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| Bahia-Blick Nachrichten | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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02.02.2008 Bald freie Preise für Notare? Die EU hat eine Anzahl von Staaten, darunter auch Spanien aufgefordert, die Notariatstätigkeit zu liberalisieren, um die Preise zu senken. Eine von der EU in Auftrag gegebene Studie hatte ermittelt, dass in vielen Staaten Kontinentaleuropas das sogenannte „lateinische“ System der Notariatsvergabe mit allerhand Behinderungen und Beschränkungen verbunden ist wie zum Beispiel der freien Ortswahl der Niederlassung eines Notars. Ausserdem sollte man bei der Übertragung von Gütern nicht nur die Rechte der Notare berücksichtigen, sondern auch die der Kunden. Brüssel rechnete nach, dass in Spanien das durchschnittliche Notarhonorar für die Errichtung einer Kaufurkunde bei 0,60% des Verkaufspreises liege, in der EU im Durchschnitt sogar bei 0,92%. Andererseits kosten diese Dienstleistungen in den nordischen Ländern nur 0,34% des Verkaufspreises, also ungefähr die Hälfte von vergleichbaren Diensten in Spanien. Die spanischen Notare blieben die Antwort an Brüssel nicht lange schuldig. Die zitierte Studie entbehre technischer und wissenschaftlicher Präzision, hieß es aus Madrid. Die Rechtssicherheit der Kunden, die ihre Güter per Notar überschreiben ließen, sei in vollem Umfang in Spanien gewährleistet und außerdem weniger kostenintensiv als in manchen anderen Ländern, wo die Überschreibung auch von anderen Professionellen übernommen werde, wie beispielsweise in England. Die Notarordnung ist in Spanien zum 1. Januar 2007 – also vor einem Jahr – bedeutend verschärft worden. So wurden die hiesigen Notare zu verstärktem Datenschutz verpflichtet, ihre Pflichten zur Überprüfung aller Angaben durch die Erschienenen wurde verstärkt und auch die Registratoren der Grundbuchämter wachen inzwischen mit Argusaugen über die errichteten Urkunden der Notare, ehe sie diese in die Grundbücher eintragen. AE
Häusliche Gewalt schon bei den Studentinnen Eine Studie der Universität von Barcelona stellte fest, dass das, was man gemeinhin als „häusliche Gewalt“ bezeichnet, durchaus nicht auf Haus und Herd beschränkt ist. 58% der befragten Studentinnen gaben an, sie hätten dieses Phänomen am eigenen Leibe erfahren oder wüßten zumindest von einem solchen Fall in ihrer Umgebung. Gleichzeitig ermittelte die Studie, dass wiederum eine Hälfte der Studentinnen acht verwerfliche Verhaltensweisen n i c h t als häusliche Gewalt einstuften, nämlich: Körperliche Angriffe, psychologischer Druck, sexuelle Aggression, Zwang zur Weiterführung einer nicht mehr gewünschten Verbindung, Küsse und Streicheln ohne Einverständnis des Partners, anzügliche Kommentare, Verbreitung von Gerüchten über das Sexualleben des anderen und sexistische Kommentare. Die hohe Zahl von jungen Frauen, die angaben, die eine oder andere Gewalttat erlitten zu haben, brachte den Vorschlag ein, an den Universitäten besondere Anlaufstellen mit Fachpersonal zu schaffen, damit die Betroffenen über ihr Problem sprechen könnten. In anderen Ländern gibt es solche Beratungsstellen bereits, unter anderem auch an der ehrwürdigen Traditionsuniversität Harvard.
Viele Verkehrsopfer sind Fußgänger In zehn Staaten Europas wurde das Phänomen untersucht und siehe da: Spanien spielte wieder einmal eine Vorreiterrolle, allerdings dieses Mal eine negative: Spanien gehört zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Fußgängern unter den Verkehrstoten. So kamen vor zwei Jahren allein in Katalonien 46 Fussgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben, 670 in ganz Spanien. Während es im europäischen Durchschnitt 10 Fälle auf je eine Million Einwohner sind, liegt der Anteil in Spanien bei über 15 Fällen.
Vor 40.000 Jahren schon Schuhe getragen Dass die Menschen im „Fruchtbaren Halbmond“ schon vor über 10.000 Jahren Sandalen aus Blättern oder Gamaschen aus Tierfellen trugen, das wurde von der Wissenschaft schon vor langer Zeit schlüssig nachgewiesen. Nun trat die Studie einer amerikanischen Universität mit der allerdings erstaunlichen Nachricht an die Öffentlichkeit, dass man in China das Tragen von Schuhen schon bei Menschen vor etwas 40.000 Jahren nachweisen könne. Dazu wurden die Fußknochen eines menschlichen Skelettes aus jener fernen Zeit mit modernsten technischen Methoden untersucht und siehe da: ihre Formen ließen nur den einen Schluß zu: der Mensch mußte zu Lebzeiten auf künstlichen Sohlen gegangen sein. Der Fund stammt aus der Gegend von Tinanyan unweit von Peking. Der damalige Mensch soll nach Meinung der Experten ein erwachsener Mann mit etwa 83 Kilo Gewicht gewesen sein. Die amerikanischen Wissenschaftler verglichen ihre Funde mit denen von Eskimos von vor 200 Jahren und fanden die gleichen Phänomene: Menschen, die auf starren Sohlen laufen, entlasten die Zehen, die sich entsprechend weniger entwickeln als solche bei Menschen, die barfuß laufen. Die von der US-Universität entwickelten Rückschlüsse gelten als überaus seriös. Die Studie wurde jetzt in mehreren hochangesehenen wissenschaftlichen Magazinen veröffentlicht.
GPS mit alten Strassennamen Heute gilt es als schick, im Auto ein Satelliten-Navigationssystem (GPS) zu haben. Wenn Sie damit aber in Spanien unterwegs sind, kann es Ihnen passieren, dass der sonst so zuverlässige Wegführer Sie – zumindest zeitweise – in die Irre leitet. Die Firma TeleAtlas , die für digitale Kartographie zuständig ist, gab jetzt bekannt, dass sie sich für die alten Strassennamen aus der Diktatur und Francozeit entschieden habe, da viele Nutzer des GPS-Systems noch nicht begriffen hätten, dass die Stadtverwaltungen inzwischen die Erinnerung an diese düstere Zeit Spaniens durch die Vergabe modernerer Namen auszulöschen versuchten. Würde GPS diese neuen Namen übernehmen, würden sich viele Menschen nicht zurechtfinden. Besonders viele der 260 Strassen- und Platznamen, die noch immer Franco gewidmet sind oder an den Bürgerkrieg erinnern, liegen in Castilla y Leon, Castilla-La Mancha, in Andalusien und der Extremadura. Franco wird in „Avenida del Generalisimo“ oder „Paseo del Caudillo“ verherrlicht, aber auch die unrühmlichen Namen vieler seiner Generäle sind noch weit verbreitet: General Mola, General Varela, Yagüe, Queipo de Llano, Moscardó, Astray oder Cortès. Wer diese Namen noch aus dem Schulunterricht kennt oder die spanische Geschichte auf eigene Faust studiert hat, dem läuft es bei ihrer Erwähnung noch immer kalt den Rücken hinunter. Trotzdem bedeutet die Beibehaltung dieser Namen für das moderne Navigationssystem eine Erleichterung, hieß es aus der Branche. Viele kleine Ortschaften, die noch nicht voll auf Informatik umgestellt seien, unterließen versehentlich die Bekanntgabe der neuen Strassennamen. Man bliebe daher lieber beim Altbekannten, um dem Nutzer einen brauchbaren Dienst zu bieten. AE
Sprengstoff im Bierfaß In der Nähe von Getxo im Baskenland fand die baskische Polizei am Donnerstag ein mit 30 Kilo Sprengstoff beladenes Bierfaß an einem Wegesrand. Nur der Zünder fehlte. Die Polizei ging davon aus, dass es sich um einen Materialaustausch zwischen ETA-Aktivisten handelte. Sprengstoffspezialisten der Elitetruppe TEDAX analysierten den Stoff als Amonal oder Amosal, zwei Substanzen, die die ETA gewöhnlich bei ihren Anschlägen verwendet. Der Fund wurde von einem Bürger gemacht, der gewöhnlich an jedem Tag dieselbe Strecke spazieren geht. Dadurch konnte der Zeitpunkt der Ablage des Bierfasses von den Ermittlungsbeamten relativ genau festgesetzt werden.
Merkel in Palma Trotz des für die spanische Regierung schockierenden Fotos, auf dem vor zwei Tagen Kanzlerin Angela Merkel in Paris dem Oppositionschef Mariano Rajoy bei einem gemeinsamen Händedruck mit Staatspräsident Nicolas Sarkozy „recht viel Erfolg bei den Wahlen“ wünschte, fiel das bilaterale Treffen auf Mallorca mit Regierungschef Rodríguez Zapatero freundlich aus. Merkel lobte bei dem periodisch stattfindenden Gedankenaustausch die gesunden Staatsfinanzen Spaniens sowie sein Wirtschaftswachstum. Grosse Ergebnisse zeitigte das Treffen von Palma nicht. Man war sich einig in Fragen des Klimawandels und der afrikanischen Problematik, die darin liegt, dass auf dem schwarzen Kontinent immer mehr landwirtschaftliche Anbauflächen wegen unregelmäßiger Niederschläge verloren gehen.
In zweieinhalb Stunden nach Madrid Wenn der AVE zwischen Madrid und Barcelona erst einmal angekommen ist, wird die Fahrt von der katalanischen Hauptstadt in die Landeshauptstadt Spaniens nur noch zwei Stunden und 38 Minuten dauern. Sie stellt dann eine echte Herausforderung für die Luftbrücke (puente aereo) zwischen diesen beiden Städten dar, die der IBERIA über 30 Jahre lang bei bescheidenen Preisen doch Millionenerträge brachte. Die Bahngesellschaft RENFE will ihr Angebot noch dadurch attraktiver machen, dass die Kartenausgabe elektronisch gesteuert wird. Wer sich eine Jahreskarte „puente AVE“ zulegt, kann zu jeder Zeit ohne vorherige Reservierung eine Karte lösen, die dann auch schon seine Platznummer enthält. Noch fliegt IBERIA 90 mal pro Tag nach Madrid und zurück, doch könnte sie bald gezwungen sein, die Zahl der Flüge pro Tag zu reduzieren oder zumindest kleinere Maschinen zu benutzen, denn – wenn er erst einmal da ist - , wird der Hochgeschwindigkeitszug AVE manchen Ungernflieger liebend gern am Boden reisen lassen. AE 1.02.2008 Nicht auf Krisengerede hören Aller Unkenrufe zum Trotz schloß Spanien das Jahr 2007 mit einem satten Wirtschaftswachstum von 3,8 %, wie die Banco de España im Einklang mit den Aussagen der Regierung in Madrid mitteilte. Wenn in diesem Jahr das Wirtschaftswachstum wie von allen Fachleuten vorhergesehen „nur“ um drei Prozent wächst, so ist das keine Krise, schon gar keine Weltwirtschaftskrise und ganz sicher wird sich kein spanischer Unternehmer aus dem Fenster stürzen müssen wie so viele Amerikaner an jenem fatalen Freitag im Jahre 1929. Wenn Spanien diese Vorgabezahlen erreicht, liegt es damit immer noch über den vorhergesehen Werten von 2,6% für 2007 und 1,6% für 2008 innerhalb der Europäischen Union. Sorgen machen den Stabilitätshütern die relativ hohen Inflationsraten. Auch der Preisanstieg bei landwirtschaftlichen Grundprodukten könne noch eine Weile anhalten, so Joaquin Almunia, der EU-Kommissar für Wirtschaft.
Merkel wünscht Rajoy Wahlerfolg Der Polittourismus lässt auch unsere Kanzlerin nicht los.. Gestern noch in London, heute schon in Paris, morgen bereits wieder woanders. Am Mittwoch besuchte die Vielreisende eine Konvention zum Thema Europa, die Sarkozys Partei UMP in Paris veranstaltet hatte und zu der auch der spanische Oppositionsführer Mariano Rajoy angereist war, vermutlich um sich im Vorwahlkampf eine breitere Bekanntheitsbasis zu schaffen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy, ebenfalls ein globaler Blitzreisender, empfing im Anschluß an die Konvention Rajoy im Eliséepalast. Bei der anschließenden Pressekonferenz bezeichnete der Spanier die Wirtschaftslage und die Immigration als die beherrschenden Themen der kommenden Legislatur in seinem Land. Rajoy verglich die Stimmung, die den konservativen Sarkozy in Frankreich an die Macht brachten, - nämlich einen kräftigen Wind des Wandels – mit der derzeitigen Stimmung in Spanien. „Es weht eine erfrischende Tramontana für den Wandel nach vier Jahren Stillstand“, meinte der in allen Stimmungsumfragen als Wahlverlierer vorausgesagte PP-Politiker. Das hinderte Angela Merkel nicht, ihm die besten Wünsche „für einen hohen Wahlerfolg“ mitzugeben.
Die PP will die Sprachpolitik ändern Wie es im Einzelnen aussehen soll, das wissen weder Rajoy noch seine Nummer Zwei auf der Wahlliste, Manuel Pizarro. Fest steht für die Konservativen nur, dass die fatale Erfindung des früheren Präsidenten Jordi Pujol einer „inmersión linguistica“, also eines Eintauchens bis zum Kopf unter Wasser, in die katalanische Sprache hierzulande ein Ende gemacht werden soll. Angesichts der Immigrantenströme aus aller Herren Länder sieht sich die katalanische Schulbehörde bereits absolut überfordert, wenn es heißt, die viel zu großen Klassen der öffentlichen Grundschulen mit genügend Fachpersonal auszustatten, um den Kindern eine korrekte Beherrschung der spanischen Landessprache plus der Regionalsprache Katalanisch zu vermitteln. Wenn dabei nun noch die Regionalsprache Katalanisch wie bisher derartig in den Vordergrund gestellt wird, dass die kleinen Marokkaner, Chinesen und Pakistani eher „si us plau“ formulieren als „por favor“, was in ganz Spanien und dazu noch in 21 Staaten Lateinamerikas verstanden wird, dann war es in der Tat Zeit, über eine Umkehr auf dem Irrweg nachzudenken. Oppositionschef Mariano Rajoy, selber gebürtiger Galizier, hatte sich bereits im Sommer dafür ausgesprochen, im Schulunterricht wieder mehr Wert auf die Landessprache Spanisch zu legen und die Regionalsprache Galizisch (galego)vor allem in freiwilligen Kursen und Arbeitsgemeinschaften anzubieten. Motto: wen es interessiert, der soll es lernen können, aber Pflicht für alle soll es nicht sein. Das Gleiche solle auch für das Baskische (euskera) und Katalanisch gelten (català). Der von der Madrider PP in Katalonien eingesetzte Daniel Sirera als Nachfolger des Freigeistes Josep Piqué stieß ins gleiche Horn: endlich müßten die Eltern der schulpflichtigen Kinder wieder eine „reale“ Chance haben, zu bestimmen, in welcher Hauptsprache ihre Kinder unterrichtet werden sollten. Ein schöner Gedanke, doch dürfte er – wie so viele gute Ideen – an den Kompetenzen der einzelnen Autonomiegebiete gegenüber der Zentralregierung in Madrid scheitern. Die nationalistischen Parteien CiU und die in Barcelona herrschende Dreierkoalition beeilten sich denn auch, ihren Protest gegen diese Vernunftlösung der Konservativen anzumelden. AE
Vor allem die Männer sind unfruchtbar Zum ersten Mal ergab sich aus statistischen Erhebungen, dass nicht immer die Frauen schuld sind, wenn ein Paar keine Kinder bekommt. In 37% aller Fälle, wo Frauen sich einer künstlichen Befruchtung unterzogen, war ein unzureichender Samen des Partners der Grund. In 22% der Fälle lag die Schuld bei den Frauen, in knapp 21 % waren bei beiden Partnern die Verhältnisse für eine natürliche Schwangerschaft nicht günstig. Zwischen 2003 und 2004 stieg der Prozentsatz für männliche Sterilität um alarmierende sechs Prozent. Ein Fachmann für künstliche Befruchtungen erklärte zur Beruhigung der spanischen Männerwelt, der Rückgang an zeugungsfähigem Sperma sei hierzulande nicht schlimmer als bei den Männern europaweit. Viele Faktoren kämen hier wie dort zusammen: Tabak, Alkohol, Streß, Übergewicht, sitzende Lebensweise, falsche Ernährung und Umweltgifte. Dazu komme der Umstand, dass sich immer mehr Männer erst nach einer, zwei oder mehreren Partnerbeziehungen dazu entschlössen, Vater zu werden, wobei die Samenqualität auch altersbedingt abnehme. In Spanien waren nach den letzten verfügbaren Statistikdaten 800.000 Paare von Unfruchtbarkeit betroffen, von denen sich 35.000 einer Behandlung in einer der 203 Spezialkliniken unterzogen. Von diesen Kiniken sind über 80 Prozent privat. Katalonien steht mit 41 Zentren dieser Art vor Madrid mit 34. Im Durchschnitt ist die Wartezeit zwei Jahre, in Madrid zieht sich bis zu fünf Jahren hin. Über die Hälfte aller Männer und Frauen, die sich einer solchen Spezialklinik anvertrauten , waren über 35 Jahre alt.
Mit Rattengift gespielt Sogar ein Schulhof kann Gefahren bergen. So ging es über 20 Kindern der Grundschule La Roureda in Tordera, die mit einer Schachtel Rattengift gespielt hatten, die im Hof ausgelegt war, um das Schulgebäude von den lästigen Nagern zu befreien. Eines der Kinder hatte eine Schachtel geöffnet und die Giftbällchen an seine Mitschüler verteilt als wären es Bonbons. Gottlob waren die Aufsichtspersonen rasch zur Stelle, so dass sie rechtzeitig ein Verschlucken des Rattengiftes verhindern konnten. Dennoch brachten sie die Kinder vorsorglich in ein nahes Krankenhaus zur Beobachtung. Den Kindern wurden Blutproben entnommen und massive Dosen Vitamine verabreicht. Nach Zeitungsberichten hatte der Vorfall keine weiteren Folgen.
Jordi Savall ausgezeichnet Zum dritten Mal wurde der Spanier Jordi Savall im Rahmen der Musikmesse Midem, die dieses Jahr in Cannes stattfindet, für die beste Aufnahme klassischer Musik ausgezeichnet. Der Titel des Werkes für Viola da gamba „Christophorus Columbus: Paraisos perdidos“ (Christoph Kolumbus: verlorene Paradiese) beschreibt melancholisch den Verlust des „Spaniens der drei Kulturen“. Gemeint ist natürlich das relativ friedliche Zusammenleben der Christen, Juden und Muslime während des Mittelalters. Der Kompaktaufnahme aus zwei CDs liegt ein historisches Libretto bei, das erfreulicherweise nicht nur auf Katalanisch abgefaßt ist, sondern auch in Französisch, Englisch, Spanisch, Deutsch, Italienisch, Arabisch und Hebräisch. Bei der Entgegennahme der Auszeichnung sagte der 1941 in Katalonien geborene Künstler, die Geschichte wäre sehr anders verlaufen, hätte man die Juden nicht aus Spanien vertrieben, hätte es die christliche Rückeroberung (la Reconquista) nicht gegeben und hätte man die Entdeckung Amerikas nicht als berechtigte Landnahme betrachtet. Savall wurde bei der Preisverleihung von seiner Ehefrau sowie einem Fachmann für die arabische und hebräische Sprache begleitet.
31.01.2008 Auch die Damen jagen In der derzeitigen Jagdsaison fand in Boadella – Les Escaules das traditionelle Fest der Jägerinnen statt. Rund 30 Frauen hatten sich dazu eingefunden. Seit acht Jahren kommen die couragierten Damen zu einem solchen Fest zusammen.. Gerade am Tag der Veranstaltung hatte Carolina Peña aus dem Jagdverein der Gemeinde Tapis am Vormittag noch eine Wildsau erlegt. In diesem Jahr ist die Wildschweinplage besonders groß, sodass die Abschussquoten von den zuständigen Behörden gegenüber dem Vorjahr erhöht wurden. Da konnten die Jägersleute die fachkundige Hilfe einer sicheren Frauenhand am Jagdgewehr gebrauchen.
Kauft Iberia Spanair auf? Fernando Conte, der Chef von Iberia, gab bekannt, es seien Verhandlungen im Gange, um eventuell mit Spanair zu fusionieren. Damit soll die Zahl der Wettbewerber auf dem innerspanischen Markt vermindert werden. Dort tummeln sich nämlich derzeit noch 12 Fluggesellschaften, die im Jahr 2007 zusammen 300 Millionen Euro einbüßten. Deshalb streckte Iberia zunächst die Fühler nach Air Europa aus, jetzt nach Spanair. Vor dem 15. Februar will die Gesellschaft ein verbindliches Angebot vorlegen. Kommt es zu der Fusion, dann beherrscht die neue Gesellschaft 70 Prozent des innerspanischen Marktes, das Terminal 4 in Barajas und das Terminal Süd in Barcelona - El Prat.
Mit Unterwäsche Geld verdienen Jede Frau in Spanien gibt pro Jahr 72 Euro für Unterwäsche und Nachthemden aus. Damit liegt sie zwar weit hinter den Engländerinnen, die sich diese Sachen 110 Euro kosten lassen, gefolgt von den Französinnen mit 100 Euro pro Jahr. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, kann die Branche noch Zuwächse erzielen. Die großen Kaufhausketten konnten in Spanien ihren Umsatz an Unterwäsche von 16 auf 18% am Gesamtumsatz steigern. Jetzt kam die holländische Firma Hunkemöller nach Spanien. Sie setzt darauf, dass es hierzulande nicht nur die relativ kleinen Größen für Spanierinnen geben darf, sondern dass immer mehr „europäische“ Masse und Korbgrössen bei Büstenhaltern und bei der Unterwäsche gefragt sind. Wer mit wachen Augen über den wöchentlichen Kleidermarkt in den verschiedenen Ortschaften des Ampurdan geht, wird feststellen, dass das Hauptangebot für junge Mädchen um die 18 Jahre gedacht ist, die klein und schmal gebaut sind und noch kein Gramm Fett am Körper haben. Der Chef von Hunkemöller sieht daher für den spanischen Markt große Wachstumschancen: es sei genug Nachfrage vorhanden, um jedes Jahr 20 neue Geschäfte zu eröffnen.
Bald nur noch Spanisch im Parlament Der Sozialist und frühere Minister José Bono kämpft um den Posten des Parlamentspräsidenten bei den Wahlen vom 9. März. Schon jetzt versprach er dem Wahlvolk etwas, das bei vielen Parlamentariern gut ankommen dürfte: sollte er gewählt werden, so Bono, werde er dafür sorgen, dass im Abgeordnetenhaus nur noch Spanisch gesprochen werde. Er wolle nicht so großzügig beziehungsweise nachlässig handeln wie der vor kurzem vom Amt zurückgetretene Manuel Marín, der auch Wortmeldungen auf Katalanisch, Galizisch und Baskisch zugelassen hatte. Bono zeigte sich bei einem Vortrag im Club Siglo XXI in Madrid überzeugt, dass seine sozialistische Partei PSOE wiederum den Wahlsieg davontragen werde.
Die Namen von Terroristen sollen verschwinden Die Verbände „Opfer des Terrors“ haben die Bürgermeister von zehn Ortschaften verklagt, in denen verschiedene Strassen noch immer den Namen von ETA-Terroristen tragen. Dutzende von Strassen, Plätzen und Parks im Baskenland und sogar in Navarra tragen Namen von Kämpfern dieser Separatistenorganisation, die in fast 40 Jahren ihrer kriminellen Tätigkeit über eintausend Tote und mehrere tausend Invalide auf dem Gewissen hat. Da keiner der Bürgermeister auf die Forderung einging, sind jetzt eine Anzahl Klagen im Gerichtshof Audiencia Nacional anhängig. Die Schwierigkeit für die Kläger, also die Opferorganisationen, dürfte darin liegen, den Nachweis zu erbringen, dass diese ETA-Aktivisten „Terroristen“ im eigentlichen Sinn waren, denn man benannte die Strassen eben gerade deshalb nach ihnen, weil sie im Kampf für ihre unmöglichen Ziele den Tod gefunden hatten.
Blitzbesuch im Libanon abgesagt Widrige Wetterverhältnisse mit null Metern Sicht veranlaßten Kronprinz Felipe am Dienstag, einen Blitzbesuch bei den spanischen Truppen abzusagen, die im Libanon stationiert sind. Der Prinz wollte es anläßlich seines 40. Geburtstages seinem Vater König Juan Carlos gleichtun, der anläßlich seines 60. Geburtstages die spanischen Truppen in Bosnien besucht hatte und anläßlich seines 70. im Januar dieses Jahres nach Afghanistan geflogen war, um diesen besonderen Tag bei seinen Landsleuten zu verleben. Normalerweise feiern die Mitglieder der Königsfamilie ihre Geburtstage im Familienkreis. Eine Ausnahme war der 30. Geburtstag des Kronprinzen: da gab er dem Journalisten Pedro Erquizia ein ausführliches Fernsehinterview, das im Ersten Programm ausgestrahlt wurde. Es war dieser Erquizia, der Jahre später Don Felipe mit der Fernsehjournalistin Letizia Ortiz zusammenbrachte, der heutigen Ehefrau des Prinzen.
Er tötete ihren Sohn und fordert Schadenersatz Vier Jahre ist es her, dass Thomas Delgado an Bord eines Audi A-8 den jungen Enaitz Iriondo tötete, indem er den Radfahrer mit rasender Geschwindigkeit überfuhr. Der Täter hatte die Stirn, die Eltern des Jungen jetzt auf Schadenersatz zu verklagen, da sein Auto für über 20.000 Euro repariert werden mußte. Delgado behauptete, der junge Mann auf dem Rad habe den Unfall verursacht und sei deshalb schuldig. Da er selbst nicht mehr zahlen könne, müßten die Eltern des Toten für den Schaden aufkommen. Es sei nicht gerecht, dass die Versicherung die Eltern bereits entschädigt habe, ihn aber nicht. Das Verfahren wurde am Mittwoch in Haro im Gebiet Rioja wieder aufgenommen. Die Eltern erhielten von allen Seiten Zuspruch und zahlreiche Äußerungen über den Täter: er sei ein Monstrum und eine Canaille. Das erste Verfahren nach dem Unfall war eingestellt worden, weil der vorsitzende Richter keine kriminelle Absicht bei dem Autofahrer erkennen konnte. Inzwischen sieht der Fall anders aus. Es könnte durchaus sein, dass der jetzige Richter Thomas Delgado wegen fahrlässigen Totschlags verurteilt. In dem Fall drohen ihm bis zu vier Jahre Haft.
30.01.2008 Kampagne gegen Hundekacke Auf Schritt und Tritt: Schitt. So könnte die Kurzfassung für einen Zustand lauten, den die Bürger von Castelló und Ampuriabrava gleichermaßen immer wieder lautstark kritisieren: die mangelnde Sensibilität vieler Hundehalter, wenn der vierbeinige Liebling den Darm entleert hat, nicht zuletzt auf den öffentlichen Strassen, am Strand und sogar in den Grünanlagen. Die wenigsten Spaziergänger nehmen die Exkremente per Plastiktüte an sich und entsorgen sie im nächsten Mülleimer oder Container. Manche Mütter wollten ihre kleinen Kinder deswegen schon nicht mehr in den Kindergarten schicken, hieß es aus dem Rathaus. Ein Hinweisschild auf dem Mugadamm zeigt bereits, wie sich ein Hundehalter benehmen soll: er, der einen Hund an der Leine hält, bückt sich nach zwei Kügelchen, die das Tier gerade auf den Boden hat fallen lassen. Man will eine gezielte Kampagne zur Sensibilisierung aller Tierfreunde starten. Gleichzeitig soll die städtische Verordnung über das Halten von Haustieren verschärft werden.
Neues Touristenbüro in Llança Der Bürgermeisster von Llança, Pere Vila, weihte das neue Touristen-Informationsbüro ein, das nahe an der N-260 liegt und in seiner modernen Gestaltung nicht nur Informations- sondern auch Erziehungszwecke verfolgt. Die Zusammenarbeit zwischen dem Rathaus und dem privaten Sektor sowie einiger Familienunternehmen in Llança sei vorbildlich gewesen, sagte Vila. Die Stadt hätte ihre touristischen Möglichkeiten noch nicht genügend genutzt, könne dies aber in der Zukunft nachholen, denn schließlich sei die Ortschaft die Hauptstadt des Unterbezirks Cabo Creus. Das neue Gebäude hat eine Fläche von 240 Quadratmetern, davon 40 Quadratmeter für den Publikumsverkehr, weitere 90 Quadratmeter für die Abhaltung von Konferenzen und Ausstellungen sowie eine Bibliothek und eine Kartothek. Die Info ist von Februar bis Ostern von montags bis freitags morgens und nachmittags geöffnet, in der Saison bis Ende September dann auch samstags und sonntags.
Kapelle des Klosters Santa Clara wird freigegeben Am Samstag wird die restaurierte Kapelle des Klosters Santa Clara in Castelló d’Empúries für die Öffentlichkeit freigegeben. Monatelange Sanierungsarbeiten waren nötig, um dem Raum seinen alten Glanz wiederzugeben. Die Kapelle soll in Zukunft aber nicht mehr religiösen Zwecken dienen, sondern gratis den Bürgern, Körperschaften und Vereinen zur Verfügung stehen. Auch Vorträge und Konzerte sollen dann dort stattfinden.
Mit Helm und Schild die leichten Mädchen schützen Verschiedene Nachtclubs wie Madam’s in Capmany und Baby Doll im Gemeindegebiet von Siurana d’Empordà haben ihr Sicherheitspersonal inzwischen mit Helmen, Plastikschilden und kugelsicheren Westen ausgestattet. Diese Vorsichtsmassnahmen seien nötig, um das Personal vor Angriffen zu schützen, wie sie sich im November 2007 zugetragen hatten. Dabei waren zwei Wachmänner von drei unbekannten Angreifern durch Messerstiche verletzt worden, während sie die Parkplätze sowohl der Prostituierten wie deren Freier kontrollierten.
Weniger Autos abgeschleppt Nachdem die Stadtverwaltung von Figueras erst unlängst einen zweiten Abschleppwagen angeschafft hatte, setzten die neuen Herren im Rathaus auf „mehr Information als Sanktion“. Will heißen, man schleppte ein Drittel weniger Autos ab als noch ein Jahr zuvor, nämlich nur noch 5.300 gegenüber mehr als 8.000 im Jahre 2006. Nach den Gemeinderatswahlen vom Mai 07 hatte es einen tiefgreifenden Wechsel in der Stadtverwaltung gegeben und man wollte offenbar manches anders machen als die alte Mannschaft. Andererseits, so verlautete aus dem Rathaus, hätten die Bürger selbst ihr Verhalten angesichts der Belästigung durch abgeschleppte Fahrzeuge und die entsprechenden Kosten zum Positiven verändert. Wahr ist aber auch, dass eben diese Bürger in der Vergangenheit oft und heftig gegen das rüde Eingreifen der Polizei mit den Kranwagen protestiert hatten.
Kronprinz Felipe wird 40 Er kam am 30. Januar 1968 in Madrid als drittes Kind des spanischen Königspaares Juan Carlos de Borbón y Borbón und Sofía de Grecia zur Welt und war vom ersten Tage an der Liebling seiner Mutter. Denn auf einen männlichen Thronerben hatte das junge Ehepaar von Anfang an gehofft und doch waren die ersten beiden Kinder Mädchen: die Infantas Elena und Cristina. Felipe de Borbón y Grecia, so der offizielle Name des Kronprinzen, hatte eine behütete Kindheit und Jugend im Zarzuela-Palast, einem ehemaligen Jagdschlößchen im dichten Wald am Stadtrand von Madrid. Dort wohnt die Königsfamilie bis zum heutigen Tag, obwohl für Don Felipe vor einigen Jahren im Hinblick auf eine spätere Eheschließung ein eigenes großes Wohnhaus in unmittelbarer Nähe der Zarzuela gebaut wurde. Die geographische Nähe zum Elternhaus wurde mit einfachereren Sicherheitsmaßnahmen begründet, doch ist der Gedanke nicht abwegig, dass Doña Sofía auch auf den erwachsenen Sohn ein Auge haben wollte. Von ihr ist bekannt, dass sie die Familie „mit eiserner Hand im Samthandschuh“ zusammenhält. Das bewies die Monarchin, als Don Felipe im November 2003 nach mehreren unglücklichen Liebschaften eine Fernsehjournalistin erwählte – noch dazu eine geschiedene Frau, die bis dato laut verkündet hatte, sie sei „agnostica“, also nicht religiös eingestellt. Und das bei den katholischen Bourbonen! Aber Doña Sofía, von der es hieß, sie habe die Jugendliebe des Prinzen, Isabel Sartorius, vereitelt und auch die spätere Freundin, das dänische Model Eva Sannum vergrault, handelte konsequent: wo sie die ungeliebte Schwiegertochter nicht verhindern konnte, nahm sie diese kräftig in die Arme und offensichtlich auch ins Gebet, denn Doña Letizia, die Felipe nur kurz nach den tragischen Attentaten von Madrid im Mai 2004 heiratete, erfüllt inzwischen vorbildlich ihre Rolle, den Kuß von Bischofsringen inbegriffen. Felipe gilt als einer der bestausgebildeten jungen Prinzen Europas, denn auch wenn Mutter Sofia das Herz blutete,schickte sie den Schüler vor dem Abitur doch noch in ein kanadisches Internat, ehe er zum Militär einrücken musste und eine umfassende Ausbildung in Heer, Marine und Luftwaffe erhielt. Später ließ man ihn in den USA internationale Beziehungen und Völkerrecht studieren. Auch von Wirtschaft und Jura versteht der Prinz inzwischen einiges, denn er wurde zu Praktika in die verschiedenen europäischen Institutionen geschickt. Dazu kam das von Großvater und Vater ererbte Talent des hochgewachsenen, schlanken Prinzen zum Segelsport. Wenn der Thronfolger am heutigen Mittwoch seinen 40. Geburtstag begeht, kann er schon auf eine interessante, abwechslungsreiche und sogar turbulente Wegstrecke seines Lebens zurückblicken. Man schätzt die Zahl seiner Tändeleien, Liebschaften, Techtelmechtel und Amouren auf weit über 50. Damit scheint allerdings jetzt Schluß zu sein. Denn Doña Letizia hat ihm in den letzten drei Jahren zwei entzückende Töchterchen geschenkt: Leonor und Sofía und das „Dreimädelhaus“ nahe am Zarzuelapalast, wo Mutter Sofía noch immer mit Argusaugen wacht, dürfte dem Prinzen so einige Flausen ausgetrieben haben. Denn nicht nur, dass Ehefrau Letizia „das Vorhängeschloß unserer Liebe fest umschlossen hält“, wie der Prinz anläßlich eines Besuches in Prag öffentlich verkündete, nein, es steht Don Felipe ja auch noch eine außerordentlich schwierige Mission bevor: die Nachfolge seines Vaters, des beliebten Königs Don Juan Carlos anzutreten. Angelika Eisenführ 29.01.2008 Erstes arabisch – katalanisches Wörterbuch Arabisch ist eine der sechs Amtssprachen der UNO, aber bislang gab es noch keine arabisch-katalanisches Wörterbuch. Diese Lücke schlossen die Katalaninnen Margarida Castells und Dolors Cinca. Es war ein großes Stück mühseliger Arbeit. Das Buch enthält 41.000 Wörter, 67.000 Wortbedeutungen, 23.000 Beispiele, 4.000 Personennamen, 9.000 Wortwurzeln, Neologismen und regionale Verwendungen. Das Werk entstand durch das „Europäische Institut des Mittelmeeres“, das das Erscheinen des Wörterbuches mit den Worten feierte, es handele sich „um einen großen Tag für die katalanische Kultur“. Die Koautorin Margarida Castells hatte zuvor schon „Tausend und eine Nacht“ und „Die Reisen des Ibn Battuta“aus dem Arabischen ins Katalanische übersetzt. Um sich einen vollständigen Überblick über das Arabische zu verschaffen, reiste Castells nach Damaskus, Tunis, nach Ägypten, Marokko und Jordanien. Arabisch ist heute in 22 Staaten Amtssprache. Der Sender Al Yazira sendet auf Arabisch und wird daher von Marokko bis in den Iran hinein verstanden.
Eine Million Ausländer legalisiert Im letzten Jahr erhielten rund eine Million Menschen das Aufenthaltsrecht in Spanien, die sogenannte Residencia. Damit ist die Zahl der legal hier lebenden Menschen auf knapp vier Millionen angestiegen. Die Europäer aus den heute 27 EU-Staaten sind mit 1,6 Millionen Personen vertreten. Das waren 700.000 mehr als noch ein Jahr zuvor und erklärt sich durch den Beitritt Rumäniens und Bulgariens.Mit knapp 650.000 neuen Marokkanern war dieses Kollektiv das zahlenmäßig stärkste. Mit knapp 200.000 Neubürgern kam Großbritannien dazu. Dagegen gibt es nur etwa 120.000 legale Chinesen in Spanien und nur 100.000 Portugiesen. Insgesamt gesehen bestreiten die Lateinamerikaner mit 30 Prozent die Spitze und werden gefolgt von den Afrikanern, die 21 Prozent ausmachen.
Tödlicher Unfall im Schnee Auf der Skistation Vallter 2000 kam es am Sonntag am frühen Nachmittag zu einem tödlichen Unfall. Zwei junge Menschen aus Kolumbien stießen mit großer Geschwindigkeit mit ihrem Schlitten gegen eine der Kunstschneekanonen. Der Fahrer war so fort tot, seine Begleiterin wurde mit schweren Verletzungen per Hubschrauber in das Hospital von Gerona geflogen. Ihr Zustand wurde am Montag noch als kritisch bezeichnet. Die beiden jungen Menschen waren zu Fuß in das Gelände aufgebrochen, das Bac Barquins heißt und hatten den Kinderschlitten, der eigentlich nur für eine Person gedacht war, bestiegen, um sich bergab gleiten zu lassen. Die daneben liegende Skipiste war wegen Schneemangels gesperrt. Die Skikanonen entsprachen den Sicherheitsvorschriften: sie waren von einer 20 Zentimeter dicken Schaumrolle umgeben und mit einer Persenning abgedeckt. Der Leiter der Skistation beklagte das Vorkommnis und kritisierte den Ansturm von Menschen an jedem Wochenende, die sich ohne Ortskenntnis und ohne eventuelle Absperrungen zu beachten, auf Autoreifen, Schlitten und Plastikkanistern in die Tiefe stürzten.
Statt des Tunnels Parkplätze Vor drei Jahren stürzte bei umfangreichen Bauarbeiten im Stadtteil Carmel in Barcelona ein Tunnel ein. 1.200 Menschen mußten damals evakuiert und zum Teil in anderen Stadtgebieten neu angesiedelt werden. Jetzt will die Stadtverwaltung an der Stelle vier neue Parkplätze bauen, sodass 800 Autos gleichzeitig abgestellt werden können. Anlässlich des Jahrestages des Unglücks, es war der 27. Januar 2005, - hielt der Gemeindepriester eine öffentliche Ansprache. Auf die Einladung dazu kamen jedoch nur wenige Menschen. Die meisten zeigten kein Interesse daran, an das traumatische Ereignis erinnert zu werden, zumal die Stadtverwaltung nach der Tragödie alles daran setzte, den Bürgern das Weiterleben in ihrem Viertel angenehmer zu machen.
Protestaktion gegen Pelzmäntel Rund 200 Männer und Frauen legten sich am Sonntag nackt auf den Vorhof der Kathedrale von Barcelona, um gegen die Herstellung von Pelzmänteln aus Tierfellen zu protestieren. Dabei ließen sie Ströme einer roten Flüssigkeit an ihren Körpern entlanglaufen, um so das Schlachten der Füchse, Fischotter, Chinchillas und Biber zu symbolisieren. Für einen Pelzmantel sind mindestens 20 Tiere notwendig. Die Leiterin der Aktion, Aida Gascón, erinnerte an das Leiden der Tiere, die für die Mode geopfert würden. Obwohl in Spanien echte Pelzmäntel kaum noch getragen werden, finden edle Tierfelle doch in vielen modischen Accessoires Verwendung.
Valls – die Heimstatt der „calçots“ Der kleine Ort Valls in der Provinz Tarragona gilt als das Mekka der Freunde junger frischer Zwiebeln, der sogenannten „calçots“. Nur wenn sie im Schatten der Kirche von Valls gewachsen seien, so die Legende, seien sie echt und köstlich. So kamen am Wochenende 35.000 Besucher in den Ort, um 100.000 Grünzwiebeln zu verspeisen und damit offiziell den Frühling einzuläuten. Gleichzeitig fand in Les Borges Blanques das traditionelle Ölfest statt. Hier wurden sogar knapp 65.000 Personen gezählt und 55.000 Liter Öl verkauft.
Autoverkäufe rückläufig In den ersten drei Wochen des Januar 08 wurden 22% weniger Neuwagen verkauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Trotzdem wurden noch knapp 48.000 Fahrzeuge in Spanien zugelassen. Weniger Glück hatten die vielen Geländewagen, die hochgradig umweltschädlich sind und in Zukunft wie alle anderen Autos nach ihrem CO2-Ausstoss besteuert werden. Viele Händler hatten solche Geländewagen noch rasch vor dem Inkrafttreten der neuen Verordnung zugelassen, um den früheren Steuervorteil wahrzunehmen. So häufen sich bei den Konzessionären verschiedener Hersteller die zugelassenen Autos mit Null Kilometern Fahrleistung. Luxusmodelle und potente Geländewagen waren von der Kaufzurückhaltung besonders betroffen. Innerhalb des letzten Jahres schlossen in Katalonien runf fünf Prozent der Autohändler ihre Pforten oder verkauften ihr Geschäft weiter.
Ryanair will nur noch Handgepäck Der Billigflieger Ryanair will darauf hinaus, dass alle Passagiere per Internet buchen. Um das zu erreichen, stiegen die Gebühren für das Aufgeben von Koffern von sechs auf neun Euro und die Flughafengebühr wurde auf vier Euro angehoben. Die Gesellschaft will erreichen, dass die Passagiere nur noch mit Handgepäck an Bord gehen. Dieses darf allerdings zehn Kilo Gewicht nicht überschreiten und macht den Transport von Flüssigkeiten über 100 Kubikzentimeter unmöglich.
28.01.2008 Immer mehr Protestanten Die Stadtverwaltung von Gerona erhielt im letzten Monat gleich drei Anträge auf Errichtung von Kultstätten für Protestanten.Diese Konfession wächst in Spanien am stärksten, nicht zuletzt durch den massiven Zustrom von Menschen aus Lateinamerika. Die Stadt Gerona hat 33 katholische Kirchen und bisher 10 evangelische Zentren beziehungsweise Kirchen sowie neun Gotteshäuser anderer Religionen. Da die Protestanten bei ihren Gottesdiensten häufig Lieder und Choräle singen, müssen diese Kultstätten schalldicht sein, sagte der Umweltschutzbeauftragte Enric Pardo. Man müsse vermeiden, dass die Nachbarn gestört würden. Auch die Sicherheitsbestimmungen bei den Gebäuden müßten eingehalten werden, weshalb an verschiedenen Kirchen Sanierungsarbeiten notwendig seien.
Auch die Lehrer lernen Über 75.000 katalanische Lehrer haben sich zu Fortbildungskursen eingeschrieben. Das sind etwa 80 Prozent der gesamten Lehrerschaft. Die katalanische Unterrichtsbehörde bietet in diesem Jahr satte 118.000 Kurse unterschiedlicher Länge und Intensität an, damit die Lehrer ihre Fachkenntnisse auf den neuesten Stand bringen können. In vielen Fällen finden diese Fortbildungskurse in der Schule statt, in der die Lehrer unterrichten. In diesem Jahr konzentrierten sich 22 Prozent der Anträge auf Weiterbildung in Informatik und Kommunikation.
Keine neue Prüfung bei abgelaufenem Führerschein Der Ministerrat in Madrid beschloß eine Änderung der allgemeinen Vorschriften für Fahrzeughalter. Danach brauchen Männer und Frauen, deren Führerschein seit über vier Jahren abgelaufen ist, keine neue Prüfung zu absolvieren, sondern nur ein medizinisches Gutachten über ihren Gesundheitszustand vorzulegen. Gleichzeitig blieb jedoch der Tatbestand bestehen, dass das Fahren ohne gültigen Führerschein mit einem Bussgeld von 300 Euro belegt ist. Ab dem 1. September dieses Jahres sollen neue Vorschriften für den Erwerb eines Führerscheins für Mopeds und Motorroller in Kraft treten.
Teure Hotels Die Hotelpreise in Barcelona liegen im internationalen Vergleich wesentlich höher als in anderen europäischen Städten. Eine Studie der Universität Gerona wies nach, dass das geringe Bettenangebot im Vergleich zur Nachfrage die Preise hierzulande hoch hält. Die Studie führte aus, dass Barcelona mit den Hotelpreisen deutlich über Madrid, London, Paris, Berlin und Athen liege. Nur Oslo und Bern übertreffen die katalanischen Preise. Andererseits können in Barcelona die Hotelpreise erheblich schwanken: je nachdem wie lange im Voraus die Reservierung erfolgt. Die Studie aus Gerona soll in dem englischen Fachblatt Tourism Economics veröffentlicht werden. Nach vielen Vergleichen ergab sich, dass Barcelona in diesem Sektor mit New York vergleichbar ist. Noch viel teurer sind die Hotels in Tokio.
Steuerrückzahlung für 13 Millionen Menschen? Wahlversprechen haben für den Politikerkandidaten den großen Vorteil, dass man sie nach dem Wahlsieg sang -und klanglos in der Versenkung verschwinden lassen kann. So kündigte Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero an, er werde nach seinem erneuten Wahlsieg jedem Steuerzahler in Spanien 400 Euro zurückerstatten. Das macht die bescheidene Summe von 5.000 Millionen Euro aus. Dabei könne die Rückzahlung entweder in voller Summe ab dem Monat Juni erfolgen, oder auch ratenweise bis zum Jahresende 2008. Die Maßnahme soll einerseits die Solidität des Staatshaushaltes unter sozialistischer Führung beweisen, andererseits aber auch die sich abschwächende Konjunktur stützen. In die Reihe der Wahlversprechen gehörte auch die Ankündigung, ausländische Straftäter in Zukunft schneller in ihre Heimatländer abzuschieben. Besonders diejenigen, die häusliche Gewalt gegen ihre Lebenspartner oder Kinder ausübten, sollten nicht in Spanien bleiben dürfen. Verstärkung im Wahlkampf, der ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der konservativen PP unter Mariano Rajoy vorhersagt, hat Felipe González vor einigen Tagen dem Regierungschef Rodriguez Zapatero zugesagt. Der ehemalige Arbeiteranwalt, der 14 Jahre lang mit breiten Mehrheiten wiedergewählt wurde und die spanische Politik von 1982 bis 1996 führte, gilt immer noch als ein Zugpferd der Sozialisten.
Häftling sprang aus dem Fenster Er hatte, so wurde ihm von der Justiz vorgeworfen, einen Supermarkt überfallen und sollte ins Gefängnis. Angesichts dieser Aussicht sprang der Mann aus dem Fenster des Untersuchungsgerichtes von Tortosa, wo er aus einer Höhe von sieben Metern unsanft aufkam. Dennoch waren seine Verletzungen nicht lebensgefährlich. Der Mann war vorbestraft, weshalb das Gericht Haft angeordnet hatte.
Immigranten verlangen mehr Recht auf Arbeit Das bisherige Ausländerrecht enthält einen schwer zu begründenden Widerspruch: viele Menschen aus anderen Staaten erhalten das Recht auf Familienzusammenführung in Spanien, dann aber keine Arbeitserlaubnis für die neu gekommenen Menschen. Dies ist umso unverständlicher, als eine zusammengeführte Familie logischerweise größere Ausgaben zu gewärtigen hat und daher schwerer von nur einem Lohn oder Gehalt leben kann. In Barcelona versammelten sich am Wochenende rund 100 Immigranten vor dem Sitz der katalanischen Regierung an der Plaza Sant Jaume, um eine Änderung dieser Vorschriften zu fordern. Dies dürfte auf den Widerstand der starken katalanischen Partei CiU stoßen, die bereits angekündigt hatte, im Falle eines Wahlsieges die Rechte auf Familienzusammenführung der Immigranten zu beschneiden.
Handykongress in Barcelona Vom 11. bis 14. Februar findet in Barcelona der dritte Mobile World Congress statt, zu dem 55.000 Teilnehmer erwartet werden. Entsprechend sind die Hotels und Restaurants der katalanischen Metropole bereits heute für diese Zeit ausgebucht. In diesem und dem kommenden Jahr werden sich aus diesem Anlaß Spitzenvertreter der Branche in Barcelona einfinden. Unsicher ist noch, ob das Grossereignis auch im Jahre 2010 noch dort stattfinden wird. Die Veranstalter verlangen seit langem eine Verbesserung der Infrastruktur des Messegeländes und eine Festschreibung der Hotelpreise auf dem derzeitigen Niveau. Obwohl es eine gültige Absprache zwischen der Messeleitung und der Hotelbranche gab, gehörten doch viele Hotels dieser Vereinbarung nicht an und nahmen bis zu 500 Euro pro Übernachtung. Die Gastronomiegruppe Cacheiro, die 13 Lokale in Barcelona unterhält, ist seit Wochen für die Zeit des Kongresses ausgebucht.
Wieder Tod nach Magenoperation Die als „Routineoperation“ eingestufte Verengung des Magenumfanges bei Übergewichtigen hat jetzt schon das zweite Todesopfer in diesem ersten Monat des neuen Jahres gefordert. Eine 48jährige Frau verstarb in der Klinik Sagrada Familia in Barcelona, nachdem sie sich diesem Eingriff unterzogen hatte. Nach Zeitungsberichten begann die Frau kurz nach der Operation Blut zu spucken, wurde jedoch nicht sofort in die Intensivstation gebracht, sondern in ein normales Krankenzimmer verlegt. Nach mehrstündigem Blutverlust erlitt die Frau einen Herzstillstand mit irreversiblen Folgen. Die Klinikleitung veröffentlichte ein knappes Kommuniqué, in dem sie darauf hinwies, dass es sich bei dieser Magenreduzierung um eine Operation „mit hohem Risiko“ handele.
Sie kauften gestohlenes Gut auf Zwei Unternehmer, ein Mann und eine Frau, wurden von den Mossos in Haft genommen, weil man ihnen vorwarf, 44 Tonnen gestohlenes Kupferrohr aufgekauft zu haben. Sie hätten von der kriminellen Herkunft der Ware gewußt, hieß es. Die Firmen befinden sich in Hospitalet und Sants. Die Polizei fanden auch ein freies Feld, auf dem die Diebe die Kupferkabel von ihrer Plastikumhüllung befreit hatten, was den Wert der Rollen wesentlich erhöhte. Vor einigen Wochen erst war eine 27köpfige Diebesbande aus Rumänien aufgeflogen, die in großem Stil die wertvollen Kupferkabel von Großbaustellen gestohlen hatte.
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