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11. Kapitel

Gestern haben Sie die Präsens Konjugation der Verben mit der Endung auf –ar kennen gelernt. Sie sind die einfachsten, da sie zum größten Teil regelmäßig sind, und man somit um die vielen Ausnahmen herumkommt. Heute befassen wir uns mit der zweiten Verbengruppe, der Verben auf -re. Das Prinzip ist das Gleiche: Wir streichen die Endung und erhalten so den Stamm des Verbs. An diesen werden folgende Endungen angehangen:

Merke

Batre (schlagen) = Infinitiv         Bat = Stamm / re = Endung

Bat - o           ich schlage
Bat – s          du schlägst
Bat                er/sie schlägt
Bat – em       wie schlagen
Bat – eu        ihr schlagt
Bat – en        sie schlagen

Die unterstrichenen Buchstaben werden betont. Sie sehen, die 1.Person Singular behält das o als Endung. Die zweite Person Singular hat auch das s als Endung, das e fällt allerdings weg. Die dritte Person Singular erscheint ohne Endung nur als Wortstamm, was gut ist, so müssen Sie hier auch nichts lernen.
Die Pluralendungen kennen Sie auch schon: em eu, en. Denken Sie daran das eu so auszusprechen, wie Sie es im vorangegangenen Kapitel bereits gelernt haben. Es heißt batä –u.

Für heute haben Sie also nicht allzu viel zu Lernen. Wiederholen Sie am Wochenende (cap de setmana) noch einmal alles was Sie bis jetzt gelernt haben. Das ist schon eine ganze Menge. Schauen Sie sich noch einmal die Ausspracheregeln an, und lernen Sie die ersten Konjugationen, so dass Sie am Montag (dilluns) fitt für die dritte Konjugation sind.

 

Zum Schluss aber noch weitere, nützliche, kleine Sätze:

Estic buscant l’hotel…          Ich suche das Hotel… 

Estic buscant un bar/restaurant/una botiga…
Ich suche eine Bar/Restaurant/Geschäft…

Estic buscant els serveis.     Ich suche die Toiletten.

M’agrada / t’agarada            Es gefällt mir/ es gefällt dir

Sóc alemany.                      Ich bin Deutscher

 


12. Kapitel  

Wir beginnen die neue Woche (la setmana nova) zügig, indem wir uns zielstrebig der dritten Konjugation nähern. Gemeint sind die Verben, die auf –ir enden. Damit Ihnen das Prozedere nicht zu langweilig wird, dürfen Sie sich hierbei gleich über eine Ausnahme (excepció) freuen. Beginnen wir aber zunächst mit der regelmäßigen Konjugation:

Sentir = hören, fühlen. Trennen wir die Endung –ir ab, bleibt der Stamm
sent.

Merke

sent – o      ich höre
sent – s      du hörst
sent            er/sie hört
sent – im    wir hören
sent – iu     ihr hört
sent – en    sie hören

Sie sehen die Parallelen zu den vorangegangenen Konjugationen. Das o in der 1. Pers. Singular bleibt, genau wie das alleinige s in der 2.Pers. Singular, was wir ja auch schon bei den Verben auf –re gelernt haben.

Ebenso fällt die Endung in der dritten Person weg. Da wir bei Verben auf ir sind, muss es folgerichtig auch im Plural im, iu heißen. Die dritte Pluralendung kennen Sie bereits, es ist ein –en. Soweit ist es nicht schwer: Man nimmt den Stamm des Verbs und hängt in der Reihenfolge an: o, s, -, im, iu, en. Nun zur ersten Ausnahme

Merke

Viele Verben, die auf –ir enden, verändern des Mittelstamm, indem in der Konjugation ein –eix- eingefügt wird. Die Aussprache lautet –esch-.

Servir = bedienen

serveixo    (sserveschu)
serveixes  (sserveisches)
serveix      (sserveisch)
servim       (sservim
serviu        (sserviu)
serveixen  (sserveschen)

In der Regel fällt der eingefügte Mittelteil – eix- in der ersten und zweiten Person Plural weg. Achten Sie auf die Betonung. Der betreffende Laut ist wie immer, unterstrichen.

Damit ist den Ausnahmen kein Ende gesetzt. Denn in vielen Fällen können wir uns leider nicht auf das o zur Kennung der ersten Person Singular verlassen. Hier gibt es viele Unregelmäßigkeiten. Aber im Grossen und Ganzen haben Sie nun einen guten Überblick über das Konjugationsschema

Wir fassen zusammen:

1.Pers. Sing.  –  ich o, oder unregelmäßig
2.Pers. Sing.  –  es/-s
3.Pers. Sing.   – a/ oder keine Endung

1.Pers. Pl. wir  -  em/ -im
2.Pers. Pl. ihr   -  eu/iu
3.Pers. Pl. sie   -  en

Für heute haben wir genug Grammatik gepaukt. Wichtig ist, dass Sie die drei Konjugationen gut beherrschen, denn in den nächsten Tagen kommen leider einige unregelmäßige Verben auf Sie zu. Sie sind wichtig, da sie im alltäglichen Sprachgebrauch ständig vorkommen. Ho hem de fer, da müssen wir durch.

Zum Schluss, wie immer, ein paar kleine, aber bedeutende Sätze

Ich habe Hunger.           Tinc gana / tinc fam.
Ich habe Durst.              Tinc set
Ich werde zahlen.           Pagaré jo.
Ich heiße …                    Em dic…
Sie sind sehr freundlich.  Vostè és molt* amable.
Ich verstehe nichts.         No entenc**res.

*molt = viel. Das t sprechen sie nicht mit: Bostä es mol amable

**entenc = ich verstehe. Hier finden Sie eine der Ausnahmen, die in der ersten Person Singular kein o haben. Das Verb verstehen lautet im Infinitiv entendre. Auch wenn es noch so verlockend ist, sprechen Sie es nicht französisch aus. Der Franzose hat für verstehen neben comprendre, auch entendre im Vokabular. Im umgekehrten Falle hat der Katalane neben entendre auch ein comprendre im Programm. Das irritiert manchmal und verleitet zu einer französischen Aussprache. Sprechen sie beide katalanischen Vokabeln aber „deutsch“ aus.

entendre  -  verstehen  -  comprendre

entenc         ich verstehe          comprenc
entens         du verstehst          comprens
entén           er/sie versteht     comprèn
entenem       wir verstehen      comprenem  
enteneu        ihr versteht          compreneu
entenen        sie verstehen       comprenen

entendre und comprendre sind beides Verben auf –re. Nehmen wir die Endung weg, müsste eigentlich entend, oder comprend als Stamm bleiben, an den wir die gelernten Endungen o/s/-/em/eu/en anhängen.
Die erste Ausnahme sei gemacht, indem wir in diesem Fall das d ebenfalls entfernen. Die zweite Ausnahme betrifft die erste Person Singular. Statt o steht ein c. Entenc (entenk).


13. Kapitel

Einen wesentlichen Part der Grammatik haben Sie bereits gelernt. Die Präsens-Konjugation der katalanischen Verben. Wie ich bereits angedeutet habe, gibt es hie und da Ausnahmen, die die gelernte Regelmäßigkeit auf den Kopf stellen. Em sap greu, pardoni, però què vols que faci? Tut mir Leid, aber was soll ich machen? Ohne diese geht es nicht. Gemeint sind die ersten 10 wichtigen Verben, die Sie ständig im Sprachgebrauch haben werden: gehen, sehen, sagen, kommen, haben, wissen, glauben, wollen, können und machen. Damit es nicht zu viel wird, schauen wir uns jeden Tag ein Verb näher an, Sie wissen schon lentament però segur, langsam aber sicher, cada dia fem un pas més, machen wir jeden Tag einen Schritt mehr.

Fem= wir machen. Das ist eine gute Überleitung. Widmen wir uns also zunächst dem Verb  fer = machen

Merke 

Faig   (fatsch)      ich mache
Fas                       du machst
Fa                         er/sie macht
Fem                      wir machen
Feu    (fä- u)        ihr macht
Fan                       sie machen

 

Weiteres sollten Sie auch noch für heute dazu lernen. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber man hört sie ständig, und auch Sie werden die beiden Wörter in Katalonien oft benutzen.

Hi ha  =  es gibt. (Wörtlich übersetzt heißt es eigentlich er/sie/es hat da)

Ob Sie nun im Geschäft fragen, ob es noch Brot gibt (hi ha un pa?), oder erklären dass es dort hinten ein neues Restaurant ist (hi ha un restaurant nou). Hi ha ist in aller Munde. Denken Sie daran, dass h nicht zu betonen. So klingt es tatsächlich wie der Ruf des katalanischen Symbols, dem netten Grautier: I A.
Ha, ist die dritte Person Singular von haver = haben. Mit ihr wird noch eine weiterer Ausdruck umschrieben: haver de  =  müssen (wörtlich haben zu)

Dafür müssen wir leider eine weitere Unregelmäßigkeit in der Verbenkonjugation lernen. Ich verspreche, mehr als diese beiden, werden es heute nicht sein:

Merke

Haver = haben

he    haig / (atsch)         ich habe
has                               du hast
ha                                 er/sie hat
hem  havem                  wir haben
heu   haveu / (abä-u)     ihr habt
han                               sie haben
 
haig, havem, haveu könne Sie auch gebrauchen, sie sind aber im allgemeinen Sprachgebrauch eher selten.

Füge ich nun das kleine Wort de hinzu, heißt he de = ich muss,
has de  =  du musst, ha de  =  er/sie muss, u.s.w. Ich muss ein Brot kaufen, hieße dann: He de comprar un pa.

Merke
Nach haver de steht immer der Infinitiv.

Soweit zur heutigen Grammatik. Wie immer folgen noch ein paar wesentliche, kleine Sätze:

Me n’he d’anar.    Ich muss los.
Marxem!              Gehen wir!
Que vagi bé!        Alles Gute!
No es preocupi!    Machen sie sich keine Sorgen!  

 


14. Kapitel

 

Gestern haben wir die ersten unregelmäßigen Verben im Präsens gelernt. In dieser Woche werden wir unser Augenmerk weiterhin verstärkt auf dieses Kapitel richten.
Anar = gehen ist das nächste Verb. Es wird nicht nur ständig gebraucht, sondern hilft uns auch eine andere Zeit zu bilden. Die abgeschlossene Vergangenheit, das Pretèrit anterior. Doch dazu später.

Merke

Anar = Infinitiv

vaig     ich gehe
vas      du gehst
va        er/sie geht
anem   wir gehen
aneu    ihr geht
van      sie gehen

 

Vaig (batsch), vas (bas), va(ba), anem (anem), aneu (anä-u), van (ban).

In der Klammer steht noch einmal zur Verdeutlichung die Aussprache. Der fett gedruckte Buchstabe wird betont. Sie merken, die Präsens –Konjugation von anar klingt der schon gelernten Konjugation von fer (machen) recht ähnlich. Morgen lernen sie das Verb sagen = dir im Präsens näher kennen.

Zum Schluss üben Sie einige Ausdrücke der Zustimmung, sowie – gegenteilig – der Ablehnung:

Sí!                 Ja!
Exacte!         Exakt, genau!
És clar.         Klar, selbstverständlich.
És veritat!    Das ist wahr!

 

No, és així.                        Das ist nicht so.
No ho crec.                        Das glaube ich nicht.
No em convenç.                Ich bin nicht überzeugt.
De cap de les maneres.    Auf gar keinen Fall!


15. Kapitel

Heute ist Donnerstag, avui és dijous. Wir bleiben unserer Linie treu und beginnen zunächst mit einem weiteren, unregelmäßigen Verb. Dem Verb wollen  =  voler

Merke

Vull      ich will
Vols     du willst
Vol       er/ sie will
Volem  wie wollen
Voleu   ihr wollt
Volen   sie wollen

Die fettgedruckten Buchstaben kennzeichnen wieder die Betonung. Denken Sie an die Aussprache: Das unbetonte o geht eher in ein u über. Das v ist ein leicht angedeutetes b.  sagen Sie nicht voleu, sondern bulä-u.
Bis hierhin haben Sie bereits – ja pots dir ja, das kann mal wohl sagen – eine ganze Menge gelernt. Morgen schauen wir uns das unregelmäßige Verb dir = sagen an. Però, té raó, aber Sie haben Recht, dass wir uns allmählich mit „alltagstauglichen“ Dingen beschäftigen sollten. Zum Beispiel dergestalt, wie man sich vor Ort vorstellt, sprich miteinander bekannt macht. Ein paar wesentliche Hilfestellungen für den Restaurantbesuch, oder Sprachkenntnisse , die beim Einchecken im Hotel nützlich sind. Natürlich wollen Sie auch einkaufen gehen, auch hier fehlt noch viel. Wir zögern nicht lange, sondern fangen direkt an.
Aber wie immer – però com sempre: a poc a poc, Stück für Stück, i lentament – und langsam!

Merke

Hallo, wie geht’s?       Hola, com va això?
Ich heiße….                 Em dic….
Com et dius?               Wie heißt du?
Wie heißen Sie?          Com et diu vostè?

 

El meu cognom és…        Mein Nachname ist…
Quin és el teu cognom    Wie ist dein Nachname?
Li presento el Senyor….  Ich stelle dir Herrn…vor.

Això és el meu amic / la meva amica...
Das ist mein Freund/meine Freundin…

Unbewusst haben Sie bereits die ersten beiden besitzanzeigenden Fürwörter kennen gelernt: mein und dein.
Der Katalane unterscheidet, wie der Deutsche, zwischen männlich (m) und weiblich(w). Anders als wir, nimmt er allerdings den Artikel mit. Ist das Substantiv, auf das sich das Fürwort bezieht männlich, nimmt er auch den männlichen Artikel (el). Im weiblichen Fall setzt er la davor.

 

Merke

El meu (me -u)    mein(m)       la meva     meine (w)
El teu ( te -u)       dein (m)       la teva       deine (w)
El seu (se- u)       sein (m)        la seva      ihre (w)

 

So ist also mein Haus, la meva casa, denn casa, das Haus ist weiblich.
Mein Auto heißt el meu cotxe (kotsche), denn cotxe, das Auto, ist nun mal im Katalanischen männlich.

Dein Pullover heißt auf Katalanisch el teu pul.lovèr.*, Denn pul.lovèr ist männlich. Dein Hund, wenn es ein Rüde ist, heißt el teu gos. Ist es aber deine Hündin, heißt es la teva gossa.

Ihre Bluse ist auch im Katalanischen weiblich: la seva brusa.
Sein Mantel hingegen ist männlich und damit heißt es, el seu abric.

* Der Punkt in der Mitte des Wortes ist kein Tippfehler. Er signalisiert lediglich, dass Sie das l etwas in die Länge dehnen.

 

Für den Anfang reicht es heute an neu Erlerntem. Morgen lernen Sie den Plural des besitzanzeigenden Fürwortes (Possessivpronomen) kennen, das unregelmäßige Verb dir (sagen) im Präsens Indikativ, und einige weitere, kleine, sprachlichen Wichtigkeiten, die Ihnen in Ihrem Urlaub dienlich sein Können.

 


16. Kapitel

 

Im Rahmen der unregelmäßigen Verben, wenden wir uns heute dem Verb dir = sagen zu.

 

Merke

dic ich sage

d i us du sagst

d i u er/sie sagt

di e m wir sagen

di e u ihr sagt

d i uen sie sagen

 

 

Heute schauen wir zur Abwechslung einmal den Katalanen in die Töpfe. Unter der Rubrik "Mediterrane Küche" tun wir das schon eine ganze Weile, hier finden Sie jede Woche neu, schmackhafte Gerichte. Dennoch gibt es so ein paar Klassiker, die Sie auf der katalanischen Speisekarte finden, und deren Übersetzung Ihnen die Entscheidung erleichtern soll, diese zu probieren, oder doch lieber etwas anders zu essen.

Essen heißt übrigens menjar ( menscha ). Es ist regelmäßig in der Aussprache, weist aber Unregelmäßigkeiten in der Schreibweise auf.

 

Merke

 

menjo ( menscho ) ich esse

menges ( mensches ) du isst

menja ( menscha ) er/sie isst

mengem ( mengem ) wir essen

mengeu ( menschä -u ) ihr esst

mengem ( menschem ) sie essen

 

 

Zu den katalanischen Spezialitäten gehört zweifelsohne das Omelett in all seinen verschiedenen Zubereitungsvarianten. Omelett heißt auf Katalanisch truita . Truita heißt auch Forelle, aber in diesem Fall meinen wir die Eierspeise. Es gibt la truita de patates, das Kartoffelomelett, la truita d'espinaca, ein Omelett mit frischem Blattspinat, oder das französiche Omelett, la truita francesa , dahinter verbirgt sich ein Omelett mit Kräutern (herbes).

 

Eine schnelle, beliebte und ungemein leckere Spezialität ist pa amb tomàquet . Pa, das wissen Sie bereits, bedeutet Brot. Amb bedeutet mit (das b sprechen Sie nicht mit: am ) und tomàquets sind nichts anderes als Tomaten. Hierzu nimmt man eine Scheibe geröstetes Landbrot, Olivenöl und eben Tomaten. Das Brot wird mit dem Öl beträufelt, die Tomate wird halbiert und kräftig über das Brot gerieben, wer mag, gibt Salz ( sal ) dazu, oder belegt das Brot mit Schinken ( pernil ), Käse ( formatge ), Wurst ( botifarra ) oder aber eben auch mit truita , Omelett.

 

Escalivada ist eine weitere Köstlichkeit. Abgezogenen Paprika- und Auberginenstreifen werden über der Glut geröstete und in Öl ( oli ) geschwenkt. Dazu wird Stockfisch ( bacallà/ bacalao ) gereicht.

 

Sobrassada sei für heute noch erwähnt, eine Spezialität aus Mallorca, die auch auf dem katalanischen Festland geschätzt wird. Eine Art Streichwurst aus Schweinefleisch mit Paprika. Bestes Erkennungszeichen, ihre orangene Färbung.

 

Wer französische Rataouille schätzt, der bestellt in Katalonien samfaina , und erhält die Landesvariante. Soviel für heute, im Laufe der Zeit lernen Sie weitere, landestypische Gerichte kennen.

 

Werfen wir einen Blick zurück auf Kapitel 15. Dort haben wir uns unter anderem mit den besitzanzeigenden Fürwörtern, den Possessivpronomen, beschäftig. Heute lernen wir den Plural der ersten drei Pronomen.

 

Merke:

 

els meus (m) meine (die vielen.) les meves (f)

els teus (m) deine les teves (f)

els seus (m) seine les seves (f)

 

Sie sehen, es ist ganz einfach. Sie hängen ein s an den Artikel und das Pronomen, und schon sind Sie im Plural. Achten Sie dabei aber auf die as-Unlust der Katalanen. Daher heißt es nicht las mevas, sondern l e s mev e s. Sie erinnern sich?

Aus der a-Endung im Singular wird im Plural ein -es!

 

Meine Häuser = Les meves cases

Deine Autos = Els teus cotxes

Ihre Hemden = Les seves camises.

 


17. Kapitel

Heute starten wir – wie gewohnt – mit einem weiteren gängigen, aber leider unregelmäßigen, Verb. Poder heißt e und bedeutet können. Denken Sie an die erlernte Ausspracheregel: Das r am Ende wird nicht gesprochen, dafür wird das vorangehende e betont (pode)

Merke
puc         ich kann
pots        du kannst
pot          er/sie kann
podem    wir können
podeu     ihr könnt
poden     sie können

wie gehabt liegt die Betonung auf dem fettgedruckten Buchstaben. Schwierig ist die Konjugation nicht, die kurzen Wörter gehen schnell ins Ohr.
Vollenden wir nun den Plural der Possessivpronomen, der besitzanzeigenden Fürwörter.
El meu, el teu, el seu oder els meus, els teus, els seus haben Sie schon gelernt. Auch die weibliche Form ist Ihnen bereits bestens vertraut:
La meva, la teva, la seva. Sie wissen, wir hängen im Plural ein s an und verändern, wenn nötig das a in ein e: les meves, les teves, les seves. Ausgesprochen wird es aber las mevas, las tevas, las sevas.

Merke                                

El(s) nostre(s)  unser(e)             la nostra – les nostres    unser(e)
El(s) vostre(s)  euer(e)               la vostra -  les vostres    euer
El(s) seu(s)       ihr(e)                  la seva   -  les seves       ihre

Sie sehen, die dritte Person Plural ist mit der dritten Person Singular identisch.

La nostra casa  -   Unser Haus
El vostre cotxe  -   Euer Auto
Els seus gossos –  Seine Hunde
La meva mare   -   Meine Mutter
El teu padre      -   Dein Vater
La seva àvia      -   ihre Großmutter (auch liebevoll iaia genannt)

 

Nun kennen Sie schon die Persönlichen Fürwörter, also die Personalpronomen  (ich, du er/sie, wir, ihr, sie) jo, tu ell /ella, nosaltres, vosaltres ells /elles.
Die höfliche Anrede Sie heißt vostè in der Einzahl, und vostès in der Mehrzahl.
Die besitzanzeigenden Fürwörter sind ihnen auch bekannt: el meu, el teu el seu….
Sie wissen wie man den Plural bildet und kennen sich schon mit einigen Ausnahmeregeln aus.
Die Konjugation der Verben im Präsens ist ihnen geläufig. Die – zugegebenermaßen vielen – Ausnahmen, lernen Sie in kleinen Schritten Tag für Tag hinzu.
Viele kleine Sätze haben Sie bereits nebenbei gelernt, und auch die ersten landestypischen Leckereien auf der Speisekarte näher inspiziert.

Heute kommt ein weiterer, wichtiger Bestandteil der Grammatik hinzu, das Adjektiv oder auch Eigenschaftswort. Ohne dieses wäre die Sprache ein langweiliges Unterfangen. Wir unterscheiden zwischen weiblichen und männlichen Adjektiven, Singular und Plural. Im Allgemeinen steht das Adjektiv hinter dem Substantiv, dem Hauptwort. Das mag für uns Deutsche anfangs merkwürdig klingen. So heißt es nicht: Das volle Glas, sondern: Das Glas voll (el got ple).
Allerdings gibt es auch ein paar gebräuchlichen Adjektiven, die – genau wie im Deutschen – vor dem Hauptwort stehen.

Merke
Gran (groß)  /  primer (der/die/das erste) und millor (der/die/das beste) stehen vor dem Hauptwort.

Un gran amor    eine große Liebe
El primer pis      die erste Etage
El millor amic     der beste Freund

Wichtig ist, dass Sie im weiblichen Fall ein –a anhängen: la millora casa – Das beste Haus.
Achtung, auch hier bleibt alles wie gehabt: Die besten Häuser = Les millores cases.

Manche Adjektive verändern sich nicht in ihrer Form, sie bleiben gleich, unabhängig vom Geschlecht des Hauptwortes. Wir lernen im Laufe der nächsten Zeit einige, oft gebräuchliche Adjektive kennen. Im Falle einer Veränderung der weiblichen Form, steht diese dahinter.

cansat/ cansada  müde                  simple          einfach
pobre                  arm                    ric                reich
barat                   billig                   car               teuer
fred                     kalt                    calent           heiß

So viel für heute. Sie wissen schon - kleine Schritte – passos petits! Morgen lernen wir neue Adjektive kennen. Das unregelmäßige Verb saber (wissen), wird im Präsens konjugiert. Die Zahlen 0 bis 20 kennen Sie bereits. Morgen stocken wir auf 50 auf. Zum Abschluss lernen Sie noch zwei weitere Spezialitäten der katalanischen Küche kennen.

 

 


18. Kapitel

Wie bereits versprochen, schauen wir uns heute das Verb saber  = wissen an. Es ist zwar unregelmäßig, aber die kurzen Wörter prägen sich genau so rasch ein, wie die voran gegangene Konjugation des Verbs poder (können)

Merke
sé          ich weiß
saps       du weißt
sap        er/sie weiß
sabem    wir wissen
sabeu     ihr wisst
saben     sie wissen

 

Weitere, häufig gebrauchte Adjektive:

prim              dünn
gruixut, -da    dick (gruschut, gruschuda)
fàcil               leicht
difícil             schwer
bo, bona        gut
mal*             schlecht
clar               hell
fosc               dunkel
petit              klein
gran              groß
jove              jung
gran              alt**

*mal oder dolent, beides ist im alltäglichen Gebrauch üblich.

** gran heißt einmal groß, aber auch alt (groß“ an Jahren)

Auch im Katalanischen gibt es das Adjektiv alt. Es hat eine Reihe an Bedeutungen, in erster Linie heißt es hoch, im Gegensatz zu baix (basch) = niedrig.
Alt hat aber auch die Bedeutung von groß: Un home alt – ein großer (hoch gewachsener) Mann.
Eine weitere Übersetzung für das katalanische alt ist laut (palar alt = laut sprechen). 
Drehen wir den Spieß um, dann heißt die katalanische Übersetzung für das deutsche Adjektiv alt = vell. Das Gegenteil ist jove (dschoba) = jung. Aber nun Schluss mit den Verwirrungen.

Merke
alt        -      hoch  / groß  /  laut
vell       -      alt
jove      -      jung
baix      -      niedrig

Soviel für heute an neuen Adjektiven. Damit es nicht zu eintönig wird, stocken wir unser Zahlwissen auf. Bis 20 haben wir bereits zählen gelernt. Trotzdem beginnen wir noch einmal von vorne, und ergänzen heute die Ziffern bis 50.

Zero, u/un/una, dos/dues, tres, quatre, cinc, sis, set, vuit, nou, deu. Das sind die bereist bekannten zahlen 1 bis 10.

Onze, dotze, tretze, catorze, quinze, setze, disset, divuit, dinou, vint. Das sind die Zahlen von 10 bis 20.
Derjenige, der in der französischen Sprache ein wenig bewandert ist, wird keine Mühe haben die katalanische Variante schnell zu lernen.
Ab jetzt wird es einfach. Wir nehmen die Zwanzig und zählen 1, 2, 3, …. hinzu:

Vint-i-u/un/una
Vint-i-dos/dues
Vint-i-tres
Vint-i-quatre
Vint-i-cinc…. 
Nach vint-i-nou (Zwanzig-und-neun) kommt bekanntlich 30 = trenta.
Das gleiche Spiel beginnt von vorn: Wir zählen dreißig-eins, dreißig-zwei, dreißig-drei… Das „und“ (i) lassen wir ab der 30 weg.

Trenta-u/un/una
Trenta-dos/dues
Trenta-tres
Trenta-quatre……. Bis quarenta = 40. im gleichen Rhythmus zählen wir bis 50:

Quarenta-u/un/una
Quarenta-dos/dues
Quarenta-tres
Quarenta-quatre.... bis zur 50 = cinquanta.

Wie erinnern uns? U bedeutet nur “eins”. Will man eine konkrete Sache bezeichnen, verwendet man die männlich e Form un. Ist das bezügliche Hauptwort weiblich, heißt es una. Gleiches gilt für dos und dues. Dos steht bei männlichen Begriffen, dues bei weiblichen Begriffen.

 

Soviel zur trockenen Grammatik. Wenden wir uns zum Schluss angenehmeren Dingen zu und studieren die katalanische Speisekarte.
Was Paella ist, brauche ich Ihnen gewiss nicht zu erklären. Eigentlich kommt die Paella aus Valencia, ist aber heute in ganz Spanien ein beliebtes Pfannengericht. Daher hat es auch seinen Namen, Paella bedeutet nämlich auf valenzianischem Dialekt nichts anders als Pfanne. Der Reis (àrros) hat seine gelbe Farbe durch die Beigabe von Safran (safrà). Die Paella de mariscs enthält zusätzlich Meeresfrüchte. Gibt man statt Fisch (peix/ pesch), Muscheln (mariscs oder molluscs)  Fleisch (carn) hinzu, so handelt es sich dabei  um Kaninchenfleisch (carn de conill) und Hähnchenfleisch (pollastre). Dann steht auf der Speisekarte dementsprechend Paella de conill i pollastre. Unter der Rubrik „mediterrane Küche“ versprechen wir Ihnen in Kürze ein typisches Paellagericht zum Nachkochen. Sozusagen als Vorfreude auf den nächsten Katalonienurlaub. Fideuada oder kurz fideuà, ist die Nudelvariante zur Paella, die sich in Katalonien großer Beliebtheit erfreut.

Wenn wir beim Reis (àrros) bleiben, finden Sie auf katalanischen Speisekarten den àrros brut – den schmutzigen Reis – und den arròs negre, den schwarzen Reis. Beides klingt, zugegebenermaßen, nicht gerade appetitlich. Hinter dem schmutzigen Reis, dem àrros brut, verbirgt sich eine kräftige Reissuppe, una sopa d’àrros, ein ursprünglich mallorquinisches Geicht. Der àrros negre, der schwarze Reis, ist ein Tintenfischrisotto. Damit wird auch klar, woher der Reis seine Farbe hat, eben von dem Tintenfisch, dem calamars. Sollten Sie keine Freunde der den beiden letzt genannten Reisgerichte (plats d’àrros) werden, haben Sie zumindest für heute zwei neue Adjektive gelernt: negre=schwarz, brut = schmutzig.

Morgen nähern wir uns langsam dem Ende der gängigsten, unregelmäßigen Verben. Das Verb veure (bä-ura) = sehen, steht auf dem Plan. Dann machen wir es uns einfach und ergänzen die zahlen von 50 bis 100, was keine große Sache mehr ist, da das Prinzip das Gleiche bleibt. Dank der Euroumstellung müssen wir in Spanien nicht mehr mit den ganz großen Zahlen operieren, was zum Zeitalter der Pesete noch ganz anders aussah. Und wenn wir in den Zahlen schon so fitt sind, schauen wir uns auch gleich die Uhrzeiten (les hores) an. Auch hier gibt es klare Aussagen und wenig Verwirrung – promès – versprochen!


19. Kapitel

Schauen wir uns heute die Gegenwartsform, also das Präsens, des unregelmäßigen Verbs veure = sehen an. Denken Sie an die Aussprache. Wir lesen das Verb nicht, wie es geschrieben steht, sondern sagen bä-ura.

Merke

Veig (betsch)      ich sehe
Veus (bä-us)      du siehst
Veu (bä-u)         er/sie sieht
Veiem (be-iem)   wir sehen
Veieu (be-i-ä-u)  ihr seht
Veuen (bä-uen)   sie sehen

Die Aussprache ist etwas ungewohnt, da man das Verb aber ständig im Gebrauch hat, sollten Sie es gut üben. Dabei lernt sich dann die Präsenskonjugation gleich wie von selbst mit.

Wie versprochen vollenden wir heute die Zahlenreihe 50 bis 100. Das Prinzip ist immer das gleiche, so dass Sie in erster Linie jetzt nur noch die Zehnerschritte neu lernen müssen, den Rest kennen Sie bereits.
Cinquanta = 50. Cinquanta-u/un/una = 51, cinquanta-dos/dues = 52, cinquanta-tres = 53…,
seixanta (seschanta) = 60.
Seixanta-u/un/una = 61, seixanta-dos/dues = 62, seixanta-tres = 63..., setanta = 70. So geht es weiter bis
80 = vuitanta, 90 = noranta und 100 = cent.

Hier noch einmal die Zehnerschritte:
10 = deu
20 = vint
30 = trenta
40 = quaranta
50 = cinquanta
60 = seixanta
70 = setanta
80 = vuitanta
90 = noranta
100 = cent
 Üben Sie die Zahlen, indem Sie sich von 0 bis 100 kleine Rechenaufgaben stellen. 12 + 15 = 27, dotze + quinze = vint-i-set….

 

Die Uhrzeit – L’ hora

Die Stunden werden nach dem 12 – Stundensystem angeordnet. Das bedeutete, dass man weder 14 Uhr noch 18 Uhr sagt, sondern stattdessen 2 Uhr Mittag, oder 6 Uhr nachmittags. Das Wort hora heißt Stunde. Es endet auf –a, ist also weiblich, was bedeutet, dass alle Uhrzeiten weiblich sind.Hora der Zeitangabe hinzuzufügen ist dem Katalanen zu umständlich. Er denkt es sich, sagt es aber er nicht. Gleiches machen wir Deutsche auch, wenn wir sagen: „Ich komme um drei, oder: der Bus fährt um fünf.

Merke
La una (hora)      ein Uhr
Les dues (hores) zwei Uhr
Les tres (hores)   drei Uhr
Les quatre           vier Uhr
Les cinc               fünf Uhr
Bis
Les dotze             zwölf Uhr
Um Missverständnisse zu vermeiden muss man den Tageszeitpunkt näher bestimmen:

…del matí morgens
…del migdia mittags
…de la tarda  nachmittags
...de la nit nachts

Die Minuten, Viertelstunden und halben Stunden werden folgendermaßen ausgedrückt:

Mitja = halb
Quart = viertel
Menys (mensch) = weniger

Les sis i deu = sechs (Uhr) und zehn (Minuten)
Les dues i cinq = zwei(Uhr) und fünf (Minuten)
La una i vint-i-cinq = ein (Uhr) und fünfundzwanzig (Minuten)

Les onze i mitja = elf (Uhr) und halb = halb zwölf
Les tres i quart = drei (Uhr) und ein Viertel = Viertel nach drei
La una menys quart = ein (Uhr) weniger Viertel = Viertel vor eins

Durchaus geläufig ist auch folgende Version:

Un quart de sis =ein Viertel von sechs = viertel nach fünf
Dos quarts de sis = zwei Viertel von sechs = halb sechs
Tres quarts de sis = drei Viertel sechs = viertel vor sechs

Wie spät ist es?  Quina hora és?
Es ist ein Uhr.   És la una
Es ist ein Uhr nachts.  És la una de la nit.
Es ist ein Uhr mittags. És la una del migdia.
Es ist vier Uhr nachmittags. És les quatre de la tarde.
Es ist 8 Uhr abends.  És les vuit de la tarde.
Es ist acht Uhr morgens. És les vuit del matí.

In Spanien ist der Nachmittag lang. Wenn es für uns 20 Uhr abends ist, ist es hier noch acht Uhr am Nachmittag. Die Zeitergänzung „de la nit“, wird ab 22 Uhr angefügt.

Für wie viel Uhr verabreden wir uns? A quina hora quedem?

Der Katalane nimmt das Verben quedar = bleiben, so kommt es, dass der Deutsche, der hier aufgewachsen ist, häufig auch in seiner Muttersprache fragt: Wie verbleiben wir? Will heißen: Wann treffen wir uns?

Im nächsten Kapitel ergänzen wir einige Adjektive. Das unregelmäßige Verb tenir = haben, fehlt noch in unserer Reihe der zehn wichtigsten, unregelmäßigen Verben. Es ist das Siebte in der Liste, stehen noch creure = glauben, und venir = kommen aus.
Ser und estar, beide bedeuten sein, aber leider in unterschiedlichen Funktionen. Wie immer lassen wir es aber langsam angehen – tenim tempswir haben Zeit!


20. Kapitel

Das Verb haben = tener steht für heute auf dem Plan der unregelmäßigen Verben. Sie werden es schnell gelernt haben, abermals sind es kurze Wörter, die sich rasch einprägen.

Merke
Tinc               ich habe
Tens              du hast
Té                  er/sie hat
Tenim            wir haben
Teniu (teni-u) ihr habt
Tenen             sie haben

Im folgenden Kapitel konjugieren wir das Verb venir = kommen. Es reimt sich nicht nur im Infinitiv wunderbar auf tenir (denken Sie daran, das Schluss-r wird nicht gesprochen!), sondern auch in seiner Konjugation.

Nun zu einem anderen, ebenfalls sehr wichtigen, Thema:
Dem Gebrauch von ser und estar: Beides heißt sein, aber in dem Gebrauch gibt es einige Unterschiede:

Das Verb ser wird verwendet, wenn es um etwas geht, was seinen festen Bestand hat, was unveränderlich ist.
Ich bin Deutscher. Das ist eine Tatsache und wird deshalb mit ser umschrieben: Sóc alemany.
Er ist Spanier: És espanyol.
Das Auto ist schwarz: El cotxe és negre.
Der Hund ist alt: El gos és vell.
Hieran gibt es nichts zu rütteln, es sind alles feststehende Eigenschaften, daher die Umschreibung mit ser.

Bei Ortsangaben, selbst wenn der Aufenthalt nur flüchtig ist, wird ebenfalls ser verwand.
Ich bin zu Hause. Auch daran gibt es nichts zu deuteln, Fakt ist, in diesem Moment bin ich nirgendwo anders, sondern zu Hause:
Sóc a casa.
El meu amic és a Barcelona. Mein Freund ist in Barcelona.
Son al tren: Sie sind im Zug.

Schauen wir uns das Verb ser = sein in der Präsenskonjugation an:

Merke
sóc    ich bin
ets     du bist
és      er/sie ist
som   wir sind
sou    ihr seid
són    sie sind

 

Estar wird gebraucht, für alles Vorübergehende, was keinen dauerhaften Zustand hat. 

Ich bin krank. Dies ist ein momentaner Zustand, der sich auch wieder ändert. Es ist kein Wesensmerkmal meiner Person. Ich bin nicht von Hause aus krank. Daher heißt es jetzt: Estic malalt. Umgekehrt ist  es leider auch kein Wesensmerkmal, dass ich immer gesund bin. Daher sage ich: Estic bé, denn momentan fühle ich mich wohl, was sich jederzeit ändern kann.
El got està ple. Das Glas ist voll. Es ist kein wesentliches Merkmal, dass ein Glas immer voll ist. Es kann auch leer sein:
El got està buit, oder – um die weiblichen Formen der beiden Adjektive gleich mit zu lernen:
La tassa està plena, oder la tassa està buida. Die Tasse ist voll, die Tasse ist leer.

Es ist wichtig diese Unterschiede zu machen, denn der Satz gewinnt schnell eine andere Bedeutung, wenn man ser und estar vertauscht:

En Jordí és mort. Hier drückt die Konjugation von ser klar eine feststehende, unverrückbare Eigenschaft aus. Mort bedeutet tot. Also ist Jordí tot. Eine Tatsache an der man bekannterweise nichts ändern kann.

Nehmen wir das Verb estar, würde der Satz folgendermaßen lauten:
En Jordí està mort, was soviel bedeutet, Jordí ist todmüde, und das ist eine vorübergehende Erscheinung. Nach einer Mütze voll Schlaf ist Jordí wieder hellwach: Jordí està despert.

Merke:
estic   ich bin
estàs  du bist
està  er/sie ist
estem  wir sind
esteu  ihr seid
estan  sie sind

Zum Schluss – a la fi, finalment –  ergänzen wir unseren Wortschatz der Adjektive mit einigen Farben

Merke
Vermell         rot
Groc, groga  gelb
Verd             grün
Blau, blava    blau
Marró            braun
Negre           schwarz
Blanc            weiss.

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