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| Bahia-Blick Nachrichten | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 24.01.2008
Neue Technik gegen Fahrer ohne Versicherung In Spanien fahren rund 400.000 Autos und Motorräder ohne die zwingend vorgeschriebene Haftpflichtversicherung. In einem Pilotprojekt starten jetzt 12 Fahrzeuge der Guardia Civil mit Videokamera und Computer an Bord in 12 Provinzen, um die Autos aufzuspüren, die ohne Versicherung unterwegs sind. Das Prinzip ist einfach: Eine Datenbank der Föderation der Versicherungen in Spanien, die die Daten der unversicherten Fahrzeuge enthält, ist auf der Festplatte des Computers im Polizeiwagen gespeichert. Die Videokamera wiederum hält alle Nummern von Fahrzeugen fest, die die Polizei überholt und speist sie in den Computer ein. Dieser gleicht die Daten mit denen der unversicherten Fahrzeuge ab und entdeckt so die Schuldigen. Die Polizei hält diese Autos an und verlangt die Papiere der Fahrer. Das so einfach scheinende System hat bisher den Nachteil, dass die Videokameras nicht bei allen Tages-und Nachtzeiten und bei widrigen Wetterverhältnissen wie Regen oder Nebel imstande ist, die Kennzeichen der fahrenden Autos sicher zu erkennen.
Barcelona ein Touristenschlager Zu den zehn begehrtesten Zielen gehört inzwischen Barcelona bei den ausländischen Touristen. Erstmals überstieg im letzten Jahr die Zahl der Übernachtungen die 14 Millionen. Über zwei Millionen Menschen benutzten den Touristenbus. Die anderen beliebtesten Ziele waren London, Bangkok, Paris, Singapur, Hong Kong, New York, Dubai, Rom und Seoul.Die stetige Zunahme an Besuchern aus aller Welt ließ das Bettenangebot in der katalanischen Metropole innerhalb eines Jahres wiederum um über 700 ansteigen, ohne dass sich die Belegungszahlen für die bereits bestehenden Hotels deswegen verschlechtert hätten.
Sie wollten töten Die 14köpfige Gruppe von Islamisten, die von der Polizei festgenommen wurden, hatten vor, am vergangenen Wochenende in einem öffentlichen Verkehrsmittel in Barcelona ein Blutbad anzurichten. Dazu hatten sich drei Selbstmordattentäter bereiterklärt. Ein Mann aus dem gleichen Milieu, der im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms aussagte, bestätigte, dass es sich bei den Verdächtigen um eine organisierte Gruppe mit klarer Machtstruktur handelt und deren Sinn und Ziel die Verübung von Attentaten gegen die „Ungläubigen“ ist. Die drei Selbstmordkandidaten waren auf unterschiedlichen Wegen aus Pakistan nach Spanien eingereist. Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass Al Quaida in Pakistan den Auftrag erteilte, ein Attentat von der Tragweite der Madrider Anschläge zu verüben, diesmal aber mit Selbstmördern. Zehn der Verdächtigen wurden der Zugehörigkeit zu einer bewaffneten Bande und wegen Besitzes von Sprengstoff angeklagt und in Untersuchungshaft genommen. Die restlichen Männer mußten wegen Mangels an Beweisen auf freien Fuß gesetzt werden. 23.01.2008 Stanzmaschine für Autokennzeichen gestohlen Eine Autowerkstatt in Figueras, deren Namen anonym bleiben soll, hat schon zu Beginn des Jahres bei der Polizei den Diebstahl einer Stanzmaschine gemeldet, mit der man Autokennzeichen herstellt. Über die Täter tappt die Polizei im Dunkeln, da offenbar keine Tür gewaltsam geöffnet wurde, jedenfalls löste sich kein Alarm aus. Die Polizei vermutet, dass der Diebstahl zur Arbeitszeit erfolgte. Die Täter wußten offenbar, dass sich zur Tatzeit nur das Verkaufspersonal im Unternehmen aufhielt, das Personal des Ersatzteillagers, in dessen Nähe sich die Maschine befand, jedoch schon außer Dienst war. Die Maschine hat einen Wert von rund 4.000 Euro.
24% Ausländer in Figueras Nach den neuesten Daten des Statistischen Amtes von Spanien hat Figueras jetzt einen Anteil von 24,02% Ausländern. Von den 41.115 Einwohnern sind fast genau 10.000 nicht in Spanien geboren. Mit diesem Prozentsatz liegt Figueras aber immer noch unter Cadaqués, das 30% Immigranten zählt und Castelló d’Empúries, wo der Prozentsatz an Ausländern bei 46,34% angekommen ist.
Telefonleitungen unterirdisch Die Stadtverwaltung von Figueras hat eine Übereinkunft mit der Telefonica getroffen, um die häßlichen Telefonkabel am Ortseingang und –ausgang von Figueras unterirdisch zu verlegen. Damit soll der Anblick verbessert werden. Die Stadt sorgt für das Aufbaggern der Strassen und die Verlegung der Röhren, die notwendig sind, damit die Telefonica die Linien unterirdisch verlegen kann. Die Telefongesellschaft muß nach der Vereinbarung dann für die Demontage der bisherigen Kabel sorgen. Das Projekt wird 7,3 Millionen Euro kosten und betrifft 1.575 Längenmeter zwischen der Plaça del Gra und dem Umfahrungsgürtel. Ausserdem soll ein Radweg entstehen und Platanen gepflanzt werden. Die Generalitat wird sich voraussichtlich mit 400.000 Euro an dem Plan zur Stadtverschönerung beteiligen.
Vandalismus in Pont de Molins Ein Marokkaner hat zur Nachtzeit in Pont de Molins die Räder von 20 geparkten Autos aufgestochen und außerdem Feuer an einen Papiercontainer gelegt. Er wurde dabei von einem Mitbürger von dessen Balkon aus gesichtet, der die Polizei herbeirief. Der Täter wurde festgenommen. Er versuchte die Beamten mit einem Messer zu bedrohen, konnte aber überwältigt werden. Die Eigentümer der beschädigten Fahrzeuge erstatteten Anzeige.
Ein Katalane Präsident des Europarates Lluis María de Puig wurde am 21. Januar zum neuen Präsidenten des Europarates gewählt. Er löst den bisherigen Präsidenten, den Holländer René von der Linden ab, der dieses Amt die letzten drei Jahre innehatte. De Puig wird diese größte europäische Institution auf internationalem Parkett repräsentieren. Lluis María de Puig wurde 1945 in Bascara unweit von Figueras geboren und gehörte dem Europarat seit 1983 an. Der gelernte Geschichtslehrer ist Mitglied der sozialistischen Partei Spaniens. Anlässlich seiner Antrittsrede bemerkte de Puig, dass die Mehrheit der Katalanen durchaus nicht für eine Abspaltung Kataloniens von Spanien seien.
Stromausfall auf der Insel El Hierro Die Kanareninsel El Hierro verfiel in Dunkelheit, nachdem ein schwerer Sturm zwei Stromerzeugungstürme umgerissen hatte. Die Böen fegten mit über 120 Stundenkilometern über die kleine Insel und hinterließen rund 5.000 Bewohner in schwarzer Nacht. Die Havarie dauerte 20 Stunden, sodass von Teneriffa aus zwei Boote mit Stromgeneratoren zu Hilfe geschickt werden mußten. Viele Touristen wurden aus dem Zentrum des Sturms in ruhigere Zonen evakuiert, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Die Kinder hatten schulfrei, um sie auf der Strasse nicht durch umherfliegende Gegenstände zu gefährden.
EURIBOR sinkt erstmals wieder Die Börsenkrise der letzten Tage hatte nicht nur negative Folgen. Wer eine Hypothek zu bedienen hat, konnte am Dienstag mit Befriedigung in der Zeitung lesen, dass der Referenzkurs für die Festlegung von Hypothekenzinsen in Spanien, der sogenannte EURIBOR, von 4,79% am Ende des Jahres 2007 auf 4,381% gefallen ist. Fachleute rechnen damit, dass die Zinsen der Europäischen Zentralbank in Kürze auf unter die derzeitige Ziffer von 4% fallen werden.
Generaldirektor der Caixa de Catalunya tritt ab Der Direktor der drittgrößten Sparkasse Spaniens, der Caixa de Catalunya, gab am Dienstag seinen Rücktritt bekannt. Der 58jährige, der seit über 36 Jahren dem Bankinstitut angehörte, gab familiäre und persönliche Gründe für seinen Schritt an. Branchenkenner dagegen machten Differenzen mit dem obersten Chef, dem früheren Vizepräsidenten der sozialistischen Regierung von Felipe González, Narcís Serra, für das Ausscheiden von Josep María Loza verantwortlich. Die Caixa de Catalunya schloß das letzte Jahr mit fast 500 Millionen Euro Gewinn ab, nicht zuletzt durch den Verkauf der Aktienanteile an der Immobilienfirma Riofisa.
Auslandstourismus wieder gestiegen Jedes Jahr lamentiert Spanien über angeblich nachlassenden Tourismus, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache. So empfing Spanien im letzten Jahr 59,2 Millionen ausländische Touristen. Das waren 1,7 % mehr als 2006. Diese Zahlen gab der Minister für Industrie, Handel und Tourismus, Joan Clos anläßlich eines Besuches der im Bau befindlichen Weltausstellung in Zaragoza bekannt. Bei einer Durchschnittsausgabe von 865 Euro pro Person und einem täglichen Betrag von 94 Euro brachten diese Touristen Spanien 47.000 Millionen Euro ein. Weiterhin sind Großbritannien und Deutschland die beiden Länder, aus denen die meisten ausländischen Touristen nach Spanien kommen.
Kongreß der Terroropfer wird boykottiert Der am Dienstag und Mittwoch in Madrid stattfindende IV. Internationale Kongreß von Terroropfern erhielt auf seine Einladungsschreiben viele Absagen. Auch Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero entschuldigte sein Nichterscheinen schriftlich mit dem Argument, angesichts der Nähe der kommenden Parlamentswahlen könnte seine Teilnahme an einer solchen Veranstaltung falsch interpretiert und als Wahlkampfstrategie gewertet werden. Der Präsident der Vereinigung „Victimas del Terrorismo“, Francisco José Alcaraz von der PP kommentierte denn auch suffisant: „Zapatero ist ein Feigling“. Die Präsidentin der Organisation „Vereinigung der vom 11. März betroffenen Terroropfer“, Pilar Manjón, die bei den Anschlägen von Madrid selbst einen Sohn verlor, begründete die Absage ihrer Vereinigung damit, dass diese Veranstaltung „politisch rechtslastig“ geworden sei. In der Tat gelten die großen Vereinigungen als der PP zugeneigt. Auch die Vereinigungen von Terroropfern in Katalonien und Andalusien sagten aus diesem Grund ihre Teilnahme am Kongreß in Madrid ab. Von den 13 im spanischen Innenministerium registrierten Opfervereinigungen nahmen acht nicht teil. Der Leiter des Kongresses, Cayetano González, ließ sich davon nicht entmutigen. Er freue sich, dass die wichtigsten Organisationen sehr wohl gekommen seien. Man bleibe weiterhin offen für jeden, der sich anschließen wolle. Die prominenteste Teilnehmerin ist Clara Rojas, die gerade erst aus der Gefangenschaft der kolumbianischen Guerillakämpfer FARC entlassen wurde. Mit ihr kamen noch andere Opfer kolumbianischer Terrorakte nach Madrid. Clara Rojas bedankte sich bei Spanien, Frankreich, Argentinien und Venezuela, die sich in zähen Verhandlungen um ihre Freilassung bemüht hätten. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft der FAES, einer Denkfabrik, deren Präsident der frühere konservative Ministerpräsident José María Aznar ist. Derselben Partei gehört der Oppositionschef Mariano Rajoy an, der trotz vielfältiger Wahlkampfverpflichtungen an dem Kongreß teilnahm. AE
22.01.2008 Die PP holt auf Es könnte eng werden für Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero bei den kommenden Wahlen am 9. März. Denn obwohl bei einer Publikumsbefragung 53% der Befragten angaben, sie hätten ihn gerne wieder als Regierungschef und nur 37% sich für den bisherigen Oppositionsführer Mariano Rajoy aussprachen, sagen die Meinungsforschungsinstitute doch nur 42% Stimmen für die Sozialisten und 40% für die Partido Popular voraus. Gegenüber den Wahlen von 2004 hätte sich damit der Vorsprung der Sozialisten von damals sechs Punkten auf jetzt nur noch 2,5 Punkte reduziert. Nach den Vorhersagen werden die Sozialisten auch im neuen Parlament um die 164 Abgeordnete gegenüber 156 der PP haben. Die nationalistischen katalanischen Parteien CiU und ERC werden voraussichtlich mehrere Abgeordnete jeweils einbüssen, während die Kommunisten von IU und die baskische Traditionspartei PNV knapp ihre Resultate halten können.
Ibarretxe predigt in Barcelona Der baskische Präsident Juan José Ibarretxe will seine alten Träume von der Selbstbestimmung der Basken nicht aufgeben, auch wenn seine entsprechende Initiative, der sogenannte „Plan Ibarretxe“ schon vor vielen Monaten vom Parlament in Madrid abgeschmettert wurde. Am letzten Wochenende kam der Separatist nach Katalonien, um, gefeiert von katalanischen Gesinnungsgenossen, einen Vortrag über die wünschenswerte Souveränität seines Autonomiegebietes zu halten. Dabei griff der Mann auf historische Figuren wie Shakespeare, Cervantes, Kant und sogar die unglückliche Sophie Scholl zurück, jene junge Studentin aus München, die ihren Kampf gegen den Naziterror seinerzeit mit dem Tode bezahlte. Ibarretxe wollte seinen Zuhörern einpauken, dass Rückschläge bei einem politischen Plan kein Grund zum Aufgeben seien. Im Gegenteil, umso beharrlicher müsse man diesen Plan verfolgen. Die Katalanen nickten andächtig und bedachten die Rede zum Schluß mit kräftigem Applaus. Wovon die Basken eigentlich unabhängig werden wollten, das blieb ebenso im Dunkeln wie die Frage, was das in Katalonien in letzter Zeit so oft beschworene „Recht zu entscheiden“ beinhalten soll. Die katalanistische CiU wertete dieses vermeintliche Entscheidungsrecht der Katalanen in Richtung Unabhängigkeit von oder Souveränität gegenüber dem restlichen Spanien. Sowohl die baskischen Anhänger dieser Teilungsidee wie deren katalanische Gesinnungsgenossen unterließen es jedoch tunlichst, einmal auf die Folgen einer solchen Abtrennung vom riesigen Restspanien hinzuweisen: das Baskenland ist mit 1,8 Millionen wahlberechtigten Bürgern gerade mal so stark wie der Industriegürtel um Barcelona und auch Kataloniens vier Provinzen Gerona, Barcelona, Tarragona und Lerida dürften kaum in der Lage sein, ihre großspurigen Investionsprogramme in Infrastruktur, Kommunikation und Flughäfen zu realisieren, wären sie erst einmal von Madrid und seinen Fleischtöpfen unabhängig. Oder soll der Soberanismus, Independentismus oder wie die Schlagwörter alle heißen, sich nur auf Selbstverwaltung bei gleichzeitiger großzügiger Finanzierung durch den Erzfeind Madrid beziehen? Eine Klarstellung – vor allem so kurz vor den nächsten Wahlen – könnte da hilfreich sein. Angelika Eisenführ
Der neue Prior der Jesuiten ist ein Spanier Im zweiten Wahlgang wurde in der Kongregation von Rom der Spanier Adolfo Nicolás Pachón zum neuen Prior der katholischen Jesuiten in aller Welt gewählt. Papst Benedikt 16. gab seine Zustimmung zu der Wahl, was die Gemeinschaft, die sich „la compañia de Jesus“ nennt und ihre Mitglieder als „Soldaten des Glaubens“ bezeichnet, mit Befriedigung erfüllt haben dürfte. Es ist ja bekannt, dass der vorherige Papst, Johannes Paul II., dieser von Ignacio de Loyola gegründeten Glaubensgemeinschaft nicht traute und es daher zu einem jahrzehntelangen stillen Kampf im Vatikan zwischen Jesuiten und dem Opus Dei kam. Der neue Vorsteher der heute noch 19.000 Mitglieder umfassenden Glaubensgemeinde wurde im Jahre 1936 in Palencia als Sohn eines Militärs geboren und verbrachte einige Jugendjahre in Roquetes in der Provinz Tarragona, sodass er neben Spanisch auch Katalanisch lernte. Nicolás beherrscht allerdings auch noch Englisch, Franzöisch, Italienisch und Japanisch. 1960 bekam er sein Diplom in Philosophie und startete unmittelbar darauf nach Japan, wo er Theologie studierte und im Jahre 1967 zum Priester geweiht wurde. 1868 kam er zurück nach Rom, wo er seine geistlichen Studien abrundete, ehe er 1971 wieder nach Tokio ging und dort an der Sophia University lehrte. Trotz seines vorgerückten Alters gilt Nicolás als progessiver, aufgeklärter Geist, der vor allem der lateinamerikanischen Richtung der „Befreiungstheologie“ nahesteht und die Nähe zu einfachen, bedürftigen Menschen sucht. Die vielen Jahre in Japan, wo auch andere Religionen zu Hause sind und gelebt werden, so meinten Beobachter der Wahl des Jesuitenvorstandes, befähigten den jetzt gewählten Priester zu einem besonders fruchtbaren Dialog nicht nur mit Christen, sondern auch mit anderen Religionen undKulturen. AE
Schreckmoment für Vargas Llosa Der peruanische Dichter Mario Vargas Llosa, der auch in Spanien regelmäßig für große Zeitungen schreibt, mußte am Freitag letzter Woche in Lima ins Krankenhaus gebracht werden. Es bestand der Verdacht auf eine Herzattacke. Der Präsident von Peru, Alan García, erkundigte sich höchstpersönlich nach dem Zustand des berühmten Schriftstellers, der zugleich ein scharfsichtiger politischer Beobachter ist und in seinen Analysen mit eigener Meinung nicht hinterm Berg hält. Zur Beruhigung von García konnte der 71jährige Vargas Llosa wenige Tage später wieder entlassen werden.
Drei mal so viel wie die ganze Regierung Die neue „Nummer Zwei“ auf der Kandidatenliste der Oppositionspartei PP, Manuel Pizarro, dürfte einen schlechten Tausch gemacht haben, als er von dem mächtigen Stromversorger ENDESA zur PP überlief: Der Wirtschaftsfachmann verdoppelte zwischen 2004 und 2006 dort sein Gehalt und erhielt damit in jenem Jahr an Lohn, Vergütungen, Spesen und einem großzügigen Pensionsplan satte 3,6 Millionen Euro. Das war fast drei Mal so viel wie Regierungschef Rodríguez Zapatero, die beiden Vizepräsidenten und die gesamte Ministerriege zusammen verdienten. Durch den Weggang von ENDESA wird Manuel Pizarro nun wohl auch noch eine großzügige Abfindung erhalten. Branchenkenner schätzen, dass diese zwischen neun und zwölf Millionen Euro liegen könnte. Unter diesem Gesichtswinkel könnte man allerdings meinen, dass Pizarro sich mit dem Sprung in die Politik ein „capricho“ leistet, eine Laune, die er sich bei seinem finanziellen Hintergrund ohne Weiteres leisten kann. Und Mariano Rajoy, der so gerne die Wahlen gewinnen möchte, könnte sich von dem prominenten Neumitglied in der PP einen weiteren Aufschwung seiner Partei erhoffen. In der Politik muß man schließlich langfristig denken… AE
17 Todesopfer im Wochenendverkehr Am letzten Wochenende ereigneten sich 15 schwere Verkehrsunfälle, bei denen insgesamt 17 Menschen ihr Leben verloren, darunter vier Motorradfahrer. Ausserdem wurden acht Personen schwer verletzt. In der Provinz Cáceres starb ein erst 16jähriger Junge auf seinem Motorrad. In der Provinz Almeria kollidierten zwei hochmotorige Maschinen frontal, wofür die Polizei zunächst keine Erklärung fand.
21.01.2008 Wohin mit den Neuzugängen? Bis zu 2.500 Kinder von Immigranten im schulpflichtigen Alter kamen in den letzten drei Monaten neu nach Katalonien und konnten so nicht pünktlich im September 2007 eingeschult werden. Ausserdem fehlten nahezu allen die elementarsten Sprachkenntnisse, um an dem regulären Unterricht teilnehmen zu können. Das katalanische Unterrichtsministerium schlug daher die Schaffung von Sonderschulen für diese Einwandererkinder vor, in denen sie über Monate aber maximal bis zu einem Jahr so vorbereitet werden sollen, dass sie anschließend eine normale Grundschule besuchen können.
Trinkwasser bis Juni sicher Trotz der starken Trockenheit und im Gegensatz zu bisherigen Berichten, spätestens im März werde es zu Beschränkungen in der Trinkwasserversorgung kommen, sehen die Behörden in Barcelona den Engpaß erst für den Monat Mai vorausund rechnen nicht vor Juni mit dem Eintreffen der ersten Zisternenschiffe im Hafen von Barcelona. Die katalanische Wasserbehörde ACA hat schon vor Monaten damit begonnen, alte und nicht mehr benutzte Brunnen wieder zu aktivieren wie in Sant Feliu de Llobregat, Gavà und El Papiol, ebenso wie die Brunnen des Deltas des Flusses Besòs. Damit konnten 3,7 Kubikhektometer Wasser gewonnen werden. Auch die Aufrufe der Behörden an die Bevölkerung, mit Wasser zu sparen, seien auf fruchtbaren Boden gefallen, hieß es von offizieller Seite. Obwohl die diesjährige Trockenheit noch deutlicher ist als die vom Jahr 2005, werden doch ein Drittel weniger katalanische Ortschaften durch Zisternen-LKW’s verorgt als damals. In den letzten 18 Jahren hat es bisher drei große Trockenperioden gegeben. 1990, 1999, 2000, 2002, 2005 und nun 2007/08 werden mit den entsprechend geringen Niederschlagsmengen in die offizielle Statistik eingehen.
Öl- und Olivenfest in Espolla Wie angekündigt fand am Wochenende das traditionelle Olivenfest in Espolla unweit von Rabós statt. Wie in jedem Jahr hatten zahlreiche Stände in den schmalen Das Wetter spielte gut mit: die Sonne kam schon früh heraus und tauchte den belebten Ort in schönste Fotografiermotive, zumal auch die ersten Mimosen ihre Blüten öffneten. Am Ortseingang gab es eine Traktorenschau und die Gemeindeverwaltung hatte ein riesiges Gelände zum Parken der Autos bereitgestellt, bewacht von einer großen Zahl junger Mädchen und Jungen in Leuchtwesten, die dem ortsunkundigen Besucher freundlich Ein schöner Sonntagsausflug für viele Menschen, wie man aus den verschiedenen Sprachen heraushören konnte: Spanisch, Französich, Deutsch, Englisch und natürlich Katalanisch. AE
Viel Erfolg für Sexkalender Mehrere auffallend hübsche und gut gebaute Stewardessen von Ryanair hatten sich in gewagten Posen und leichter bis abwesender Kleidung fotografieren lassen, um einen Kalender für das Jahr 2008 zu gestalten. Der Verkaufserlös in den Flugzeugen der irischen Billiglinie sollte einem guten Zweck dienen: in Irland Kinder zu fördern, die es besonders nötig haben. Offenbar gefielen die Models den Fluggästen ausnehmend, denn es kamen satte 70.000 Euro Umsatz durch den Verkauf des Jahreskalenders zusammen. In Spanien hatte die Verbraucherschutzorganisation Facua das Druckwerk als „Beleidigung der Würde der in dieser Fluggesellschaft tätigen Frauen“ bezeichnet und die Unterlassung des Verkaufs verlangt. Offenbar kam diese Negativpropaganda bei den Käufern besonders gut an. Jedenfalls machte sich der Public-Relations-Leiter von Ryanair, Peter Sherrand, bei der Übergabe des Schecks an die Kinderhilfsorganisation nach Kräften über den Einspruch der Feministinnen lustig. Auch das Argument einer weiteren Frauenorganisation, warum denn in dem ganzen Kalender kein einziger Mann abgebildet sei, wehrte Sherrand amüsiert ab: in Kürze werde es auch Männer in solchen Druckwerken geben. „Es gibt genug Piloten und männliche Flugbegleiter, für die es eine Freude ist, öffentlich zu posieren. Eine Anzahl von ihnen haben sich bereits freiwillig gemeldet.“ Und Sherrand beschloß die Debatte mit der rhetorischen Frage, ob die Feministinnen wohl auch gegen eine solche Publikation wären?
Die Erpresserbriefe waren nicht von der ETA 85 Erpresserbriefe hatten die Täter an wichtige Firmen in ganz Spanien geschrieben, um Beträge zwischen 15.000 und 50.000 Euro zu erpressen. Sie gaben sich dabei für die ETA aus und verwendeten auch deren Stempel . Die Polizeibehörden vermuteten sofort, dass es sich nicht um die baskische Terrororganisation handelte, da diese außerhalb des Baskenlandes und Navarras bisher noch nie versucht hatte, Unternehmen zu erpressen. Drei katalanische Unternehmer hatten zu allererst die Polizei verständigt, nachdem sie Drohbriefe erhalten hatten. Völlig untypisch für die ETA-Erpresserschreiben war in diesem Fall, dass die Verfasser eine Mobiltelefonnummer angaben, an die die Adressaten binnen 24 Stunden eine Botschaft schicken sollten, um über die Einzelheiten der Zahlung aufgeklärt zu werden. Zwei der Empfänger der Schreiben zeigten sich bereit, mit der Polizei zusammenzuarbeiten und erschienen vorgeblich mit der Summe in 100-Euro-Scheinen in einem Keller in Madrid, wo die Täter prompt festgenommen wurden. Es handelte sich zum zwei Brasilianer, zwei Männer aus der Dominikanischen Republik und einen Spanier.
Streik der Mitarbeiter von Bestattungsunternehmen In der Provinz Gerona mußte die Polizei anrücken, um mehrere Beerdigungen zu schützen, weil die Mitarbeiter vieler Bestattungsunternehmen im Streik waren. Besonders betroffen war das Unternehmen Poch in der Stadt Gerona selbst, das zeit Jahrzehnten geradezu eine Monopolstellung auf diesem Sektor innehat.Die Mitarbeiter zeigten die Geschäftsleitung bei der Arbeitsinspektionsbehörde an: Die Firma Poch verweigere ihren Mitarbeitern das Streikrecht und nehme Menschen von Außen unter Vertrag, um die Beerdigungen durchzuführen.
Kunsteisbahn im Hafen von Badalona Das Beispiel der Rambla von Figueras macht Schule. Die Kunsteisbahn aus Abwasser, die über Weihnachten und bis zu Reyes am 6. Januar die Jugend erfreute, wird jetzt im Hafen von Badalona nachgeahmt. Bis zum 24. Februar sollen hier vormittags die Kinder der verschiedenen Schulen eislaufen können. Die Lehrer wollen dieses Vergnügen mit einer Hafenbesichtigung und entsprechenden Erläuterungen kombinieren. Nachmittags und am Wochenende ist die neue Eisbahn dann für das große Publikum geöffnet.
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