Presse negativ beurteilt wurde. Auch die Fernsehzuschauer schienen von der Runde nicht überzeugt zu sein, denn nur 483.000 Personen ließen ihr Gerät auf dem ausstrahlenden Sender TV-3 angeschaltet, solange die Diskussion dauerte. Eingefunden hatten sich Carme Chacón, die Spitzenkandidatin der Sozialisten für Barcelona und derzeitige Wohnungsministerin, Josep Duran Lleida (CiU), Joan Ridao (ERC), Dolors Nadal (PP) und Joan Herrera von den Grünen. Nach einhelliger Meinung der politischen Pressekommentatoren gelang es ihnen allen nicht, die wesentlichen Themen der nächsten vier Jahre zu umreißen: wie soll es in der Wirtschaftspolitik weitergehen? Wie stehen Sie zu Europa, Was gedenken Sie außenpolitisch voranzubringen und welches Modell der Kompetenzaufteilung zwischen Staat und Autonomie möchten Sie durchsetzen? Miquel Caminal von El Pais sprach offen aus, was er von der Diskussion hielt: „Die Debatte erschien mir provinziell. Vielleicht ist Katalonien ja auch kein Motor für Spanien mehr“. Die Fernsehrunde, soviel wurde klar, war eher ein innerkatalanischer Gedankenaustausch als ein Ideenbeitrag zur gesamtspanischen Politik, wie sie nach den Wahlen am 9. März gestaltet werden soll. AE
Frühlingsluft treibt sie auf die Strasse In diesen frühlingshaften Tagen mehren sich die Kundgebungen auf den Strassen. Am Samstag kamen 12.000 in Perpignan zusammen, um gegen den Starkstromaustausch zwischen Spanien und Frankreich zu protestieren. Unter den Manifestanten waren auch einige katalanische Politiker und viele Bürger aus dem Ampurdan, für die man extra einige Busse zur Verfügung gestellt hatte, um jenseits der Grenze ihren Unmut zu äußern. In der katalanischen Hauptstadt demonstrierten einige Leute für ihr Recht auf eine Wohnung, außerdem rotteten sich die Busfahrer Barcelonas zusammen, um für zwei ganze Ruhetage pro Woche zu streiten. An der Sagrada Familia im Zentrum Barcelonas wurde gegen den AVE demonstriert und in dem Stadtpark von Gerona, der Dehesa, gegen den Bau eines Sportpavillons. Auch die Jäger wagten sich aus dem Wald und marschierten Arm in Arm in einem gewaltigen Aufmarsch in Madrid für ihr vermeintliches Recht, weiterhin mit Bleikugeln zu schießen und größere Abschussquoten bei den verschiedenen Tierarten durchzusetzen.
Nach 35 Überfällen gefaßt Die Polizei hatte ihm den Spitznamen „el pescador“ gegeben, denn der kleine, schlanke, etwa 30jährige Verdächtige hatte stets Sonnenbrille, Handschuhe und eine Schildmütze getragen, was an einen Fischer denken ließ. Nach 35 Überfällen auf Geschäfte in Barcelona, Santa Coloma de Gramenet und seiner Heimatortschaft Badalona wurde „der Fischer“ jetzt gefaßt. Er hatte zunächst 13 Reisebüros überfallen, später mit Vorliebe Wäschegeschäfte, in denen nur weibliches Personal anwesend war, das er mit einem gefährlichen Messer in Schach hielt und zum Schluß noch einmal neun Supermärkte. Der Mann, dem schon früher Drogendelikte und ein Tötungsdelikt anhingen, erbeutete bei seinen Streifzügen rund 12.000 Euro. Er wurde von der Polizei erkannt, festgenommen und dem Ermittlungsrichter vorgeführt.
Fünf Jahre Gewinne Im letzten Jahr gelang es den spanischen Unternehmen, die an der Börse gehandelt werden, ihre Gewinne noch einmal um 12% zu steigern. Sie erreichten damit zum fünften Jahr in Folge wieder einen Rekord. Stattliche 55.736 Millionen Euro konnten sie verbuchen und damit dem Krisengerede der letzten Monate einen deutlichen Dämpfer versetzen. Die Telefonica konnte dabei der Kraftstoffgruppe Repsol den ersten Platz im Umsatzvolumen streitig machen. Die Banco de Santander wiederum hielt den Spitzenplatz bei den Gewinnen. Auf der Verliererseite war Jazztel mit 102 Millionen Verlust am stärksten betroffen. Auch was die Zahl der Arbeitsplätze in Spanien betrifft, waren die letzten fünf Jahre außerordentlich positiv. Die im IBEX 35 zusammengeschlossenen Unternehmen beschäftigten am Jahresende 2007 1.235.000 Mitarbeiter. Derzeit gibt es fünf Riesenunternehmen mit mehr als 100.000 Mitarbeitern: an erster Stelle die Telefonica, die 244.000 Arbeitsplätze hält. Dahinter rangieren die ACS mit 142.000, Banco Santander mit 131.000, die BBVA mit 103.000 und Ferrovial mit 102.000 Angestellten. Nur drei Unternehmen bauten im vergangenen Jahr Arbeitsplätze ab: Criteria, Iberia und Sogecable.
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