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Hier finden Sie die Nachrichten aus
unserem Archiv

Wochen 2008
 
 
         
         
 
   
   
       


 

 

09.02.2008

Verfallsdatum nicht beachtet

Bei einer Routineinspektion  der Gesundheitsbeauftragten der Gemeindeverwaltung von Salt bei Gerona wurden  in einem Lebensmittelladen fast 500 Artikel beschlagnahmt, deren Verfallsdatum abgelaufen war. Das von Schwarzafrikanern geführte Geschäft hatte einige Artikel seit August letzten Jahres nicht erneuert, darunter Milch in Plastikverpackung, Säfte, Trockenfrüchte und Kekse. Die Beamten  nahmen den Verstoß zu Protokoll. wollten sich aber nicht im Voraus dazu äußern, ob die Betreiber des Ladens mit einer Geldstrafe davonkommen, oder ob sie dichtmachen müssen. Seit Jahresbeginn wurden bereits 20 Geschäfte aktenkundig, in denen es zu Unregelmäßigkeiten beim Nahrungsmittelvertrieb gekommen war.

 

 

Gemeinsam gegen den AVE in Barcelona

Bei einer Abstimmung im katalanischen Parlament vom Donnerstag brach die linkskatalanistische ERC aus der Regierungsverantwortung aus und stimmte gemeinsam mit den Oppositionsparteien CIU, PP und Ciudadanos gegen die Streckenführung des AVE quer durch das Zentrum von Barcelona.  Damit wurde dem Ansehen des sozialistischen Präsidenten José Montilla ein schwerer Schlag versetzt, denn dieser muß schließlich die Dreiparteienkoalition von Sozialisten, ERC und den Grünen zusammenhalten.

 

Einen ganzen Tag in der Badewanne

Eine 81jährige Frau wurde in Rosas erst einen Tag  später entdeckt, nachdem sie in ihrem Badezimmer in eine mit Wasser gefüllte Wanne gefallen war. Eine Nachbarin  war beunruhigt, als sie die alte Dame weder telefonisch noch durch Klingeln  zum Öffnen ihrer Wohnungstür bewegen konnte und  rief die Polizei an. Diese drang in das Haus ein und fand die Greisin bei Bewußtsein, aber mit starker Unterkühlung in der randvollen Wanne vor. Sie wurde unverzüglich ins Krankenhaus nach Figueras gebracht.  Die Frau sagte aus, sie habe sich im Bad an einem Haltegriff den Kopf gestoßen und sei deshalb ins Wasser gefallen.

Der Vorfall brachte das Thema alleinstehender alter Menschen erneut zu öffentlicher Diskussion.

 

 

Mekka des Mobilfunks

Von Montag bis Donnerstag nächster Woche findet in Barcelona die internationale Messe für mobile Telekommunikation statt.  Es werden über 50.000 Delegierte von Firmen aus 191 Staaten erwartet, um sich über die neueste Technologie der Massenkommunikation auszutauschen.  Dieser Mobile World Congress ist auf dem Messegelände des Montjuic angesiedelt.  Die voraussichtlichen Umsätze auf dieser Weltschau der Mobilität werden auf 1.000 Millionen Euro geschätzt, wovon etwa 140 Millionen Euro in Barcelona selbst bleiben dürften. Sämtliche Hotels sind seit Wochen ausgebucht, wobei viele Häuser  wegen der starken Nachfrage voraussichtlich die Preise erheblich anheben werden. Bis hin nach Sitges suchen die Reiseagenturen noch nach Unterbringungsmöglichkeiten für die Gäste aus aller Welt.  Diese Messe gilt als „die Perle in der Krone“ der katalanischen Hauptstadt.

 

 

Handelskammer von Palamos umgezogen

In der casrrer de Dídac Garrell sind die neuen Räume der Handelskammer von Palamos untergebracht. Das Gebäude umfaßt 200 Quadratmeter Fläche plus einem Konferenzsaal für 60 Personen und einer Mehrzweckhalle für weitere 20. Die Bauarbeiten nahmen sieben Monate in Anspruch.

Die neue Stadtbücherei von Palamos  wird am  16. Februar offiziell eingeweiht. Nach mehr als zehn Monaten Verspätung  soll es soweit sein.  Sie liegt an dem Platz de los Paises Catalans. Ein Festakt am Samstag, den 16. gibt den Auftakt, es folgt ein Nachmittag der Offenen Tür für das breite Publikum.

 Die neue Bibliothek ist etwa dreimal so groß wie die alte Stadtbücherei und verfügt über besondere Räumlichkeiten für die Arbeit in Gruppen und einen Saal mit 80 Sitzen. Das Haus gefällt durch die Helligkeit der Räume und geschlossene Terrassen umgeben von Gartenanlagen.

 

 

31 Millionen für Englischunterricht

Die neuen Vorschriften für die Universitäten bringen erhöhte Kosten mit sich. So wurde beschlossen, dass diejenigen Studenten, die in Zukunft in Spanien ihr Studium beenden, gute bis sehr gute Englischkenntnisse nachweisen müssen, um  ihr Diplom oder das Zeugnis für Graduierte zu erhalten.  Ein Heer von Experten wurde inzwischen zusammengerufen, um darüber zu beraten, wie man die in Spanien durchweg mäßigen Englischkenntnisse der Unistudenten verbessern könne. Mancher Professor war der Meinung, der Englischunterricht müsse bereits vor dem Abitur intensiviert werden. Es sei angezeigt, schon auf dem Gymnasium einige der Fächer ganz in Englisch  zu unterrichten, damit die jungen Studenten auf der Uni diese Sprache schon fließend beherrschten. Das alles, falls es bei den auseinanderstrebenden Meinungen überhaupt zu einer Umsetzung dieser aus Madrid stammenden Vorschrift kommt, belastet die einzelnen Autonomiegebiete zusätzlich. So wurde für Katalonien die Zahl von 31 Millionen Euro innerhalb der nächsten drei Jahre genannt. Ein hoher Prozentsatz dieses Geldes dürfte in die Aus-und Weiterbildung der Englischlehrer selbst fließen, denn das Niveau dieser Sprachlehrer, so die Meinung von Kennern der Branche, lasse auch heute noch sehr zu wünschen übrig.  Also heißt das Motto: selber lernen, bevor man lehrt.

AE

 

Bald 10.000 Immigrantenkinder

Allein auf das Autonomiegebiet Katalonien kommen in diesem Schuljahr rund 10.000 Kinder von Immigranten aus aller Welt zu, die eingeschult werden müssen. Sie erreichen Spanien auf dem Wege der Familienzusammenführung, auf die sie einen Anspruch haben, sobald ihre Eltern hierzulande Arbeit gefunden  und deshalb Anrecht auf eine Aufenthaltsgenehmigung erworben haben. Die Zahl von 10.000 Neuzugängen macht das Schuljahr 2007/08 zu einem Rekordjahr bei der Einschulung von ausländischen Kindern.

 

 

Gute Wintersportverhältnisse

Im Tag scheint die Sonne vom wolkenlosen Himmel, die Mimosen blühen geradezu unverschämt gelb trotz der allenthalben beschworenen Trockenheit und in der Luft liegt bereits ein Hauch von Frühling.  Die Wintersportplätze der Pyrenäen jedoch leuchten weiterhin tief verschneit und bieten exzellente Skimöglichkeiten.  Auch die Langlaufpisten sind wieder alle offen. Bei einer Schneedecke zwischen 80 und 120 Zentimetern und einem sonnigen Wochenende, wie es MeteoCat vorhersagt, sind die Aussichten „besser als je in den letzten Monaten“. Auch in Andorra sind derzeit 100 Prozent aller Skipisten in Betrieb.

 


08.02.2008

Kommt der AVE vor dem  9. März?

Regierungschef Rodríguez Zapatero gab sich geheimnisvoll: „Ich werde den AVE nicht einweihen, aber ich werde ihn noch vor dem 9. März benutzen“, ließ er wissen. Eigentlich sollte der Hochgeschwindigkeitszug Madrid- Barcelona am 21. Dezember letzten Jahres einrollen, doch widrige Umstände bei dem Bau der Streckenführung führten zu Chaos und Verzögerungen. Die Aussage von Zapatero war relativ leicht zu entschlüsseln: angesichts der bevorstehenden Parlamentswahlen in Spanien verbietet die Gesetzgebung die Einweihung von öffentlichen Bauten, Einrichtungen und Monumenten, denn der  Wählerwille ließe sich dadurch zugunsten der bisherigen Amtsträger manipulieren. Die Aussage von Zapatero, er werde den AVE dennoch vor dem Wahltermin am 9. März benutzen, ließ darauf schließen, dass bis dahin die Bauarbeiten und Sicherheitskontrollen abgeschlossen sein werden.

 

 

Deshalb reisten sie nach Kairo

Der dreitägige Staatsbesuch des spanischen Königspaares nach Ägypten hatte vor allem wirtschaftliche Gründe. Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak leitet derzeit einen umfassenden Liberalisierungsprozess ein, um die Armut in seinem Land zu bekämpfen und dem Land am Nil international eine bessere Stellung zu eröffnen. Ägypten ist eine Republik mit einem Wirtschaftswachstum um sieben Prozent pro Jahr, doch erfaßt dieser Aufschwung nur gewisse Teile der Bevölkerung – große Gruppen bleiben bisher davon ausgeschlossen. Spanien will sich im Zuge dieser Entwicklung stärker engagieren, vor allem auf den Feldern  Energiegewinnung durch Windkraft, Sicherheit im Zugverkehr sowie beim Schiffsverkehr auf den Flüssen.  Die Freihandelszone von Barcelona ist bereits damit beschäftigt, in Ägypten den sogenannten „Industriepark der Pyramiden“ zu schaffen. Folgerichtig bezeichnete König Juan Carlos Ägypten als „den natürlichen Partner Spaniens“.  Am letzten Tag ihres Staatsbesuches besichtigte das Königspaar die Fotoausstellung  „Spanien und die arabische Welt. Ein Jahrhundert spanisch-arabischer Beziehungen im Bild“ von Gema Martín Muñoz.

 

Noch mehr Gefängnis für Julián Muñoz

Der ehemalige Bürgermeister von Marbella, der für seine tumultartige Trennung von der Ehefrau bekannt wurde, um mit der spanischen Folkloresängerin  Isabel Pantoja ein Liebesidyll zu beginnen, ist noch nicht am Ende seines Leidensweges. Im Zuge der Ermittlung massiver Korruptionsvorwürfe in der Stadtverwaltung von Marbella wurde er verhaftet und sitzt seither in einem Gefängnis in Südspanien.  28 weitere Mitglieder des Magistrats mußten zumindest zeitweise in eine Haftanstalt einrücken, doch viele wurden zwischenzeitlich gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Für Julián Muñoz, dessen Marbellakarriere mit einem kleinen Getränkekiosk und einer Kellnerlaufbahn begonnen hatte, galt dies jedoch nicht. Er wurde jetzt zu einem weiteren Jahr Gefängnis verurteilt,  weil er seinerzeit eine Baugenehmigung für 108 Wohneinheiten erteilt hatte, die auf einem Gelände entstehen sollten, das in der Ortschaft San Pero de Alcántara für Sportzwecke reserviert war.

 

Kilometerlanger Stau

Ein Streik französischer Taxifahrer brachte den Verkehr auf der N II in Richtung französische Grenze nahezu zum Erliegen. Bis zu drei Kilometer erstreckte sich der Stau auch auf der Autobahn A-7 in Richtung La Jonquera. Am Nachmittag war die Schlange dann bereits neun Kilometer lang. Jenseits der Grenze, in Le Boulou (das die Katalanen rücksichtslos in El volö umgetauft haben), blockierten dann 300 Taxis die Landstrasse, wie sie es auch in anderen Teilen Frankreichs unternommen hatten.

Der Protest richtete sich gegen die Entscheidung der französischen Regierung, den Sektor zu liberalisieren.  Die Taxifahrer begnügten sich nicht damit, die Hauptstadt Paris abzuriegeln, sondern manifestierten sich auch in äußerst lästiger Weise an den Staatsgrenzen.

Der Vorschlag des Politikers Attali  sieht vor, alle Anträge auf Erteilung einer Taxilizenz, die bis zum Ende letzten Jahres eingereicht wurden, zwei Jahre lang kostenfrei zu erteilen, während man bisher 180.000 für eine solche Lizenz hinblättern mußte. Ausserdem  soll der Großraum Paris statt der bisher 16.000 Taxis in Zukunft zwischen 50.000 und 60.000 Fahrzeuge erhalten.  Die massive Manifestation gegen die geplante Liberalisierung wurde als deutliches Zeichen gegen den Reformkurs von Staatspräsident Nicolas Sarkozy gewertet.

 

 


07.02.2008

1

Hans Pregler gestorben



1Wie wir erst jetzt erfuhren, starb Hans Pregler am 1. Februar im Krankenhaus in Folge einer Lungenentzündung. Er wird heute in seiner Heimatstadt Passau beigesetzt.  Hans Pregler hatte die Werft SERNAU von Ampuriabrava im Frühjahr 1985 übernommen und leitete sie über das reguläre Rentenalter hinaus, bis eine spanische Unternehmensgruppe das Gelände für eigene Zwecke erwarb.  Der aus Passau stammende Mann war zunächst nur Hobbynautiker gewesen. In seinem Hauptberuf Friseurmeister hatte er in jungen Jahren zahlreiche Filmstars und Sternchen in den Münchner Filmstudios betreut und später einen renommierten Salon in der Heimatstadt Passau geleitet. Als man ihm in den siebziger Jahren die Vertretung der italienischen Bootsmarke Cranchi anvertraute, hängte er den Friseurumhang an den Nagel und widmete sich ganz dem Bootsgeschäft, in dem er sich einen guten Ruf erwarb. Ein Ferienhaus in Ampuriabrava war dann in den frühen Achtzigern  der Anlaß für den rührigen Man mit dem verschmitzten Lächeln, sich nach einer mediterranen Tätigkeit umzusehen und wie es der glückliche Zufall wollte, stand damals gerade die Werft Sernau zum Verkauf. Hans Pregler erwarb sie zusammen mit seiner Ehefrau und einem Stillen Teilhaber und machte sie zur gesuchten Reparaturwerkstatt mit Travellift für die deutschsprachige Kundschaft, die damals noch in erdrückender Überzahl Ampuriabrava bewohnte.

Ein ungewöhnlich starker Arbeitsanfall, die fremde Sprache, fremde Behördenvorschriften und eine zunächst widerspenstige Mannschaft machten Pregler die ersten Jahre auf der Werft schwer und griffen daher wohl auch seine Gesundheit an. Er starb im Alter von 77 Jahren und hinterläßt einen verheirateten Sohn.

AE

 

 

Bruni knipst man nicht ungestraft

Für den irischen Billigflieger Ryanair wird es teuer. Im Zuge von Werbepiraterie hatte das Unternehmen ein Bild von Carla Bruni mit ihrem brandneuen Ehemann Nicolas Sarkozy für Eigenwerbung verwendet. Das Exmodel und heute Erste Dame Frankreichs hatte darauf hin kräftig zurückgeschlagen: über ihren Anwalt ließ sie eine Strafe von 500.000 Euro beantragen. Das war selbst dem Gericht zu hoch. 60.000 Euro muß Ryanair nun  an das Cover girl zahlen, wobei der französische Staatspräsident auf eigenen Wunsch  mit einem symbolischen Euro entschädigt werden soll.  Das Raubfoto zeigte das frischgebackene Ehepaar in der Zeitschrift „Le Parisien“ mit dem Text: „Mit Ryanair kann meine ganze Familie zu meiner Hochzeit kommen“. Um den Rummel um Bruni / Sarkozy, der den Präsidenten bereits Prozentpunkte in zweistelliger Höhe in der Publikumsgunst gekostet hatte, nicht noch mehr ausufern zu lassen, ließ Carla Bruni mitteilen, sie werde die 60.000 Euro einem wohltätigen Zweck zukommen lassen, genauer gesagt den Restos du Coeur. Das ist eine Art Suppenküche für arme Leute.

 

 

 

Massensterben von Immobilienagenturen

Die Berufskammern für professionelle Immobilienhändler in Spanien gab die neuesten Zahlen bekannt: danach haben im Jahr 2007 bereits 32.000 Agenturen schließen müssen, weil die Nachfrage stark zurückging.  Obwohl die Schließungen ganz Spanien betrafen, machte sich der Rückgang der Aktivität doch vor allem in den Küstengebieten bemerkbar, weil Zweitresidenzen und Ferienwohnungen nicht mehr so gefragt waren wie noch kurz zuvor. Nach Meinung von Branchenkennern handelt es sich dabei jedoch um ein vorübergehendes Phänomen: bereits im kommenden Jahr soll es wieder aufwärts gehen.  Für die verminderte Verkaufstätigkeit waren drei Faktoren ausschlaggebend: die härteten Bedingungen für einen Bankkredit, Nachfragezurückhaltung und das Verschwinden von Spekulanten auf dem Immobilienmarkt.  Am stärksten betroffen war die in ganz Spanien tätige Firma Tecnocasa, die im letzten Jahr 387 Büros schloß und nun bei 665 Niederlassungen angekomnmen ist, nachdem sie einmal 1.052 hatte.

 

Sonnenblumenöl rasant teurer

Am stärksten stiegen im letzten Jahr  die Preise für Sonnenblumenöl, obwohl dieses doch in Spanien in riesigen Mengen hergestellt wird. Um 33,87% ging der Preis in die Höhe, gefolgt von 25% bei Milch und knapp 22 bei Mehl.  Zitronen – ebenfalls hierzulande ein Massenprodukt – wurde um knapp 19% teurer, das Hühnchenfleisch um 16% und sogar die unscheinbare Zwiebel gelangte zu trauriger Berühmtheit: ihr Preis stieg um mehr als 15%.

 

 

Vom Wein zum Rucksack

Wer Spanien kennt, kennt Weine von Torres. Das traditionelle Unternehmen erwirtschaftete im letzten Jahr 200 Millionen Euro Umsatz, neun Prozent mehr als im Jahre davor.  So viel Überschuß soll nun guten Zwecken dienen. Die Firma stieg ein in eine Textillinie unter dem Namen  Torres Nature Collection und erhofft auch damit Gewinn zu machen. Wenn das gelingt, will sie ein Viertel dieses Gewinnes in das löbliche Vorhaben investieren, damit den Habichtadler zu retten, den Raubvogel, der traditionell  die Weinanbaugebiete der Familie Torres überfliegt.  Auch Projekte der Wiederaufforstung sollen mit den zukünftigen Gewinnen finanziert werden.  Die neue Kollektion umfaßt Hemden, T-shirts, Westen, Gürtel, Mützen, ein Mehrzweckmesser (natürlich inklusive Korkenzieher), eine Reisedecke, einen Rucksack oder einen Picknickkorb. Damit soll es den Menschen leichter gemacht werden, eine Weinprobe mit einem Ausflug in die freie Natur zu verbinden, wie PR-Manage Miquel Torres vor der Presse sagte. Die Familie Torres unterhält Vinotheken in La Roca del Vallès, in Poblet und in Kúrze auch auf dem Paseo de Gràcia in Barcelona. Das Unternehmen geht auf 1870 zurück und hat inzwischen  12 Millionen Euro  in eine neue Kelterei in Pacs del Penedès investiert, die nach dem Namen der Ehefrau des Präsidenten von Torres heißt, nämlich Waltraud. Spanische Weine werden inzwischen auch im Hohen Norden geschätzt. So gibt es inzwischen in Norwegen ein joint venture mit der Firma Prizelius, das schon 20 Prozent des Marktes beherrscht.

 

 

 


05.02.2008

Touristen-Info von San Pedro Pescador ab Ostern offen

Der Ort, der auf Katalanisch Sant Pere Pescador heißt, will „die zweite Eingangstür zum Naturschutzpark werden“. Bürgermeister Jordi Martí will aus dem alten Fischerort inmitten von Obstplantagen eine Touristenattraktion machen. Schliesslich liegt sein Gemeindegebiet mitten in den Aiguamolls de l’Empordà, dem weitläufigen Park, der Millionen von Wasservögeln als Nist-und Ruhezone gilt. Das Touristen-Informationsbüro gleich neben der Brücke über die Fluvià soll weiter ausgebaut werden und ab Ostern dem interessierten Publikum zur Verfügung stehen. Dort kann man Fahrräder leihen, was den Besuchern eine naturverbundene und umweltschonende Erkundigung der landschaftlich reizvollen Umgebung ermöglichen soll. Für Fotografen sind die Fluviaauen bis hin zur Flußmündung im Meer ein Dorado der Motive. Die Ortsverwaltung denkt daran, einen offiziellen Radweg zu eröffnen. Sogar eine alte Militärbastion aus dem Bürgerkrieg, ein Betonbau mit schmalem Ausguck, soll für Touristenzwecke nutzbar gemacht werden. Wenn einmal das überwuchernde Efeu entfernt ist, soll hier eine Plakette an die düstere Politik zwischen 1940 und 1975 hingewiesen werden.

 

 

Küchenöl umweltschonend entsorgen

Von verbrauchtem Dieselöl wußten wir es bereits: man soll es nicht etwas ins Meer oder die Kanäle fließen lassen, sondern getrennt sammeln und in Spezialbehältern entsorgen.

Jetzt hat die Stadtverwaltung von Figueras eine Aktion gestartet, um auch gebrauchtes Küchenöl  aufzufangen und entsprechend zu entsorgen  Die Supermärkte Bon Preu und Esclat haben dazu 1.000 Zweiliterbehälter, 1.000 Fünfliterbehälter und zwei Spezialcontainer zur Verfügung gestellt.  Sobald die Behälter mit Altöl voll sind, können sie bei der städtischen Mülltrennungsanlage entsorgt werden, aber auch bei der Mobilsammelstelle, die jede Woche einen Bezirk der Stadt abfährt.  Wer einen solchen Behälter haben will, soll sich in der Avenida Salvador Dalí einfinden, wo die Oficina Municipal de Atención al Ciudadano (OMAC) untergebracht ist.  Öffnungszeiten: 9.00 bis 14.00 Uhr und 16.00 bis 18.00 Uhr.

Die Stadtverwaltung wies darauf hin, dass gebrauchtes Speiseöl nicht in das normale Abwasser gehört, dagegen aber durch Wiederaufbereitung zu Biodiesel, einem Kraftstoff umfunktioniert werden kann.

Wahlkampf erst am 22. Februar

Obwohl die spanische Presse bereits überschwillt von Interviews, Kommentaren, Analysen, Statistiken und Umfragen, was die Parlamentswahlen vom 9. März betrifft, beginnt die heiße Phase des Wahlkampfes doch erst am 22. Februar.  Dessen ungeachtet haben sich die Sozialisten, die wiedergewählt werden wollen, nicht nur einen Slogan ausgedacht, sondern derer gleich dreizehn. Auf 8.000 Telefonkabinen, 3.500 Plakatflächen und 3.000 Überdachungen von Bus-und Bahnhaltestellen proklamieren sie beispielsweise: „“Für alles, was die Mühe lohnt“! „Wir sind schon dabei, es zu erreichen“, „Mit den Füssen auf dem Boden träumen“, „Wir kommen so weit, wie wir nur wollen“ bis hin zu der rhetorischen Frage: „Warum zurückweichen, wo wir doch jetzt vorankommen“.

Die Sozialisten wollen  mit den Themen punkten, die sie während der letzten vier Jahre mit Eifer vorangebracht haben: die sozialen Rechte der Bürger wie  Schwulenehe, Verfolgung der häuslichen Gewalt und Legalisierung der Einwanderer. Andererseits konnte sie die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Monate nicht unberücksichtigt lassen. Daher das Versprechen von 2.500 Euro Zahlung an alle Eltern, die im Jahre 2007 ein Kind bekommen oder adoptieren würden oder das jüngste Vesprechen einer Steuerrückzahlung von 400 Euro an alle Bürger, die Einkommenssteuer zahlen.

 

 

Ärztestreik in Barcelona

Für Dienstag, den 12. Februar hat die Gewerkschaft der Ärzte von Katalonien (MC) einen Streik ausgerufen, um gegen die Arbeitsüberlastung ihrer Mitglieder in den öffentlichen Versorgungszentren CAP zu protestieren. Der Aufruf wendet sich an rund 800 Mediziner.  Die Gewerkschaft fordert eine maximale Patientenzahl von 1.500 pro Arzt, bei Kinderärzten sogar nur von 1.000. Ausserdem sollten die Ärzte über ihre Arbeitseinteilung selbst verfügen können und nicht mehr als 25 Konsultationen pro Tag durchführen müssen.  Derzeit werden diese Richtwerte noch um knapp 10% überschritten.  Eine kürzlich von den Behörden erhobene Forderung, die CAP-Zentren noch um zwei weitere Stunden geöffnet zu halten – nämlich von 8 Uhr morgens bis 21.00 Uhr abends – brachte die Mediziner dann vollends auf die Barrikaden.

In Spanien werden international gesehen die Arztpraxen häufiger besucht als in anderen Ländern. Viele Mediziner beschwerten sich denn auch darüber, dass sie nicht nur Kranke und Verletzte zu versorgen hätten, sondern sich nun auch noch „um die gesunde Oma und den gesunden Opa“ kümmern sollten. Auch die Immigrantenfamilien brächten einen bedeutend höheren Zeitaufwand mit sich. Ein ähnlicher Streik wie der für  kommenden Dienstag geplante hatte bereits im Frühjahr 2006 in Barcelona stattgefunden. Er war aber mit bescheidenen Zugeständnissen an die Bezahlung gestoppt worden.

 

 

Zwei Tote durch häusliche Gewalt

Die Gewaltspirale  bei  Mord und Totschlag innerhalb der Familie dreht sich immer schneller.

Bereits zehn Todesopfer waren in den ersten 35 Tagen des neuen Jahres zu beklagen. In Castelldefels brachte eine 29jährige Brasilianerin ihren 43 Jahre alten  spanischen Partner um. Der lautstarke Streit war den Nachbarn im Hause des Paseo Marítimo geläufig, doch hatte es bisher keine Anzeige wegen häuslicher Gewalt gegeben. In Guadalajara wiederum erstach ein Mann seine Freundin nach einer Auseinandersetzung.

Wenn es in diesem Rhythmus weitergeht, wird Spanien am Ende des Jahres mit über 100 Todesopfern  konfrontiert sein. Ob die jüngsten Gesetze also helfen?

 

 

Grosse Picassoausstellung in Madrid

400 Werke von Pablo Picasso, die aus dem französischen Nationalmuseum Picasso aus Paris ausgeliehen wurden, können jetzt im Museo Reina Sofía in Madrid bewundert werden. Kronprinz Felipe und Doña Letizia eröffneten diese Ausstellung am Dienstag. Die Stücke gelten als „einmalig“ und „unwiederholbar“ und waren denn auch die Lieblingsschöpfungen des aus Malaga stammenden Künstlers, der sich zu Lebzeiten nicht von ihnen trennen mochte. Aber auch Genies sind steuerpflichtig und so blieb den Nachkommen des Meisters nichts anderes übrig, als mit diesen Gemälden und Statuen, Plastiken  und Zeichnungen die fällige Erbschaftssteuer zu bezahlen, nachdem Picasso seine expressiven, neugierigen und alles verschlingenden Augen geschlossen hatte. Dass diese einmaligen Beweise der Kreativität von Pablo Picasso  nun nach Spanien kommen konnten, war wiederum einem banalen Faktum zu verdanken: die Räume des Museums in Paris, in denen die 400 Werke sonst ausgestellt sind, mußten wegen Umbauarbeiten geschlossen werden.  In Madrid wurden für diese ungewöhnliche Leihgabe vier Säle hergerichtet, in denen Werke von 1892 bis 1925 zu sehen sind: Der Tod von Casagemas, ein Selbstporträt und „La Celestina“ aus der blauen Periode seines Schaffens. Weiterhin zu sehen sind „Las señoritas de Aviñón“, „der Mann mit Mandoline“ „der Mann mit Gitarre“ sowie Collagen und die weltberühmte „Panflöte“.

Wer sich die einmalige Chance nicht entgehen lassen will, einmal  Picassowerke im Original zu sehen, kann sich über www.mueoreinasofia.es erkundigen. Das Museum Reina Sofía selbst befindet sich in Madrid in der Strasse Santa Isabel 52.

 

 

Letzter Schlag gegen Batasuna

Um ein für allemal  zu verhindern, dass sich die ETA -nahe Partei Batasuna unter einem neuen Namen  formiert, um doch noch an den Parlamentswahlen vom 9. März teilnehmen zu können, hat der Gerichtshof von Madrid die Verhaftung von Pernando Barrena angeordnet. Er war der einzige Sprecher der Batasuna, der sich noch in Freiheit befand. Alle anderen Spitzenleute der längst für illegal erklärten Partei waren bereits am 4. Oktober letzten Jahres verhaftet worden, nachdem sie an einer politischen Versammlung teilgenommen hatten. Barrena werden jetzt die Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung und Delikte im Zusammenhang damit vorgeworfen. Batasuna ihrerseits erklärte, die sozialistische Partei PSOE habe „Panik davor, dass bekannt wird, welche Absprachen sie während des Friedensprozesses bereits mit der baskischen Partei PNV und den  baskischen Sozialisten getroffen hat“. Während die Polizei bei Pernando Barrena eine Hausdurchsuchung vornahm und zahlreiche Dokumente sowie ein gerahmtes Bild  mit dem ETA-Emblem beschlagnahmte, erklangen von der Strasse zahlreiche Beifallsrufe für den Batasuna-Sprecher. Derzeit prüft Ermittlungsrichter Baltasar Garzón noch, ob auch die Nachfolgeorganisationen der baskischen Linken mit Nähe zur ETA noch vor den Wahlen illegalisiert werden können, um eine Teilnahme an den Wahlen zu verhindern.

 

 


05.02.2008

Klare Ansage im Wahlkampf

Bei allem Wahlkampfgetöse mit einander überbietenden Offerten der großen Parteien, die Steuern für die Bürger zu senken, war in Katalonien erstmals nach langer Zeit wieder eine Stimme zur Vernunft zu hören. Sie stammte von dem jüngst eingesetzten PP-Chef in diesem Autonomiegebiet, Daniel Sirera. Der 40jährige Mann aus Badalona, der selbst das Katalanische als seine Muttersprache betrachtet,  kritisierte offen die Sprachpolitik der hiesigen Regierung, den gesamten Grundschulunterricht der öffentlichen Schulen auf Katalanisch zu erteilen. „Mit zwei Stunden Spanisch pro Woche lernt man diese Sprache nicht“, sagte Sirera. Man möge ihm eine einzige Grundschule nennen, in der die Kinder auf Spanisch unterrichtet würden, - es gebe keine. Auch mit der „Fiktion des Katalanismus“ räumte Daniel Sirera auf. Sie sei nichts anderes als Nationalismus. Die Führer des Katalanismus hätten es verstanden, denjenigen Menschen, die Nationalismus als überkommen ablehnten, das Gefühl zu geben, sie seien dann auch keine echten Katalanen. Auch den „Independentismo“ (das Streben nach Unabhängigkeit)  lehnte der junge Mann strikt ab. Sollte Katalonien etwa wie Quebec in Kanada alle zwei Jahre ein Referendum abhalten, um zu erfahren, ob die Gegend unabhängig werden wolle? Am meisten aber wetterte der Wahlkampftourist gegen die Sprachpolitik der derzeitigen Regierung, einschließlich der Sanktionen, die sie tatsächlich gegen diejenigen  verhängten, die ihre Produkte oder Dienstleistungen in einer anderen Sprache als dem Katalanischen anböten. Und er nannte ein anschauliches Beispiel: „Wenn jemand in Madrid seine Pilze verkaufen will und auf sein Schild schreibt „es veneu bolets“, so würde dies in der spanischen Hauptstadt kritiklos hingenommen. Schriebe aber in Barcelona jemand auf ein solches Schild „se venden setas“, so riskierte dieser Mann eine Geldstrafe.

Wohltuend für europäische Mitbürger Kataloniens, einmal eine solche Stimme zu hören. Vielleicht  schlägt das Sprachpendel ja doch noch einmal in Richtung Vernunft zurück?

AE

 

 

Krise – welche Krise?

Das Ende der Touristikmesse in Madrid (Fitur) bestätigte die Erwartungen: das Jahr 2008 wird, was den Tourismus angeht, sicherlich nicht schlechter als 2007. Da hatten  59,2 Millionen Menschen aus dem Ausland Spanien besucht, erstmals 14 Millionen mehr als die Einwohnerzahl von ganz Spanien, nämlich 45 Millionen. Die Besucher und Urlauber gaben insgesamt 3,5% mehr Geld aus und sogar die Ausgaben pro Tag und Person stiegen wieder einmal um 1,5%.Zwar seien in Großbritannien, das traditionell die meisten Touristen in die Iberische Halbinsel entsendet, Anzeichen einer Dämpfung zu spüren. Doch die Tourismusbranche rechnet damit, dass diese Scharte von den Deutschen ausgewetzt wird, die immer noch an zweiter Stelle der Spanienbesucher stehen.  Allerdings ging die einheimische Nachfrage deutlich zurück: fünf Prozent weniger Spanier wollten im eigenen Land Urlaub machen.

 

 

Clickair stellt acht Routen ein

Wegen mangelnder Rentabilität stellte der Billigflieger Clickair, an dem die Iberia beteiligt ist, die Strecken Sevilla – Rom sowie Barcelona – Jerez, Helsinki, Palermo und Verona ein. Der geplante Flug nach Sofia wird ganz ausfallen. Ende Dezember letzten Jahres hatte Clickair schon die Verbindung nach Genf und Lyon gestoppt.  Andererseits soll die Linie Bilbao – London neu beflogen werden und man denkt, falls sich die Umsatzzahlen verbessern, auch an eine Erhöhung der Frequenzen bei den bestehenden Strecken. Der Hauptaktionär von Vueling, einer anderen Billigfliegerlinie, ist die spanische Verlegerfamilie Lara (Verlag Planeta). Hier denkt man über eine mögliche Fusion zwischen Clickair und Vueling nach.

 

Endlich Regen!

Seit einem halben Jahrhundert hatte es in Katalonien nicht so wenig Regen gegeben. Nun kam er endlich, wenn auch noch schüchtern und nur  stellenweise.  Aber immerhin: in Barcelona mußten die Menschen die Regenschirme aufspannen, wenn sie zu Fuß ihre Arbeitsstelle erreichen wollten  und in den Bergen fiel immerhin so viel Niederschlag, dass die Gipfel in strahlendem Weiß erglänzten.

 

Gala der Goyas

 

In Madrid ging eine turbulente Nacht der Filmbranche zu Ende. Entgegen aller Prognosen gewann bei der Goya-Verleihung der Film von Jaime Rosales „La soledad“ (die Einsamkeit) den Preis für den besten Film. Fast jeder hatte auf El Orfanato (das Waisenhaus) gesetzt. Dessen Regisseur, Juan Antonio Bayona, hatte dagegen eine Niederlage von vorneherein nicht ausgeschlossen: „ich komme weder optimistisch noch pessimistisch nach hier. Ich bin einfach nur verkatert aufgestanden“, liess der junge Mann wissen. Die Goya-Statuen bedeuten in der spanischen Filmbranche so etwas wie die Oscars in Hollywood.  Als beste Darstellerin wurde Isabel Verdúa ausgezeichnet, die die Hauptrolle in „Siete mesas de billar francés“ spielt (sieben französische Billardtische). Alfredo Landa, dem Mann, der sein ganzes Leben dem Film gewidmet hat, wurde ein Ehrengoya verliehen.  Der derzeit in Hollywood hochgehandelte Ja vier Bardem, der ebenfalls auf der Kandidatenliste für einen Goya in Madrid stand, konnte der Veranstaltung nicht beiwohnen: mit einem Bein stand er bereits im Flugzeug nach  Los Angeles, um dort an einem Essen der Kandidaten für die Oscars teilzunehmen.  Der mit ihm nominierte baskische Filmmusikmacher Alberto Iglesias gab sich vor dem Publikum humorvoll-bescheiden: „ich komme in aller Ruhe. Ich weiß bereits, was es heißt, keinen Oscar zu gewinnen“, meinte er.

Als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde „Invisibles“ (Unsichtbar) von Isabel Coixet und Wim Wenders.

 

Yachten in Flammen aufgegangen

Eine gewaltige Rauchwolke bedeckte am  Sonntag vormittag den Alten Hafen von Barcelona.

Vier Yachten von etwa  20 Metern  oder mehr Länge verbrannten  und ein fünftes Schiff wurde beschädigt, als der Mast eines der vier brennenden Schiffe auf sein Deck stürzte.  Einige der Schiffe waren unbemannt, aus zwei anderen barg die Feuerwehr die Mannschaft, sodass keine Menschenopfer zu beklagen waren.  Die Namen der Yachten: XTC London, Bertona, Ladies First und Glamour. Das Feuer brach an Bord der XTC London aus, wo sich ein englisches Paar sowie ein junger Deutscher aufhielten. Die Polizei ging davon aus, dass ein Kurzschluß die Ursache war, aber auch ein Unfall mit einem Küchengerät konnte nicht ausgeschlossen werden. Da die Flammen rasch um sich griffen, fürchteten Augenzeugen, sie könnten die nahegelegene Tankstelle erreichen.  Die Hafenleitung rief daraufhin 13 Feuerwehrmannschaften mit insgesamt 40 Personen zu Hilfe.  Das brennende Dieselöl ist zwar für Menschen nicht sehr giftig, doch die starke Rauchentwicklung beeinträchtigte die Atmung so mancher Zuschauer bei dem spektakulären Brand.  Rettungskräfte legten einen Gummischlauch um die brennenden Schiffe, um zu vermeiden, dass mehr Fiber-und Plastikteile umhergespült würden.

 

Königspaar nach Ägypten

Eine Delegation von 80 Unternehmern begleitet seit Montag das spanische Königspaar bei seinem dreitägigen Besuch in Ägypten. Den Auftakt bildete ein privates Essen mit dem ägyptischen  Präsidenten Hosni Mubarak. Für den Mittwoch war ein Besuch am Amtssitz der Arabischen Liga geplant. Dazwischen gab es intensive Wirtschaftsgespräche, aber auch eine Vertiefung der bereits jetzt „ausgezeichneten politischen und kulturellen bilateralen Beziehungen“, wie das Außenministerium mitteilte. Vorgesehen ist die Unterzeichnung eines Freundschafts-und Kooperationsvertrages zwischen den beiden Staaten. Dieser Vertrag, an dem bis kurz vor der Anreise von Don Juan Carlos und Doña Sofía in Kairo noch gefeilt wurde, dürfte im Wesentlichen den Verträgen entsprechen, die bereits jetzt mit Marokko, Algerien und Tunis abgeschlossen wurden. Großer Wert wird darin auf die Wahrung der Menschenrechte gelegt. Ägypten gilt als ein Land, in dem politische Gegner noch immer gefoltert werden und mehr als ein Festgenommener die Verhöre nicht lebend übersteht.  Auf eine entsprechende Verwarnung von der EU hin hatte Kairo in der Vergangenheit einmal alle 27 Botschafter der Mitgliedstaaten der EU zu Konsultationen einbestellt.  Don Juan Carlos wird bei dieser Reise zwei Reden halten: einmal vor der spanischen Gemeinde in Ägypten und eine weitere bei den Wirtschaftsverhandlungen. Ein gemeinsames Auftreten mit Mubarak sei aber nicht geplant, hieß es aus Madrid.

 

 

Jeder Zweite fürchtet ETA-Attentate

Nur gut einen Monat vor den nächsten Parlamentswahlen  befürchten rund 50% der Spanier gemäss einer Umfrage ein Attentat durch die ETA. 44% meinten, es könne auch ein islamistisches Attentat sein.  Obwohl die spanischen Sicherheitskräfte in äußerster Alarmbereitschaft sind, um ein Attentat – sei es durch die ETA, sei es durch  die Fundamentalisten – zu verhindern, meinen Kenner der Szene doch, dass die baskische Terrororganisation nur dann eine Chance habe, weiterhin beachtet zu werden, wenn ihr vor den Wahlen noch ein spektakulärer Anschlag gelänge. „Wenn nicht, dann geben sie in nächster Zeit die Waffen ab“, wird ein hoher Polizeioffizier des Baskenlandes in der Presse zitiert.

In den letzten Wochen gelang es den Polizei- und Sicherheitskräften, zehn Anschläge zu vereiteln und beträchtliche Mengen an Sprengstoff und Waffen sicherzustellen.

 

 

 


04.02.2008

Hunde fordern die Mafia heraus

Sie sind zwei Labradorhündinnen  aus Nordirland und sie sind Weltreisende. Die beiden Damen namens „Lucky“ und „Flo“ sind die esten Tiere, die darauf abgerichtet wurden, den Grundstoff für illegale CDs und DVDs zu erschnüffeln, um der weltweit operierenden Mafia für Raubkopien zu begegnen. Die Hündinnen haben bereits die USA, Kanada, Singapur, die Philippinen, Dubai, Hong Kong, Großbritannien und Malaysia bereist und bewiesen, dass ihre Nasen unfehlbar sind, wenn es darum geht, Polykarbonat zu diagnostizieren. Ob es sich dabei um legale oder illegale Kopien handelt, das vermögen die Hunde mit dem schwarzen Pelz natürlich nicht zu sagen. Aber immerhin ist die Malaysia-Mafia von den Talenten der beiden so überzeugt, dass sie auf jedes Tier ein Kopfgeld von 20.000 Euro ausgesetzt haben. Es geht schließlich um große Geschäfte: in 35 Einsätzen wurden 26 Verdächtige festgenommen und bei 1,9.Millionen Raubkopien ein Volumen von 2,4 Millionen Euro sichergestellt.

Die Initiative zur Abrichtung von Hunden für die  Suche nach Raubkopien ging dabei von der Motion Pictures Association (MPA) aus, die international  über die Interessen des Kinos wacht. Sie dachten sich das neue System aus. Nun waren Lucky und Flo in Barcelona zu Gast. Sie gaben in einer alten Fabrikhalle einen Beweis ihres Könnens. Die Halle war nicht zufällig gewählt: dort befand sich der Hauptumschlagplatz für Raubkopien, die in Katalonien inzwischen in jedem Restaurant von ambulanten Händlern angeboten werden. Auch bei dieser Demonstration bewährten sich die Hündinnen, sodass sie sicherlich noch von vielen anderen Staaten der Welt angefordert werden, um die Geißel der Urheberrechtsverletzungen wenigstens in einem kleinen Rahmen zu bekämpfen.

 

 

Täglich 20.000 Dosen Kokain

Jeden Tag fließen auf dem Wege von menschlichem Urin die Reste von 20.000 Dosen Kokain in das Klärwerk von El Prat de Llobregat. An Wochenenden sind es doppelt so viele. Dies ergibt sich aus chemischen Analysen, auf die sich  der Chemiker Damià Barceló  spezialisiert hat.  Wenn man die gewonnenen Daten auf die Bevölkerung des Großraums Barcelona mit seinen 3,2 Millionen Einwohnern extrapoliert, ergeben sich 70.000 Menschen, die mindestens eine Dosis Kokain pro Tag konsumieren.  Die Vorgehensweise ist dabei ähnlich wie bei den Drogentests von Profiradfahrern.  Die Chemieanalysen deckten übrigens auch den Konsum anderer Drogen wie Extasis, LSD, Heroin und Morphium auf, allerdings auch den massiven Konsum von Medikamenten. Da die Kläranlage von  El Prat täglich 280.000 Kubikmeter Abwasser reinigt, stellen die gefundenen Werte keine Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar. Damià Barceló konnte die Bevölkerung mit folgendem Rechenexempel beruhigen: „Wir müßten schon 100.000 Liter Wasser pro Tag konsumieren, um  eine Dosis konventionellen Kokains zu uns zu nehmen“. Ausserdem würden 95% der Drogenrückstände durch die Wiederaufbereitungsanlagen für Trinkwasser  eliminiert.
AE

 

AVE als Titelthema des Karnevals

Der Karneval von Barcelona begann im Stadtteil Sants mit einer  Parodie auf die Vorfälle dieses Sommers im Zusammenhang mit dem Streckenbau für den Hochgeschwindigkeitszug AVE. Wie heißt es doch so schön: Schadenfreude ist die reinste Freude. Und so ließen es sich die Katalanen nicht nehmen, ausgiebig gegen die Ministerin für Öffentliche Arbeiten zu  Felde zu ziehen. Der Karnevalszug stellte die Ministerin als eine Frau dar, die  bei der vermeintlichen Eröffnung der Strecke nicht etwa ein Band mit den katalanischen Farben zerschneidet, sondern nur ein Plastikband, das Bauarbeiten gegen unwillkommene Besucher sichert.  Lachen befreit, Lächerlichkeit tötet. Aber Karneval ist ja auch gerade dazu da, sich auf spielerische Art mit Konflikten auseinanderzusetzen, ohne dem Gegner ernsthaften Schaden zuzufügen. Und wenn der AVE erst einmal wirklich da ist – lange wird’s nicht mehr dauern, höchstens noch sechs Wochen – dann wird auch mancher Katalane froh sein, seine Geschäftspartner im ach so ungeliebten Madrid in zweieinhalb Stunden aufsuchen zu können, ohne in einen Flieger zu steigen…
AE

 

 

Montjuic außer Betrieb

Der Vergnügungspark von Barcelona, Montjuic („der Judenberg“) ist vom 4. bis mindestens 22. Februar für den Publikumsverkehr gesperrt, was die Seilschwebebahn und die Zahnradbahn betrifft. Ein Busverkehr für Besucher ist eingerichtet.  Es waren umfassende Arbeiten notwendig geworden, um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten, die diesen Vergnügungspark besuchen wollen.

 

 

Spanische Hotelketten investieren im Ausland

Die Internationale Touristenmesse (FITUR) in Madrid zeigte eine klare Tendenz der spanischen Hotelketten, ihre zukünftigen Kunden nicht mehr in Spanien selbst, sondern im Ausland zu suchen. Schon jetzt verfügt der Sektor über mehr als 200 000 Zimmern in anderen Staaten. Raúl González, der Aufsichtsratsvorsitzende der Kette „Barceló Hotels“ zeichnete auf der Fitur ein düsteres Bild für die spanischen Aussichten:  schon jetzt liege die Auslastung der Gruppe nur noch zu 20% beim Umsatz in Spanien, und dieser werde in den nächsten Jahren  noch bis auf fünf Prozent sinken.  Gedacht sei vor allem an eine weitere Expansion in der Karibik. Innerhalb der nächsten vier Jahre sollen auch Hotelketten in den wichtigsten Städten Mexikos und Panamas sowie in Lateinamerika entstehen.  Da bisher riesige Touristenströme aus Großbritannien kamen, will man auch dort weitere Ketten eröffnen und sich sogar auf den deutschen Markt wagen. Auch in Italien und Ägypten  soll in das System „Sonne und Strand“ investiert werden, obwohl dies hierzulande jedes Jahr aufs Neue totgesagt wird. Auch China wird in Zukunft spanische Hotellerie erleben können. In Schanghai wird demnächst ein Luxushotel eröffnet.  Der Verantwortliche für das Marketing von Sol Meliá, Luis del Olmo, kündigte an, seine Kette werde ihre Präsenz vor allem im Mittelmeer verstärken: also in Griechenland und Kroatien, in den großen europäischen Hauptstädten wie London, Paris, Frankfurt, Berlin und Istanbul. Obwohl Sol Melià 400 Hotels in 35 Staaten der Welt unterhält, erwirtschaftet  die Kette doch noch 60% ihres Umsatzes auf dem spanischen Markt.  Die katalanische Kette HUSA ihrerseits setzt auf den Ausbau seiner Präsenz im Nahen und Mittleren Osten. So sollen 20 neue Häuser in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Oman und Saudi Arabien entstehen. Auch ein Gemeinschaftsprojekt mit deutschen Partnern  für Marrakesch sei geplant.

AE

 

 

 

 

 

 






 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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