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Wochen 2008
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13.05.2008

Seu Jorde in Barcelona

Der aus Río de Janeiro stammende Sänger, Komponist und Schauspieler Seu Jorge gibt am  Mittwoch, den 14. Mai um 21.00 Uhr im Palau de la Musica in Barcelona ein Konzert im Rahmen des Gitarrenfestivals. Eintrittskarten können telefonisch über
902 10.12.12 gebucht werden.

Am Dienstag, den 20. Mai, ebenfalls um 21.00 Uhr tritt Susheela Raman im Auditori  auf. Die aus Indien stammende Sängerin britischer Staatsbürgerschaft wurde im Jahr 2001 mit ihrer ersten Platte Salt rain (salziger Regen) international bekannt.  Die junge Künstlerin pflegt vor allem indische Kultur.

 

Gedämpfter Optimismus

Obwohl jede dritte Firma in Katalonien im ersten Trimester dieses Jahres einen Rückgang der Exportaufträge verzeichnete, blieb die Stimmung doch gedämpft optimistisch, was die weitere Wirtschaftsentwicklung betrifft. Bei 49 % der Unternehmen blieb die Auftragslage stabil, 21% konnten sogar eine Zunahme an Auslandsaufträgen verbuchen. So meinten bei einer Umfrage auch knapp 82 % der Befragten, ihr Geschäft sei stabil oder werde sich  in den kommenden drei Monaten beziehungsweise bis zum Jahresende sogar noch verbessern.

Gleichzeitig gaben fast 70 % zu, die gute Qualität der ausländischen Wettbewerber mache ihnen das Leben schwer, aber ebenso auch der Preiswettbewerb sowie die starke Stellung des Euro gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen.

 

Kirschenernte gefährdet

Die starken Regenfälle der letzten Tage wurden zwar in ganz Spanien mit Erleichterung aufgenommen, da überall das Wasser knapp zu werden drohte. Aber wie ein spanisches Sprichwort schon feststellte: nunca llueve a gusto de todos – (niemals regnet es zum Gefallen aller), so  beklagten die katalanischen Obstbauern die Schäden, die die gerade erst zur Reife gelangten Kirschen in ihren Gärten angerichtet haben.  Die Gegenden Segrià, Maresme, Baix Llobregat und Ribera d’Ebre waren besonders stark betroffen. Auch in dem klassischen Obstanbaugebiet  Lerida regnete es über 36 Stunden an einem Stück und machte den Äpfeln, Birnen und Pfirsichen der diesjährigen Ernte schwer zu schaffen.

 

Zaragoza will dritte Stadt Spaniens werden

Die Hauptstadt des Aragon will es Barcelona mit seinen Olympischen Sommerspielen 1992, Sevilla mit der Expo’92 und Valencia mit der internationalen Segelregatta Copa América im Jahr 2007 nachmachen. Die in einem Monat beginnende Weltausstellung zum Thema Wasser soll dazu dienen, Zaragoza zur drittwichtigsten nach Madrid und Barcelona zu machen. Das würde Valencia von dem dritten auf den vierten Platz verweisen. Zaragoza liegt in fast genau 300 Kilometer Entfernung jeweils von Madrid, Barcelona und Bilbao.  Die Weltausstellung von 2008 pumpt riesige Gelder nach Zaragoza, das bereits eine gut entwickelte  Industrie hat, seit vor 20 Jahren die General Motors nach Figueruelas kam und damit den Grundstein für eine kräftige Zuliefererindustrie für den Automobilbau legte.  Auch die moderne Wiederaufbereitungsindustrie und ein avantgardistischer Logistikservice bieten wirtschaftliche Stabilität. Schon heute verfügt die Hauptstadt des Aragon über die höchste Kaufkraft innerhalb Spaniens. Die Logistikplattform PLAZA umfaßt heute 1.200 Hektar Fläche und ist damit die größte Europas. Überhaupt hat Zaragoza viel Platz zu bieten: das Gemeindegebiet ist 1.000 Quadratkilometer groß und damit zehn Mal größer als das von Barcelona bei  nur 675.000 Einwohnern. 

Bei der Bewerbung der Stadt Zaragoza für die ganz dem Thema Wasser gewidmete Weltausstellung vom 15. Juni bis 15. September konnte Bürgermeister Juan Alberto Belloch die Mitbewerberstädte Triest und Saloniki ausstechen. Die Kosten für Expo’08 liegen zu 70 Prozent  beim spanischen Staat, den Rest teilen sich  die Autonomie-und Stadtbehörden.  Zur Vorbereitung dieses Grossereignisses, bei dem man sich  eine lebhafte Teilnahme spanischer Bürger wünscht – nicht nur die ausländischer Gäste aus aller Welt – wurden neue Brücken über den Ebro gebaut und die Ufer saniert.

Die Indienststellung des Hochgeschwindigkeitszuges AVE ab Barcelona läßt die Reise nach Zaragoza wie einen Katzensprung erscheinen.

 

Spanien El Dorado für Schwule

Dass Spanien ein Einwanderungsland ist, konnte jeder Mensch, der mit offenen Augen durch seine Stadt geht, seit Jahren beobachten. Der Zuzug von Personen aller fünf Kontinente nach hier nahm ständig zu, sehr gut abzulesen an den Kindergesichtern in den Pausen auf den  Schulhöfen.  Jetzt entwickelt sich noch eine besondere Form der Immigration: Spanien wird zum Zielland einer großen Zahl von Homosexuellen aus Lateinamerika. Die Männer nehmen dabei in vielen Fällen eine merkliche Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Status’  in Kauf. In Lateinamerika gilt Homosexualität noch immer nicht als gesellschaftsfähig, wenn  sie nicht überhaupt als Stigma angesehen wird.  Im letzten Jahr betreute eine extra zu diesem Zweck gegründete Vereinigung von Homosexuellen, Bisexuellen und Transsexuellen allein in Katalonien über 100 Menschen; in den ersten drei Monaten dieses Jahres waren es bereits 150.

 

Bakterien töteten Menschen in Krankenhaus

Die Staatsanwaltschaft von Madrid wurde beauftragt, eine besonders hohe Zahl an Todesfällen zu untersuchen, die sich in den letzten zwei Jahren im Krankenhaus Doce  de Octubre der Hauptstadt zugetragen hatten.  Besonders 18 Todesfälle weckten die Vermutung, es könne sich in der Intensivstation dieses berühmten Krankenhauses um eine Bakterie gehandelt haben, die sehr resistent gegen Antibiotika wurde und sich zudem noch sehr stark vermehrt.  Obwohl Direktor Joaquin Martínez einen direkten Zusammenhang zwischen den Todesfällen und dem Auftreten der Bakterien bestritt, verfolgt die Staatsanwaltschaft doch vor allem diese Spur.  Seit April dieses Jahres trat kein weiterer Fall auf.

 

Delikatesse Schneckeneier

Der neueste Schrei der Designerküche à la Ferran Adrià ist der sogenannte „weiße Kaviar“. Klingt gut, ist aber doch nur Augenwischerei, wenn auch eine teure. Es handelt sich bei dieser Neuheit nämlich um nichts anderes als die Eier der guten alten Hausschnecke. Ein Kilo dieser winzigen durchscheinender Kügelchen kostet stolze 1.600 Euro, wobei man zugeben muß, dass die Produktion  solch zarter Gebilde auch aufwendig, schwierig und mühsam ist. Die Firma Sauló in Caldes de Montbui im Vallès Oriental widmet sich seit zwei Jahren dieser Aufgabe und konnte Adrià, dem Besitzer von El Bulli, bereits 15 Kilo davon verkaufen. Der katalanische Züchter denkt bereits an die Ausfuhr nach Frankreich, das Land, in dem am meisten Schnecken in ganz Europa gegessen werden.  Ob die nahezu geschmacklosen Eier mit ihrem  glänzenden Aussehen wenigstens ihrem Ruhm als Aphrodisiaca gerecht werden, muß die Praxis erst noch beweisen. Fest steht bisher nur, dass die 18.000 bei der Firma Sauló gehaltenen Schnecken sexuell in Hochform sind.

AE


12.05.2008

Streit um die Liegeplätze

In Santa Margarita schäumt der Zorn der  rund 2.500 Anwohner gegen die Pläne der katalanischen Regierung auf, die Liegeplätze der Urbanisation auf kaltem Wege zu enteignen, indem man neue Richtlinien für die Mindestabstände zwischen Strassen, Häusern und Kanälen festlegt.  Am 8. Mai fand eine sogenannte Anhörung vor Ort statt.. Dort hatten sich über 400 betroffene Menschen –die meisten von ihnen Ausländer – eingefunden, um gegen eine solche Neubewertung des öffentlichen Eigentums gegenüber dem in Notarakten verbrieften Privateigentum zu protestieren.  Nach dem Buchstaben des vor einigen Jahren erst verabschiedeten Küstengesetzes von Katalonien muß zwischen dem Kanalwasser und dem Privateigentum ein sechs Meter breiter Dienstbarkeitsstreifen (servidumbre) liegen, der der Verwaltung offensteht. Viele Hausbesitzer brachten vor, dass diese imaginäre Linie, würde sie wirklich angewandt, mitten durch ihr Wohnzimmer oder den Garten  führen würde. Bei der Anhörung kam es zu  Spannungen und lauten Vorwürfen der Eigentümer.

Die katalanische Regierung steht auf dem Standpunkt, auch dort, wo zunächst fester Boden in Privateigentum gestanden habe und dieser Boden erst später für die Schaffung neuer Liegeplätze ausgebaggert worden sei, habe die öffentliche Verwaltung  Zugriff auf diese Flächen, seit sie von Meerwasser überspült worden seien. Nun ist es zwar einsichtig, dass man Meerwasser nicht kaufen kann, doch die Proteste der Bürger von Santa Margarita gingen in eine andere Richtung: wenn dies so sei, weshalb hätten dann die Notare seinerzeit diese Liegeplätze in Notarurkunden (escrituras) protokolliert und die Registratoren der Grundbuchämter diese Urkunden ohne Weiteres ins Liegenschaftsregister eingetragen?  Die Bürgermeisterin von Rosas, Magda Casamitjana, nahm offen Partei für die Bürger von Santa Margarita. Sie sei bereit, bis in höchste Stellen vorzudringen, um zu erreichen, dass die Menschen ihr Privateigentum nicht verlören, sagte sie in einer öffentlichen Anhörung vor dem Ortstermin.

 

Behinderte Frau als Sexsklavin

In Prag wurde sie im Jahr 2001  von ihren Eltern als vermißt gemeldet. Jetzt wurde die inzwischen 28jährige geistig behinderte Frau im Stadtteil Raval in Barcelona aufgefunden. Dort hatte sie jahrelang täglich zehn Stunden lang als Sexobjekt für ihre Entführer gedient. Diese waren ein 37jähriger Slovake und eine 60jährige Tschechin. Beide zusammen kassierten über 6.000 Euro monatlich  für die Sklavendienste der Prostituierten. Sie war wegen ihrer geistigen Behinderung nicht in der Lage, allein auf die Strasse zu gehen und wurde über all die Jahre nur gelegentlich von ihren Entführern zu einem kurzen Spazierung in die frische Luft begleitet. Die Frau wurde in ein Heim eingeliefert und soll in Kürze in ihre Heimat zurückgebracht werden. Die Täter wurden angeklagt, blieben jedoch auf freiem Fuß.

 

Barcelona „das Davos des Sports“

Was Davos auf internationaler Ebene für die Wirtschaft ist, soll Barcelona innerhalb der nächsten Jahre für den Sport werden:ein Weltforum. Schon im Jahr 2009 sollen  1.500 Teilnehmer aus allen Sportdisziplinen  in die katalanische Metropole kommen, um  über soziale, wirtschaftliche, kulturelle, gesundheitliche und umweltspezifische Aspekte des Sports in seiner Vielfalt zu diskutieren. Unter dem Titel Global Sports Forum  will Barcelona damit einen Teil des Glanzes zurückgewinnen, den es durch die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 1992 erlangte.  Unterstützt wird das Unternehmen von dem greisen  Ehrenpräsidenten des Olymischen Komitees, Juan Antonio Samaranch. Ihm war es zu verdanken, dass in der Vorentscheidung in Lausanne 1986 die Wahl für die Spiele von 1992  auf Barcelona fiel.

Die erste Veranstaltung dieser Art findet vom 26. bis 28. Februar 2009 statt und endet mit dem traditionellen Marathonlauf durch die Stadt. Finanziell unterstützt wird das Grossereignis von Havas Sports und  der Vereinigung Sport Cultura Barcelona. Ein entsprechendes Abkommen wurde von Bürgermeister Jordi Hereu unterzeichnet.

 

Regen auf die Blumen

Die Eröffnung der traditionellen Blumenschau in Gerona fiel buchstäblich ins Wasser. Heftige Regenfälle, die man seit Wochen herbeigesehnt hatte, gingen ausgerechnet am Tag der Eröffnung nieder und minderten das Interesse der Bürger an dem farbenfrohen Ereignis.  In der Altstadt hatten sich 62 Hinterhöfe herausgeputzt, 35 öffentliche Grünanlagen wurden besonders geschmückt, fünf Strassen und 16 Gärten rund um Gerona zeigten das Engagement, den Geschmack und  die Liebe zu den Pflanzen der vorwiegend weiblichen Bürger. Es wurde mit 500.000 Besuchern gerechnet, zumal die Veranstaltung in das Pfingswochenende fiel, an dem traditionell viele Franzosen über die Grenze nach Spanien kommen. 350.000 Stadtpläne mit genauer Beschriftung der einzelnen Arrangements wurden verteilt.  Als Rahmenprogramm waren Spiele für Kinder vorgesehen und Stände mit selbst gemachten Produkten eingerichtet.

 

Vorortzüge wieder kostenpflichtig

Die nach Barcelona und zum Flughafen El Prat führenden Vorortzüge der Linien C-2 Süd, C-7 und C-10 sind nicht mehr kostenfrei. Durch das Chaos, das im letzten Jahr durch den Streckenbau für den AVE entstanden war, sah sich die Bahnverwaltung gezwungen, den Passagiertransport kostenfrei vorzunehmen. Seit Pfingsten ist es damit vorbei: es muß wieder bezahlt werden.  Eine Blitzumfrage bei den Benutzern zeigte, dass die meisten Zugfahrer sich ohne Widerspruch in die neue Situation fügten, wobei die Argumente unterschiedlich ausfielen. „Schliesslich kostet das Auto auf Geld“, war zu hören oder „wenn der Zug  pünktlich fährt, ist er seinen Preis wert“.

 

Stellenbörse im Internet

Das Rathaus von Castelló hat eine website eingerichtet, auf der sich Menschen, die Arbeit suchen, über die Möglichkeiten informieren können, einen neuen Job zu finden. Unter www.castello.cat  soll vor allem an die Beschäftigten der Baubranche gedacht werden. Gerade in diesem Wirtschaftszweig verloren viele Arbeitnehmer durch die Immobilienkrise ihre Arbeit.

 

Schlechte Noten für Schwimmbäder

Sicherheitsmängel und  nicht eingehaltene hygienische  Vorschriften ergab die systematische Untersuchung der 21 öffentlichen Schwimmbäder des Küstenortes Blanes.  Von den  10 Hotels und 11 Campingplätzen, die über einen eigenen Pool verfügen,  erreichte kein einziger das Überprüfungsergebnis „gut“ oder gar „sehr gut“. Es fehlten  Hilfen für körperlich behinderte Menschen, um in die Becken zu gelangen oder die Wasserverhältnisse entsprachen nicht den strengen Vorschriften über Hygiene.  Sogar die chemische Zusammensetzung ließ in vielen Fällen zu wünschen übrig. Bei anderen fehlten die vorgeschriebenen Rettungsringe oder es gab Rutschbahnen für Kinder, die in öffentlichen Bädern verboten sind.

 

Katalanische Gastronomie in Granada

Auf Kundenfang ging eine Delegation von 40 Reiseunternehmen der Provinz Gerona in Granada. Den Andalusiern sollten die Vorzüge Kataloniens nahegebracht werden. Aber es sollte nicht nur eine gastronomische Veranstaltung werden, obwohl Produkte und Gerichte aus Katalonien eine wichtige Rolle spielten: Sardellen aus La Escala, die typische Wurst Botifarra, pan tomate, oder Bratwurst mit weißen Bohnen aus Santa Pau, die scharf gewürzten Kartoffeln aus Olot, Entenschinken und eine Auswahl an Wurst-und Käsesorten sollten den Vertretern der Tourismusbranche im Süden Lust auf eine Reise an die Costa Brava oder die katalanischen Pyrenäen machen.

AE



10.05.2008

Unwetterwarnung für Katalonien

Endlich soll es so weit sein: un día pasado por agua: ein verregneter Samstag. Auch Sonntag soll es noch kräftig schütten und die kommende Woche von wechselhaftem Wetter geprägt sein.  Endlich Regen für die trockenen Stauseen und versandeten Flüsse! Für die Provinz Gerona wurde Alarmstufe gelb geschaltet. Das bedeutet heftige Niederschläge zugleich mit  starkem Wind aus der Levante, also dem Osten. Aber gleichgültig, wie viel von dem angekündigten Naß denn wirklich herunterkommt, die Arbeiten für die spätere Umleitung von Ebrowasser bis hinein in die Provinz Barcelona werden davon nicht beeinflußt.

 

Erste Zisternentanker nach Barcelona

Am Dienstag, den 13. Mai erreicht der erste Zisternentanker mit Wasser für den Großraum Barcelona den Zielhafen. Er bringt 20.000 Kubikmeter Trinkwasser aus der Provinz Tarragona mit; das entspricht dem Tagesverbrauch von 180.000 Personen.

Das Schiff hat eine Länge von 144 Metern und fährt unter der Flagge von Panama. Das gebunkerte Wasser  wurde vor der Verladung in Tarragona aufbereitet und wird vor der Verteilung durch die Wasserbehörde Agbar nur noch mit Chlor versetzt.  Obwohl martes trece in Spanien das ist, was wir Deutschen als Freitag, den 13. kennen, steht der Transport sicherlich nicht unter einem schlechten Stern. Und falls doch: schon am Donnerstag den 15. und Samstag den 17. Mai kommen die nächsten Transportschiffe in Barcelona an. Insgesamt sollen so pro Monat 2,6 Hektokubikmeter Wasser Katalonien erreichen.

 

31 Ortspolizisten verhaftet

Die kleine Ortschaft Coslada im Großraum Madrid hat es in sich.  Bei nur 86.000 Einwohnern verfügt die Stadt über genügend Amüsierbars , um 31 Ortspolizisten Gelegenheit zu bieten,  Bestechungsgelder für das Wegsehen  bei den Nachtbetrieben zu kassieren. Jetzt flog der Schwindel auf. Im Zusammenhang mit der Fahndung nach einer rumänischen Mafiagruppe, die sich der Prostitution widmete, erkannten die Ermittler Querverbindungen zu den Ordnungshütern von Coslada. Der Ermittlungsrichter hatte die Abhörung von Telefonen gebilligt, was letztendlich zur Aufdeckung der unheiligen Allianz zwischen Polizei und Straftätern führte. Der Bürgermeister von Coslada, Angel Viveros, gab zu, verschiedene Klagen von Barbesitzern gehört zu haben. Er sei aber nicht eingeschritten, weil es keine formelle Anzeige gegeben habe.

Der Anführer der korrupten Polizei war ausgerechnet schon mehrfach Präsident der Föderation der Ortspolizeivereine Spaniens gewesen.

 

Korruption in der Stiftung Carreras

Gemurmelt wurde es schon lange: in der Stiftung des Tenors Josep Carreras für den Kampf gegen Leukämie gebe es Unregelmäßigkeiten.  Jetzt gab eine frühere Verwaltungsangestellte zu, zwischen 2002 und 2005  den stolzen Betrag von 435.000 Euro Spendengeld unterschlagen zu haben.  In Barcelona erging nun das Gerichtsurteil:  zwei Jahre Gefängnis und 1.080 Euro Bussgeld. Die Angeklagte hatte bereits im letzten Jahr die Hälfte ihrer Wohnung und die Hälfte eines Autostellplatzes an die Stiftung überschrieben, um den Schaden wieder gutzumachen.

 

Sant Cugat gegen Ostblockstädte

Der beschauliche Ort Sant Cugat del Vallés unweit von Barcelona will Sitz des zukünftigen Europainstituts für Innovation und Technologie (EIT) werden, mit dem die EU  Wissenschaft und Forschung weiter vorantreiben will. Das Institut soll allerhöchstes Niveau erhalten und somit gleichsam das Gegenstück zum amerikanischen MIT (Massachusetts Institute of Technology) werden. Die neu ins Amt gekommene Ministerin für Wissenschaft und Innovation, Cristina Garmendia, will „mit Klauen und Zähnen“ dafür kämpfen, dass Sant Cugat den Zuschlag erhält. Dies ist aber nicht sicher, weil  einige andere Städte des Ostens ebenfalls ihre Kandidatur angemeldet haben, so Budapest, Breslau, Wien und Bratislava.

 Die EU wird in das Projekt 308 Millionen Euro investieren. Für den CiU-Bürgermeister von Sant Cugat, Lluis Recoder, ist seine Stadt am allerbesten geeignet, dieses ehrgeizige Objekt in seinen Mauern zu beherbergen. Der sozialistische Ministerpräsident Rodríguez Zapatero unterstützte Recoder in diesen Bemühungen, was politische Beobachter für ein Augenzwinkern  hin Richtung der Partei CiU interpretierten. Da Zapatero keine absolute Mehrheit im Parlament erlangte, könnte er in dieser Legislatur auf Unterstützung durch die von Artur Mas geführte rechtsbürgerliche Partei angewiesen sein.

AE

 

 

 


09.05.2008

Neubauten versteigert

Die Immobilien-Consultantfirma Richard Ellis hat im Internet eine Grossaktion zur Versteigerung von Neubauwohnungen und Häusern veranstaltet.  Es ist die erste dieser Art in Spanien. 220 Einheiten im Wert von insgesamt 60 Millionen Euro können noch bis zum 5. Juni ersteigert werden. Sie liegen in Madrid, Barcelona, Malaga, Valencia, Murcia, Cordoba, Valladolid, Sevilla, Alicante, Logroño und Burgos. Die Preise liegen  zwanzig Prozent unter dem Marktwert.

 

 

Show der Superyachten

Im Hafen von Tarragona liegen noch bis zum Samstag 40 Luxusyachten der Superklasse.

Die kleinste kostet drei Millionen Euro, die meisten um die 20 Millionen. 40 Aussteller aus aller Welt haben unter riesigen Transportkosten diese Schmuckstücke der Weltmeere nach Tarragona gebracht, wo andererseits Multimillionäre aus  den USA, China, Rußland, Brasilien und Südafrika als potentielle Käufer erwartet werden.  Die Veranstaltung nennt sich World Royal Superyacht and Luxury Show und findet in der Marina Port Tarraco statt, also nicht dem allgemeinen Hafen dieser alten Römergründung, sondern in einem eigens dafür angelegten Gelände. Es gibt auf der Welt nur etwa einhundert Häfen, die Yachten bis zu 130 Metern Länge und entsprechendem Tiefgang aufnehmen können. Dieser  Markt für Superreiche gewinnt von Jahr zu Jahr an Kunden. Rund um die Welt werden jährlich etwa eintausend solcher Luxusliner gebaut, die Steigerungsrate liegt bei 20 Prozent. Von den geschätzten 6.000 Superyachten, die es weltweit gibt, verkehren  rund die Hälfte auf dem Mittelmeer. Dies erklärt sich nicht nur aus den günstigen Wetterverhältnissen, sondern auch aus dem international als gut geltenden Hotelangebot. Die Besucher dieser einmaligen Luxusmesse geben im Schnitt pro Tag und Person über eintausend Euro aus.

 

 

Junger Thunfisch geschützt

Die Europäische Kommission hat Weisung erteilt, den Fang von Thunfisch unter 30 Kilo Gewicht im Mittelmeer zu verbieten. Dies sei notwendig, um den Bestand zu erhalten und die Biodiversität im Meer zu gewährleisten. Ausgewachsene Thunfische sind Räuber, die mit ihrer Jagd auf Beute zu einem Gleichgewicht der Arten innerhalb des Mittelmeeres beitragen.  Obwohl das Fangverbot für die jungen Fische schon im Jahr 2007 von Brüssel aus erfolgte, genehmigte das zuständige  spanische Ministerium doch einigen Spezialbooten das Fischen im Mittelmeer. Inzwischen wurde Besserung gelobt. Madrid will sich ab jetzt an die Fangquoten beziehungsweise das partielle Fangverbot halten. Ausser Spanien unterhalten auch Frankreich, Italien und Griechenland spezielle Fischereiflotten für Thunfisch.

 

Blumenausstellung in Girona

Am Samstag, den  10. Mai wird auf den Stufen der Kathedrale um 11.00 Uhr die große alljährliche Blumenschau  eröffnet.  Aus diesem Anlaß werden alle Kirchenglocken zu läuten beginnen.  62 Gärten, Hinterhöfe und Blumenrabatten in der Stadt werden bis zum 18. Mai festlich mit Blumensträussen, Girlanden, Gestecken, Gebinden und  Beeten voller Blumen aller Art geschmückt sein. Wichtige Punkte sind dabei das Rathaus von Gerona in der Altstadt, das Casino, das Kloster Sant Josep, die Fontana d’Or, das alte Judenviertel „Call“ – kurz gesagt die gesamte Altstadt.

„Temps de Flors“ (Zeit der Blumen) ist eine inzwischen historisch gewordene Fraueninitiative von Gerona.  Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, der Ehrgeiz, der eigene Garten oder Hinterhof möge der schönste sein, beflügelt die Damen der Geronaer Gesellschaft seit Jahren immer wieder. Es gibt auch ein kulturelles Rahmenprogramm. In vielen anderen Ortschaften des Hohen Ampurdan finden anläßlich des „Wonnemonats“ Mai ebenfalls kulturelle Veranstaltungen, vor allem Konzerte statt.

 

Schlechte Noten für den Hafen von Barcelon

Die „Nationale Vereinigung von Auto- und LKW-Herstellern“ (ANFAC) hat dem Hafen von Barcelona ein schlechtes Urteil ausgestellt.  Als Verschiffungshafen für die Produkte sei er der schlechteste in ganz Spanien, und zwar wegen mangelnder Flexibilität und überhöhter Gebühren. Die spanische Autoindustrie produzierte  im vergangenen Jahr etwas über drei Millionen Fahrzeuge, von denen sie über 82%  per Bahn oder Schiff in andere Länder Europas und Übersee  transportierte. Da der Transport rund fünf Prozent der Produktionskosten ausmacht, müssen die Hersteller in diesem Punkt besonders genau rechnen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen. Die Hafengebühren, so bemängelt die V ereinigung, seien in den letzten fünf Jahren um 65 Prozent gestiegen – ein unhaltbarer Zustand.  In Bezug auf die Infrastruktur wurde  die unzureichende Strassenverbindung zum Hafen beklagt sowie das Fehlen einer direkten Bahnlinie bis nach Frankreich. Schlecht weg kam auch die berufliche Qualifikation der Hafenarbeiter im Umgang „mit einem so sensiblen Produkt“ wie den Autos.  In der Gesamtbeurteilung bekam nicht nur der Hafen von Barcelona  schlechte Noten, sondern auch die von Valencia, Malaga und Bilbao. Relativ  gut schnitten Tarragona, Santander und Vigo ab.

 

 

 

Neue Kaffeefabrik in Girona

Das multinationale Unternehmen NESTLÉ wird in Gerona 49 Millionen Euro in den Bau einer neuen Fabrik investieren, die 500 Millionen Kapseln für die Kaffeesorte Dolce Gusto erzeugen soll. Die Belegschaft der bisher schon bestehenden Kaffeefabrik wird um 100 Personen erweitert, sodass dort dann 500 Arbeitsplätze besetzt sind. Der Bau der neuen Fabrik soll spätestens im Juni beginnen. Die Kapseln dolce gusto sind Einportionseinheiten ähnlich dem Typ Nespresso, der ebenfalls von Nestlé produziert wird. Sie können nur in speziellen Kaffeemaschinen der Firma Krups verwendet werden. Wie der Direktor von Nestlé für Spanien stolz verkündete, wurden seit Beginn der Kampagne vor Weihnachten 2007 bereits über 120.000 Stück verkauft. Nestlé ist seit vielen Jahrzehnten in Spanien präsent. Das Unternehmen besitzt hier 13 Fabriken, deren Produktion zu 40 Prozent exportiert wird.

 

Teurer Poker

Beim Pokern kann man viel Geld verdienen, aber man kann auch viel verlieren. Am letzten Freitag flog ein illegales Spielkasino in einer Privatwohnung im Zentrum von Barcelona auf. Dort hatten sich über 300  Spieler eingefunden, um an einem illegalen Pokerturnier teilzunehmen. Allein die Teilnahme kostete jeweils zwischen 100 und 400 Euro.  Eine Spezialeinheit der Polizei hatte Wind von der Veranstaltung bekommen, brach in die Wohnung ein und nahm 15 Spieler im Alter zwischen 20 und über 50 Jahren fest.  Es ergingen Strafen von jeweils 6.000 Euro, der Veranstalter könnte bis zu 600.000 Euro Strafe zahlen müssen.  Die Räume wurden versiegelt. Sie war vor einem Jahr als  „Lokal für einen Schachclub“ angemeldet worden.

 

 

 


08.05.2008

Wasser sparen

Sie werden es schon bemerkt haben: an den Autowaschanlagen der Tankstellen blockieren seit einigen Tagen  Barrikaden die Zufahrt  und an den Kärchergeräten  baumelt  ein Schild „no funciona“, außer Betrieb. Katalonien macht Ernst mit dem Wassersparen. Sogar im Orangenhof des katalanischen Regierungsgebäudes in Barcelona wurde der Springbrunnen des Sant Jordi abgestellt.  Der achteckige Brunnen mit dem breiten Becken wurde mit Rosmarin und Thymian  bepflanzt, zwei  Pflanzenarten, die wenig Wasser brauchen, aber einen betörenden Duft entwickeln. Auf die beruhigende Wirkung des tröpfelnden Wassers aus diesem Wahrzeichen des katalanischen  Regierungssitzes müssen die Politiker und ihre Besucher bis auf Weiteres verzichten; dafür können sie mediterranes Ambiente erschnuppern.

 

Motorradmesse

Am 7. Mai begann in Barcelona die diesjährige Messe der Hersteller von Motorrädern, Motorrollern und  Krafträdern. Von den 15 Herstellerfirmen, die es in Spanien gibt, liegen 13 in Katalonien, das infolgedessen auch über 70 % dieser Produkte erzeugt.  Die Zulieferfirmen für diesen Markt liegen im Vallès Oriental und Occidental, aber auch im Großraum Barcelona und im  Baix Llobregat. Die Branche beschäftigt in Katalonien 2.500 Arbeiter und setzt 900 Millionen Euro pro Jahr um. An der Spitze der Verkäufe stand im letzten Jahr Honda mit  über 56.000 Einheiten, gefolgt von Yamaha mit 43.000 Zulassungen und Suzuki mit 38.000. Aber auch die Gruppe Piaggio-Vespa konnte über 22.500 Einheiten verkaufen.  Für die Messe, die bis zum 11. Mai dauert, lauteten die Prognosen dennoch nicht günstig: die Branche rechnet in allen Sparten mit Einbrüchen der Verkaufszahlen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres gingen die Verkäufe bei den leichten Maschinen um 22 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Die  Gründe dafür waren die gleichen wie bei allen anderen Überlegungen der Verbraucher: Sorge um den Arbeitsplatz, Kaufkraftverlust durch Inflation und stärkere Belastung durch Hypotheken und Personalkredite. Noch wahrt Spanien den dritten Platz nach Italien und Frankreich in Bezug auf die Beliebtheit von Motorrädern, aber die Regierung neigte in der Vergangenheit zu strengeren Bestimmungen in Bezug auf das Mindestalter von Jugendlichen, um vom Kinderroller auf das erste Zweirad umzusteigen.

 

Was die Spanier denken

Das Meinungsforschungsinstitut Elcano hat den Spaniern auf den Zahn gefühlt. So wurde die Nation auf ihre Meinung zu internationalen Fragen getestet. Dabei ergab sich, dass 40 % der Befragten die einseitige Unabhängigkeitserklärung des Kosovo  für schädlich für Spanien hielten, da dies zu einem Nachahmungseffekt hierzulande führen könnte.  Entsprechende Bewegungen des Baskenlandes und Kataloniens sind ja auch nicht zu übersehen.  Die befragten Menschen äußerten sich daher zustimmend zu der Entscheidung von Ministerpräsident Rodríguez Zapatero, das Kosovo nicht als Staat anzuerkennen.  Ausserdem wünschten sich die Spanier mehr Engagement ihrer Regierung in der Außenpolitik, sie wünschten einen Wahlsieg Barak Obamas und lehnten mehrheitlich Tony Blair als möglichen Präsidenten der EU ab. Sie stimmten dem Vertrag von Lissabon zu und fänden es gut, wenn China in Zukunft Tibet mehr Autonomierechte einräumen würde. Die Olympischen Spiele von Peking würden sie deswegen aber nicht boykottieren wollten.

 

 

Plastiktüten sollen besteuert werden

Der Kampf um die Abschaffung der Millionen Plastiktüten, die Woche für Woche in spanischen Supermärkten ausgegeben werden, geht weiter. Wissenschaftler, Umweltschützer und Gemeindeämter verlangen eine Besteuerung von 20 Cents pro Einheit, um die Bürger dazu zu erziehen, mit eigenen Taschen oder Körben in den Supermarkt zu gehen. Der Einstandspreis pro Tüte liegt bei  unter einem Cent; die hohe Besteuerung würde große Beträge einbringen, die wiederum für die Entsorgung anderer Müllsorten verwendet werden könnten.

 

Kongreß der Schönheitschirurgen

Über 300 Spezialisten in plastischer Chirurgie halten derzeit in Barcelona eine Fachtagung ab, bei der die neuesten Tendenzen debattiert werden. In Katalonien liegt die Neigung zum Messer im Interesse der Körperverschönerung zu 75 % bei den Frauen, nur zu 25 % bei den Männern. Jede dritte Frau will dabei entweder den Busen vergrößert oder auch  verkleinert bekommen. Es folgen  Fettabsaugung, Korrekturen  der Nase und Gesichtslifting.

Unerfindlicherweise steigt überproportional der Wunsch bei den Frauen, einen dickeren, runderen und somit ihrer Meinung nach attraktiveren Hintern zu bekommen. In den letzten Jahren sind in der Spezialklinik Planas fünf Mal so viele Operationen durchgeführt worden wie früher. Dafür müssen von anderen Körperteilen bis zu 500 Kubikzentimeter Fett abgesaugt und in das  Hinterteil eingespritzt werden.  Wer nicht genug eigenes Fett besitzt, dem können Silikonkissen eingesetzt werden wie sonst an der Brust. Angeblich können die Patienten danach wieder völlig normal leben und sogar Sport treiben. Allerdings können sie an dieser Stelle keine Spritzen vom Arzt gesetzt bekommen.

 

Schon eine Million AVE-Passagiere

Innerhalb der ersten 77 Tage nach seiner Indienststellung hat der Hochgeschwindigkeitszug AVE  Barcelona – Madrid die Million-Marke an Passagieren  erreicht. Da allerdings die Fahrscheine nicht personenbezogen ausgegeben werden, konnte die Bahn nicht feststellen, welcher Mann oder welche Frau nun gerade der Fahrgast Nummer 1.000.000 waren. Entsprechend gab es auch – im Gegensatz zur Fluglinie Iberia, die ihre Fahrgäste bei runden Zahlen feiert – keinerlei Geschenk oder Aufmerksamkeit von dem Bahnunternehmen RENFE.

 

Sturzbesoffen am Steuer

Diesmal war es eine Frau aus L’Espluga de  Francolí, die einen Rekord an Alkohlmissbrauch am Steuer erreichte. Der Polizei fiel ein Fahrzeug auf, das in unsicheren S-Linien fuhr. Um es zu stoppen, mußten die Mossos ihren Patrouillenwagen auf der Landstrasse querstellen. Der Alkohltest bei der 41jährigen Frau ergab 1,55 Milligramm Alkohol pro Liter Luft – das sechsfache der erlaubten Obergrenze. Es stellte sich heraus, dass die Frau schon fünfmal wegen Alkohol am Steuer vorbestraft war.

 

Keine Beschränkung des Handgepäcks

Die EU hat darauf verzichtet, das Handgepäck von Flugpassagieren auf das Format 56 x 45 x 25 cm zu beschränken.  Der Aufwand für die Kontrolle sei zu groß, die Belästigung für die Fahrgäste zu stark und der Nutzen zu gering.  Es bleibt also dabei, dass die einzelnen Fluggesellschaften Mini-und Maxigrössen für Handgepäck festlegen dürfen.

 

270.000 Strafurteile nicht vollzogen

In Spanien haben sich im letzten Jahr runde 270.000 Strafurteile angesammelt, die nicht vollstreckt wurden, obwohl es Endurteile waren. Rund 20 % davon fielen im Autonomiegebiet Katalonien an.  Das waren  56.500 Urteile, die damit Katalonien eine sicherlich nicht erstrebte Spitzenstellung bescherten.

 

 

 


7.05.2008

 

Chinaorchester hat abgesagt

Das für Donnerstag, den 8. Mai  im Palau 100 in Barcelona vorgesehen Konzert des Philharmonischen Orchesters von China wurde kurzfristig abgesagt. Die gesamte Tournee der chinesischen Musiker wurde gestrichen. Zum gleichen Tag und selben Zeit findet ein Konzert des Royal Philharmonic Orchestra mit dem Pianisten Freddy Kempf statt. Er spielt Werke von Sibelius, Dvorzak und Rachmaninow.

Die bereits gelösten Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit.

Für weitere Auskünfte:Telefon 902 442 882

 

Festival von Cap Roig international besetzt

Wenn vom 11. Juli bis zum 24. August das Festival der Gärten von Cap Roig stattfindet,  kann sich das Publikum auf internationale Gesangs-und Tanzstars freuen.  An einem der schönsten Abschnitte der Costa Brava bei Calella de Palafrugell gelegen, treten seit einigen Jahren hochbezahlte Künstler auf. So wird Julio Iglesias hier sein 40. Bühnenjubiläum feiern. Ein dream team des Jazz mit Chick Corea, Stanley Clarke, Al Di Meola und Lenny White eröffnen das Festival. Kool & the Gang,  ein ebenfalls schon historisches Ensemble, wird das Publikum wiederum in seinen Bann ziehen.

Am 12. Juli tritt Raimon als Einzelsänger auf, am 18. Juli folgt Franco Battiato. Am 25. Juli ist dann der inzwischen fast vergreiste Georges Moustaki an der Reihe, aber auch junge Künstler haben ihren Auftritt: zum Beispiel am 8. und 9. August die Tänzerin Ramara Rojo und ihr Royal Ballet.

Wir werden kurz vor dem Festival noch einmal ausführlich berichten.

 

„El Juego del Angel“ auf Katalanisch

Nach seinem atemberaubenden Verkaufserfolg des neuen Werkes El Juego del Angel (Das Spiel des Engels) von  Carlos Ruiz Zafón soll am 29. Mai die katalanische  Übersetzung folgen.  Der Verlag Planeta druckt zunächst  100.000 Exemplare, während die spanische Ausgabe mit einer Million auf den Markt kam und reißenden Absatz fand. Auf längere Sicht, so der Verlag, könnte es auch die katalanische Version auf eine Gesamtauflage von 180.000 Stück bringen.

 

Königspaar nicht nach Peking

Jetzt ist es offiziell: Don Juan Carlos und Doña Sofía werden nicht zu den Olympischen Spielen nach Peking reisen. Spanien wird dort durch die Erziehungsministerin

vertreten sein. Falls sich die spanischen Sportler in China ganz besonders auszeichnen sollten, so hieß es aus dem Zarzuela-Palast, könnte möglicherweise ein einzelnes Mitglied der Königsfamilie doch noch nach Peking fahren, um die Glückwünsche der Nation zu überbringen. Keinesfalls jedoch würde das spanische Königshaus an der Eröffnungsfeier teilnehmen. Allerdings ist der Schwiegersohn Iñaki Urdangarín Vizepräsident  des Spanischen Olympischen Komitees und muß deshalb von Anfang an dort sein; es wird damit gerechnet, dass seine Ehefrau Infanta Cristina  ihn begleitet.

Während Don Juan Carlos in der Vergangenheit schon mehrfach nicht zu Olympischen Spielen fuhr, weil er anderweitige Terminverpflichtungen hatte, war Königin Sofía seit 25 Jahren  ausnahmslos bei allen Spielen anwesend gewesen; Peking wird also eine große und sicherlich international beachtete Ausnahme sein. Obwohl die Pressestelle des Zarzuela-Palastes jegliche politische  Absicht hinter der Absage an Peking bestritt, gingen die Spekulationen der spanischen Presse doch in diese Richtung. Das Argument, die Spiele fänden im August statt und damit in der Zeit  des traditionellen Sommerurlaubs der Königsfamilie auf Mallorca, gelten nicht als schwerwiegend genug, um die Entscheidung der Monarchen beeinflußt  zu haben.

 

Nur knapp vier Prozent weniger Autos

Wenn in allen Medien derzeit nur noch von Krise die Rede ist, lohnt es sich, den Zahlen etwas tiefer auf den Grund zu gehen. Obwohl mehrere Autohersteller über die Osterwoche die Produktion ruhen ließen, ging das Gesamtvolumen der Neuwagen in den ersten drei Monaten dieses Jahres  nur um 3,89 Prozent zurück. Die Seatfabrik in Martorell konnte sogar um 8,8 Prozent zulegen. Die Föderation der Autohersteller Spaniens bezeichnete die relativ schwachen Märzzahlen als „konjunkturell bedingt“ und rechnete damit, dass das Jahr 2008 mit einem Zuwachs um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr abschließt. Dass die großen Geländewagen wegen der hohen Spritpreise weniger gekauft werden und daher auch die Produktion dieser gigantischen Spritfresser stagniert, beweist, dass der Verbraucher eben doch mit dem Kopf denkt  und nicht nur aus dem Bauch heraus entscheidet.

 

Historische Bilder in La Escala

Das Kulturhaus von Gerona hat eine Wanderausstellung historischer Fotografien auf den Weg gebracht. Diese ist noch bis zum 28. Mai  in La Escala im Salz-und Sardellenmuseum zu sehen.

Der Fotograf Josep Maria Oliveras hatte weit über ein Jahr alte Fotoarchive gesichtet und sich aus über 10.000 Negativen für 200  Bilder mit besonderem historischen Wert  entschieden.

Besonders sehenswert dürften diejenigen Aufnahmen sein, die sich mit der katalanischen Küste, ihren Fischern und vor allem der Herstellung von in Salz eingelegten Sardellen befassen.

Museu de l’Anxova i de la Sl, La Escala. Jeweils von dienstags bis freitags von 10.00 bis 13.30  und von 15.00 bis 18.00 Uhr.

 

70jähriger wegen Drogenhandel festgenommen

Von Beruf war er eigentlich Schreiner und hatte sein Leben lang eine inzwischen ziemlich heruntergekommene Schreinerwerkstatt im Stadtteil Sant Andreu in Barcelona betrieben. Nun wollte er das Geldverdienen offenbar etwas leichter gestalten, jedenfalls fand die Polizei in verschiedenen Schublanden seiner Werkbank  ein halbes Kilo Haschisch und 400 Gramm Kokain. Es war den Ordnungshütern aufgefallen, dass auffällig viele Jugendliche in dieser Werkstatt ein und ausgingen, besonders an den Wochenenden. Einige der Drogenkäufer probierten die Ware gleich an Ort und Stelle aus. So überraschte die Polizei einen jungen Mann, der sich dort eine Linie Kokain hineinzog. Der 70jährige Mann wurde unter Anklage gestellt.

AE

 


 

06.05.2008

Lange Wartezeiten bei Operationen

Wer das spanische Gesundheitswesen in Anspruch nehmen will, muß viel Geduld aufbringen.

Bei Operationen beispielsweise liegt die Wartezeit im Landesdurchschnitt bei über 66 Tagen, also mehr als zwei Monaten.  Das Autonomiegebiet Kantabrien liegt mit einer durchschnittlichen Wartezeit von  152 Tagen an trauriger Spitze,  gefolgt von Katalonien mit 118 Tagen, Galizien mit 84 Tagen, Aragonien mit 77 und Extremadura mit 67 Tagen.

Die Regionalregierung der kanarischen Inseln weigerte sich schlichtweg, überhaupt Auskunft über Wartezeiten zu geben.

Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Studien wurde bekannt, dass die Leiter des Hospitals „Joan XXIII“ in Tarragona aus Protest gegen ausbleibende Geldmittel für dringend benötigte Modernisierungsarbeiten gekündigt haben. In den letzten 10 Jahren hätten zwischen 200 und 270 Millionen Euro in das Krankenhaus investiert werden müssen, was aber aus Geldknappheit beim Autonomiegebiet nicht erfolgte. In diesem Krankenhaus sind über zweitausend Menschen beschäftigt.

 

 

Streit um die Finanzen

Katalonien macht wieder einmal den Vorreiter in Forderungen an die Zentralregierung . Nach dem Willen der regierenden Sozialisten (PSC = Partido Socialista Catalán)  in Barcelona soll die Finanzierung der einzelnen Autonomiegebiete Spaniens nicht mehr solidarisch erfolgen, sondern nach vorheriger Veröffentlichung der Abgaben jeder einzelnen Region an Madrid neu festgelegt werden: wer mehr einzahlt, soll auch mehr wieder herausbekommen, so die Logik des katalanischen Präsidenten José Montilla.  Ausserdem will Barcelona verlangen, dass das Solidaritätsprinzip ausschliesslich auf die Bereiche Gesundheit, Erziehung und Sozialdienste angewandt wird. Mit anderen Worten: Katalonien will nur zwangsweise und in engen Grenzen  solidarisch mit dem restlichen Spanien sein. Dagegen revoltierten die ebenfalls sozialistischen Ministerpräsidenten von Andalusien, von  Castilla la Mancha  und Extremadura. Ihrer Meinung nach muß jedes Autonomiegebiet sich streng an die spanische Verfassung halten und außerdem sozialistisch denken und handeln. Streit ist also programmiert.Vizepräsident und Wirtschaftsminister Pedro Solbes dürfte den Forderungen der Katalanen gegenüber hart bleiben. „Der Staat wird nicht viel mehr Geld in das System pumpen“, hieß es bereits.

 

Schlauchboot kentert: 36 Tote

An der Küste von Alhucemas in Marokko kenterte, wie erst jetzt bekannt wurde,  vor einigen Tagen eines der Schlepperboote, mit denen verzweifelte Menschen versuchten, nach Spanien überzusetzen. 36 von ihnen ertranken, darunter auch  zwei Frauen und vier Kinder.  Sie alle waren aus Kamerun, Nigeria und Liberia. Augenzeugen berichteten, dem Schlauchboot mit Kurs auf Spanien habe sich ein Patrouillenboot der marokkanischen Polizei genähert, ehe es kenterte und die Passagiere in die Fluten stürzten. Da die meisten Afrikaner nicht schwimmen können, sind die Opferzahlen in solchen Fällen immer erschreckend hoch.

 

Spanischer Geheimdienst zahlte Lösegeld

Nein, das Geld stamme nicht von der spanischen Regierung. Diese habe nur Schützenhilfe bei der Übergabe des Lösegeldes geleistet, das somalische Piraten gefordert hatten, nachdem sie das baskische Thunfischfangboot  „Playa de Bakio“ am 20. April in ihre Gewalt gebracht und seine 26köpfige Besatzung eine Woche lang festgehalten hatten.  Die Lösegeldsumme in Höhe von 1,2 Millionen US-Dollar (766.000 Euro) sei ausschliesslich von dem Reeder aufgebracht worden, in diesem Fall der Firma PEVASA. Tatsache ist, dass  schon am 23. April, also drei Tage nach dem Piratenakt, eine Boeing 707 der Gruppe 45 von dem spanischen Militärstützpunkt  Torrejón de Ardoz abflog. Die Passagiere waren Angehörige des spanischen Geheimdienstes, die  in Afrika Kontakt mit ihren französischen Kollegen aufnahmen, die bei einem ähnlichen Piratenüberfall Anfang April das Lösegeld für die gekaperte „Ponant“ an die  Kriminellen übergeben hatten.  Die spanische Regierung hatte eine militärische Lösung der Kaperung von vorneherein ausgeschlossen, ganz im Gegensatz zu Frankreich, das anschließend an die Bezahlung der Geldforderung im Falle „Ponant“ die Täter mit bewaffneten Hubschraubern verfolgt, drei von ihnen getötet und einen erheblichen Teil der Beute zurückgeholt hatten.  Es steht zu vermuten, dass die spanischen Investigationsjournalisten nicht ruhen werden, ehe sie herausfinden, ob im Fall des baskischen Schiffes wirklich  Gelder aus dem Fischereiunternehmen flossen oder vielleicht doch aus irgend einem geheimen „Reptilienfonds“ in Madrid.

AE

 

 

Die Beziehungen zu China und Indien stärken

Bei der 47. Konferenz der Asiatischen Entwicklungsbank, die in diesen Tagen in Madrid stattfindet,  empfing Wirtschaftsminister Pedro Solbes  seine Amtskollegen aus China und Indien.  Wie das Wirtschaftsministerium in einem Kommuniqué mitteilte, gehe es darum, die Beziehungen Spaniens zu diesen aufstrebenden Großmächten zu stärken. So wurde ein Ab kommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung abgeschlossen. Der chinesische Wirtschaftsminister Xie Xuren forderte Spanien auf, sich in den großen Wirtschaftszweigen  Infrastruktur, Technologie, Transport, Energie und Telekommunikation zu engagieren.

 

 

In Katalonien fallen die Immobilienpreise

Eine Spezialstudie hat 71 Städte und Ortschaften Kataloniens unter die Lupe genommen, um die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt zu verfolgen. Dabei ergab sich, dass trotz der Tatsache, dass von den 10 teuersten Städten Spaniens sieben in Katalonien liegen,  die Preise hier kontinuierlich fallen. Bei der Überheizung der Preisentwicklung in den letzten zwei Jahren war dieses Ergebnis seit langem vorhersehbar, ebenso wie die abrupt fallende Nachfrage nach Neubauwohnungen aufgrund eines skandalösen Überangebotes.

In den 71 beobachteten Ortschaften Kataloniens gingen die Preise zwischen 0,4 und über 18 Prozent zurück. In der Stadt Barcelona fielen sie um durchschnittlich knapp zehn Prozent.

Die Immobilienfirma Habitat meldete für 160 ihrer 285 Mitarbeiter eine Genehmigung zur Entlassung  an.

 

Schwache Beteiligung an Feria de Sevilla

Runde 20 Prozent weniger Umsatz machten die Kioskbesitzer der Feria de Sevilla auf dem Gelände des Forum in Barcelona in diesem Jahr.  Die größte Darbietung andalusischer Kunst und Lebensweise in Katalonien wurde von der Bevölkerung nur zögernd angenommen.  So zögernd, dass die Veranstalter ernsthaft ins Auge faßten, in Zukunft mit Reisebüros und Reiseveranstaltern zusammenzuarbeiten, damit diese ihre Kunden zu dieser Großveranstaltung schicken. Inoffiziell verlautete sogar, dass die Umsätze in diesem Frühsommer trotz des langen Wochenendes vom 1. bis 4. Mai  um 50 Prozent gegenüber 2007 gefallen seien.

 

 


05.05.2008

Ex-Präsident Calvo-Sotelo gestorben

Er ist der erste der bisher fünf spanischen Ministerpräsidenten nach Wiederherstellung der Demokratie in Spanien nach Francos Tod 1975, der das Zeitliche segnete. Im Alter von 82 Jahren starb Leopoldo Calvo-Sotelo in Madrid an einem plötzlichen Herzversagen.

Die überraschende Nachricht traf die politische Klasse  tief. Eine Welle von Nachrufen von Politikern und Kameraden, Freunden und Schicksalsgenossen verschiedendster politischer Couleur füllten die spanischen  Sonntagszeitungen.

Die Amtszeit von Calvo-Sotelo als zweiter Ministerpräsident der wiedergewonnenen Demokratie war nur kurz, aber sie wurde beherrscht von einem Ereignis, das in die spanischen Geschichtsbücher eingegangen ist als  „23-F“, also jenen 23. Februar 1981, an dem  im Parlament in Madrid die zweite Abstimmung über den Kandidaten zum Amt des Ministerpräsidenten stattfand, da Calvo –Sotelo im ersten Wahlgang nicht die erforderliche absolute Mehrheit erreicht hatte. Mitten in die namentliche Abstimmung platzte  Oberst Tejero mit rund 200 Männern der Guardia Civil, es fielen Schüsse in die Decke des Saales und die 350 Abgeordneten verblieben 18 Stunden in der Gewalt der Putschisten, ehe dieser versuchte Staatsstreich dann doch unblutig zu Ende ging.  Dem aus einem stramm rechten, monarchistischen und katholischen Elternhaus stammenden Leopoldo, der zuvor wichtige Stellungen in der Industrie innegehabt hatte, sagte man nach dem traumatischen Beginn seiner Amtszeit keine lange Karriere in der Politik voraus. Er war für die UCD angetreten, jenes Sammelsurium von politischen Kräften unter  Adolfo Suárez, die den Übergang von der Diktatur zur Demokratie erst möglich  machten, die aber nach dem Abgang von Suárez in die Bedeutungslosigkeit herabgesunken war. In der Tat regierte Calvo Sotelo nur  von Februar 1981 bis Dezember 1982, also 21 Monate lang, aber er traf gewichtige Entscheidungen, deren Folgen für Spanien noch heute deutlich spürbar sind. Das war einmal der Beitritt Spaniens zur NATO, andererseits das revolutionäre Scheidungsgesetz und zum dritten die Behandlung der Putschisten vom 21. Februar. Hier bestimmte Calvo Sotelo, dass nur die Rädelsführer zur Verantwortung gezogen werden sollten, nicht die Masse der jungen Gardisten, die bei dem Überfall auf das Parlamentsgebäude in Madrid  den Befehlen der höheren Chargen gehorcht hatten.

Leopoldo Calvo-Sotelo war der Neffe des  rechtskonservativen königstreuen José Calvo-Sotelo, der 1936 in den ersten Wochen der beginnenden Unruhen vor dem Franco-Putsch von linken Agitatoren verschleppt und erschossen worden war. Seine Nichte wiederum ist  die derzeitige Ministerin für das Erziehungswesen, Mercedes Cabrera.

Am Sonntag wurde die Leiche des toten Politikers im Parlamentsgebäude von Madrid aufgebahrt. Seine Witwe und die acht Kinder – sieben Männer und eine Frau – nahmen die Beileidsbezeigungen des Königspaares, des Kronprinzenpaares sowie  der Politiker aller politischen Parteien und ideologischen Richtungen entgegen.

 

Waldbrandgefahr

Der fehlende Regen und frühsommerliche Temperaturen haben in 18 der insgesamt 41 katalanischen Landkreise Waldbrandalarm ausgelöst.  Am stärksten gefährdet war am Wochenende die Provinz Tarragona mit den Landstrichen  Terra Alta, Ribera d’Ebre,  Priorat, Alt Camp und Conca de Barberà. Aber auch in den Provinzen Lerida und Barcelona war die Feuerwehr erhöht einsatzbereit.

 

Vier Direktflüge nach New York

Vom 4. Mai bis zum 5. Oktober dieses Jahres gibt es ab Flughafen El Prat in Barcelona jetzt täglich vier Direktflüge nach New York: zwei von Continental Airlines, einen mit Delta Airlines und einen mit  American Airlines. Im letzten Jahr flogen  ab Barcelona bereits 390.000 Menschen über den großen Teich und die Fluggesellschaften rechnen damit, dass sich die Nachfrage weiter positiv entwickelt.  Der Flughafen hat gegenüber dem Terminal B einen erweiterten Raum für Gepäckaufbewahrung eingerichtet.  Auf knapp 200 Quadratmetern Fläche gibt es dort jetzt 308 Schliessfächer. Die Gepäckstücke werden zur Sicherheit einem Scanner unterzogen. Die Schließfächer sind in drei Größen eingeteilt und kosten pro Tag 3,70 Euro für die kleinen, 4,20 Euro für mittlere und 4,80 Euro für große Stücke. Es ist daran gedacht, noch größere Einheiten zu schaffen, um auch Skier und Windsurfbretter in Aufbewahrung geben zu können.

 

Kampf den Plastiktüten

Die Umweltbehörde in Barcelona denkt darüber nach, wie man dem Unwesen der Verpackung  in Plastiktüten in den Supermärkten Einhalt gebieten kann.  Fernziel ist die Reduzierung dieser Tüten um 50 Prozent innerhalb der nächsten vier Jahre. Diese Plastiktüten werden auf der Basis von Erdöl hergestellt. In Irland wurde mit der Einführung von 22 Cent pro Tüte innerhalb von sechs Jahren erreicht, dass nur noch zehn Prozent der Käufer sich ihre Einkäufe in Plastiktüten aushändigen lassen, während 90 Prozent eigene Beutel, Leinentaschen oder Körbe mitbringen.  Nach Schätzungen werden allein in Katalonien  p r o  W o c h e  zehn Millionen Plastiktüten verbraucht.  Sie belasten die Umwelt schwer: einmal bei ihrer Herstellung und später bei ihrer Entsorgung. Wenn sie nicht verbrannt werden, brauchen solche Produkte 300 Jahre, um sich aufzulösen.

 

Manöver in Sant Climent Sescebes

Wieder wurde das Rekrutenlager in den Weinbergen von Sant Climent Sescebes Schauplatz  einer NATO-Übung.  700 Militärs aus 16 Staaten wurden hier darauf gedrillt,  innerhalb von maximal fünf Tagen einsatzbereit zu sein, ganz gleich auf welchem Kontinent. Es ging um Kommunikationstraining am Boden, auf dem Meer und in der Luft. Diese Nato-Streitkräfte können bis zu 10.000 Mann ausmachen und sollen spätestens ab dem 1. Juli dieses Jahre voll einsatzbereit sein. Spanien trug 90 Militärs zu der Übung bei, von denen 20 Frauen waren. Das Rekrutierlager  General Älvarez de Castro  beherbergte während der Übungstage rund 500 der insgesamt 700 Teilnehmer in den eigenen Anlagen, die anderen wurden in verschiedenen Hotels der Umgebung untergebracht.

 

Kooperative von Garriguella ausgebaut

Die Landwirtschaftliche Kooperative von Garriguella wird derzeit groß ausgebaut. Das Erdgeschoß wurde vergrößert, sodass mehr Verkaufsfläche entstand. Im ersten Geschoß kamen ein Konferenzsaal und einige Büros hinzu. Ausserdem entstanden ein Hangar für Wein und ein Keller für den Ausbau von Wein in Fässern.  Der Kooperative gehören etwa 80 Winzer an, die den Grossteil der Kosten für diese Neuerungen übernahmen.

AE


 

03.05.2008

Gefängnisstrafen für Fahren ohne Führerschein

Die Polizei in ganz Spanien machte sich am 1. Mai auf die Suche nach den geschätzten 300.000 Auto -und Motorradfahrern, die die Strassen unsicher machen, da sie niemals eine Fahrschule besucht und einen Führerschein erworben haben. Zwar trat die verschärfte Straßenverkehrsordnung schon im letzten Jahr in Kraft, doch ließ man ein Moratorium von einem halben Jahr zu, um den Schuldigen Gelegenheit zu geben, das Versäumte noch nachzuholen.  Die ab jetzt geltenden Strafen  entsprechen denen von Fahren unter Alkoholeinfluß oder Geschwindigkeitsüberschreitung:  drei bis sechs Monate Gefängnis oder eine schwere Geldbusse plus 90 Tage Sozialarbeit. Der Generaldirektor für das Verkehrswesen,  Pedro Navarro, betonte vor der Presse, man wolle diese Gruppe nicht mit einem Fahrverbot bestrafen, sondern sie im Gegenteil dazu anhalten, den Führerschein noch zu erwerben, damit sie in Zukunft unter regulären Bedingungen am Verkehr teilnehmen könnten.

 

 

Figueras katalanische Kulturhauptstadt

 Im Jahr 2009 wird Figueras die Kulturhauptstadt Kataloniens sein. „Das verschlafene Landstädtchen“, wie ein deutscher Fernsehbericht die Geburtsstadt von Salvador Dalí nannte, will aus diesem Anlaß alle Register seiner Attraktivität ziehen. In den letzten Apriltagen wurde das Dokument über die Verleihung des Titels für ein Jahr feierlich unterzeichnet.

 

 

Ungleiche Behandlung

Die Stadtverwaltung von Rosas hat mit der Parkinggesellschaft Romerparck vereinbart, dass Menschen, die in Rosas polizeilich gemeldet sind, eine Stunde pro Tag auf dem großen Parkplatz der Strandpromenade gegenüber der Deutschen Bank  gratis parken dürfen. Von elf Uhr abends bis morgens um acht ist der Parkplatz für alle Benutzer kostenfrei. Dies teilte Bürgermeisterin Magda Casamitjana mit.  Der Parkplatz ist bisher von Ostern bis Allerheiligen kostenpflichtig.

 

 

Treffen der Anwohner von Santa Margarita

In der umstrittenen Frage einer möglichen Enteignung von Liegeplätzen in Santa Margarita soll es am 8. Mai zu einem erneuten Treffen zwischen den Betroffenen und Vertretern der Umweltbehörde kommen. Das Thema einer Abgrenzung des Privateigentums  von Häusern gegenüber den Strassen und den Kanälen schwelt schon lange und eine Lösung scheint in weiter Ferne zu liegen.

 

Brillensammlung für die Dritte Welt

Die Rotary-Clubs von Rosas und Figueras haben zu einer Spendenaktion aufgerufen, die diesmal gebrauchte Brillen betrifft. Wer eine solche Brille nicht mehr haben will, sollte sie nicht einfach wegwerfen, sondern sie in Optikerläden, Apotheken, einigen Bäckerläden oder an anderen Sammelstellen abgeben. Sie werden in einem Sammeltransport in die Dritte Welt exportiert, wo viele arme Leute sich die Anschaffung einer eigenen neuen Brille nicht leisten können.  Auch bei der Zeitung L’EMPORDA in Figueras können solche gebrauchten  Augengläser abgegeben werden.

 

 

Castelló vorbildlich beim Wassersparen

Dass es Katalonien an Wasser fehlt und die Trockenheit extrem ist, drang inzwischen bis in die letzten Ortschaften. Auch Castelló d’Empúries und Ampuriabrava machten mit bei der Aktion Wassersparen.  So verbrauchte Castelló im letzten Jahr in den ersten drei Monaten des Jahres   131.100 Kubikmeter Wasser, Ampuriabrava 260.403 Kubikmeter. In diesem Jahr betrug der Wasserverbrauch in Castelló  107.280 Kubikmeter, der von Ampuriabrava 242.871 Kubikmeter. Das waren über zehn Prozent Einsparung, genau gerechnet 10,56 Prozent.

Die Versorgungsgesellschaft Acualia zeigte sich mit den Daten zufrieden. Allerdings müßten die Anwohner weiterhin Disziplin wahren: Schwimmbäder nicht neu füllen, Autos weniger waschen, Gärten nur geringfügig sprengen, kürzer duschen, Abwasch nicht unter laufendem Wasser vornehmen  und insgesamt ständig daran denken, dass Katalonien derzeit die schwerste Trockenheit seit Jahrzehnten erlebt.

 

 

 

CiU wieder auf dem Vormarsch

Eine Umfrage über die  Entwicklung der verschiedenen Parteien

 in Katalonien seit den Autonomiewahlen vom 1. November  zeigte die rechtsbürgerliche CiU weiter im Aufwind, auch wenn sie die derzeitige Dreiparteienregierung aus Sozialisten, Linkskatalanisten und Grünen nicht in Gefahr bringen kann. Die „Entesa“ genannte Formation würde bei Wahlen zum heutigen Datum wiederum die absolute Mehrheit erringen.

Verlierer in Katalonien waren -  wie nach dem Wahldebakel der Konservativen bei den Parlamentswahlen vom 9. März vorhersehbar – die Partido Popular de Cataluña (PPC), die zwei Punkte verlor sowie die Linkskatalanisten der ERC, die sogar 2,2 Punkte einbüßten.

CiU konnte ganz besonders von der Schwäche der PP profitieren. Die Meinung über den katalanischen Präsidenten José Montilla war in seiner sozialistischen Partei (PSC) mit fast 77 Prozent Zustimmung überaus positiv, während die Grünen als  Regierungskoalitionäre ihn zu 73,3 Prozent und die ERC ihn immerhin  noch mit etwas über 50 Prozent  gut fanden.

 

Muttertag in Spanien

Im Gegensatz zu Deutschland ist in Spanien bereits der erste Maisonntag der Muttertag.

Also denken Sie an das altdeutsche Gedicht: „Wenn du noch eine Mutter hast, so danke Gott und sei zufrieden. Nicht jedem auf dem Erdenrund ist dieses hohe Glück beschieden.“…

Kinder, auch wenn sie schon erwachsen und möglicherweise selbst bereits Eltern sind, sollten sich wenigstens an diesem einen  Frühsommertag darauf besinnen, wie viel ihre Mutter ihnen im Laufe des Lebens gegeben hat, welche Sorgfalt, Mühen und Arbeit sie in ihren Nachwuchs investierte. Wie oft sie zugunsten der Kinder in materiellen Fragen zurückstand, wie oft sie ausgleichend eintrat, wenn es Spannungen mit dem Vater gab… Wie viele Tage und Nächte sie am Krankenbett der Kinder verbrachte, wie oft sie der ruhende Pol blieb, wenn  Pubertät, erster Liebeskummer, Partnerwahl und spätere Trennung ihre Lieben erschütterte. Die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Also denken Sie an Ihre Mutter, besuchen Sie sie mit einem Blumenstrauß – auf die Geste kommt es an, nicht auf teure Geschenke - , oder rufen Sie wenigstens an, senden sie eine SMS, eine e-mail oder sprechen Sie ihr ein paar liebe Worte auf den Anrufbeantworter!

AE

 

Staus auf der Fahrt in den Miniurlaub

Das verlängerte Wochenende zum ersten Mai brachte wie alljährlich lange Staus auf den Landstrassen in Richtung der Costa Brava mit sich. Zwischen Torredembarra und Tarragona kam es zu einer 12 Kilometer langen Autoschlange. Diese Autobahn erfuhr bei la Roca del Vallés weitere Kilometerstaus. Auch die C-35 zwischen Vidreres und Playa de Aro, die C-25 bei Cassà de la Selva und die C-65 bei Llagostera verzeichneten verstärkten Verkehr, der die Fahrer  auf eine harte Nervenprobe stellte.

 

 

Computertastatur Nährboden für Bakterien

Der Computer ist nicht nur selbst von Viren bedroht, seine Tastatur birgt auch für den Menschen Gefahren. Nach einer wissenschaftlichen Studie aus England setzen sich  dort mit Vorliebe Krankheitskeime und Bakterien fest, die zu Durchfall, Erbrechen und sogar Vergiftungserscheinungen führen können. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass manche Tastaturen mehr Bakterien aufwiesen als man gewöhnlich auf einer Klobrille vorfindet.  In einem Fall mußte die Tastatur unverzüglich aus dem Büro entfernt und  gründlich desinfiziert werden. Jeder andere Benutzer hätte sich an den Mikroben des normalen Besitzers dieser Tastatur, der an Erkältung oder Magen-Darm-Infekt litt, anstecken können.  Die englische Studie befragte außerdem 4.000 PC-Nutzer über die Häufigkeit, mit der sie ihre Tastatur reinigten. Bei 22 Prozent war das einmal im Monat der Fall, aber immerhin 10 Prozent hatten noch nie daran gedacht, diese einfache Handbewegung  zur Reinigung ihrer PC-Tastatur vorzunehmen.

 

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1

 

 


02.05.2008

Umleitung von Wasser gebilligt

Am Dienstag verabschiedete das spanische Parlament gegen die Stimmen der katalanischen Nationalisten CiU und ERC die geplante Umleitung von Ebrowasser in den Großraum Barcelona ab Herbst dieses Jahres. Der Stand der hiesigen Stauseen ist so gering geworden, dass die Trinkwasserversorgung für Katalonien nicht mehr gewährleistet ist, wenn es nicht bis dahin  zu kräftigen und ausdauernden Niederschlägen kommt. Überraschend war die Zustimmung der Konservativen , da unter der Ägide von PP-Ministerpräsident José María Aznar in den späten neunziger Jahren ein umfassender Nationaler Wasserplan entwickelt worden war, der  die ständige Umleitung großer Mengen Wassers aus den regenreichen Gebieten wie Galizien und Asturien bis hin nach Valencia, Murcia, Almeria und sogar Barcelona vorgesehen hatte, von den Sozialisten nach deren Wahlsieg im Jahre 2004 aber abgeschmettert worden war. Unbegreiflich blieb die Haltung der linkskatalanistischen ERC, die  innerhalb der katalanischen Regierung, der sie angehört, den Miniplan zunächst gebilligt, später Kundgebungen dagegen angekündigt und sich schließlich bei der Abstimmung im Parlament von Madrid der Stimme enthalten hatte.

 

EL PERIODICO drittstärkste Zeitung in Spanien

Mit fast 800.000 Lesern täglich konnte EL PERIODICO de Cataluña seine Stellung als drittstärkste Zeitung in Spanien konsolidieren. Innerhalb von Katalonien ist das Blatt mit 715.000 Lesern  die meistgelesene Zeitung, wenn auch nur knapp vor LA VANGUARDIA mit 685.000 Lesern. Das Madrider Blatt EL PAIS erreicht auch in Katalonien 260.000 Leser täglich, während die in katalanischer Sprache erscheinenden Blätter EL PUNT und AVUI nur jeweils 135.000 Leser zählen.

Landesweit steht EL PAIS aus der Gruppe Prisa mit täglich 2,3 Millionen Lesern an der Spitze, gefolgt von dem rechtslastigen Blatt EL MUNDO mit 1,4 Millionen Lesern.

 

Sängerknaben von Montserrat in Rom

Der Abt von Montserrat, Josep María Soler, reiste nach Rom, um die Beziehungen der katalanischen Geistlichkeit zum Oberhaupt der Katholischen Kirche zu entspannen. Unterstützt wurde seine diplomatische Initiative von dem berühmten Knabenchor des Klosters. Die Escolanía gab am Dienstag  in der Kirche Santiago y Montserrat, die eine offizielle Vertretung Spaniens in Rom darstellt, ein Konzert mit Werken  von Haydn, Mendelssohn, Brahms und Casals. Unter der Leitung von Bernat Vivancos beschlossen die Jungen mit den engelhaften Stimmen das Konzert mit Fragmenten aus dem „Roten Buch von Montserrat“ und als Zugabe sangen sie El Virolai, ein Lied, das von den rund 200 Zuhörern aufgegriffen und mitgesungen wurde.

 

21 Frauen freigesprochen

Am Dienstag wurden 21 Frauen freigesprochen, die in einer der Kliniken des Dr.  Carlos Morin abgetrieben hatten. Die Ermittlungsrichterin in Barcelona vertrat die Ansicht, die Frauen hätten  den Schwangerschaftsabbruch in gutem Glauben durchführen lassen. Sie hätten gemeint, rechtens zu handeln, da diese Kliniken ausdrücklich für den Abbruch von Schwangerschaften eingerichtet wurden. Die Staatsanwaltschaft dagegen ließ verlautbaren, sie werde jeden Fall einzeln prüfen. Dennoch gingen Fachleute davon aus, dass  keine Berufung gegen die Freisprüche eingelegt wird.

 

AVE teurer

Die Geschäftsleitung der RENFE beschloß am Dienstag die Erhöhung der Fahrpreise für alle Hochgeschwindigkeitszüge und Langstrecken um vier Prozent. Diese Erhöhung erfolgte zeitgleich mit der Indienststellung der regionalen Hochgeschwindigkeitszüge in Katalonien und im Aragon. Damit kostet eine Fahrt von Barcelona nach Madrid in der Touristenklasse jetzt nicht mehr 101,30 Euro, sondern 105,35 Euro. Die neuen Preise gelten ab dem 1. Mai.

 

 

Schon 17 % Ausländer in Barcelona

Fast 30% der im Jahre 2006 geborenen Kinder in und um Barcelona hatten mindestens einen ausländischen Elternteil.. In über 18 % der Fälle waren sogar beide Elternteile Immigranten.  Sogenannte gemischte Ehen, also die eines Ausländers mit einer Einheimischen machten über elf Prozent aus. Dies belegt die gute Eingliederung von Immigranten aus aller Welt in Katalonien und ebenso die Bereitschaft der Hiesigen, sich auf Ausländer einzulassen. Insgesamt wurden in den letzten zehn Jahren 280.000 Menschen aus 165 Staaten dieser Welt in und um Barcelona ansässig.

 

Touristen griffen Mosso an

Es kommt nicht oft vor, dass Menschen, die in einer Stadt überfallen und ausgeraubt werden, den Übeltäter nicht von einem herbeieilenden Polizisten unterscheiden können, doch genau das geschah am Wochenbeginn in Barcelona.  Vier englische Touristen wurden zu später Nachstunde nahe dem Olympiahafen von einem Unbekannten überfallen. Ein vorbeifahrendes Polizeiauto, das nicht als solches gekennzeichnet war und von Beamten in Zivil gefahren wurde, hielt an und einer der Beamten machte sich an die Verfolgung des mutmaßlichen Täters, eines jungen Marokkaners. Der andere Beamte blieb in der Nähe des Wagens stehen. Die vier Touristen hielten diesen für den Übeltäter und traktierten ihn mit Schlägen und Fußtritten. Der Beamte versuchte sich mit den Händen auf dem Kopf vor den Angriffen zu schützen, bis es ihm gelang, seine Polizeimarke zu ziehen und sich auszuweisen. Die vier Engländer ließen darauf hin von ihm ab und suchten das Weite.

 

Rummel auf dem Flughafen

Für das verlängerte Wochenende zwischen dem 1. und 4. Mai  sah der Flughafen El Prat 5.240 Starts und Landungen vor.  Rund 540.000 Passagiere sollten in dieser Zeit abgefertigt werden.  Der stärkste Andrang dürfte am Montag  mit über 100.000 Fluggästen herrschen, da dieser Tag den „puente“ abschließt und gleichzeitig der verstärkte Wochenanfangsverkehr beginnt. Für den ersten Mai waren 978 Flugbewegungen mit genau 100.000 Passagieren geplant.

 

Touristen geben mehr Geld aus

Trotz alles Krisengeredes und Jammerns über ausbleibende Touristen in Katalonien sprechen die neuesten Statistikdaten eine deutlich positive Sprache.  So gaben die Touristen in den ersten drei Monaten des neuen Jahres bereit mehr als 9.000 Millionen Euro in Spanien aus. Das waren knapp 9 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Pro Person ergab sich eine Ausgabe von 871 Euro, was 94 Euro pro Tag und Person entsprach. Alle Zahlen übertrafen die Vergleichsdaten aus dem Jahre 2007.

Ebenfalls positiv waren die Wirtschaftsdaten für das erste Trimester insgesamt.  Noch immer wächst die spanische Wirtschaft leicht stärker als der EU-Durchschnitt.  Auch die Banken und Sparkassen verzeichnete befriedigende Umsatzzahlen.

 

Musikfestival in Vila-Seca

Der kleine Ort Vila-Seca in der Provinz Tarragona ist eigentlich nur für seine geografische Nähe zu dem Freizeitpark Port Aventura bekannt. Bis zum 4. Mai bietet er dem Besucher aber ein umfassendes Programm „Musik auf der Strasse“ an.  Auf Strassen und Plätzen können Sie Jazz, Rock, Pop, Flamenco, Hip-hop  und sehen Tanz und Theatervorführungen.  Besonders  gefördert sollen junge Musiker werden und auch der neuen Technologie gegenüber zeigte sich der Veranstalter aufgeschlossen. Vertreten sind Jabier Muguruza, der Argentinier Kevin Johansen, Black Baudelaire, Calima, OVNI, Electroputas und  La B anda del Surdo.

 

Sirenenalarm geübt

Die katalanische Regierung will, nachdem sie aus Fehlern der Vergangenheit gelernt hat, in allen Ortschaften Kataloniens einen Sirenenalarm auslösen und die Bevölkerung mit in die

Übung einbeziehen, die einen Chemieunfall simuliert.  Die Bürger sollen nach dem Schrillen der Sirenen schleunigst in ihre Häuser zurückkehren, alle Fenster und Türen geschlossen halten und etwaige Anweisungen der Polizei befolgen, falls ein solcher Chemieunfall eintreten würde. Damit das im Ernstfall klappt, muß es  zuvor eingeübt werden. Auch Kinder sollen unterrichtet werden, was ein solcher Sirenenalarm bedeutet.

Eine erste Übung in 17 Ortschaften brachte in den letzten Tagen befriedigende Ergebnisse: alle eingeschalteten Sirenen funktionierten fehlerfrei.

 

 


30.04.2008

 

Vermögenssteuer wird abgeschafft

Getreu dem Wahlversprechen vor vier Jahren hat die wiedergewählte Regierung Rodríguez Zapatero  die Vermögenssteuer (impuesto de patrimonio) abgeschafft – allerdings erst mit Wirkung vom kommenden Jahr.  Diese Vermögenssteuer wurde vor rund 30 Jahren in Spanien eingeführt, sollte aber nur ein provisorisches Werkzeug sein und verblieb wie so viele Provisorien dann doch auf unbestimmte Dauer bestehen. Damit soll nun Schluß sein.

Das bisherige Formular 214 für diese Steuererklärung wird vermutlich zum Jahresende durch ein neues Formular ersetzt. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Steuerberater!

 

 

Spanier bleiben im Land

Das Industrieministerium in Madrid veröffentlichte am Montag die neuesten Daten über das Reiseverhalten der Spanier.
So wurden landesweit 158,3 Millionen Reisen unternommen. Das waren knapp fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Deutlich abnehmend war dabei die Tendenz, Kurzreisen über das Wochenende zum Besuch von Verwandten oder Freunden zu unternehmen; dafür nahmen Fernreisen zu. Trotzdem blieben fast 93% der Reisenden innerhalb Spaniens – 147 Millionen - , während nur 7 Prozent, nämlich etwas über elf Millionen Reisen  ins Ausland unternommen wurden.

 

 

Prinzessin Sofía feiert Geburtstag

Die kleine Tochter des spanischen Kronprinzen Felipe und seiner Frau Letizia feierte am Dienstag ihren 1. Geburtstag. Sofía, so wurde sie zu Ehren ihrer Großmutter, der Königin, genannt, kam am 29. April 2007 in Madrid zur Welt. Die Kleine ist nach Angaben ihrer Mutter noch wacher und wißbegieriger als die große Schwester Leonor und schaut mit riesigen Augen in die Welt. Angeblich sieht sie ihrem Großvater  Jesus Ortíz  ähnlich. Die stolzen Eltern gaben am Dienstag eine Kindergeburtstagsparty, aber auch die Presse durfte sich über Fotos von den strahlenden Eltern mit der Jüngsten auf dem Arm freuen. Normalerweise sind die Eltern sehr darum bemüht, ihre Kinder nicht dem Starrummel auszusetzen.

 

Kubanisches Staatsballet nach Barcelona

Am 7. Mai beginnt im Theater Tivoli eine dreiwöchige Tournee des kubanischen Staatsballets mit dem Klassiker „Schwanensee“ von Tschaikowsky. Die Inszenierung liegt in  Händen von Marius Pepita und Leo Ivánov und wurde in der Presse als „sehr originell“ angekündigt.

Das kubanische Ballett begeht in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag und wird noch immer von der Choreografin Alicia Alonso geleitet, die dem Ensemble zu Weltruhm verhalf. „Schwanensee“ hat seit seiner Uraufführung im Bolschoi-Theater in Moskau 1877 vielfältige Wandlungen bei der Inszenierung erfahren. Die Veranstaltung von Barcelona zeichnet sich durch Volksnähe und  Fröhlichkeit aus. Die Vorführungen finden am Donnerstag, den 8. und Freitag den 9. Mai jeweils um 21.00 Uhr im Tivoli-Theater in der calle Caspe Nr. 8 in Barcelona statt. Eintrittspreis: fünf Euro pro Person und Vorstellung.  Reservierungen über Tel. 902 527 333 (Servicaixa) oder über das Internet

 

Picassos Friseur gestorben

Im gesegneten Alter von 97 Jahren starb am Montag  in Südfrankreich ein getreuer Wegbegleiter von Pablo Picasso: Eugenio Arias. Von 1948 bis 1973 lebte der Spanier im südfranzösischen Exil, da er im republikanischen Heer gedient und somit den Francoputsch als Verlierer erlebt hatte. Arias und Picasso teilten sich 26 lange Jahre ihre kommunistische Überzeugung, gingen zusammen zum Stierkampf in Nimes und Arles, spielten zusammen Karten und plauderten gemeinsam über Gott und die Welt. Picasso war von dem Aberglauben besessen, dass derjenige, der seine Haare oder Nägel anfasse, ihm die Manneskraft  rauben würde. Daher schnitt er sich die Haare  jahrelang selbst, später ließ er auch seine diversen Ehefrauen und Geliebten an seinen Kopf, aber am liebsten überließ er sich den Händen von Arias. „Bei ihm fielen alle Ängste von Picasso ab“, heißt es in den Memoiren seiner Exfrau  Françoise Gilot.  Arias war klug genug, von Picasso kein Geld für seine Dienste zu fordern, sondern liess sich mit kleinen Zeichnungen mit Widmung entschädigen. Diese sind heute im Picassomuseum der Ortschaft Buitrago unweit von Madrid zu sehen, aus der der Figaro stammte.

 

 

Juweliergeschäft Roca überfallen

Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats wurde das teure Schmuckgeschäft Roca in der Diagonal in Barcelona Ziel eines nächtlichen Einbruchs. Unbekannte Täter schnitten  den Stahlrolladen auf und schlugen anschließend mit einer Keule das Schaufenster ein. Sie erbeuteten Uhren im Wert von 20.000 Euro.

Schwer vorstellbar, dass trotz der späten Stunde – es war zwei Uhr nachts – eine so belebte Strasse wie die Diagonal so menschleer und verkehrsfrei gewesen sein soll, dass die Täter ihren Überfall ungehindert ausführen konnten.

 

Superkreuzfahrtschiff nach Barcelona

Am 4. Juni kann sich Barcelona auf ein besonderes Ereignis freuen: das englische Superkreuzfahrtschiff Independence of the seas läuft in den Hafen von Barcelona ein und – noch eine Überraschung – wird dort sogar über Nacht bleiben. Es ist nach spanischen Presseangaben der einzige Hafen bei den Kreuzfahrten über Atlantik und Mittelmeer, dem diese Ehre zuteil wird. Der Kreuzer ist so lang wie drei Häuserblocks der Oberstadt von Barcelona beziehungsweise hundert Meter länger als das Fussballstadion Camp Nou.

Auf ihm haben 4.375 Passagiere und 1.360 Mann Personal Platz. Eigentümerin des Luxusschiffes ist die Reederei Royal Caribbean, die noch  zwei Schwesterschiffe für Fahrten innerhalb der USA in Dienst gestellt hat.  Die Independence hat 160.000 Bruttoregistertonnen und ist 340 Meter lang. Sie verkehrt den Sommer über zwischen dem englischen Hafen Southampton und läuft dabei spanische, französische und italienische Häfen an.

Wer den Ozeanriesen mit eigenen Augen sehen will, sollte am sogenannten muelle adossat (der Seitenmole) am Nachmittag des 4. Juni und am 5. Juni anwesend sein; außerdem ist das Schiff am 2.und 3. sowie 30. und 31. Juli dort zu sehen. Am 31. August und 1. September und dann noch einmal am 24. und 25. September. Das Schiff verfügt über 1.817  Kajüten, von denen die meisten Meeresblick haben. Das Freizeitangebot ist gigantisch: Drei Riesenpools, ein Pool mit künstlichen Wellen zum Surfen, Sportfeld, Minigolf, Karaoke, ein Theater mit 1.300 Plätzen, Kasino mit 308 einarmigen Banditen und last not least sogar eine Kapelle zum Beten.

AE

 

Brandstifter von La Gomera gefaßt

Ein 53jähriger Mann wurde als mutmaßlicher Verursacher des Großbrandes auf der Kanareninsel la Gomera festgenommen. Das Feuer wütete seit dem vergangenen Samstag und vernichtete 800 Hektar Wald und Gebüsch.  Bei der Bekämpfung waren rund 200 Feuerwehrleute im Einsatz; viele von ihnen wurden von  Gran Canaria und Tenerife herübergeflogen. Noch am Dienstag waren 30 Menschen evakuiert. Wann sie in ihre Häuser zurückkehren könnten, war noch nicht abzusehen.

 

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29.04.2008

 

Mit Geld ins Heimatland zurück

Angesichts der Krise im Bauwesen und einer allgemein abgeschwächten Konjunktur erwägt der neu ins Amt gekommene Minister für Immigration, Celestino Corbacho, vielen jetzt arbeitslos gewordenen Immigranten das ihnen zustehende Arbeitslosengeld auf einmal auszuzahlen. Damit soll es diesen Menschen ermöglicht werden, in ihre Heimatländer zurückzukehren und dort ein neues Berufsleben zu beginnen.  Eine solche Rückführung solle selbstverständlich auf freiwilliger Basis erfolgen, betonte der Minister. Gleichzeitig meinte er bei einem Gang über die Feria de Sevilla in Barcelona, ausländische Arbeitnehmer sollten in Zukunft nur dann nach Spanien kommen, wenn sie einen festen Arbeitsvertrag hätten.  Es müsse „Ordnung gemacht“ werden. Die statistischen Angaben über den Absturz in die Arbeitslosigkeit in den letzten Monaten sind widersprüchlich: zwar verloren viele Immigranten ihren Job, sodass  sie die Hypothekenzahlungen für erworbenes Wohneigentum nicht mehr bezahlen konnten und deshalb ins Heimatland zurückkehrten, doch weisen die Zahlen aus Madrid ebenfalls eine hohe Quote von spanischen Arbeitnehmern aus, die ebenfalls ihre Arbeitsplätze einbüßten.

 

 

Viel Schnee in den Pyrenäen

Entgegen der ständigen Hiobsbotschaften über extreme Trockenheit in Katalonien meldeten die meteorologischen Institute extrem hohe Schneefälle im März und bisher im April.  Sowohl in den Alpen wie auf beiden Seiten des Pyrenäenrückens fielen  gewaltige Mengen Schnee: in den ersten drei Aprilwochen 449 Liter pro Quadratmeter oder vier Meter Schnee. Seit 1996 hat es nicht mehr so heftig geschneit. Zwar ist damit die Lawinengefahr  hoch geworden, doch  verspricht die kommende Schneeschmelze große Mengen des sehnlich erwarteten Wassers, sodass das Gespenst der Trinkwasserrationierung möglicherweise doch vermieden werden kann.

 

Indienausstellung in Barcelona

In der Galerie  Fotoespai in der Strasse Corleu 74 findet noch bis zum 31. Mai eine Fotoausstellung mit Eindrücken aus Südindien statt.  Der katalanische Fotograf Angel Peral i Jódar stellt eine Anzahl von gewonnenen Eindrücken dieser magisch-exotischen Gegend aus.

 Es geht dabei nicht nur um Fotos von der Naturschönheit und Majestät der Landschaften, sondern auch um laute und verseuchte Städte, Reichtum, extreme Armut und Krankheit. Der Fotograf war mit Bussen, Zügen,  Schiffen und Taxis unterwegs, um seine Eindrücke einzufangen. So einfach, wie es heute ist, mit dem Zug nach Barcelona zu kommen, sollten Sie sich diese Veranstaltung nicht entgehen lassen.

Öffnungszeiten:  10.00 bis 13.00 Uhr, 18.00 bis 22.00 Uhr.

 

Barcelona ehrt Maria Callas

Die Stadt Barcelona will die begnadete Sopranistin Maria Callas auf ihre Weise ehren.  Auf über 2.000 Quadratmetern Fläche zwischen dem Paseo de Grácia und den Strassen Diputación, Gran Via und Pau Claris soll ein Garten mit ihrem Namen entstehen. Die Umgestaltung des Daches eines Gebäudes, das unterirdisch einen Privatparkplatz beherbergt, soll mit einfachen Mitteln erfolgen und einen Park oder Garten darstellen, aber keinen Kinderspielplatz bekommen. Wie immer, wenn es um Verhandlungen zwischen der Stadt und einem Privateigentümer geht, können sich die Gespräche noch eine Weile hinziehen, bevor es zu der Umsetzung des schönen Planes kommt.

 

Neuer Altar für Kirche in Bàscara

Der kleine Ort Bàscara an der Landstrasse Figueras – Gerona ist eigentlich für seine lebenden Krippen zur Weihnachtszeit bekannt. Jetzt wird der Ort mit seinen 900 Einwohnern bald noch attraktiver sein und mehr Touristen anlocken: Eine Metallstruktur von sieben Metern Breite und neun Metern Höhe, verglast mit bunten Fenstern, wird den Altar der Dorfkirche schmücken. Der katalanische Künstler Josep Ministral wurde mit dem Projekt beauftragt. Die Einführung und Befestigung von 47 grossflächigen bunten Glasfenstern, die David Gibernau schuf, wurde nach einer antiken Verfahrensweise durchgeführt, wie sie schon die alten Ägypter kannten. Das Werk erhält den Titel El Crist del Flùvia (Christus der Fluvia), also des gleichnamigen Flusses, der die kleine Ortschaft durchfließt. Die Arbeiten sollen nach dem Sommer beendet sein. Wir werden dann noch einmal darauf hinweisen.

 

Gesundheitsminister soll Stellung beziehen

Die widersprüchlichen Aussagen über angebliche Gesundheitsrisiken beim Verzehr von  Sonnenblumenöl aus der Ukraine riefen Gesundheitsminister Bernat Soria auf den Plan. In den nächsten Tagen wird er auf eigenen Antrag im Parlament in Madrid zu dem Thema Stellung beziehen. Eine schwere Gesundheitsgefährdung sei nicht gegeben. Er werde aber diejenigen Markennamen nennen, die Sonnenblumenöl aus der Ukraine bezogen und weiterverarbeitet hätten. Somit hätten die spanischen Konsumenten eine freie Entscheidung darüber, ob und welches Markenöl sie kaufen wollten. Es gibt in Spanien über 800 Firmen, die Sonnenblumenöl vermarkten.

 

94.000 Reisende mehr mit dem AVE

Die Angst der Fluglinie Iberia, der Hochgeschwindigkeitszug AVE könne dem Passagieraufkommen schaden, hat sich voll bestätigt. Nachweislich stiegen im März 94.000 Reisende von der Luftbrücke Barcelona – Madrid auf den neuen Zug um. Das waren für die Fluggesellschaft 21% weniger Passagiere. Anders ausgedrückt: der AVE konnte  seit seiner Indienststellung bereits 34% Marktanteil an der Direktverbindung Madrid- Barcelona und Barcelona- Madrid gewinnen, sodass für Iberia nur noch 66% blieben.  Noch im März letzten Jahres waren es 91% Fluggäste gegenüber 9% Zugreisenden gewesen.

Unterdessen wurde in Barcelona-Sants der erste Regional-AVE in Dienst gestellt. Er heißt Avant und bewältigt die Strecke Barcelona – Camp de Tarragona in nur 36 Minuten. 70 Minuten später erreicht er bereits die Provinzhauptstadt Lerida. An Wochentagen verkehrt dieser neue Regionalschnellzug sechs Mal täglich in beiden Richtungen. Für viele Autofahrer wird angesichts der hohen Spritpreise die Fahrt mit dem Zug sicher  attraktiv.

 

3.000 Besucher im katalanischen Parlament

Am ersten Wochenende des Tages der Offenen Tür besuchten über 3.000 Menschen das katalanische Parlamentsgebäude in Barcelona.  Gratis können die Räumlichkeiten und Festsäle an jedem Wochenende und an Feiertagen weiterhin besucht werden. Ausgenommen sind der 1. Mai, der gesamte Monat August, Weihnachten mit dem 25. und 26. Dezember und der 1. Januar 2009.

AE

 

Javier Marías Mitglied der Königlich Spanischen Sprachakademie
Er gilt als einer der wichtigsten spanischen Schriftsteller unserer Zeit: Javier Marías. Er wurde nach dem Tod des Sprachzaren Fernando Lázaro Carreter als dessen Nachfolger auf den Sitz mit dem Buchstaben R in die Königlich Spanische Sprachakademie gewählt. Am Sonntag betrat er in feierlicher Kleidung  die heiligen Hallen dieser ehrwürdigen Einrichtung.

Javier Marías wurde 1951 in Madrid als Sohn von Julián Marías geboren, der seinerseits vierzig Jahre lang der Königlichen Sprachakademie angehörte. Zu der Amtseinführung erschienen waren Kulturminister César Molina, der Madrider Bürgermeister Alberto Ruiz-Gallardón, die ebenfalls berühmten spanischen Schriftsteller Fernando Savater und  Vicente Molina Foix sowie eine Anzahl weiterer Akademiemitglieder, die wie Marías in schwarzem Frack mit weißer Hemdbrust und schwarzem Binder in das traditionsreiche Haus einzogen.

Den Deutschen dürfte da Werk Corazón tan blanco (Mein Herz so weiß) aus dem Jahre 1992 bekannt sein, das dem jungen Schriftsteller zum Durchbruch verhalf und das in mehrere Sprachen, darunter auch ins Deutsche übersetzt wurde.  Der deutsche Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki hatte das Werk sofort für eines der wichtigsten des ausgehenden letzten Jahrhunderts gehalten und Marías für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen. Zwei Jahre später glänzte Javier Marías mit Mañana en la batalla piensa en mí (Morgen in der Schlacht denke an mich), einer ausführlichen Erzählung über Unentschlossenheit und Enttäuschung. In dem gesamten Werk von Marías spielen Elemente der Fiktion ebenso eine Rolle wie die seiner Meinung nach bestehende Unmöglichkeit,die Realität durch Worte wiederzugeben.

Nach seiner letzten Veröffentlichung: Tu rostro mañana (dein Antlitz morgen), in dem der Dichter und Denker sich den drängendsten Problemen und Fragen der Menschen insgesamt widmet, will Javier Marías nunmehr eine schöpferische Pause einlegen.

Die Königlich Spanische Sprachakademie genießt Weltruf, zumal sie sich intensiv der Arbeit der Sprachakademien der vielen anderen spanischsprechenden Länder widmet und deren lexikologische Arbeiten koordiniert. Mitglied dieser Akademie zu werden, ist für jeden spanischen Schriftsteller die höchste Belohnung seiner literarischen Bemühungen.

 

 


28.04.2008

Je jünger umso kränker?

Die jungen Arbeitnehmer zwischen 16 und 24 Jahren fallen in Katalonien öfter wegen Krankheit aus als ihre Kollegen kurz vor der Pensionierung.  Knapp vier Prozent der Jungen fehlen jeweils einen Tag im Monat, während es bei den über 55jährigen nur etwas über zwei Prozent sind. In der Statistik folgen in Bezug auf Abwesenheit vom Arbeitsplatz die Gruppe der 25- 34jährigen und danach die 36 bis 44jährigen. Die Gründe für diese eigentlich unnatürliche Situation liegen nach Meinung der Initiatoren der Studien darin, dass über die Hälfte der ganz jungen Arbeitnehmer nur Zeitverträge haben. Damit seien sie Arbeitsunfällen stärker ausgesetzt, aber auch die Vereinbarung von Berufs-und Privatleben sei bei dieser Altersklasse schwieriger. Vor allem Mütter mit Kindern müßten sehr häufig wegen der Krankheit der Kleinen zu Hause bleiben, nicht weil sie selber krank seien.

Von der einen Million Krankschreibungen in Katalonien im letzten Jahr bezogen sich 64% auf Abwesenheiten zwischen einem und vierzehn Tagen, elf Prozent auf Abwesenheit vom Arbeitsplatz  bis zu einem Monat;die restlichen 25% waren länger als einen Monat krankgeschrieben. Umgekehrt gerechnet: 80% der katalanischen Arbeitnehmer, das waren immerhin 2,7 Millionen Menschen, waren im vergangenen Jahr keinen einzigen Tag vom Arbeitsplatz abwesend.

 

Der 2. Mai: Krieg zwischen Frankreich und Spanien

Die deutschen Kinder lernten die geschichtlichen Vorgänge unter dem Thema „die napoleonischen Kriege“, die spanischen als „la guerra de la independencia“ (der Unabhängigkeitskrieg). Gemeint ist der Volksaufstand von Madrid am 2. Mai 1808, der viele tausend Menschen das Leben kostete;  nicht zuletzt durch die Erschießungen vom 3. Mai, die der Maler Goya so erschütternd  in seinen Gemälden bezeugt.

Zu den Feierlichkeiten anläßlich des 200. Jahrestages dieser Erhebung von meist unbewaffneten Bürgern der Hauptstadt Madrid gibt es in diesem Jahr eine Fülle von Veranstaltungen, die allesamt das Ziel haben, Frankreich und Spanien noch weiter freundschaftlich zusammenzuschließen, als dies im Rahmen der EU, der beide angehören, ohnehin der Fall ist. König Juan Carlos hat aus diesem Anlaß den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy eingeladen, am spanischen Nationalfeiertag, dem 12. Oktober, an der großen Truppenparade teilzunehmen, die traditionell an diesem  Tag auf Madrids Prachtstrasse, dem Paseo de la Castellana, abgehalten wird.   Obwohl Sarkozys Terminkalender in diesem Jahr übervoll ist, dürfte er die Einladung wohl doch wahrnehmen, da der Feiertag, der unter Franco noch „El día de la Hispanidad“ hieß, in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt.

 

Autopreise leicht gefallen

Im März dieses Jahres wurde der Durchschnittspreis eines in Spanien gekauften Autos mit 20.857 Euro angegeben. Das war erstaunlicherweise 5,6 % weniger als im März 2007. Der Grund dürfte nach Meinung der Autobranche darin liegen, dass weniger großformatige Geländewagen gekauft wurden. Die neue  KFZ-Steuergesetzgebung stellt diejenigen Modelle besser, die weniger CO2-Ausstoss verursachen. Das sind  verständlicherweise die kleineren Fahrzeuge.

 

Spanier trinken weniger Bier

Nach den neuesten statistischen Angaben trank jeder spanische Staatsbürger im vergangenen Jahr  56 Liter Bier. Das waren rund fünf Prozent weniger als noch im Jahre 2006.Bei der Erhebung waren die ausländischen Touristen nicht berücksichtigt. Die Deutschen kippen im Jahr durchschnittlich 160 Liter Bier.

 

Spanischer Fischkutter wieder frei

Die 26 Mann Besatzung des Thunfischkutters  Playa de Bakio konnten aufatmen. Nach sechstägiger Gefangenschaft in der Hand von Piraten aus dem afrikanischen Somalia  verließen diese auf Schnellbooten das spanische Schiff und flüchteten sich in die hereinbrechende Nacht, um vor Verfolgung sicher zu sein. Seit dem letzten Sonntag hatten die rund 20 Schwarzafrikaner, die sich abwechselten, die baskische Mannschaft im Essraum gefangengehalten und mit Granatwerfern und Handfeuerwaffen in Schach gehalten, bis sie von dem Reeder eine verbindliche Zusage auf die Zahlung von 1,2 Millionen US-Dollar Lösegeld erhalten hatten.  Das Schiff war rund 230 Seemeilen vor der Küste Somalias aufgebracht worden. Die freigelassenen Fischer beschrieben die Angreifer als halb verhungerte Typen, „nur Haut und Knochen“, aber straff geführt und bestens bewaffnet.

Im Madrid hatte unterdessen ein Krisenstab unter Leitung der Vizepräsidentin Fernández de la Vega und  der neu ernannten Umweltministerin Elena Espinosa getagt. Die Regierung hatte sich aufgrund früherer Entführungen und Erpressungen auf hoher See dazu entschlossen, keine gewaltsame Befreiung der spanischen Fischer zu versuchen, sondern die Verhandlungen mit den Piraten dem Reeder Borja Soroa zu überlassen.  Traditionell kassieren die Piraten über den Standort London, wo sich einige britische Rechtsanwälte auf die Abwicklung solcher Erpressungsfälle spezialisiert haben. Sie verhandeln über die Höhe des Lösegeldes, geben eine Bankverbindung mit Kontonummer an, kassieren die überwiesenene Summe, ziehen ihre Provision davon ab und leiten das Geld anschließend an afrikanische Bankkonten weiter.  Erst am 11. April wurde ein französisches Schiff aufgebracht. In dem Fall verhandelten die Piraten über Funk direkt mit dem Reeder, der die geforderte Summe in Bargeld schickte.  Anschliessend wurde die Ponant freigegeben, aber die französische Regierung ließ  bewaffnete Hubschrauber von der französischen Basis in Dschibuti aufsteigen und die Piraten verfolgen, die per Lastwagen flüchteten. Die Militärs töteten drei der  Piraten und ein großer Teil des Lösegeldes konnte zurückgeholt werden. Im letzten Jahr registrierten die Behörden weltweit 263 Fälle von Piraterie mit Lösegeldforderungen. Dabei galten der Golf von Guinea, die Meerenge von Malaca und das Horn von Afrika als die gefährlichsten  Gebiete. Am Sonntag war die Playa de Bakio unter dem Geleitschutz eines spanischen Kriegsschiffes unterwegs in Richtung der Seychellen-Inseln.

 

Schwaches Echo der Feria de Abril

In Katalonien andalusische Lebensfreude zu verbreiten, fiel den Organisatoren und Standbesitzern bei dieser 37. Veranstaltung in Barcelona schwerer als sonst. Oder ist es die „Krise“, von der täglich die spanischen Zeitungen voll sind? Der Auftakt der Feria de Abril begann wesentlich schwächer als in früheren Jahren.  Die Veranstalter hofften am Sonntag auf den Monatswechsel, wenn also die  Menschen ihre Löhne und Gehälter kassieren und dann vielleicht eher Lust haben, Geld auf das Gelände des Forums zu tragen, wo die Flamenco-Schau mit Musik, Tanz, Schauspiel, Essenund Getränken noch bis zum 4. Mai  stattfindet.

AE

 


 

 

 

 

 

 

 

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