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| Bahia-Blick Nachrichten | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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01.03.2008 Selbstanzeigen wegen Schwangerschaftsabbruch In ganz Spanien waren es über 8.000, in Katalonien allein schon 2.500 Frauen, die in einer Unterschriftenaktion angaben, sie hätten abgetrieben, und zwar außerhalb der in Spanien vorgeschriebenen Regeln. Das hiesige Abtreibungsgesetz stammt aus dem Jahre 1985 und galt im katholischen Spanien damals als revolutionär. Obwohl die Kirche sich von Anfang an gegen die Möglichkeit sträubte, dass eine Frau freiwillig ein Kind abtrieb, erlaubte es das Gesetz von da an doch, unter gewissen Voraussetzungen Schwangerschaft zu unterbrechen. Allerdings war dafür ein psychologisches Gutachten notwendig, um sicherzustellen, dass es eine allzu schwere seelische Belastung für die Frau gewesen wäre, das Kind auszutragen. Die heutigen Forderungen der Frauen gehen sehr viel weiter. Sie verlangen, dass ein Schwangerschaftsabbruch auch ohne ein solches Gutachten durchgeführt werde und außerdem kostenlos sei. Alle Politiker drehen und winden sich um das heikle Thema herum, insbesondere jetzt, wo die nächsten Parlamentswahlen ins Haus stehen. Die konservative PP neigt ohnehin zur Ansicht der Kirche und der Sozialist Zapatero weiß, dass weitere Konzessionen in dieser Frage ihn auch unter seinen Gesinnungsgenossen viele Stimmen kosten können. Er selbst ist traditioneller Christ mit ausgesprochen viel Familiensinn und einer hohen Meinung von Ethik und Moral. Die Unterschriftenaktion, die jetzt auf verschiedene Gerichte herniederprasselt, wird voraussichtlich ausgehen wie das Hornberger Schießen. Auch wenn die Frauen mit Namen und Adresse angaben, sie hätten schon einmal außerhalb der gesetzlichen Fristen abgetrieben, so fehlt doch in der Mehrzahl der Fälle das Datum der Abtreibung und die Klinik, in der sie vorgenommen wurde. Für die Richter ist es deshalb in vielen Fällen so gut wie unmöglich, eine Strafverfolgung einzuleiten. Angesichts des Presserummels, den das Thema anläßlich der Schließung von mehreren Abtreibungskliniken in Barcelona und Madrid ausgelöst hat, ist vorauszusehen, dass die Politik spätestens nach den Wahlen vom 9. März mit dem Thema erneut befaßt wird. Wenn in den siebziger Jahren in Deutschland Frauen das Motto auf die Strasse trugen: „Mein Bauch gehört mir“, dann kann man vierzig Jahre später analog formulieren: „Mein Leben gehört mir“, auch wenn es die Stimme eines ungeborenen Kindes ist. Oder etwa nicht? Angelika Eisenführ
Oper im Kino Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Jetzt wurde die Oper „Elektra“ aus dem traditionsbewußten Opernhaus Licéo in Barcelona direkt in 16 Kinos der katalanischen Hauptstadt übertragen. Die technische Qualität war erstklassig und ebenso freundlich war das Echo der Kinobesucher, die über dieses Medium einen echten Musikgenuss erleben konnten. Bei Eintrittspreisen bis zu 14 Euro wr das für den Normalbürger ein attraktives Angebot und das Opernhaus selbst kann damit ein breiteres Echo, aber auch eine breitere Finanzdecke erzielen als mit dem Maximum seiner 24.000 Abonnenten. Die Leitung des Liceo hat bereits die Fühler nach neuen Kinosälen ausgestreckt, um seine Inszenierungen noch populärer zu machen.
EL PERIODICO weiterhin die Nummer Eins in Katalonien Modernität kombiniert mit Seriosität, das scheint das Geheimnis der in Katalonien in zwei Sprachen gedruckten Tageszeitung EL PERIODICO DE CATALUÑA zu sein. Jedenfalls konnte das Blatt seine Spitzenstellung weiter ausbauen. Mit 727.000 täglichen Lesern übertrifft die Zeitung bei weitem die gutbürgerlich-behäbige VANGUARDIA und läßt EL PAIS, das ebenfalls den Ruf großer Seriosität genießt, weit abgeschlagen: diese in Madrid erscheinende Zeitung mit nur einigen Seiten für Katalonien liegt bei 231.000 Lesern täglich. Nicht zu reden von AVUI, der katalanischen Zeitung, die schon mehr als einmal am Rand der Pleite stand. Sie dümpelt mit 118.000 Lesern an letzter Stelle der Studie.
Auch die Kleinen wollen gehört werden Nach dem ersten Fernsehduell zwischen Regierungschef Rodríguez Zapatero und Mariano Rajoy, dem am kommenden Montag ein zweites mit denselben Akteuren folgt, wollen auch die kleineren Parteien ihre Spitzenkandidaten zu Wort kommen lassen. So werden sich Carme Chacón, die derzeit schwangere Wohnungsministerin der Sozialisten und Spitzenkandidatin für Katalonien, Joan Ridao von der ERC, die konservative Dolors Nadal und der gerade erst an Lungenkrebs operierte Josep Antoni Duran Lleida von der CiU zu Wort melden. Bei der Fünferrunde soll es wesentlich ungezwungener zugehen als bei den Politstars, die vor lauter Sorge um die politische Korrektheit kaum frei und gelöst diskutieren konnten. Die Karikaturisten des Landes haben ihre schönste Zeit und die Qualität ihrer Zeichnungen und Kommentare kann sich mit jedem anderen Staat Europas messen, auch wenn hierzulande die Demokratie wesentlich jünger ist als anderswo.
Sie wagten sich nach Katalonien Die konservative Partido Popular (PP) ist in Katalonien nicht sehr beliebt. Man macht ihr zum Vorwurf, zu sehr von Madrid abhängig zu sein und den katalanischen „Nationalismus“, sprich das Unabhängigkeitsstreben der Region zu bekämpfen. Trotzdem wagte sich der Bürgermeister von Madrid, Alberto Ruiz-Gallardón, am Donnerstag nach Figueras. Dort wurde ihm die schwere Aufgabe abverlangt, für seinen Parteichef Mariano Rajoy die Werbetrommel zu rühren, obwohl dieser ihn gerade erst vor wenigen Wochen um seinen größten Wunsch und Ehrgeiz gebracht hatte: nämlich als Nummer 2 auf der Liste der PP zu kandidieren. Nach acht Jahren als Chef des Autonomiegebietes Madrid und einigen Jahren als äußerst effizienter Bürgermeister der Hauptstadt, wollte Ruiz Gallardón unbedingt ins Parlament. Ana Botella, ebenfalls von der PP, denn sie ist die Ehefrau des Ex-Ministerpräsidenten José María Aznar, wurde bei ihrem Auftritt in Cornellá de Llobregat deutlich: Die katalanische Regierung verschwende Millionen von Euro in einen „Sportseparatismus“ und verachte außerdem die Hochsprache Spanisch, el castellano. (Katalonien versucht seit Jahren vergebens, eigene Sportmannschaften an internationalen Wettbewerben teilnehmen zu lassen, obwohl nur Nationalmannschaften, also gesamtspanische, an solche Wettbewerben teilnehmen dürfen). Ana Botella geißelte darüber hinaus die sogenannte inmersión linguística, die Zwangseinführung des Katalanischen als Verkehrssprache in den ersten Jahren der Grundschule in Katalonien. Damit werde das Recht der Eltern beschnitten, selbst zu entscheiden, ob ihre Kinder auf Spanisch oder Katalanisch unterrichtet werden sollten.
Geringere Körperschaftssteuer im Baskenland Schon immer hat der Sonderstatus des Baskenlandes in Bezug auf die Steuerfinanzierung Neid und Ablehnung der anderen Autonomiegebiete Spaniens geschürt. Jetzt wurde die EU auf den Plan gerufen, um zu prüfen, ob es rechtens sei, dass das Baskenland eine weit geringere Körperschaftssteuer erhebe als andere Provinzen. Geklagt hatten die PP- regierten Gebiete Castilla y León und La Rioja, deren Firmen dem Klang der Sirenen aus Euskadi nachgeben und ihre Unternehmen ins Baskenland verlegen könnten, um Körperschaftssteuer zu sparen. Die Europarichter entschieden, dass das Baskenland kein Recht habe, Steuern willkürlich zu verändern. Eine Senkung der Körperschaftssteuer dort sei eine illegale Beihilfe des spanischen Staates. Und genau diese sei nicht rechtens. Das endgültige Urteil wird nicht vor dem 15. Mai dieses Jahres erwartet.
AVE mußte Kosten erstatten Es hatte so schön begonnen. Aber nun kam die erste Panne seit Inbetriebnahme der Schnellstrecke Barcelona- Madrid und zurück durch den AVE: Ein unvorhergesehenes Hindernis verursachte bei dem Zug aus Madrid eine Verspätung von 43 Minuten in Barcelona. Damit war das Unternehmen gezwungen, denjenigen Fahrgästen die Kosten zu erstatten, die dies verlangten. In den ersten zehn Tagen der neuen Schnellverbindung waren 382 Fahrgäste von mehreren Verspätungen betroffen: eine Reisende verstarb und brachte den Fahrplan durcheinander, in drei anderen Fällen war der Raub von Kupferkabelrollen der Grund für die Verspätung.
Kokainhandel im SEAT-Werk Das Werk der SEAT in Martorell hat in letzter Zeit kein Glück. Jetzt wurden mehrere Arbeiter fristlos entlassen, die zusammen mit einem Vorarbeiter Kokain an den Rest der Belegschaft verkauft hatten. Besonders freitags verkaufte ein Mann mit dem Spitznamen „el gitano“ (der Zigeuner) bis zu 100 Gramm Kokain in Dosen von je einem Gramm, das mit 60 Euro pro Einheit zu Buche schlug. Verdächtig war el gitano schon seit längerer Zeit gewesen, doch sah die Werksleitung von der Einschaltung der Polizei ab, weil diese mit Sicherheit keine verläßlichen Zeugenaussagen hätte bekommen können. Stattdessen wurden Mossos d’Esquadra als Feuerwehrleute getarnt in die Werkshallen geschleust, wo sie die Bewegungen der verschiedenen Mitarbeiter streng kontrollierten. Zwei Hauptverdächtige nahmen die Mossos fest, drei weitere wurden nur des Besitzes und der Selbstversorgung mit der Droge beschuldigt, aber die Firmenleitung entließ auch diese Männer.
29.02.2008 UNO gegen spanische Spekulation Ein Sonderbeauftragter der UNO hat Spanien aufgefordert, Maßnahmen gegen die Bodenspekulation zu ergreifen. Miloon Kothari führte in seinem Bericht aus, wenn nicht bald von oben eingegriffen werde, würde es für die Autonomieregierungen immer schwieriger, dafür zu sorgen, dass die Bürger Zugang zu einer eigenen Wohnung oder einem Haus zu einem angemessenen Preis kämen. Der gesamte Bericht soll am 10. März in Genf veröffentlicht werden.
Mehrwertsteuern gingen bergab Das Einkommen aus der staatlichen Mehrwertsteuer ist im Januar um 16% gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres gefallen. Schuld daran war eine gewisse Kaufzurückhaltung der Spanier. Auch die staatlichen Einkünfte durch Sprit-und Tabaksteuern gingen zurück, da die Menschen sorgfältiger auf ihre Ausgaben achteten.
68% der Bürger fühlen sich in der „Krise“ Die spanische Wirtschaftszeitung „Expansión“ veröffentlichte am 19. Februar eine Studie, nach der sich 68% der spanischen Familien als in der Krise lebend fühlten. Eine Woche zuvor waren es zehn Prozent weniger gewesen, nämlich 58%. Jeder Vierte gab bei der Umfrage an, er fühle sich „sehr stark betroffen“, 41 Prozent bezeichneten die wirtschaftliche Lage als „bedenklich“. Das spanische Statistische Amt gab bekannt, dass 38% der Spanier nicht einmal eine Woche Urlaub pro Jahr nehmen können, 31% haben keine Reserven für unvorhergesehene Ausgaben, 20% können sich den Kauf eines PCs nicht leisten und 21% haben kein Geld für den Kauf eines Autos aus zweiter Hand.
Zapatero baut Vorsprung aus Nur drei Tage nach dem ersten Fernsehduell zwischen Regierungschef Rodríguez Zapatero und Mariano Rajoy hat sich der Vorsprung der noch regierenden Sozialisten auf 5,5 Punkte gegenüber der konservativen PP ausgedehnt. Demnach würde die PSOE bei den Wahlen am 9. März 42,5 Prozent der Stimmen erhalten gegenüber weiterhin 37 Prozent für die Konservativen. In Zahlen ausgedrückt würden die Sozialisten zwischen 165 und 170 bekommen, die PP nur rund 150. Diese rechnerische Nähe der beiden großen spanischen Volksparteien beunruhigt die kleineren Parteien zutiefst, an erster Stelle jedoch die „nationalistischen“ Regionalparteien des Baskenlandes und Kataloniens. Die bürgerliche katalanistische CiU wurde denn auch nicht müde zu betonen, es sei für Katalonien ganz gleich, ob in Madrid die Rechte oder die Linke regiere: beide seien eine Enttäuschung für die Katalanen. Deshalb sollten die Menschen hier sich „für Katalonien und nicht für Madrid“ entscheiden. Die CiU-Politiker gingen dabei davon aus, dass das Wahlergebnis keine klaren Mehrheiten bringt, sodass „Zapatero nach dem 10. März bei uns anklopfen muß“. Die linkskatalanistische ERC wirbt unterdessen mit einem Werbefeldzug über die Dörfer um Stimmen für ihr Programm. Gleichzeitig diente sich der Generalsekretär der ERC, Joan Ridao, schon mal „als anspruchsvoller, aber sicherer Partner für Zapatero“ bei den Sozialisten an.
Dank Javier Bardem mehr spanische Filme sehen? Eine Umfrage brachte es am Mittwoch an den Tag: trotz des triumphalen Siegs von Javier Bardem bei der Oscarverleihung in Hollywood gaben 78 Prozent der Spanier in einer Blitzumfrage an, sie würden deshalb nicht mehr spanische Filme sehen wollen als vorher. Obwohl der Streifen „Kein Land für alte Leute“, in der Bardem einen Mörder spielt, was ihm den Preis für die beste Nebenrolle einbrachte, inzwischen Kassenschlager ist, wollen nur 22 Prozent der befragten Bürger in Zukunft mehr Filme der einheimischen Produktion sehen. Die meisten fanden amerikanische Streifen amüsanter, interessanter und spannender. Das katalanische Kino kann in Spanien nur gerade ein Prozent der Produktion decken.
20 Islamisten verurteilt Bei der Beurteilung von Delikten darf die Justiz nur Handlungen, also Taten bestrafen, nicht aber die Gesinnung von Verdächtigen. Nach diesem Prinzip sprach der Gerichtshof von Madrid 30 Islamisten von dem Vorwurf frei, sie hätten den Plan gehabt, eben diesen Gerichtshof mit einer Autobombe und 500 Kilo Sprengstoff in die Luft zu jagen. Da es nicht zur Ausführung der geplanten Tat kam, verurteilte der Gerichtshof 20 von den insgesamt 30 Angeklagten wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, denn dies ist ein strafwürdiges Delikt. Dafür wurden Haftstrafen von 282 Jahren ausgesprochen. Der potentiell mörderische Plan wurde dem Gericht durch einen Zeugen bekannt, der sich einem Zeugenschutzprogramm anvertraut und die Attentatspläne ausgeplaudert hatte.
Gewaltige Wassermengen versickern Die katalanische Regierung bemüht sich nach eigenen Angaben seit Jahren darum, den Wasserverbrauch in diesem Autonomiegebiet zu drosseln, insbesondere in solch trockenen Jahren wie den letzten beiden. Nun stellte sich heraus, dass eine Röhrenverbindung zwischen Cardedeu und dem Bezirk Trinitat, die das Wasser des Ter an Barcelona heranführt, ein äußerst brüchiges Netz ist, in dem täglich 216.000 Liter verloren gehen. Das entspricht einem Verlust von etwa vier Prozent der Gesamtmenge, die in diesem Netz transportiert wird. Der Mißstand ist seit Jahren bekannt und sollte schon im Jahre 2005 behoben werden. Die Arbeiten verzögerten sich jedoch um zweieinhalb Jahre und sind auch bis heute nur zu 75 Prozent ausgeführt.
AVE zu 60 Prozent ausgelastet In der ersten Woche seiner Inbetriebnahme war der Hochgeschwindigkeitszug AVE auf den Strecken Barcelona – Madrid – und Madrid - Barcelona zu 61,6 Prozent ausgelastet. Immerhin 77.000 Fahrgäste probten die neue Verbindung und lobten übereinstimmend die außergewöhnliche Pünktlichkeit des Schnellzuges. Auf längere Sicht will die Betreiberfirma aber eine Auslastung von mindestens 70 Prozent erreichen. Eine spektakuläre Zunahme an Fahrgästen erlebte die Strecke Barcelona – Lerida – Zaragoza – Madrid. Hier nahmen die Passagierzahlen im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 128 Prozent zu.
4.000 männliche Sexualtäter im Gefängnis In Spaniens Gefängnissen sitzen inzwischen bereits 6 Prozent sexistische Gewalttäter und Vergewaltiger ein, von den Mördern und Totschlägern im Rahmen der sogenannten „häuslichen Gewalt“ zu schweigen. Fachleute schätzen die reale Zahl von Häftlingen, die wegen solcher Delikte veruteilt wurden, noch wesentlich höher. Unterdessen gab es in vielen spanischen Städten Protestaktionen auf der Strasse gegen die vier Tötungsdelikte an Frauen, die an unterschiedlichen Orten des Landes innerhalb von 24 Stunden zu Tode kamen, weil sie von ihren Partnern beziehungsweise Expartnern erstochen oder erschossen wurden.
Fette Kinder leben kürzer Erstmals scheint sich die Kurve der Lebenserwartung nicht weiter nach oben zu entwickeln. Während bisher in Spanien – wie in vielen anderen Industrienationen – die Lebenserwartung kontinuierlich stieg, könnte die jetzige Generation einen Abwärtstrend erleben. Grund dafür die die Fettleibigkeit, die hierzulande schon jetzt bei 15 Prozent der Gesamtbevölkerung liegt und inzwischen schon jedes zehnte Kind unter 17 Jahren betrifft. Bis vor kurzem waren überhöhter Cholesterolspiegel und Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen so gut wie unbekannt. Jetzt stellen sie eine ernsthafte Gefahr da, das Leben des davon betroffenen Jugendlichen um bis zu 30 Jahre zu verkürzen. Starkes Übergewicht begünstigt die Entwicklung von verschiedenen Krebsarten, Diabetes Typ 2, Gallensteinen, Asthma, Menstruationsstörungen und orthopädischen Problemen. Die Fachleute empfehlen daher dringend, bei der Ernährung tierisches Fett, Zucker und zuviel Salz zu meiden, nicht zwischen den Mahlzeiten zu naschen und vor allem: mehr Bewegung und Sport zu betreiben.
28.02.2008
Der Skandal von Liechtenstein erreicht Spanien Das DVD aus Liechtenstein, das „die Reichen zittern macht“, wie eine Boulevardzeitung eindrücklich titelte, streckt seine Fangarme bis nach Spanien aus. Interessanterweise war es eine US-Behörde, die großen Steuerhinterziehungsdelikten nachspürt, die die spanischen Behörden darauf aufmerksam machte, dass auch spanische Bürger über Scheinstiftungen große Mengen Geld am nationalen Fiskus vorbeigeschleust haben dürften. Die spanische Finanzbehörde arbeitet mit Schweden, Großbritannien, Canada, Australien, Deutschland, Italien, Neuseeland und den USA zusammen, was solche Hinterziehungstatbestände via Liechtenstein betrifft.
Die Amerikaner entdecken Barcelona Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich das Volumen des amerikanischen Tourismus nach Barcelona mehr als verdoppelt. Die USA sind nach Großbritannien und Italien jetzt der dritte Staat in der Entsendung von Touristen nach Katalonien. Das bewirkte einmal der Kongresstourismus, aber vor allem auch die immer stärker werdenden Kreuzfahrten. In diesem Jahr sind bereits alle geplanten Reisen der großen Kreuzfahrtschiffe ausgebucht.
Das Schmuckgeschäft boomt Im letzten Jahr konnten sie ihren Umsatz um fünf Prozent erhöhen und auch für das Jahr 2008 rechnet die Schmuckbranche in Katalonien mit Umsatzzuwächsen. Die 3.350 Geschäfte in diesem Autonomiegebiet erwirtschafteten 730 Millionen Euro. Dabei konnten gerade die großen Markengeschäfte Zuwächse bis zu 16 Prozent erzielen. Da aber 85 Prozent der Schmuckgeschäfte kleine Läden sind, dürfte sich der Zuwachs dieses Jahr um etwa drei Prozent bewegen.
Vier tote Frauen durch häusliche Gewalt Es war der schwärzeste Tag seit Jahresanfang. Gleich vier Frauen verloren innerhalb von 24 Stunden ihr Leben durch ihre früheren Partner. Laura in Madrid war erst 22 Jahre alt, als sie die Messerstiche ihres Ex-Liebhabers trafen, Maria Victoria starb von derselben Waffe in El Puerto de Santa María, Virma, 45 Jahre alt wurde von Schüssen getötet und in Valladolid starb die 55jährige María José ebenfalls durch eine Schußwaffe. Drei der Täter wurden umgehend verhaftet, der vierte tötete sich selbst. Mit diesen vier Bluttaten erhöhte sich die Zahl der Opfer in diesen ersten zwei Monaten des Jahres auf 17. Experten gehen dabei davon aus, dass die Tötungsdelike kaltblütig und geplant begangen werden, nicht etwa im Affekt und mit getrübten Sinnen der Aggressoren.
Der Ruf von Prozac ist angekratzt Es gibt vierzig Millionen Verbraucher des als Antidepressivum hochgelobten Mittels Prozac in aller Welt. Aber neueste Studien lassen diese „Droge des 21. Jahrhunderts“ jetzt in einem anderen Licht erscheinen. Die sogenannte „Glückspille“ hat die gleiche Wirkung wie ein aufgeweichtes Stück Zucker bei Menschen, die nur an einer leichten Depression leiden, das heißt: eine Placebowirkung. Auch die Mittel Efexor und Serotax kommen bei dieser Groß-Studie nicht viel besser weg. In Spanien stehen die Antidepressiva an dritter Stelle aller verordneten Medikamente. In den letzten zehn Jahren hat sich ihr Verbrauch verdreifacht. Viele Ärzte verordnen Prozac oder die anderen Mittel, weil sie weder Zeit noch Lust haben, mit dem Patienten ausführliche Gespräche über die Gründe ihres Stimmungstiefs zu führen. Dabei hatte das angesehene British Medical Journal schon auf die Nebenwirkungen von Prozac hingewiesen, die von aggressivem Verhalten bis hin zu Selbstmordneigung rangierten.
Auch Valencia nicht mehr Spanien? Die Stellvertretende Ministerpräsidentin, Maria Teresa Fernández de la Vega, Spitzenkandidatin für die Sozialisten in ihrer Heimatstadt Valencia, hatte es am Dienstag nicht leicht, sich bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Universität dieser Stadt Gehör zu verschaffen. Die gelernte Verfassungsrechtlerin wurde am Eingang zum Unigelände von aufgebrachten Separatisten empfangen, die brüllten: „Politiker raus aus der Universität“ und „dies hier ist nicht Spanien“. Was ist denn Valencia nun anderes als Spanien? Wir hatten gedacht, solche Sprüche wie „Sie sind hier in Katalonien, nicht in Spanien“ seien auf unsere Gegend beschränkt… Und nun das: auch Valencia, wo erfreulicherweise an jedem Geschäft, Flughafen, Restaurant und Hotel die Aufschriften in spanischer Sprache zu lesen sind und erfreulicherweise die gesamte Presse ebenfalls. Wo die Taxifahrer den offensichtlich Ortsfremden oder Touristen höflich fragen, ob dem Fahrgast eine spanische Melodie oder liebe eine englische oder amerikanische aus dem Autoradio angenehm sei: da wollen einige junge Heisssporne aus dieser uralten historischen Stadt Valencia nun plötzlich nicht mehr Spanier sein? Erst kürzlich waren Leute dieses Schlages mit der Initiative gescheitert, el valenciano als eigene Regionalsprache zu deklarieren. Nicht etwa eine Variante des Katalanischen sollte el valenciano sein, sondern etwas ganz Besonderes, Eigenes. Barcelona lief Sturm: die Einheit des Katalanischen dürfe nicht gefährdet werden: selbstverständlich sei valenciano catalán. Nun könnte man diese Vorfälle auf die überhitzten Gemüter der jungen Leute angesichts der bevorstehenden Wahlen zurückführen, doch der Wahnsinn hat Methode.Wie ich aus zuverlässiger Quelle hörte, wollen die Menschen aus der Extremadura inzwischen nichts mehr davon wissen, dass viele der Abenteurer, die vor über 500 Jahren in die Neue Welt aufbrachen, aus jener Gegend stammten. Die Extremadura als Heimat der Konquistadoren? Niiiieeeemals! Wie sagte jener weise Mann der Antike, der seinen jungen Sohn bei der Hand führte: „Mein Sohn, du weißt nicht, mit wieviel Dummheit die Welt regiert wird“. Angelika Eisenführ
Wieder ein Verdächtiger ETA-Terrorist im Internet Die Guardia Civil hat das Foto eines Mannes ins Internet gestellt, der als Hauptverdächtiger gilt, am 1. Dezember letzten Jahres in Capbreton die beiden Zivilermittler der Guardia Civil Fernando Trapero und Raúl Centeno mit Schüssen aus einer Pistole getötet zu haben. Die beiden jungen Spanier waren in Südfrankreich eingesetzt, um Material über die jüngsten Delikte der ETA im Nachbarland zu sammeln. Der Verdächtige ist Aitzol Iriondo Yarza, den die Polizei- und Sicherheitsbehörden für den Mörder halten, auch wenn es dafür bisher keine schlüssigen Beweise wie ADN-Proben oder ähnliches gibt. Der 31jährige Baske gilt als die rechte Hand des Terroristen Txeroki. Bei dem vereitelten Bombenanschlag vom 1. September letzten Jahres vor einem öffentlichen Gebäude in Logroño wurde ein Haar von Iriondo Yarza gefunden. Am Dienstag wurde eine ETA-Aktivistin zu zehn Jahren Haft verurteilt, die im Jahre 2000 versucht hatte, den damaligen Präsidenten von Galizien, den greisen Manuel Fraga zu ermorden. Sie hatte zusammen mit einer anderen Terroristin in Santiago de Compostela eine Wohnung angemietet, von der aus sie die täglichen Wege des Präsidenten und seine Sicherheitsleute beobachten konnten, um zu einem gegebenen Zeitpunkt ein Bombenattentat gegen Fraga zu verüben. Dazu kam es jedoch nicht mehr, weil eine der Terroristinnen verhaftet wurde.
27.02.2008
Fernsehduell endet unentschieden Natürlich wird jeder Fernsehzuschauer das anderthalbstündige Duell der Spitzenkandidaten von Sozialisten (PSOE) und Konservativen (PP) nach persönlicher Sympathie beurteilen und entsprechend verschieden fiel auch das Echo in der spanischen Presse aus. Unerwartet energisch ging Oppositionsführer Mariano Rajoy die Debatte an und verstand es so, den Regierungschef Rodriguez Zapatero, der um seine Wiederwahl kämpft, in die Defensive zu drängen. Im dialektischen Sinne war Rajoy der Gewinner, wenn auch nur knapp nach Punkten. Der gelernte Registrator des Liegenschaftsregisters konnte mit präzisen Angaben über die stark gestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel aufwarten und verwies immer wieder auf „das, was die Bürger wirklich interessiert“. Das ist nun ein gängiger Rückgriff auf die Gefühle der Volksseele und dürfte auch in diesem Fall seine Wirkung nicht verfehlt haben. Obwohl Rodriguez Zapatero ebenfalls mit seriösen Argumenten bei der Hand war und bei den umstrittenen Themen wie dem begonnenen Dialog mit der ETA und den Attentaten des 11. März 2004 sogar so etwas wie Leidenschaft erkennen ließ, waren sich politische Beobachter doch einig, dass es der Debatte, die ja als ein D u e l l angekündigt war, an magnetischer Anziehungskraft mangelte. Am Ende lief es darauf hinaus, dass Zapatero zu sehr auf die Erfolge der Vergangenheit hinwies als einen großen Zukunftsplan zu entwerfen, während Rajoy bei seiner Oppositionsrolle blieb, indem er die Erfolge der Regierung kleinredete nach dem Motto: was wir wollen ist prima, was Ihr gemacht habt, ist Mist. Die zahlreichen Meinungsinstitute, die sich unmittelbar nach dem „Duell“ äußern sollten, vergaben im Durchschnitt an den Regierungschef Zapatero die Note 5,5, an Rajoy die Note 5,1. Das spanische Wertesystem geht von 0 als der schlechtesten Zensur aus und endet mit der 10 als der besten Note. So gesehen haben beide Kandidaten nur knapp bestanden. Am kommenden Montag, den 3. März findet das zweite „cara a cara“, also Fernsehduell Auge in Auge statt. Dann wird es Zapatero eröffnen. Die Wahlen finden am Sonntag, den 9. März statt. Dnn wird sich zeigen, ob und in wieweit die Fernsehauftritte das Stimmverhalten der Bürger beeinflussen konnten. Angelika Eisenführ
Schlechte Schulabschlüsse in Spanien Mit knapp 30 Prozent Schulabbrüchen stellt Spanien innerhalb der Europäischen Union ein beschämendes Ausbildungsergebnis dar. Es bedeutet nämlich, dass fast jeder dritte junge Mensch zwischen 18 und 24 Jahren die Schule noch während der Schulpflichtszeit abbricht und ohne Abschluß und ohne eine Berufsausbildung ins Leben geht. Nur in Portugal ist diese Quote mit 39,2 Prozent noch höher. Anders ausgedrückt bedeuten diese Zahlen, dass in Spanien die Bevölkerung zwischen 20 und 24 Jahren nur zu 61,1 Prozent einen Schulabschluss vorweisen kann, während es im europäischen Durchschnitt knapp 78 Prozent sind.
Vueling tief in den roten Zahlen Der Sinkflug der Billiglinie Vueling mit Sitz in Barcelona hält an. Im Vergleich zum Jahr 2006 verlor die Linie im letzten Jahr sechs mal mehr an Umsatz. Die Verluste lagen am Jahresende 2007 bei über 63 Millionen Euro. Die Linie, an der auch der Grossverleger José Manuel Lara beteiligt ist, führte diese Negativentwicklung vor allem auf die Zunahme an Wettbewerbern zurück, insbesondere durch die Iberiatochter Clickair. Paradoxerweise stiegen bei Vueling die Passagierzahlen im vergangenen Jahr um 77 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sie erreichten die sechs-Millionen-Grenze. Das bedeutete, dass die Fluglinie pro Fluggast rund zehn Euro Verlust machte.
Sarg abgestellt Die katalanische Polizei fand am Sonntag einen verlassenen Sarg mit Inhalt in einem Container für Bauschutt in Sant Feliu de Llobregat vor. Die Ermittlungen verliefen zunächst erfolglos, da in keinem Bestattungsunternehmen der Umgebung irgendeine Unregelmäßigkeit festgestellt werden konnte Die Mossos hoffen nun, dass sich Angehörige finden, die den Sarg aus seiner unpassenden Umgebung befreien.
Leichte Muse im Theater von Rosas Am Freitag, den 7. März gibt der Künstler Fausto Gramola ein Konzert leichter Musik im Foyer des Stadttheaters von Rosas. Damit eröffnet er das Programm der Vereinigung Viomusika. Das Konzert, das vor allem bekannte Bolero-Melodien zu Gehör bringt, beginnt um 22.30 Uhr und bietet in der Pause Barbetrieb.
Grosses Bohnenessen in San Lorenzo de la Muga Wie jedes Jahr im Frühjahr feiert die in den Bergen gelegene Ortschaft San Lorenzo de la Muga das Fest der Butifarra amb mongetes, des Nationalgerichtes der Katalanen: Presswurst mit dicken weißen Bohnen. Am kommenden Sonntag, den 2. März, soll es wieder so weit sein. Fleißige Köchinnen bereiten rund 450 Portionen dieser deftigen Mahlzeit vor, die für fünf Euro pro Portion zu haben ist. Langgestreckte Tafeln mit Holzstühlen lassen es zu, dieses Gericht gleich vor Ort zu verspeisen. Wem es draußen noch zu kalt ist, kann die Wurst mit Bohnen natürlich auf verpackt nach Hause mitnehmen. Diese Veranstaltung feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen und hat nach Meinung der Bürger sehr dazu beigetragen, dass die Ortschaft immer bekannter und der Zusammenhalt zwischen den Einwohnern immer stärker wurde.
Konzert am 2. März in Figueras Zu einem guten Zweck gibt das Katalanische Philharmonische Orchester am Sonntag, den 2. März um 18.00 Uhr im Stadttheater von Figueras ein Konzert. Der Ertrag des Kartenverkaufs kommt dabei mehreren Institutionen zugute: dem Roten Kreuz, der Caritas, einer Vereinigung für Krebshilfe und dem Verein für Alzheimerkranke. Da Musik keine Sprachgrenzen kennt, dürfte dieses Konzert auch für hier ansässige Europabürger interessant sein, zumal es zu einer christlichen Zeit beginnt und nicht erst wie sonst so oft in Spanien am späten Abend.
Bus nach Perpignan Am Samstag, den 1. März fährt um halb neun Uhr morgens ein extra eingerichteter Bus von Figueras nach Perpignan. Er soll Menschen nach dort bringen, die an der um 10.00 Uhr vormittags auf der Plaza Cataluña beginnenden Manifestation gegen die Starkstromleitung MAT teilnehmen wollen. Der Bus fährt von dem Busbahnhof ab, der etwa 70 Meter schräg gegenüber von dem Zugbahnhof angesiedelt ist.
Erfolgreiche Blutspende Am 22. und 23. Februar fand in Figueras die traditionelle Blutspendeaktion statt. Sie war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Mit 528 Beuteln lag die Spende um satte 100 Einheiten höher als bei der letzten Spendenaktion, die Ende November in Figueras stattfand.
Unterirdisch verlegte Kabel Die Sanierungsarbeiten in der kleinen vor Rosas gelegenen Urbanisation Mas Buscà (neuerdings Mas Boscà geschrieben) gehen voran. Jetzt sollen die Stromkabel unterirdisch verlegt werden, um die immer wieder auftretenden Kurzschlüsse in Zukunft zu verhindern. In der Urbanisation, die vor über 30 Jahren angelegt wurde und viele Jahre ein Dornröschendasein führte, beherbergt noch immer rund 1.500 Personen. Bei Mas Buscà handele es sich um eine Gartenstadt mit vielen hohen Bäumen, da seien überirdische Stromkabel nicht mehr angezeigt, ließ der für Unbanistikfragen zuständige Mitarbeiter wissen. Ausserdem sehen die neuesten Schutzbestimmungen ohnehin eine unterirdische Verlegung der Kabel vor.
26.02.2008
Spanischer AVE einer der pünktlichsten Züge Die ersten Reisenden auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Barcelona-Madrid und zurück staunten nicht schlecht über die fast hundertprozentige Pünktlichkeit des eleganten Stahlwurms. In den 16 Jahren, die der AVE zwischen Madrid und Sevilla verkehrt, hat sich dieses Transportmittel Rang zwei auf der Weltliste der pünktlichsten Züge gearbeitet. Nur Japan ist noch pünktlicher. Wenn man bei den spanischen Messungen eine Verspätung von 15 Minuten toleriert, erreicht die Pünktlichkeit 99 Prozent der Züge. Frankreich als Pionierland bei der Einführung der Hochgeschwindigkeit (train de grande vitesse = TGV) rangiert heute erst auf dem sechsten Platz mit 92,5 Prozent. Vor Frankreich rangieren die Tschechische Republik, Norwegen, Südkorea und Finnland. Die Deutsche Bahn hängt mit 79 Prozent Pünktlichkeit weit hinterher.
Ansteckungsgefahr bei Neugeborenen Das große Provinzkrankenhaus Josep Trueta in Gerona mußte wegen eines Virus die Abteilung für Neugeborene schließen, um zu verhindern, dass sich die empfindlichen Kleinen eine Bronchitis einfangen. Drei Neugeborene hatten am Freitag Anzeichen einer solchen Viruserkrankung gezeigt, was die Fachärzte dazu veranlaßte, die Station vorübergehend zu schließen. Die in Behandlung befindlichen Babies wurden mit vorbeugenden Medikamenten versorgt und es wurde bisher kein weiterer Fall von Ansteckung festgestellt.
Wieder ein Toter bei Streit unter Jugendlichen Das Wochenende verlief für einen 16jährigen Jungen aus Lateinamerika in Rubí tödlich. 25 Jugendliche aus Übersee hatten sich nach einer durchfeierten Nacht in die Wolle gekriegt und den Streit auf der Strasse zu einer echten Messerstecherei ausarten lassen. Die Mossos gingen davon aus, dass es sich dabei um Eifersucht handelte, da der Gruppe auch einige Mädchen angehörten. Ein 20jähriger Mann aus der Dominikanischen Republik, der in Hospitalet de Llobregat wohnt, wurde unter dem Verdacht festgenommen, den aus Venezuela stammenden Sechzehnjährigen mit Messerstichen getötet zu haben. Obwohl die Polizei sofort ärztliche Hilfe herbeiholte, die den Jungen in ein Krankenhaus nach Terrassa brachten, konnten die Ärzte sein Leben nicht mehr retten. Die Polizeinahm insgesamt sechs Personen fest.
Sauftourismus fährt in die Ostländer Die Zeiten, wo vor allem aus England ganze Gruppen von jungen Leuten einflogen, um in Barcelona Abschied vom Junggesellenleben zu feiern oder sich öffentlich zu besaufen, sind allmählich vorüber. Dieser Tourismus, der auch vor nächtlichen Eskapaden mit Pinkeln auf der Rambla nicht zurückschreckte, verliert für die Betroffenen an Attraktivität: zu teuer sind die Übernachtungen und die Barpreise der katalanischen Metropole. Viel lieber fliegt man in die Striptease-Mekkas in Estland oder Lettland. Auch die Preise in den Restaurants des Olympiahafens von Barcelona schrecken inzwischen Kunden ab. Schuld an dem Schwund von Touristen aus England sind die verschärften Verordnungen der Stadtregierung, die den Konsum von Alkohol auf offener Strasse seit einem Jahr verbietet, aber auch die verstärkte Polizeipräsenz in den Bezirken der Rambla, des gotischen Viertels und des Raval. Das britische Außenministerium legte jetzt neue Daten zu den bierseligen Ausflügen ihrer Mitbürger nach Katalonien vor: demnach endet jedes vierte Fest mit dem Verlust von Geld und Dokumenten beziehungsweise vorübergehenden Festnahmen.
Mit Presswurst gegen den Gegner Nicht nur im Krieg, sondern auch im Wahlkampf sind alle Mittel erlaubt, so scheint es. Mitten in Esplugues de Llobregat, der Ortschaft, in der die sozialistische Wohnungsministerin Carme Chacón für die Wiederwahl von Rodriguez Zapatero wirbt, hat sich der politische Gegner, in diesem Fall eine Gegnerin in Gestalt von Dolors Nadal von der PP etwas Originelles einfallen lassen. Nach der Volksweisheit, dass Liebe durch den Magen geht, ließ die Konservative für 300 Parteigänger und Sympathisanten 150 Kilo Presswurst mit Bohnen, Bauernbrot und aliolli servieren. Der Gemeinschaftsschmaus für die Katalanen, für die butifarra amb monjetes nahezu ein Nationalgericht darstellt, fand ausgerechnet auf der Plaza de Cataluña statt, nur wenige Schritte von dem Amtssitz der Sozialistischen Partei entfernt. Als Kellner dienten Jorge Fernández Díaz und Jorge Moragas, die als Nummer zwei und drei auf der PP-Liste für Barcelona rangieren.
Armancio Ortega der reichste Spanier Der Präsident von INDITEX ist mit 19.000 Millionen Euro Vermögen der reichste Mann Spaniens. Dieser Modezar verfügt nach einfachen Anfängen industrieller Fertigung von prêt-à-Porter-Kleidung inzwischen über ein weltweites Netz von Firmen und Zweigniederlassungen. Gefolgt im Ranking der reichsten Spanier liegt Rafael del Pino, der Gründer von Ferrovial.
Acciona setzt auf erneuerbare Energie Die Firma Acciona will in den nächsten zwei Jahren vier Grossanlagen für die Erzeugung von 200 Megawatt umweltfreundlichen Strom bauen. Diese Solarparks werden rund eintausend Millionen Euro kosten. Sie sollen ähnlich ausgelegt werden wie die Anlage von Boulder City nahe Las Vegas in den USA, wo man sich die klimatischen Verhältnisse der Nevadawüste zunutze macht. Die Gruppe Acciona wird geleitet von José Manuel Entrecanales, dessen Unternehmen weitere 1.815 Millionen Euro in thermosolare Anlagen sowie Windkraftanlagen investieren will. Die neuen Anlagen in Spanien werden in Extremadura und Andalusien gebaut. Wenn sie erst einmal betriebsbereit sind, versorgen sie 132.000 Haushalte und vermeiden pro Jahr 440.000 Tonnen CO2-Ausstoss in die Atmosphäre.
Mozartmusik im Musikpalast in Barcelona Am Donnerstag findet im Petit Palau, einem kleineren Konzertsaal innerhalb des Palau de la Música Catalana in Barcelona ein Rezital des Mozarteum Quartetts aus Salzburg staatt. Am Flügel wird Adolf Pla zu hören sein. Das Mozarteum Quartett besteht seit dem Jahre 1930. Eintrittskarten für das Konzert vom 28. Februar um 21.00 Uhr gibt es an der Abendkasse.
Jüdisches Kinofestival in Besalú Am Donnerstag beginnt in Besalú das sechste Festival jüdischen Kinos. Es dauert vier Tage und findet in Cal Tronc statt. Das Gebäude Cal Tronc weiht bei dieser Gelegenheit neue Leinwand, Ton und Vorführgeräte ein, um sich auf der Höhe der Zeit zu zeigen. Das diesjährige Festival steht unter dem Zeichen des israelischen Filmemachers Amos Gitai, der den Streifen „Eden, gelobtes Land und Freie Zone“ vorstellt. Ausserdem kommen Filme von Alan Ezequiel Jais und Lina Chaplin zur Vorführung, aber auch einige Kurz - und Dokumentarfilme.
25.02.2008 Nur kleine Entschädigungen 1.435 Menschen hatten im Sommer 2002 das typische Gebäck von San Juan aus einer Bäckerei in Toroella de Montgrí gegessen und waren daran erkrankt. Nach sechs Jahren erging der Urteil gegen den Chef der Bäckerei, Josep Gusó . So befand das Gericht von La Bisbal d’Empórdá, der Mann habe eine Strafe von 900 Euro zu zahlen und diejenigen 394 Menschen, die den Fall vor Gericht gebracht hatten, mit insgesamt 231.000 Euro zu entschädigen. Der Staatsanwalt hatte 2,7 Millionen Euro Strafe und 1,5 Millionen Euro an Entschädigungsleistung gefordert. Daran gemessen fiel das Urteil für die Betroffenen kläglich aus. Die meisten damals Erkrankten können nur mit 250 bis 500 Euro Entschädigung rechnen. Nur eine heute 73jährige Frau, die zum Zeitpunkt der Vergiftung durch das Gebäck sechs Wochen im Krankenhaus bleiben mußte, wurde mit 13.000 Euro abgefunden.
Neue Sportzentren für Barcelona Der durch die Olympischen Sommerspiele von Barcelona im Jahre 1992 geweckte „olympische Geist“ soll erhalten bleiben. Das ist der Wunsch der Autonomieregierung, die deshalb bis zum Jahre 2011 den Bau von zehn neuen Sportzentren plant. Weitere 37 bereits bestehende Zentren und 16 Fussballfelder sollen außerdem grundlegend modernisiert werden. Bürgermeister Jordi Hereu will damit erreichen, dass jeder Bürger Barcelonas eine solche Sportmöglichkeit innerhalb von zehn Minuten von seiner Wohnung oder seinem Arbeitsplatz erreichen kann. Das Großprojekt soll 176.000.000 Euro kosten und 77.000 Quadratmeter neuer Nutzfläche bringen.
Seat macht Sonderurlaub Angesichts der fallenden Verkaufszahlen für die Modelle Altea, Toleo und León hat die Werksleitung von Seat beschlossen, den rund 2.000 Mitarbeitern der Fertigungshallen in Katalonien sechs Tage Sonderurlaub zu gewähren. Es handelt sich um die ersten beiden Montage des Monats März, also den 3. und den 10., sowie die gesamte Osterwoche. Dadurch erhalten diese Mitarbeiter zehn durchgehende freie Tage von Samstag den 15. bis Dienstag den 25. März. Diese Regelung wurde im Einvernehmen mit den drei Gewerkschaften getroffen, die die Mehrheit der Belegschaft repräsentieren. Ein Firmensprecher sagte, es handele sich bei dieser Maßnahme um eine „Bereinigung des Lagers“. Volkswagen beabsichtige in diesem Jahr 445.000 Autos zu bauen, 11 Prozent mehr als im letzten Jahr. Hauptabnehmer der SEAT-Produkte ist nach wie vor der spanische Markt. Hier verzeichnete man allerdings im Januar dieses Jahres einen Rückgang der Nachfrage um 18%. Das Werk in Martorell ist derzeit dabei, den neuen Ibiza zu bauen. Auf der Automesse in Genf soll im März dieses neue Modell vorgestellt werden.
Noch ein Wahlversprechen: Kondome billiger Sofern die Sozialisten die Wahl erneut gewinnen, so der derzeitige Gesundheitsminister Bernat Soria, werde er dafür sorgen, dass Sexualität und Fortplanzung hierzulande besser geschützt würden. Um Geschlechtskrankheiten und ungewollte Schwangerschaften zu verhindern, wolle er die Mehrwertsteuer auf Präservative mindern, das Produkt damit billiger machen und es außerdem an gewissen Stellen, wo sich viele Jugendliche treffen, kostenlos verteilen. Auch solle die Sexualerziehung verstärkt werden. Soria, der als Spitzenkandidat der Sozialisten in Alicante auftritt, versprach weiterhin, sich dafür einzusetzen, dass in Zeitungen und Zeitschriften für Jugendliche keine Werbung für alkoholische Getränke geschaltet würde. Es handele sich dabei um einen selbst auferlegten Ehrenkodex. Wahlkampfbeobachter werteten die Initiativen als klare Versuche von Ministerpräsident Zapatero, damit einen Teil der jugendlichen Wähler für sich zu gewinnen.
A grandes males …. grandes remedios Große Übel verlangen große Heilmittel, lautet eine spanische Redensart. Vom Himmel herab neue Bäume wachsen lassen, das geschah am Freitag in einem großen Gebiet des Maresme in der Provinz Barcelona. Dort hatte m März letzten Jahres ein riesiger Waldbrand den Bergrücken Montcabrer zwischen den Ortschaften Cambrils und Cabrera de Mar verwüstet. Mit einem Regen von 1,15 Millionen Piniensamen, die aus einem Hubschrauber abgeworfen wurden, soll diese Zone auf lange Sicht wieder aufgeforstet werden. Über 350 Kilo Samen wurden mit einem Kostenaufwand von 28.000 Euro über das Gelände verteilt und erlauben, so hoffen die beteiligten Fachleute, das Heranwachsen einer großen Zahl neuer Pinien. Ähnliche Aktionen im Garraf nach den Bränden von 1994, in Sant Mateu del Bages 1998 und in Montserrat im Jahre 2002 hatten gute Erfolge erzielt. Dabei geht man davon aus, dass nur zehn Prozent der Samen keimen und die Bäumchen heranwachsen werden. Die restlichen werden Tieren zum Fraß beziehungsweise der Erosion zum Opfer fallen. Aber wenn pro Hektar 500 bis 1.000 neue Bäume entstehen, gilt das Experiment als erfolgreich.
Jugendlicher verlor beide Beine Wieder kam es zu einem gräßlichen Unfall bei der Bahn: ein 15jähriger Junge fiel auf die Bahngleise von Sabadell und wurde von einem Zug erfaßt, der sich gerade erst in Bewegung gesetzt hatte. Er fuhr dem Jungen beide Beine ab. Der Junge war nach den Ermittlungen der Polizei in Sabadell ausgestiegen und hatte in Begleitung von Freunden seinen Weg auf dem Bahnsteig fortgesetzt, als er aus zunächst ungeklärter Ursache das Gleichgewicht verlor und auf die Gleise fiel. Das Bahnpersonal reagierte auf den grausigen Vorfall mit Geistesgegenwert: sie versorgten die abgefahrenen Glieder mit Eisstücken in der Hoffnung, man könne sie dem Jungen im Krankenhaus wieder annähen. Die Polizei suchte nach Zeugen für den furchtbaren Vorfall, der sich in der Abenddämmerung ereignet hatte. Ein kriminelles Verschulden wurde zunächst ausgeschlossen.
Seilbahn zum Montjuic wieder in Betrieb Am 23. Februar endete die Schließung der Seilbahn auf den Vergnügungsberg Montjuic in Barcelona. Seither verkehrt sie wieder zwischen 10.00 und 18.00 Uhr. Die Bahn war am 4. Februar für die jährlichen Wartungsarbeiten geschlossen worden. Wie die Verantwortlichen bekanntgaben, verfügt die Seilbahn jetzt über die modernsten Sicherheitsvorrichtungen.
Diebesgut Pythonschlangen Eine kriminelle Bande von Rumänen hatte die Eigentümer von Wohnungen in Barcelona mit Einbrüchen in Atem gehalten, bei denen Schmuck und Geld, Kleider und sogar Essen aus dem Kühlschrank erbeutet wurden. Monatelange Ermittlungen der Polizei führten jetzt zu einem 30jährigen Verdächtigen in Cornellà. Als die Beamten dort eine Hausdurchsuchung vornahmen, stießen sie nicht nur auf die schwangere Ehefrau von Juan Luis. P. R. und seine zwei kleinen Kinder, sondern auch auf eine merkwürdige Versammlung von lebendenTieren: drei Pythonschlangen, einen seltenen Papagei, drei Iguanas und sogar einen Kaiman in einer Badewanne. Ausserdem zählten die zwischen Abscheu, Furcht und Faszination schwankenden Beamten einen Pit bull Terrier, einen Skorpion, eine Piraña und – weniger gefährlich – einen Yorkshire und eine Katze. Von keinem der Tiere konnte der 30 mal aufgefallene Dieb nachweisen, dass er sie rechtmäßig erworben hatte. Der Ermittlungsrichter wußte sich keinen Rat, denn keine Institution erklärte sich bereit, dieses Sammelsurium von Tieren aufzunehmen. Er ermahnte daher den Verdächtigen, der sich bis zur Gerichtsverhandlung auf freiem Fuß befindet, er möge die Tiere „gut versorgen“.
715 Euro Rente Die Durchschnittsrente im gesamten Bereich der spanischen Sozialversicherung erreichte im letzten Jahr den Betrag von 715 Euro pro Monat. Die Witwenrente wurde um sechs Prozent angehoben und betrug zu Beginn dieses Jahres 527 Euro. Die höchsten Renten entfielen auf das Baskenland mit 892 Euro, Asturias mit 860 und Madrid mit 847 Euro. Die geringste Rente wird mit 597 Euro in Galizien ausgezahlt.
Fernsehduell Zapatero – Rajoy Am Montag, den 25. Februar sendet das erste spanische Fernsehen, TVE um 22.00 Uhr in einer Livesendung das erste der beiden geplanten Fernsehduelle zwischen dem Herausforderer Ministerpräsident Rodríguez Zapatero und dem Oppositionsführer Mariano Rajoy. Seit über einem Monat bereiten sich die beiden Politiker auf diese möglicherweise wahlentscheidenden Treffen vor den Augen der gesamten Nation vor. Beide Kandidaten bestreiten in der Öffentlichkeit, großes Augenmerk auf den Fernsehtermin zu verwenden, doch die Zusammenstellung der jeweiligen Beraterteams zeigt, dass sowohl Zapatero wie Rajoy sich der enormen Wirkung bewußt sind, die ihr Auftreten auf dem Bildschirm bei den Stimmbürgern haben kann. Das Team des Ministerpräsidenten umfaßt acht bekannte Namen. Rajoy stützt sich am meisten auf seinen Berater Pedro Arriola, den Magier der Meinungsumfragen, der auch schon den früheren Ministerpräisdenten José Maria Aznar beriet, aber auch bei ihm ist eine ganze Gruppe von Beratern aus dem Hintergrund tätig. Bei einem Fernsehduell, so meinen alle Beteiligten, komme es vor allem darauf an, gewisse Dinge zu vermeiden, die negativ beurteilt werden könnten. So sollen die Kandidaten zum Beispiel seriös geschnittene Anzüge in Blautönen tragen, dazu glänzende Hemden und spiegelblanke Schuhe. Selbst die Schnürsenkel sollen gut aussehen, von den Socken zu schweigen, die so lang sein müssen, dass beim Hinsetzen keinesfalls nacktes Bein zu sehen ist. Die Herren sollen darauf achten, dass sich das Jackett beim Niedersetzen nicht krunkelt. Auf keinen Fall sollen die Kandidaten Anflüge von Zorn oder Gereiztheit zeigen, sie dürfen nicht stark gestikulieren und vor allem dürfen sie nicht lügen: die Fernsehgemeinde und die jeweils sechs zugelassenen Personen auf dem Plató würden es sofort bemerken und der Diskussion eine negative Wendung geben. Und noch eine goldene Regel: niemals auf den Moderator schauen, auch wenn dieser die Fragen vorträgt. Nein, es muß bei diesem Duell nicht nur Auge um Auge gehen, sondern vor allem Auge in Auge. A. Eisenführ
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